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Provider geben jährlich 3,6 Millionen Nutzerdaten an Abmahnindustrie weiter

Der Providerverband ECO berichtet in einer Pressemitteilung, dass Provider in Deutschland pro Jahr rund 3,6 Millionen Nutzerdaten per Auskunftsersuchen an Anwälte der Rechteindustrie weitergeben. Diese Nutzerdaten werden dann oft verwendet, um kostenpflichtige Abmahnungen wegen Urheberrechtsverstössen zu verschicken.


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Die Wahrscheinlichkeit, bei illegalen Downloads entdeckt und belangt zu werden, steigt ständig. eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft ermittelte, dass deutsche Internet Provider jeden Monat die Benutzerdaten zu 300.000 Internetverbindungen an die Rechteinhaber-Industrie geben, nachdem diese entsprechende Gerichtsbeschlüsse erwirkt hat. Die Zusammenarbeit von Rechteinhabern, Gerichten und Internetwirtschaft gegen die Online-Piraterie funktioniert somit inzwischen auf sehr hohem Niveau. Stärkere Verfolgung und ein Ausbau der legalen Download-Angebote führten dazu, dass die Zahl der Online-Piraten seit 2008 um mehr als 20 Prozent zurückging.

Die Intention der Pressemitteilung zum jetzigen Zeitpunkt ist wohl, dass man sich gegen 2-/3-Strikes Wünsche der Politik und Rechteindustrie positioniert und die Ausuferungen der Abmahn-Industrie aus Sicht des Providerverbandes als das kleinere Übel angesehen wird. Soweit alles toll aus Sicht des ECO? Wünschenswerter aus Nutzersicht wäre aber eine Lösung der Urheberrechtsproblematik, die beide Verfahren unnötig machen.

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84 Kommentare
  1. Das heißt, dass es 300.000 Gesrichtsbeschlüsse im Monat gibt? Oder sind das Sammelbeschlüsse, in denen jeweils auf die Herausgabe von (viel) mehreren Adressdaten „gedrängt“ wird?

  2. Das scheint das reguläre Geschäftsmodell der Musikbranche zu werden. Zuerst wird das Angebot künstlich verknappt und damit die Menschen dazu gezwungen sich die Ware auf Umwegen zu besorgen und anschließend wird genau dieser Weg zum abkassieren genutzt. Dafür braucht die Industrie keine Infrastruktur und Ware zu stellen und kann dennoch Geld verdienen.
    Es ist ja völlig widersinnig für Downloads zu bezahlen die ja nichts kosten in der Vervielfältigung.
    Die Musikindustrie schaufelt sich ihr eigenes Grab. Ich versuche Musik nur direkt beim Künstler zu kaufen wo ich auch weiß, dass sie oder er was davon hat und nicht vor Allem irgendwelche Schreibtischtäter. Einer meiner Favoriten ist Bandcamp.com , dort können Bands ihre Musik direkt an die Fans bringen.

    1. Genau das ist auch der Weg: Direkt bei den Künstlern. Medienkompetenz halt. Man weiß wo man Musik legal her bekommt und wie man die Urheber für ihre Werke entlohnt.

      Solange die Musikindustrie von der Kriminalisierung ihrer Kunden nicht abrückt, bleibt sie ein Auslaufmodell.

    2. Es ist ja völlig widersinnig für Downloads zu bezahlen die ja nichts kosten in der Vervielfältigung.

      Spätestens wenn eine Firma Open Source nutzt, zum Beispiel GPL Programmcode in Closed Source Software ist das geschrei und die empörung ziemlich groß. Und dort ist dann die Rede vom Geistigen Eigentum. Den man dürfe ja nicht einfach kopieren.

      Auch wenn das Kopieren eines unter GPL Lizenz stehenden Codes ebenfalls nichts kostet.

      Nicht das ich dir wiederspreche, sicherlich das Kopieren kostet nichts. Aber anscheind wird das meist immer nur aus der Seite der Verbraucher gesehen wenn man selber daraus nutzen zieht. Andersherum ist das geschrei meist groß wenn sich Firmen ebenso bedienen wie es die Nutzer machen.

      1. Spätestens wenn eine Firma Open Source nutzt, zum Beispiel GPL Programmcode in Closed Source Software ist das geschrei und die empörung ziemlich groß. Und dort ist dann die Rede vom Geistigen Eigentum. Den man dürfe ja nicht einfach kopieren.

        Also ich sehe dieses Verhalten aber zu einem guten Teil als Antwort, bzw. einfach nur als Hilfestellung gegenüber den Firmen, ihren eigenen Urheberrechtsphilosophien, gerecht zu werden.

      2. Ich sehe darin ja auch nichts falsches. Nur muss man eben genauso denken wenn man von anderen nimmt.

        Der Satz mit dem Kopieren ist einfach ein einseitiges denken.

    3. Wo bitteschön wird denn das Angebot künstlich verknappt? Die Läden sind doch voller CDs und DVDs, man kann doch alles kaufen, was man haben möchte. Bei den Download-Portalen sieht es kein Stück anders aus.

