Kultur

Bewegendes: Mein erster Rant (überhaupt!)

Vorwort: Mir ist klar, dass ich mich mit der Veröffentlichung des folgenden Rants nicht sonderlich beliebt machen werde. Er ist unausgewogen, launisch, unvollständig (Ergänzungen bitte in die Kommentare!), in höchstem Maße subjektiv und zu lang ist der Text auch noch (Ursprünglich war er als kurzer Kommentar für das Blog von Thomas Stadler gedacht).


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Gerade den jüngeren unter den Netzpolitik.org-Lesern wird es zudem vorkommen, als wenn Oppa vom Kriech erzählt und eigentlich ist es auch genau das. Warum ich ihn trotzdem veröffentliche? Weil ich ein Hipster bin Für Google und weil ich glaube, dass es notwendig ist, mal ein wenig zurückzuschauen. So ein Blick zurück schärft evtl. ja auch den nach vorn.

Vor allem aber, weil ich es reichlich merkwürdig finde, wie derzeit die netzpolitischen Erfolge der letzten Monate von einzelnen Parteien & Akteuren vereinahmt werden. Ich halte das nicht nur für dreist und unangemessen, sondern mit Blick auf die Zukunft auch für wenig zielführend. Erfolg werden wir, die netzpolitische Zivilgesellschaft (sachpolitische befreundete Parteimitglieder dürfen sich hinzuzählen), trotz zum Teil abweichender Ansichten in Detailfragen und div. Antipathien untereinander, nämlich nur gemeinsam haben (Mathias Richel scheint das ähnlich zu sehen, er schreibt es nur anders).

Schauen wir uns die letzten 15 Jahre an. Fakt ist, dass es neben Fitug und dem FoeBuD (1987 gegründet!) lange nichts gab (HU, FifF und letztendlich auch EDRi sind – nun – akademische Sonderfälle). Der 1996 gegründete Fitug e.V. war zwar ein feiner Debattierclub, wo zeitweise so gut wie die gesamte deutsche Netzelite Netzkompetenz versammelt war, hatte aber leider nie eine nennenswerte Aussenwirkung (Nein, Heise Online ist da leider nicht genug, vgl. Sascha Lobos Rant auf der #rp11).

Thomas Stadler war damals bereits parallel bei „Freedom for Links“ aktiv und hat sich mit Gravenreuth rumgeschlagen. Soweit das letzte Jahrtausend im Kurzdurchlauf (Ja, xs4all, Indymedia und die Debatte um das Compuserve-Urteil 1999 hätte man evtl. auch noch erwähnen können).

Nachtrag: Schande über mich, ich habe den FFII (Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e. V.) vergessen. Der FFII hat sich ab 1999 insbesondere gegen Softwarepatente stark gemacht und war bis etwa 2005 ziemlich präsent. Ich kannte die FFII-Debatten vor allem von der Fitug-Liste. Vielleicht habe ich daher verdrängt, dass der FFII eigentlich ja ein eigener Verein mit vielen tausend Unterstützern war. Details gibt es in der Wikipedia und auf der Webseite der deutschsprachigen Sektion des FFII/Nachtrag

Zeitsprung: 2001 kam Regierungspräsident Büssow in NRW mit seinen Sperrverfügungen und es in mehr oder weniger direker Folge zur (Um-)Gründung von odem.org durch Alvar Freude (Alvar, Dragan Espenschied und Andreas Milles kannten sich schon länger, ich wurde auf der Fitug-Mailingliste eingesammelt).

Die Vorgängerprojekte von Alvar und Dragan würde ich eher im Netzkunstbereich ansiedeln, auch wenn es bei „Active Link“ bzw. „//On.line-Demonstration\\“ natürlich auch schon um digitale Bürgerrechte ging. Die komplette Geschichte der frühen odem.org-Projekte hat Thomas Dreher vor Jahren einmal ziemlich kompetent aufgeschrieben.

Auf Seiten des CCC waren damals vor allem einzelne Mitglieder aus Düsseldorf und Köln aktiv, von den Berlinern, ich versuche es freundlich zu formulieren, eher nicht so. Einer der D’dorfer CCCler meinte damals bei einem Termin der BezReg zu mir „ich glaube, das ist so eine fraktion im ccc […], die lieber in ner linux user group waeren als in nem informationsfreiheitsverein“. Irgendwann zu dieser Zeit war AMM auch Zivilgesellschaftler bei der ICANN.

Moment, habe ich Stop1984 vergessen? Stop1984 hat – mehr oder weniger als Ausgründung aus Heiseforum – ab 2001 einiges bewegt (Bettina „Twister“ Winsemann schreibt noch heute hin und wieder für Telepolis). Das von bzw. aus dem Umfeld von Stop1984 betriebene „Trollforum“ z.B. war lange Jahre vor #zensursula die Anlaufstelle für Debatten über den Kampf gegen Missbrauchsdarstellungen im Internet und selbsternannte Kinderschützer. Kann man sagen, dass Stop1984 ein Vorläufer des AK Vorrat war? Naja, die Richtung halbwegs.

