Exportschlager Staatstrojaner: Das Geschäft mit Überwachungssoftware

Die international tätige Nichtregierungsorganisation Reporter Ohne Grenzen fordert ein Exportverbot für Überwachungstechnologien. Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp sagt im Audio-Interview mit DRadio Wissen, dass Länder, die keine Waffen bekommen, auch solche Software nicht bekommen sollen:


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Wenn Saudi-Arabien Leopard 2 Panzer kauft, werden sie die nicht zum Schneereäumen verwenden. Überwachungstechnologien sind das Pendant zum Panzer in der Software-Technologie.

Die Forderung von Reporter Ohne Grenzen:

Der Export und Verkauf von Software, die der Überwachung und dem Ausspähen von Journalisten und Bloggern dient, soll in die Mechanismen der Exportkontrolle aufgenommen werden. Außerdem setzt sich die Organisation auch auf europäischer Ebene für ein Kontrollregime ein.

Hier gibt’s die MP3.

3 Kommentare
  1. Die Frage ist doch in wie weit sich dieses Geschäft überhaupt „Eindämmen“ oder einfach Verbieten lässt.
    Wir kennen doch die Probleme mit „digitalen Gütern“ eine Kopie ist schnell Erstellt, auch aus „Drittstaaten“ herraus oder über das Internet.
    Einen Leopard 2 Panzer zu Kopieren ist da wohl schon etwas Schwieriger und deshalb ein etwas anderes Thema.
    Wer wirklich den Exportschlager Staatstrojaner Kontrollieren möchte sollte daher wohl auch die Anwendung und Herstellung verbieten oder rechtlich Unmöglich machen.
    Wie zb. Windows oder andere OS Hersteller rechtliche Mittel in die Hand geben die Hersteller wie „Hacker“ vorzugehen, auf Schadenersatz weltweit Verklagen zu können.
    Solange aber auch vermeindlich demokratische Rechtssaaten Staaten diese Technik für sich nutzen haben sie auch die moralische Bewertung diesbezüglich für andere totalitäre Staaten leider schon verloren.

    1. Kopie ist das Eine. Hinzu kommt die Problematik mit dem Transport.
      Wenn man es nun echt nicht verschicken will, kann man die Software leicht auf Mikrochips laden. Die lassen sich ganz einfach transportieren und in der Not mit säurebeständiger Hülle schnell mal runterschlucken. Bei Panzer könnte das leichtes Bauchweh geben ;)

      Ich denke man kann die Verbreitung nicht kontrollieren. Jedoch kann man bei offiziellen Verkäufen die Rechnungen prüfen. Auch wär es möglich Fake-Software zu verkaufen oder kleine Zusätze ins Programm zu schreiben. Ach man könnte soviel.

      Aber das Thema der Spionage ist letztlich so alt wie die Menschheit und passt eben auch der jeweiligen Zeit an.
      (leichter Lesestoff zum Thema: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/geschichte-der-spionage-geheime-mission-in-frauenkleidern-a-735609.html)

  2. Im Kapitalismus wird sich immer jemand finden welcher solche Software herstellt. Sei es China, Russland, USA oder Deutschland um mit dem Verkauf Profit zu erwirtschaften. Die Profitlogik kennt keine Moral solange die Profitrate hoch genug ist wird sich immer jemand finden der zu solchen Geschäften bereits ist notfalls auch gegen das Gesetz z.B. indem das dann über eine Tochterfirma im Ausland abgewickelt wird und somit nicht mehr gegen die deutschen Exportrichtlienien verstößt. Es ist also aussichtslos, da wäre es besser Deutschland stellt TOR server und umgehungstechnologien bereit und schult den demokratischen Widerstand aus betreffenden Ländern mit dem Umgang dieser Technologie.

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