      Klar ist die Vervielfältigung beim Download nahezu kostenlos (die Betriebskosten für den Server lassen wir jetzt mal gnädig unter den Tisch fallen), aber irgendjemand muss das downloadbare Material ja auch erstellt haben. Oh, stimmt, der kann ja von dem Ruhm leben, dass er viele Klicks hat, ich vergaß…

      Mann, Mann, selten soviel Dünnblubb auf einem Haufen gelesen. *kopfpatsch*

      1. Wirklich verknappt wird nicht unbedingt. Aber anscheinend habe ich einen so seltsamen Geschmack, dass ich bestimmte Alben weder in den hiesigen Medienmärkten noch in deutschen Online-Shops bekomme. Ich musste schon zahlreiche Alben aus dem Ausland besorgen (Italien, GB und USA).
        Und natürlich gibt es ziemlich viele CDs in den Läden. Jedoch hauptsächlich Mainstream-Alben.
        Viele Soundtrack-CDs sucht man manchmal vergeblich, weil OOP. Daher kommt man oft in Versuchung genau diese Alben illegal runterzuladen, obwohl ich immer bereit bin Geld dafür auszugeben.
        Aber ich halte mich aufgrund des Abmahnwahns im Zaum.

      2. Wo bitteschön wird denn das Angebot künstlich verknappt? Die Läden sind doch voller CDs und DVDs, man kann doch alles kaufen, was man haben möchte.

        Auch wenn ich es gar nicht soviel anders sehe: Der Teil des kommerziellen Musikvertriebs, den wir gerne als Musikindustrie bezeichnen, hat ein ganz natürliches Interesse daran, mit möglichst wenig Aufwand möglichlichst großen Gewinn zu machen.

        Das ist soweit schlicht ein Charakteristikum industrieller Produktion. Die Folge sehen und hören wir jeden Tag: Dudelfunk/Formatradio, DSDS, selbst im klassischen Handel mitunter eine Fokussierung auf Top40, wenn überhaupt. Entsprechend wird auch der Vertrieb (besser: die Promotion) ausgerichtet.

        Die gute Nachricht: Es muss uns als Konsumenten nicht mehr kümmern. Schließlich konnte man – gerade auch dank Internet – wohl noch nicht soviel unterschiedliche Musik hören bzw. kaufen, wie in den letzten 10 bis 15 Jahren.

        Die schlechte Nachricht: Das ist halt ein bisschen Arbeit. Man muss sich – wieder – ein umhören und suchen. Aber, ist das nicht gerade der Witz, wenn man Musik wirklich kennenlernen will?

        Für alles andere gibt es Dudelfunk – oder eben die Industrie, die einem ihre Auswahl aufdrängt. Und zwar über alle ihr zur Verfügung stehende Kanäle.

    4. @Tadeusz Szewczyk:

      Es ist ja völlig widersinnig für Downloads zu bezahlen die ja nichts kosten in der Vervielfältigung.

      Diese These teile ich nicht, denn irgendwie müssen ja auch Werke entstehen, die dann günstig vervielfältigt werden können. Wo man aber ansetzen müsste, sind einfachere Bezugsmöglichkeiten und eine andere Preispolitik. Warum soll ich für ein eBook genausoviel zahlen wie für ein gedrucktes Buch, wobei ich ersteres weder verleihen noch verkaufen kann? Warum kostet Musik online immer noch soviel, wenn in vielen anderen Bereichen wie Apps die Erfahrung gesammelt wird, dass ein niedrigerer Preis zu mehr Umsätzen führt?

      1. Das ist ein vom Stand der Gesellschaft her sinnvoller Ansatz.

        Allerdings gibt es zumindestens die Möglichkeit, dass es zu einer Evolution des Rechtsverständnisses kommt. Informationen besitzt man dadurch, dass man den Informationsträger besitzt. Eine Information, die zum Beispiel durch Verkauf verbreitet wurde, befindet sich also im wörtlichen Sinne im öffentlichen Besitz. Das, was Urheberrecht ausmacht, also ein virtuelles oder ideelles besitzartiges Recht an allen Kopien einer Information bricht den unmittelbaren materiellen Besitz an einer einzelnen Kopie der Information, der über den Besitz des Informationsträgers vermittelt wird. Das heißt ein konstruiertes abstraktes Besitzverhältnis verletzt das unmittelbare Eigentumsrecht. Das ist allermindestens für natürliche Personen eigenlich nicht hinnehmbar. Folgt man dieser Auffassung müsste die Auflösung eines solchen grundsrechtswidrigen Zustands Priorität vor der Schaffung von gesellschaftlichem Ausgleich haben. Ehrlich gesagt, vermute ich, dass egal wie das heute alles aussieht, beliebiges Kopieren irgendwann eine Art Menschenrecht wird.

      1. Aber da es ein ‚allgemeines Persönlichkeitsrecht‘ ist, sind Einschränkungen dieses Rechts (laut konkretem Text) nur in sehr engen Grenzen möglich.
        Konkret: Eine Ausnahme “ […] ist verfassungsrechtlich nur zulässig, wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen. Überragend wichtig sind Leib, Leben und Freiheit der Person oder solche Güter der Allgemeinheit, deren Bedrohung die Grundlagen oder den Bestand des Staates oder die Grundlagen der Existenz der Menschen berührt.“
        (siehe Gesetztes http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20080227_1bvr037007.html )
        Und in diesem Zusammenhang hier geht es wohl nicht darum, dass Rechte Dritter berührt werden, die mit „Leib, Leben und Freiheit einer [dritten] Person“ zu tun haben. Und es geht wohl auch nicht um „Güter der Allgemeinheit, deren Bedrohung die Grundlagen oder den Bestand des Staates oder die Grundlagen der Existenz der Menschen berührt“, die hier in Gefahr geraten.

  3. Die reden immer von Urheberecht… was ist mit meinen Daten die einfach weiter gegeben werden? Werden diese nur auf Verdacht raus gegeben oder wenn das Tatsächlich nachgewiesen ist?