Nächster Stopp für die „digitale Bürgerbewegung“ war ab ~2002 der „Weltgipfel zur Informationsgesellschaft“ (2003 Vorgipfel in Genf, 2005 das Finale in Tunis!). Schade, „wsis-koordinierungskreis.de“ ist offline (wurde übrigens auch von Alvar betreut). Im Vor- bzw. Umfeld des WSIS hat Markus mit Netzpolitik.org begonnen. Auch andere fanden dort ihre Berufung (Gab es nicht damals schon eine dezente Beisserei um die Tickets für die dt. Delegation?): WSIS, nicht nur Netz-, sondern Weltnetzpolitik! Heute, gerade 6 Jahre später, ist das alles wieder weitgehend vergessen. Ausser bei denen, die damals gerettet werden sollten, vermute ich (die retten sich bekanntlich gerade selber, z.B. in Nordafrika!).

2005 wurde dann auf dem Chaos-Congress 22C3 der AK Vorrat gegründet. Mit Wolfgang Schäuble als Innenminister, bzw. dem Mem „Stasi 2.0“, gab es damals ein klares Feindbild. Insbesondere mit dem beiden Großdemos „Freiheit statt Angst“ 2007 und 2008 in Berlin hat der AK Vorrat netzpolitisch Geschichte geschrieben. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden, obwohl der AK Vorrat in Zeiten von VDS, SWIFT und Co natürlich weiterhin eine wichtige Aufgabe hat.

Irgendwann in der Zwischenzeit hat man dann auch beim CCC (Berlin) das Arbeitsfeld „digitale Bürgerrechte“ wiederentdeckt. Vielleicht ist alles ein großes Missverständnis, aber ich mache das ja gerne an Constanzes Arbeit und der (ersten) SIGINT 2009 in Köln fest. Die floralen Elemente eher weichen Themen der SIGINT standen anfangs jedenfalls noch deutlich in Kontrast zur harten Hacker-Realität auf dem Kongress in Berlin (Man beachte in diesem Zusammenhang auch Fefes Kommentar zur damals bereits dritten(!) re-publica). Das hat sich mit dem 26c3 (2009) und 27c3 (2010) erfreulicherweise geändert.

Die Piraten gibt es in Deutschland offiziell bereits seit 2006. In den Fokus einer etwas breiteren Öffentlichkeit gerieten sie dank #zensursula (nach meiner Erinnerung knapp nach bzw. in Folge von Franziska Heines Petition, also etwa ab Sommer 2009).

Wenn wir über einen Erfolg der „digitalen Bürgerbewegung“ reden, haben wir den vor allem auch den Piraten zu verdanken. Einfach schon, weil die Piraten eine wahnwitzig aufwändige Arbeit in der Fläche geleistet haben. Das war einfach etwas, was „digitale Bürgerrechtler“ bisher so auch nicht mit medialer Unterstützung leisten konnten. Danke liebe Piraten! Danke auch an die Jusos, Julis und an die Grüne Jugend. Auch eurem Einsatz ist es zu verdanken, dass unsere Themen in euren Parteien angekommen sind (Gerüchten nach inzwischen sogar bei der Union ,).

Den AK Zensur gibt es tatsächlich erst seit 2009. Natürlich ist er nicht aus dem luftleeren Raum entstanden und hat in den vergangenen beiden Jahren sicher auch einiges bewegt, aber man doch bitte nicht vergessen, dass es die Petition von Franziska war, die letztendlich 130.000 Menschen mobilisiert hat. Der Rest war vor allem Handwerk, wichtig, aber nichts für die Massen.

Franziska und die Petition hatten mit dem AK Zensur zunächst nichts zu tun (Die Mailingliste des AKZ diskutierte noch über den Wortlaut einer möglichen Petition, als man bei SpOn bereits von Franziskas Erfolg lesen konnte..). Auch gab es in Franziskas Umfeld Vorbehalte (Vereinnahmung und so) gegen eine Zusammenarbeit, später dann eine Art teilharmonische Zweck-WG, bereits seit geraumer Zeit geht man wieder getrennte Wege. Dito Christian von Mogis, der auch schon seit gut einem Jahr wieder sein eigenes Ding macht. Ist der CCC beim AKZ eigentlich auch offiziell draussen? Mmh, scheint so. Egal.

We’ve come a long way Habe ich wen vergessen? Falls ja: sorry.

Vor allem aber: Können wir nun bitte _zusammen_ sinnvolle Dinge tun, oder wollt ihr euch erst noch ein bisschen um die Plätze an den politischen Katzentischen streiten?

153 Kommentare
  1. Sehr schön. Aber wen sprichst du da jetzt konkret an? Die Journalisten, die so tun, als habe es bis jetzt keine Netzlobby gegeben, oder die „dukummsthiernedrein“-Digiges (Stichwort „_zusammen_“)?

