Kultur

Institut für Internet und Gesellschaft

In Berlin wurde heute das mit 4,5 Millionen Euro Startkapital von Google finanzierte „Institut für Internet und Gesellschaft” vorgestellt. Das Forschungsinstitut will sich „der transdisziplinären Forschung zu Fragen des Internets und der Informationsgesellschaft widmen“.


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Aus der Selbstbeschreibung:

Getragen von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität der Künste in Berlin sowie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und in Zusammenarbeit mit dem Hans-Bredow-Institut in Hamburg will das sich in Gründung befindende Forschungsinstitut führende Wissenschaftler sowie Akteure aus allen Sparten der Gesellschaft zusammenbringen, um Fragen in den Bereichen Internet Innovation, Internet Regulierung, Informations- und Medienrecht sowie Fragen des Verfassungsrechts im Internet zu erörtern und zu erforschen.

Vier Gründungsdirektoren hat das Institut:

Mit Prof. Ingolf Pernice (HU), Prof. Thomas Schildhauer (UdK) und Dr. Jeanette Hofmann (WZB) stellen die drei Institutionen jeweils einen Direktor. Hinzu kommt Dr. Wolfgang Schulz vom Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung (HBI), das als Kooperationspartner von Anfang an beteiligt ist. Vier Themengebiete werden erforscht: Innovation (Schildhauer), Internet Politik (Hofmann), Rechtsphilosophie und Verfassungsrecht (Pernice) sowie Media Governance (Schulz).

Philip Banse verweist in seinem Blog darauf, dass die Mitgründung durch Google ein „Armutszeugnis“ für den deutschen Wissenschaftsstandort ist,der offensichtlich das Thema Internet&Gesellschaft bisher verschlafen hat.

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8 Kommentare
  1. Das Unternehmen sowas finanzieren ist nun wahrlich nichts ungewöhnliches. Das es ein Armutszeugniss ist, ja klar stimmt. Aber was besonderes? Nein. Man denke allein an das Kölner EWI, das von der Atomlobby bezahlt wird. Oder die zahlreichen Lehrstühle, wo Auto oder Windindustrie hinter stecken, damit sie sicherstellen können, ordentliche Ingenieure zu bekommen. Das ist wahrlich nichts Internetspezifisches. Eigentlich ist die Indsutrie nur spät drann, die staatliche Forschung in Deutschland ist schon seit Jahren pleite.

  2. Besser als wenn Facebook & Apple zahlen. SCNR.

    Das hier würde bei den oben erwähnten Firmen bestimmt anders klingen:

    https://sites.google.com/a/internetundgesellschaft.de/betasite/das-institut/mission-statement

    „Das Institut soll Forschung betreiben und den Dialog befördern. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Themen (1) internet-basierte Innovation, (2) Internet policy sowie (3) rechtliche Fragen. Ziel des Instituts ist es, die vom Internet ausgehenden Veränderungen der Gesellschaft besser zu verstehen und allen Gruppen die Mitgestaltung der digitalen, vernetzten Zukunft zu ermöglichen. “

    Ich kenne schlimmere Unis mit schlimmeren Aufträgen und schlimmeren Leuten … Leider war, dass man sowas jetzt schon besser finden muss als die ganzen kaputten Unis die ihren Daten gleich mit NDA durchreichen. Stichworte: Robotik, Nano, Medizin oder Gene.

  3. 4,5 Mio „Anschubfinanzierung“? Wo lebt ihr? Das ist schon eine größere Nummer, und vor allem die Kombination der Lehrstühle wirkt sehr sinnig.

    Forschung und Industrie, nun das Prinzip ist ja immer, dass durch die Industrie auch einige neue Methoden und Gedanken hereingetragen werden. Schlecht wird es erst, wenn Lehrstühle für Public Affairs eingespannt werden.

  4. In der Berliner Gazette ist heute ein ausführlicher Kommentar zu der Neugründung erschienen, der auch bisherige Kritik analysiert:

    Titel: „Projektionsfläche für Romantiker: Googles “Institut für Internet und Gesellschaft” eröffnet in Berlin“

    Teaser:

    Das von Google gesponserte “Institut für Internet und Gesellschaft” weckt Sehnsüchte. Und zwar danach, die Welt, die im Zuge der Digitalisierung in teils schwindelerregende Bewegung geraten ist, wieder übersichtlich zu ordnen. Am liebsten nach alten Mustern! Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki fragt: Wie können wir diese romantischen Sehnsüchte überwinden? Und er denkt über jene Fragen nach, die – mit Blick auf die Neugründung des Instituts – von Bedeutung sind.

    Titel der Sinnabschnitte:

    1. Neue Welt, neue Ordnung?
    2. Abhängigkeiten: Jenseits von absoluter Reinheit
    3. Die Weltlage ist unbequemer als gedacht
    4. Zivilgesellschaft und Wissenschaft im Dialog?

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