    Dies würde sonst jedesmal eine „verleumdung“ darstellen.

    1. Laut einem Artikel in der c’t reicht mitlerweile der Verdacht aus. Was ebenfalls erwähnt wurde war das über 50% der zuordnung zwischen IP Nutzer falsch sind. Weiterhin wird die Zuordnung IP Nutzer nach einer anfrage gelöscht. Daher wenn du meinst die abfrage wäre nicht okay kannst du den Provider nicht nochmal bitten die Daten zu senden, da er keine hat. Ebenfalls erwähnt wurde das sich die Rechteinhaber bis zu drei Jahre? (genauen Zeitraum weiß ich nicht mehr) zeitnehmen können bis sie dir eine abmahnung schicken.

      1. 50%? interessant, in welcher Ausgabe der c’t, bzw. kennt jemand genauere Quellen?
        wenn es um false positives geht hat man mein Interesse geweckt.

      2. Wie ich sehe gibt es den Artikel auch Online einsehbar:

        http://www.heise.de/ct/artikel/Schwierige-Gegenwehr-1069835.html

        Was die Staatsanwaltschaft Köln dem Gericht mitteilte, wirft ein völlig neues Licht auf die angeblich so beweissichere Datenerhebung. Bei einigen Verfahren habe „die Quote der definitiv nicht zuzuordnenden IP-Adressen deutlich über 50 Prozent aller angezeigten Fälle gelegen, bei einem besonders eklatanten Anzeigenbeispiel habe die Fehlerquote sogar über 90 Prozent betragen.“ Das Gericht erklärt sich diese Fehlerquote mit „Zuordnungsproblemen durch Schwierigkeiten bei der Zeitnahme.“

      3. Die Passage bei Heise ist ein wenig missverständlich formuliert. Eine IP-Adresse ist zum Beispiel nicht zuzuordnen, wenn der Provider nicht speichert, an wen eine IP vergeben wurde. Das scheint hier aber nicht gemeint zu sein.

        Die 90% scheinen auf einen Systemfehler beim Logging zu deuten, das sind dann aber wohl „bedauerliche Einzelfälle“:

        Das Gericht erklärt sich diese Fehlerquote mit „Zuordnungsproblemen durch Schwierigkeiten bei der Zeitnahme.“

        Klingt schlicht nach einer verstellten Systemzeit. Verallgemeinern lässt sich das wohl nicht, was es für Betroffene natürlicht nicht besser macht.

  4. Der Begriff „Amahnindustrie“ geht mir genauso auf den Zeiger wie der Begriff „Abzocke“ bei Geschwindigkeitsmessungen im Straßenverkehr, auch Blitzabzocke genannt.

    Wo keine Verstöße, da keine Abzocke.

    Katja

    1. Es heißt aber nicht Abmahnabzocke. Abzocke beschreibt ja eher das man es für Unrechtsmäßig befindet. Abmahnindustrie besagt das hinter den Abmahnung mitlerweile eine Industrie existiert. Und die tut es ja nunmal wirklich. Rechtsanwälte die nichts anderes machen als Abmahnung zu versenden.

      Bei 3.6 Millionen anfragen pro Jahr wären das knapp zehn tausend abmahnungen pro Tag. Da kann man wohl ohne Probleme von einer Industrie sprechen.

      Und nebenbei ist beim Anfragen der Daten noch lange nicht bewiesen ob jemand wirklich schuldig ist, im Gegensatz beim Blitzen. Abmahnabzocke würde ich sogar auch gelten lassen da man sich fast überhaupt nicht dagegen wehren kann.

    1. Welche Opfer? Die Abfrage der Nutzerdaten kann sogar gemacht werden wenn die Schuld nicht erwiesen wird. Mit anderen Worten, ohne jeden Verdachtsmoment.
      Zudem werden Abmahnungen auch an Leute geschickt die keine Täter sind. Ausserdem gibts auch den Fall das Abmahnungen von Personen geschickt werden die überhaupt nicht Rechteinhaber sind.

      Die Personen die diese Abmahnungen schicken sind somit Täter und Betrüger.

  5. Uh, das ist einfach, Katja.
    Wenn ich zu schnell Auto fahre, gefährde ich damit andere Menschen. Durchaus also ein sinnvolles Gesetz.

    Wenn ich aber einen veralteten Geschäftszweig schädige, dessen Sinn und Grundlage nicht mehr existiert (=Bewerben der Künster und Herstellen von Datenträgern mit der Kunst) und der sich nur noch durch Lobbyarbeit am Leben erhält und sein Geschäftsmodell auf das Verklagen anderer Leute umgelegt hat…

    Der sich das Copyright so zurecht dreht, dass der eigentliche Sinn (nämlich die Förderung von Kreativität durch Garantie auf Entlohnung) völlig verloren geht und jetzt Leute in ihrer Kreativität durch Klagen behindert werden… (Stichwort Remixkultur ist nur eins von vielen.)

    Tja, also mit diesem Opfer hab ich kein Mitleid. Ich bin durchaus für Entlohnung der Künstler. Aber nicht über diese inzwischen sinnlos gewordene Branche namens Musikindustrie.

  6. Dann habe ich für Euch eine ganz klare Botschaft, die sich in einem Sprichwort wiederfindet, welches jedem bekannt sein dürfte:

    Wer nicht hören will, muß fühlen.

    Daher werden die Straftäter weiterhin zahlen, zahlen, zahlen.

    Und ich habe, ausnahmsweise, gar nichts dagegen. Ja, ich weiß, meine Meinung ist hier unpopulär, aber ich bin eben nicht zum Poppen hier.

