Netzpolitik

Interview im Freitag über Netzpolitik

Der Freitag hat Falk Lüke und mich zu unserem Buch „Die digitale Gesellschaft“ und Netzpolitik generell interviewt. Natürlich ging es auch um die Piraten, wenngleich nebensächlich, und der Freitag hat daraus einen reisserischen Titel gemacht: „Keine gute Netzpolitik“.


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Wobei: Ich würde mir ja echt wünschen, wenn die Piraten endlich mal ihrem Anspruch entsprechend die progressivste Netzpolitik machen würden und uns auch mit Initiativen überraschen. Themen und Möglichkeiten gibt es genug. Nicht nur darüber reden, dass man am coolsten ist und am meisten Ahnung von der Materie hat, einfach mal zeigen! Eine Menge intelligente und fähige Leute sind dabei, aber warum kommt da so wenig?

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12 Kommentare
  1. Kein schlechtes Interview aber hatte im ersten Moment mehr erwartet vom Titel. Du kritisierst uns Piraten, durchaus auch zu recht, dass da mehr kommen soll. Ich vermisse da auch noch einiges, zumal ich schon lang genug dabei bin und es auch erlebt habe wie da viel mehr ging. Ich muss aber sagen, dass wir einen Wandel durchgemacht haben und nun viel mehr zutun haben, viele gute Leute die du auch ansprichst sind mehr als ausgelastet. Es gibt mehrere Dinge die unser Kernthema Netzpolitik beeinflussen, auch das Wachstum, die Verantwortung, die innerparteiliche Arbeit.
    Ich seh da schon auch mehr Bedarf und arbeite da auch dran.

    Was ich mir von dir wünschen würde, dass du mal konkret zusammenfasst, was dir fehlt und was dir nicht passt. Teilweise hast du bzw. ihr es bei einigen Themen richtig gemacht. Du hast aber sicher auch gesehen, dass einige Fraktionen auch von der Netzpolitik schon einige Dinge umsetzen.

    Evtl. hast du/ihr mal die Zeit die Kritik zusammenzufassen und auch konkret auszuformulieren. Je mehr Details umso eher kann man sich dann auch hinsetzen und daran arbeiten und auch Anträge ausarbeiten.

    Danke :)

  2. Gut. Besser mal den Freitag als immer nur die Zeit.

    Markus: Nette Definition. Falk: Immer noch etwas der Verbraucherschützer, auch gut. Und schön einige Dilemmata der Parteien aufgezeigt.

    Was noch etwas fehlte, auch wenn es bei den Patenten anklingt sind die ganzen Monopol-Problem (Apple vs Google vs facebook).

  3. Die Frage ist m.E. leicht zu beantworten: Die Piraten sind – wie andere Parteien im Übrigen auch – in ihrer internen Organisationsstruktur, der tagespolitischen Hast und einer i.A. unsolidarischen Diskussionskultur verfangen. Anstelle zumindest innerparteilich gemeinsam konstruktive und/oder visionäre Vorschläge zu erarbeiten, prägen Neid (Stichwort: Aufmerksamkeitsökonomie), Missgunst und interne „Grabenkämpfe“ um Einfluß und politische Macht das Arbeitsklima. Es ist offensichtlich, dass diese Faktoren den Fortschritt in Sachen Netzpolitik nicht gerade begünstigen.

    1. Eine Partei, die sich Johannes „Ich möchte das andere für meinen Lebensunterhalt arbeiten gehen“ Ponader als Führungsfigur wählt einfach kein besonderes Interesse an Netzpolitik hat. Da stehen halt inzwischen ganz andere Themen im Vordergrund.

      1. Also entweder man interessiert und kümmert sich für Netzpolitik, oder man behandelt andere Themen? Komisches Politikinteresse (nicht dass ich die hier geäußerte Kritik nicht grundsätzlich teile, aber den grundsätzlichen Untergang der Netzpolitik innerhalb der Piratenpartei an der Wahl von EINEM Posten im Vorstand festzumachen ist imo starker Tobak).

