Gibts nur beim Stern: Urheberrecht auf Fragenkataloge

Die FDP steht momentan wegen einer Finanzierungsaffäre im Rampenlicht. Das Wochenmagazin Stern recherchiert in der Sache und hat der FDP im Zuge der Recherche einen detaillierten Fragenkatalog zur Beantwortung geschickt. Die FDP beantwortete die Fragen und stellte Fragen und Antworten transparent auf ihre Webseite. Dagegen ging jetzt der Stern gerichtlich vor und die FDP musste nach einem Urteil des Landgericht Hamburg den Fragenkatalog wieder depublizieren.

Als Begründung wurde eine Urheberrechtsverletzung angeführt, weil Fragenkataloge urheberrechtlich geschützt seien. Der Stern beruft sich darauf, dass die Fragen sein Urheberrecht seien und der Fragenkatalog im Rahmen einer Recherche verschickt worden sei. Argumentiert wird hier über eine Exklusivität, in diesem Fall dann auch exklusiv über die Antworten berichten zu können. Die FDP wiederum wollte ihre Antworten transparent online stellen, was man heutzutage auch in solchen Fällen erwartet. Ich kann beide Seiten verstehen, würde aber in diesem Fall eindeutig zur FDP-Position tendieren. Es kann nicht sein, dass das Urheberrecht in diesem Fall das Interesse der Öffentlichkeit an Transparenz behindert.

Unklar ist, warum die FDP nicht einfach nur die Antworten ohne die Fragen online gelassen hat. Daran sollte sie das alleinige Urheberrecht haben. Das wäre auch mal ein Zeichen gewesen. Oder sie stehen noch online, aber ich finde sie lediglich nicht.

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