    Katja

    1. Ojeoje, Straftäter…..

      Außerdem sind das keine Raubkopien. Das sind Backups, falls das Internet eines Tages mal ausgeknipst wird.

      Aber keine Sorge, ich mache nur Backups von CC-lizensierter Musik. Der Kommerz-Müll kann ruhig im Datengau hopps gehen.

    2. @ Katja
      Sie verwechseln hier schlicht Verdächtige mit Straftätern. Ein Fehler, der offenbar in letzter Zeit sehr in Mode ist. Und noch was: Nicht Sie sind hier die Richterin.

  7. Nachträgliche Info: Die Strafverfolger klinken sich zwischen Straftäterseiten und Provider ein. Und zwar mit Erlaubnis der Provider. Dann greifen sie die Daten ab. Daher gibt es diese geballten Ergebnisse und die zahlreichen Abfragen beim Provider bezüglich der Person hinter den IPs.

    Aus diesem Grund sollte mal jeder seinen beschissenen Blödschädel einschalten, bevor er auf die Seiten von Kriminellen geht. Ich jedenfalls KAUFE meine Musik! Heute zwei CDs gekauft, man möchte es nicht glauben –> im Laden, zu Fuß und in Echtzeit.

    Katja

    1. Jetzt bin ich doch interessiert, wie dieses „Einklinken“ technisch funktionieren soll. Nachdem du dich ja scheinbar perfekt mit dem Thema auskennst wäre ich über eine Beschreibung dieser Vorgehensweise sehr dankbar.

      Ausserdem kannst du uns sicher auch erläutern, nach welchen Massstäben du Webseiten als „Seiten von Kriminellen“ definierst?

    2. Oha, die Kommentare der Katja sind ja eine Fundgrube der Ahnungslosigkeit.

      Die „Strafverfolger“ sind in aller Regel keine Polizisten, sondern Rechtsanwälte, die im Auftrag des Rechteinhabers P2P Netze automatisiert nach Werken des Rechteinhabers durchsuchen. Bietet ein User eine Kopie eines solchen Werks zum Download an, werden Uhrzeit und IP-Adresse des Users notiert. Das hat also meist nichts mit „Seiten“ zu tun, in die sich jemand „einklinken“ würde.

      Gegen diese Praxis wäre grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber: Regelmäßig erwarten Rechtsanwälte, neben der legitimen Forderung nach Unterlassung, ein völlig überzogenes Honorar vom Beschuldigten. Diese Honorar steht nicht im Verhältnis zur Tat des Beschuldigten, der in aller Regel nie die Absicht hatte ein Werk kommerziell anzubieten, sondern es zu privaten Zwecken herunterladen wollte.

      Liebe Katja,
      ich bin der Ansicht, dass die Strafe im Verhältnis zum entstandenen Schaden stehen sollte. Wir können und wollen als Gesellschaft nicht ständig Exempel an jungen Menschen statuieren. Sondern viel mehr sollte es in unserem Interesse liegen, einem Menschen sein Fehlverhalten zu erklären, den tatsächlichen (nachweisbaren) Schaden zu begleichen und ggf. eine angemessene Strafe zu verhängen (vielleicht auch erst im Wiederholungsfall). Leider steht die Strafe in der Praxis aber selten bis nie in einem angemessenen Verhältnis zu Schuld und Schaden.

      Ich kaufe meine Musik auch. Aber nicht von Majors, weil die können mich. So geht man nicht mit unseren Kindern um…

  8. Warum gibt es eigentlich noch keine echte und gute Platform für den Selbsvertrieb von selbstproduzierter Musik. Man sieht ja auch bei den eBooks, dass sich zumindest in angelsächsischen Ländern Autoren von Verlagen erfolgreich emanziepeiren können. Und das auch mit großem finanziellem Erfolg. Das Beispiel aus dem Spiegel kennen ja sicher viele: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,748220,00.html

    Ich denke da muss es hin gehen. Nur so wird man sich von der Industrie emanzipieren können. Mit etwas Glück wird dann auch wieder die Qualität der Musik wichter für die Verkaufszahlen….

  9. Stimmt die Ueberschrift so?
    Zitat aus der Meldung:
    „…ermittelte, dass deutsche Internet Provider jeden Monat die Benutzerdaten zu 300.000 Internetverbindungen an die Rechteinhaber-Industrie geben…“

    Es steht nirgends, daß es 3,6 Millionen verschiedene Nutzer sind.

    Wenn vielleicht alle 5 Minuten alle momentanen Verbindungen/IP-Adressen zu einer Website geloggt werden, dann koennen auf EINEN realen Nutzer ingesamt sehr viele Verbindungsdaten kommen (bis der Film fertig runtergeladen ist). Außerdem: dynamische Adressen ändern sich schließlich auch.
    Ergo: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber…

  10. Ach Katja…

    Dein Spruch könnte auch von Mubarak stammen. „Wer nicht hören will muss fühlen.“ ist echt ein super Argument. Fang nur nie an den Sinn hinter Gesetzen zu erfragen. Wird ja schon alles richtig sein. Andere denken lassen ist ja auch so viel einfacher.

    Immerhin, du bist schon so fortschrittlich und kaufst keine Schallplatten mehr, sondern CDs. o_O Bravo wenn du jetzt noch raus kriegst, wie man legal Musik downloaded fängst du vielleicht irgendwann auch mal an zu hinterfragen, warum du jetzt der Musikindustrie 90% des Geldes für einen Titel in den Allerwertesten pustest und nur 10% an den Künstler gehen. Wo die Musikindustrie ja gar nix macht, außer die Server für die Downloadplattform zu stellen.