      2. Ich hoffe, dass die doch mal die Kohle und die Einsicht haben, ihr Spitzenpersonal zu bezahlen, sodass es Zeit für politische Arbeit hat und dieses Genöle von innen und aussen ein Ende hat. Das ist ja sooo nervig! Diese Partei ist ernorm wichtig, wie ich finde, damit die anderen Parteien mal in die Puschen kommen was die Netzpolitik betrifft….was ja teilweise auch schon passiert.

      3. @Justus Römeth: Der „Untergang der Netzpolitik“ macht sich ja nicht an einem Posten fest – aber die Besetzung dieses Postens markiert eben die Tatsache, dass sich die Piraten lieber Leute in exponierte Ämter wählen die für ein Auskommen ohne Arbeit stehen wie Ponader oder reine Selbstdarsteller sind wie die Schramm. Hinter diesen Leuten stehen ja Mehrheiten in der Partei.Und es ist nur logisch das so eine Partei netzpolitisch nichts mehr zustande bringt. Zumindest habe ich da im letzten Jahr verdammt wenig wahrgenommen. Und das wenige was kommt bezieht sich hauptsächlich auf die günstige Versorgung mit Musik und Filmen.

        @Irene: Es klingt wie die Kritik eines politischen Konkurrenten, aber es ist wohl wirklich etwas dran. Die Piraten sind inzwischen in erster Linie die Umsonst-Partei. Sie wollen umsonst Musik, umsonst Filme und auch Politik darf nichts kosten. Und von entsprechender Qualität ist dann eben auch die Leistung die man bekommt.

      4. @ mustard….Sie wollen umsonst Musik, umsonst Filme …..das ist Quatsch mit Soße, aber die Alternative zum freien privaten filesharing ist nun mal die TOTALE ÜBERWACHUNG im Netz – und das ist was sie NICHT wollen, genauso wie ich das nicht will! Und ich sehe niemanden in den etablierten Parteien ( der auch gehört und ernstgenommen wird), dem an dem Thema Freiheit im Netz gelegen wäre. Und solange dem so ist, können sich die Piraten garnicht so blöd anstellen, dass ich sie nicht wählen würde ;-)

      5. @Irene: Du sagst es doch selbst: Weil Du es als einzige Alternative siehst zum Überwachungsstaat forderst Du das freie private Filesharing – ergo Musik und Filme und was weiss ich für umme. Da hilft auch ein markiges „Quatsch mit Soße“ nicht dagegen.

        Und ob die Piraten bessere Politik machen können als die etablierten Partein ist ausgesprochen zweifelhaft. Praktikable Lösungsvorschläge liefert diese Partei nämlich bislang noch nicht.

        Allerhöchstens gibt es ab und zu das Feigenblatt Crowd Funding und Spenden. Diese Wege existieren aber heute schon. Sie setzen sich aber nicht durch, denn auf diesen Wegen lässt sich die Qualität nicht finanzieren die die Konsumenten haben wollen. Deswegen greifen diese lieber auf illegale Wege zu um ihren Gratiskonsum zu bedienen.

        Diesen Widerspruch zwischen Ideologie und Realität löst die Piratenpartei aber nicht auf, nicht einmal annähernd.

      6. @mustard: weist du, ich denke nicht, dass wir zwei hier noch zusammen kommen und diese ein- besser gesagt zweiseitige Unterhaltung an dieser Stelle fortsetzen sollten. Wählst du eben die, mit deren Politik du heute schon so zufrieden bist und die die totale Überwachung im Internet druchsetzen, das scheint dir ja nichts auszumachen. Und ich, ich wähl´…… naja, die anderen halt!

      7. @Irene: Warum überrascht es mich nicht das die Diskussion auf diesem Niveau endet? Zu den Themen „umsonst“ und „Finanzierung“ kommt wohl nichts mehr. Wo die Konzepte liegen auch nicht. Stattdessen kommt Geschwurbel welche Politik ich denn angeblich so gut finde und die Hoffnung, die im vagen verharrenden Piraten würden etwas besser machen.

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