  11. Liebes Astroturfing-Sockenpüppchen „Katja“,

    das Laptop, auf dem ich hier tippe, hat gar kein Laufwerk für Silberscheiben mehr. Was soll ich denn mit Euren Silberscheiben machen, ich hab doch schon so viele Kaffeeuntersetzer?

    Wenn Ihr es nicht auf die Reihe kriegt, ein Angebot zu zeigen, das die Leute draussen wirklich kaufen möchten (so wie das Apple übrigens seit Jahren völlig problemlos auf die Reihe kriegt, Musik zu verkaufen), dann hat die freie Marktwirtschaft für Euch folgendes vorgesehen:

    Geht endlich sterben! Und wenns geht, leise und woanders.

    Euer massiver Missbrauch des Strafverfolgungsapparates, der schon alleine durch die pure Fallzahl glasklar aufgezeigt wird, mag Euch mittels Eurer Bestechungen der Politbonzen noch eine kurze Zeit lang retten; man hats ja auch kürzlich wieder live erleben dürfen auf der „CDU Medianight“, wie ein ausgewiesener Internet- und Urheberrechts-Experte, Herr Bernd Neumann, den von Euren Spindoktoren geschriebenen Text als seine eigene Rede verlesen hat.

    Auf Dauer hat das aber sowieso keine Zukunft. Die Leute wenden sich immer mehr von Politdarstellern ab, die eine solche Auffassung des „Volksvertretens“ haben. Man siehts doch an Wahlbeteiligung bis -ergebnissen.

    Also:

    Denkt Euch endlich wieder mal was aus, was die Leute kaufen wollen und nicht müssen! Oder geht endlich sterben, so wie es Unternehmen tun sollen, wenn sie keine für den Markt interessanten Angebote mehr bieten können.

    Viele Grüsse,
    insbesondere auch an Deine Auftraggeber,
    VB.

  12. Ich möchte auch mal was zu Katja sagen….

    Ich persönlich kaufe meine Musik im iTunes, geht einfach, schnell und ist Preiswert. Was ich im obigen Post meinte ist das einfach jeder Bürger under Generalverdacht steht und keiner wirklich weiß ob dieser auch wirklich schuld ist, da die Daten ja bereits schon bei einem VERDACHT übergeben werden.

    Sicherlich halte ich von P2P Sharing nicht viel, aber wie einige andere bereits sagten sollte die Musikindustrie sich dem 21 Jahrunhdert anpassen.

    Warum gibt es in Deutschland nicht sowas wie Spotify oder Netflix? Das sind beides dienste die Auserhalb Deutschlands wunderbar funktionieren und diese stehen im gegensatz zur Musikindustrie gut da und machen ihren Umsatz/Gewinn nicht so wie die Musikindustrie (wie immer von der Musikundistrie behauptet).

    Was soll ich denn bitteschön noch mit CD? Heute kann so gut wie jedes Radio USB/MP3 jeder PC Spielt das ab usw… CD’s sind bei mir schon seit 6 Jahren nicht mehr zu finden da diese einfach nur rumliegen und sich stapel…. Mit MP3’s kann ich mir eine eigene Kollektion auf dem Stick zusammenstellen und hören wie ich möchte.

    Aber bleib Du ruhig bei deinen CD`s!

    mfg pyte

  13. Jupp, da sind sie wieder. Volker Birk nennt mich ein „Astroturfing-Sockenpüppchen“.

    Geht ein Mädel hin, schreibt ihre Meinung, schon landet sie in Schubladen, wird von wem auch immer bezahlt, ist Werkzeug von wem auch immer und soll überhaupt die Schnauze halten.

    Tja, Kerls, das macht Katja aber nicht. Sie läßt sich nicht „beschubladen“.

    Ich werde gar nicht bezahlt, sondern schreibe meine Meinung zu Euch kleinen Dauersaugern, welche hoffentlich vor Gericht landen. Kriminelle sind bei mir unten durch, egal aus welchem angeblichen „hochnotpeinlichem“ Anspruch. Ich schreibe es gerne nochmal: Ihr werdet zahlen. Wie schön für die Anwälte, die ein Geschäft machen, welches nicht vorhanden wäre, wenn es die Straftäter nicht gäbe. Zahlen, zahlen und zahlen. Und da spreche ich für meine Zunft: Noch mehr muß es sein. Abmahnen ohne Ende. Vollständig abgreifen!

    Wie erstklassig, wieder mal alles und jeden gegen sich zu haben.
    Ich bin das gewohnt und genieße es. Ich freue mich!

    Ihr Lieben! :-D

    1. Wie erstklassig, wieder mal alles und jeden gegen sich zu haben. Ich bin das gewohnt und genieße es. Ich freue mich!

      Vielleicht brauchst einfach nur mal ein Freund! Wir haben dich doch alle Lieb! ;)

    2. Soweit mir das bekannt ist, sind Raubkopierer im juristischen Sinne keine Verbrecher, wie uns die Propagandha-Filmchen der Industrie uns immer wieder einzutrichtern versuchen. Es handelt sich hierbei um ein Vergehen und keine Straftat.

  14. Wow, der erste weibliche Trollversuch den ich so bewusst erlebe. Und ich glaube auch nur, dass das Pseudonym katja weiblich ist, weil der Trollversuch so schlecht ist.
    Ein gelungenes Bsp. warum so wenig Frauen in Vorstandsetagen sind. Die wenigen die sich auf Männer-dominierten Gebieten vor wagen haben’s einfach nicht drauf.

    PS: Wer Verallgemeinerungen und Vorurteile findet darf sie behalten!

  15. Nein, kein Trollversuch!

    Mein Name ist Katja, und Ihr kleinen Pimmel werdet ganz vorsichtig, wenn ich online bin. Ich lasse mich von Euch kleinen Dauersaugern nicht in den Hintern treten.

    Wir werden noch viel Spaß zusammen haben.

    Katja

  16. Ich bin bei der Urheberrechtsgeschichte usw. gespalten.
    Zum Einen akzeptiere ich wenn jemand ein Recht an einem Werk hat. Ich würde auch das meine Rechte beachtet werden.

    Andereseits wird die Geschichte von der Industrie aufgebauscht. Die könnten doch gleich alles ins filesharing stellen und dann jeden verklagen anstatt noch CDs oder mp3s zu verkaufen.

    Einer Kulturflatrate stehe ich auch gespalten gegenüber. es ist ähnlich wie mit der GEZ. Warum soll ich für etwas bezahlen das ich evtl. nicht konsumiere? beim Staatsfernsehen oder -rundfunk kann ich noch die Produktionsleistung der Sender usw. erkennen. Aber allgemein Kultur? brauchen wir schon einen Kohlepfennig oder Almosen für Kultur? Außerdem entsteht doch wieder eine Umverteilungsindustrie.

    Die Verwertungsindustrie in der Form wie sie seit Jahrzehnten existiert ist nicht die optimale Lösung für das Internet. Eine direktere Bindung zwischen Produzenten (Komponist etc.) und Verbraucher (was auch Remixer usw. einschließt) muss entstehen. Nie waren die Chancen dafür besser.
    Die Staaten sollte hier entsprechende Gesetze schaffen und nicht einen übertriebene Protektionismus aufbauen. Eins steht fest eine Industrie, die ihre Kunden in Massen als potenzielle Kriminelle ansieht darf auf Dauer nicht funktionieren.

    Es ist daher richtig, dass Provider keine Hilfspolizisten werden wollen (bzw. ihre Kunden schützen wollen). Wobei die wahrscheinlich einfach ihre Kosten im Blick haben.

    1. was ich vergesen habe: Vielleicht hört der Quatsch mit abgaben auf CDs, Laufwerke usw. dann auf. Oder wird Papier mit einer Abgabe belastet weil ich Noten draufschrieben könnte und Standbilder nachzeichnen kann?

      Das ist meine Hoffnung. Die Politk muss lernen Pro-Aktive Gesetze zu machen.

  17. T(r)oll Katja,

    deine sachliche Herangehensweise an das Thema fasziniert mich. Deine soliden, mit Quellen unterlegten Argumente werden hier sicher vielfach Gehör finden und manchen in seiner Meinung umstimmen.

    Klar erkennt man aus deinen Beiträgen wohin und warum du argumentierst. Das Ziel immer klar vor Augen, gehst du freundlich auf die Argumente anderer Leute ein. Erörterst warum du sie nicht teilst und bist sogar in der Lage eigene Fehler ein zu gestehen. So eine Diskussionskultur wünscht man sich doch. Zumindest lebt sie einem die BILD-Zeitung (z.B.) vor.

    PS. Für die Zukunft: Der Witz des Trollens ist, dass die Leute nicht merken wenn man sie trollt. Daher solltest du es mit den Klischees nicht zu sehr übertreiben.

  18. der letzte Katjapost war jetzt aber ein wenig zu offensichtlich. Vorher hätte man es ja fast noch glauben können. Naja, bis dahin wars unterhaltsam ;)

  19. [Anmerkung von Markus: Ich lösch jetzt mal alles neue, was von Katja und ihren diversen anderen multiüplen Persönlichkeiten kommt, weil mir das Rumgetrolle auf den Geist geht und teilweise diskriminierende Äußerungen dabei waren. Der Troll taucht regelmäßig unter wechselnden Namen hier auf, Katja ist nur das aktuelle Pseudonym]

  20. Ich will jetzt mal was allgemeines schreiben. ich bin auch nur ein normaler user, ein ahnungsloser, kein experte auf jedem gebiet, daher erwarte ich keine zustimmung. ich weiß, dass ich nicht weiß.

    Ich habe einmal das zitat gehört: „Eine Meinung hat man nicht einfach, die muss man sich verdienen.“ (oder ähnlich)

    Natürlich ist dem nicht so. Jeder hat zu irgendetwas eine meinung. Mal fundiert, mal nicht (dann ist es eher ein Vorurteil).
    Es wäre toll wenn jeder sich und seine Meinung überprüft, regelmäßig. nicht nur kurz drüber nachdenken, sondern richtig durchleuchtet und mal belastet.

    Zum glück befinden wir uns in einer zeit in der jeder produzent von inhalten werden kann die sofort fast jedem menschen auf der welt zur verfügung stehen.
    Leider können wir auch alles sofort kommentieren und diese kommentare jedem zugänglich machen. für meinungsaustausch und meinungsbildung ist das wichtig.
    die neue freiheit (freiheit des unverzüglichen und der uneingeschränkten erreichbarkeit?) hat natürlich eine kehrseite: es gibt leute die sich eine freude machen permanent zu provozieren (sporadisch finde ich das manchmal sogar positiv – aber nicht permanent). leider ist das ein zeichen von unhöflichkeit, einer schlechten diskussionskultur und und manchmal von dummheit.

    ich will nichts zensieren, keine kommentare verbieten o.ä. ich kann nur hoffen, dass kommentatoren die es ernst meinen und die ihre argumente und meinungen auch mal überprüft haben, die oberhand behalten. ansonsten geht einfach zu viel zeit mit unnützem zeug verloren (ist das diebstahl?).

  21. @Katja: Auch wenn das arg nach Trollerei riecht, ein Aspekt ist in der Diskussion untergangen: Es trifft nicht wenige Unschuldige, also Leute, die gar nicht begangen haben, was ihnen vorgeworfen wird. Es kann theoretisch jeden treffen, dem von seinem ISP eine variable IP-Adresse zugewiesen wird.

    Zur Beweislast: Eine anwaltliche Abmahnung kann auch aus völlig substanzlosen „Informationen“ bestehen, als „Beweis“ galt in der Vergangenheit schon so etwas in der Art (leider soll es nicht wenige Richter geben, die sich von sowas immer noch täuschen lassen).

    Und nun wehr dich mal gegen so ’nen impertinenten Advokaten, der hinlänglich routiniert im AbzockenAbmahngeschäft ist …

  22. Ich (und viele andere) zahle mehr als 15€ jedes Monat für Duckload und Megavideo premium account. Die Zahlungsbereitschaft ist also da. Ich würde leibend gern! 15€-20€/Monat zahlen um Filme im Internet zu streamen. Aber dann bitte:
    – Zeitgleich zu den USA!
    – Original, syncronisiert und/oder mit Untertiteln
    – Alle Filme, Dokus und Serien

    Warum wollt Ihr mein Geld nicht??? Warum?

    1. Nunja, einen Film zu syncronisieren, und das ist zumindest für den deutschen Markt erforderlich, dauert nun einmal ein paar Wochen.

      Ihn solange im Heimatmarkt zurückzuhalten, ist für ein Studio ziemlich unsinnig. Zudem kann man die Zeit nutzen, um mit dem Erfolg des Films in den USA in Europa für den Kinostart zu werben.

      Und ehrlich gesagt, es ist ein Film bzw. eine Serie. Ob die 3 Monate früher oder später sieht, ist doch nicht wirklich ein Problem, oder?

      Warum man dann nicht wenigstens die US-Fassung freischaltet? Nun, vermutlich, weil es sich um unterschiedliche Märkte/Lizenznehmer handelt, die sich nicht kannibalisieren sollen.

      1. stimmt so nicht, Filme werden nach der Produktion nicht sofort veröffentlicht. erst wird nach passenden Terminen und Konflikten mit anderen Veröffentlichungen geschaut.
        siehe Weihnachtsprogramm, den letzten Harry Potter und und und..

      2. Bei Lost hat das geklappt, ich war kurz davor, die im iTunes-Store zu kaufen, statt per p2p zu holen. Untertitel weiss ich nicht, aber jedenfalls Ton deutsch und englisch, aktuelle Folge 1 Tg. nach der Ausstrahlung in den USA, soweit ich mich erinnern kann. War mir dann mit ich meine etwa Eur 46 für normale Auflösung zu teuer, vor allem weil ich da noch vorhatte, die komplette Box zu kaufen (Blu-ray, habe ich noch nicht gekauft). Herr der Ringe und m.E. auch Matrix kamen gleichzeitig weltweit ins Kino, später ebenso die DVD und jetzt die Blu-ray komplette Boxen, ext. Edt. auch (Ende Juni, in UK etwas billiger).
        Es geht also, auch mit Synchronisation. Ohne Synchronisation geht Hulu, über VPN, aber Hulu Plus geht nicht, weil die sich bei der Bezahlung sperren, die nehmen nur US-Kreditkarten/Zahlungsmittel.

  23. Also Ich finde deb ganzen Abmahnwahnsinn genauso kriminell wie das illegale Downloaden. Ich hab mir noch nichts illegal runtergeladen, wenn Ich einen Film sehen möchte dann kauf Ich ihn mir, wenn ich ein Lied haben will, dann kauf Ich es mir. Wieviele Künstler sind an den Downloadern schon kaputt gegangen? Leider zu viele!
    Jeder hat das Recht für seine Arbeit bezahlt zu werden, oder geht Ihr etwa umsonst arbeiten?

    Gruß

    1. Wieviele Künstler sind an den Downloadern schon kaputt gegangen? Leider zu viele!

      Beispiele bitte! Solchen Aussagen glaube ich erst einmal gar nicht.

      Ich hab da mal was aus meinen Youtube-Favoriten ausgegraben:
      Neil Gaiman on Copyright Piracy and the Web
      Ich behaupte mal, wenn das bei Büchern funktioniert, geht das auch bei Musik. Natürlich wird es Künstler geben, die mit neuen Modellen nicht klar kommen werden. Aber es gibt durchaus auch Künstler, die trotz nicht autorisierten Kopien gut leben können werden. Die machen ihr Geld dann eben mit Konzerten und den bezahlten Downloads auf ihrer Website.

      Das Hauptproblem, dass die Musikindustrie im Moment hat, ist, dass den Leuten klar geworden ist, dass der jeweilige Künstler von den Kosten für die CD kaum etwas abbekommt. (Hatte da jetzt eine schöne Grafik gefunden – ist irgendwo im Browserverlauf verloren gegangen). Wenn ich die Musik direkt beim Künstler herunterladen kann und weiß, dass ich ihm damit etwas gutes tue (weil er die kompletten Einnahmen behält), ziehe ich das „illegalen“ Downloads auf jeden Fall vor (und ich denke, mehr als genug Leute sind der gleichen Meinung). Aber die Möglichkeit fehlt eben häufig noch.

      1. Hm, die Grafik, die ich im Kopf hatte, sah etwas anders aus: eine CD, auf der dann als Tortendiagramm die Anteile der jeweiligen Beteiligten abgetragen waren. Da war der Anteil für den Künstler dann ziemlich gering. Ich vermute aber dann mal (aufgrund der verlinkten Zahlen und der Tatsache, dass diese von einem Musiker kommen), dass das eine Anti-Musikindustrie-Grafik war.

        Dann stehe ich ja doch nicht so schlecht mit meiner Variante, auch weiterhin CDs zu kaufen oder direkt beim Künstler (sofern angeboten) herunterzuladen.

  24. Übrigens noch zum Thema Abmahnungen & Co.: Exempel statuieren finde ich persönlich rechtsphilosophisch irgendwie so 1933. Ich meine wegen der Gleichheit vor dem Gesetz und so; Ihr wisst schon.

  25. Ich glaube nicht, dass die Zahl der online Piraterie zurück ging. Da gibt es ja noch bekanntlich die Dunkelziffer, quasi die „profis“, die eben wissen, wie man Sachen aus dem Internet herunterlädt um nicht erwischt zu werden.

    Kino.to und co zählt doch auch dazu oder?

  26. Heute machen die Jubelperser der ContentmafiaPR-Schreiberlinge der Rechteverwertungszunft wohl Überstunden …
    @Markus et al.: Gibt’s Neuigkeiten zur IP-Range der Trolle?

  27. Also mir kommt die Zahl etwas hoch vor.
    Das wären jedes Jahr über 4% der Gesamtbevölkerung.
    Wenn man dann noch bedenkt dass pro Anschluss mehr als eine Person hängt.. dann wäre man ja locker bei 10%

  28. Ich bin kein Jurist, aber ich kann mir nicht vorstellen daß mit dem „Auskunftparagraphen“ (§ 101 UrhG ) ein willkürliches, ungeprüftes Durchwinken gemeint sein soll.
    Zumal man im § 101 Absatz 10 UrhG folgendes nachlesen kann:

    (10) Durch Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 9 wird das Grundrecht des Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 des Grundgesetzes) eingeschränkt.

    Wenn man bedenkt, daß dieser Absatz dort wegen Art. 19, GG steht dann ist für mich das Prozedere ein absoluter Skandal!
    Ich persönlich gehe sogar soweit und behaupte, daß es sich um einen der größten Justizskandale der Nachkriegszeit handelt!

    In diesem Sinne, Baxter

  29. Der „Abmahnwahn“ basiert auf dem Geschäftsmodell „TURN PIRACY INTO PROFIT“.
    Irgendwelche sog. „anti-piracy“-Klitschen arbeiten dabei mit einer Anwaltkanzlei zusammen und gehen dann munter Klinken putzen. D.h. einen willigen Lizenzgeber suchen, dem „keinerlei Kosten entstehen“. Dem Abgemahnten wird allerdings etwas anderes vorgegaukelt…

    Für mich persönlich stellt das übrigens einen Betrug dar!

    Da ich allerdings Laie auf dem Gebiet bin, würde ich mich sehr freuen wenn sich vielleicht jemand folgendes ‚mal ansehen würde. Und zwar hatte ich ‚mal versucht anhand eines konkreten Beispiels Betrug und Steuerhinterziehung zu beweisen. Siehe http://abmahnwahn-dreipage.de/forum/viewtopic.php?p=10080#p10080

    Ergänzendes Infomaterial, welches m.E. aufzeigt wer hier eigentlich die Straftäter sind, findet man konsollidiert z.B. hier:
    http://www.abmahnwahn-dreipage.de/forum/viewtopic.php?f=17&t=118
    Oder/und hier:
    http://board.gulli.com/thread/792853-abmahn-laberthread/?p=13609424&viewfull=1#post13609424

    Kurzum: Der Spieß gehört eigentlich umgedreht – die eigentlichen „Verbrecher“ sitzen m.M.n. auf der anderen Seite.

    Zudem (!): Die Möglichkeit, Daten dezentral (!) zu übertragen (z.B. mittels p2p) ist eine absolut schützenswerte Methode (Stichwort: Zensur). Darüber hinaus ist die Übertragung von Daten sowieso ein elementares Prinzip des INTERconnected NETworks. Genau, wie auch das sog. End-to-End-Prinzip!

    Denkt ‚mal drüber nach…

    Nebenbei, zu Katjas dämlichen „Blitzer“-Vergleich: Wir sprechen bei der Erhebung von Verkehrsdaten (IP-Adresse, timestamp, Datei also Inhalt etc.) davon, daß diese Daten von irgendwelchen privaten Briefkastenfirmen (Logistep, Digitracing, Zarei et al) erhoben werden, welche dafür bezahlt werden – also eine kommerzielle Erhebung von Verkehrsdaten! Der ISP, der dann (irgend-)eine IP-Adresse (irgend-)einem Anschlußinhaber zuordnet kann weder die erhobenen Daten validieren und erst recht nicht verifizieren! Der ISP speichert keine Inhalte, weswegen dieser auch keinerlei Aussage darüber trifft bzw. treffen kann ob die vorgeworfene „Tat“ über den besagten Anschluß geschehen konnte.
    DAS, also diesen Umstand vergessen/ignorieren/übersehen leider sehr viele (auufallend viele)!

    Tschüß, Baxter

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