    1. Alle, die gegen- statt miteinander arbeiten. Ich mein‘, wir halten uns für unglaublich schlaue Leute. Informationselite, mindestens, keine Internetausdrucker und DAUs. Warum benehmen wir uns dann nicht auch so?

      Mit der Digiges hat das wenig zu tun, da kann und möchte ich noch nichts zu sagen. Allerdings kann man am Beispiel der Digiges sehr schön beobachten, wie – ich unterstelle Futterneid – die Masken fallen. Das finde ich doch recht peinlich und bitter.

      Aus journalistischer Sicht ist Netzpolitik immer noch eine Freakshow oder was, was als buntes Tupferl im Auslandjournal laufen könnte. Wenn wir weiter wir eifersüchtige Gockel aufeinander einhacken, wird sich das nicht ändern.

      1. Wer sich selbst als Elite bezeichnet oder wer glaubt, zur Elite zu gehören, sollte mit ganz großem Misstrauen begegnet werden. Von daher finde ich deinen Rant großartig, und einmal mehr wird mir bewusst, wie alt wir doch schon sind. Einige unserer damaligen Usenet-Freunde dürfen sich schon Silver Surfer nennen ;-)

        -Tim

      2. @Tim: Ich sehe mich nicht als Teil einer Elite. Tatsächlich bin ich es, ebenso wie du und alle anderen hier, aber alleine von der Begrifflichkeit schon deshalb, weil wir auf einer bestimmten Seite des digitalen Grabens stehen und das Internet aktiv nutzen. Dass ist aber nichts, wodurch ich mich abgrenzen will. Im Gegenteil, ich sehe da eher eine Verpflichtung, den anderen über den Graben zu helfen.

        @ElBarto: Das war übrigens Kritik an der Haltung, Menschen, die sich über nicht oder nicht so intensiv mit dem Internet beschäftigen, als „Interausdruckern“ u.ä. zu diffamieren.

        Von mir wirst du sowas nicht hören. Die, die sich über solche Begriffe abgrenzen, scheinen sich aber offenbar als Teil einer Elite zu sehen.

      3. @Jörg-Olaf: Dich hatte ich doch gar nicht gemeint. Ich bezog das auf deine Formulierung:

        Informationselite, mindestens, keine Internetausdrucker und DAUs.

        Und bei einigen Menschen habe ich durchaus das Gefühl, dass diese sich als Elite verstehen. Mich als Bildungsmenschen hat es auch verstört, wie eifrig man sich mit dem Begriff des digital natives identifiziert hat. Die digital immigrants sind dann die outgroup.

        -Tim

      4. Nur so viel zum Thema „Elite“:
        Bitte, schaltet _alle_ einen Gang runter! ‚Nur‘, weil das Wort „Elite“ gefallen ist, ist dies noch kein wertender Begriff. Schaut man sich zusätzlich mal (bspw. in der Wikipedia) den Versuch einer Definition an, dann sieht man gut, dass „der Begriff sowohl wertfrei beschreibend oder erklärend als auch in gesellschaftskritischer Absicht gebraucht“ wird. – Also bitte: aufhören mit Unterstellungen, Deutungen & bashing! – Danke! :)

  2. hm, ich interessiere mich ja seit einiger Zeit für so einiges im Netz, scheinbar nicht lange genug. Von dem TExt habe ich kaum was verstanden, noch blutigeren Anfängern dürfte es noch schlimmer ergehen – aber für die/uns war das wohl auch nicht gedacht…

    1. @disch: Frag mich einfach. Das ist einfacher als den Links zu folgen. Ich schaue dann, ob ich irgendwie wieder aus der Nummer rauskomme ,)

      Die Geschichte selber ist ja durchaus komplex. Ein paar Hinweisen werden sicher auch nur Insider verstehen, den Rest sollte man aber zusammenbekommen.

      1. ich werde erstmal versuchen, mich selbst durchzuwursteln – irgendwann muß ich das eh mal. ob ich alles begreifen – oder wenigstens, das wichtigste, werde ich dann sehen.
        Für völlige (Netz)neulinge müssen die Abkürzungen und Begriffe schon recht abstoßend klingen („Freaks“) – trotzdem danke für das Angebot!

    2. stimme zu, auch ich habe nicht verstanden, worum es hier geht, oder genauer gesagt, was der Autor eigentlich beabsichtigt. Als schlimmstes Wort fiel mir „zielführend“ auf. Wer solch einen Nebelwerfer benutzt, wird leider sehr oft gleich in die Gruppe der „Iknorannten“ eingeornet. Schade.

  3. Wie heißt es so schön? Wir Diskordier müssen auseinander halten. Ist doch eine Binsenweisheit, dass Vereine und feste Gruppierungen dazu neigen zu verkrusten, gelegentlich sogar das Ziel aus den Augen verlieren oder irgend wann zum Establishment gehören.

    Der Mechanismus, den Du beschreibst, ist nur allzumenschlich und zieht sich durch die gesamte überlieferte menschliche Geschichte. Ich persönlich habe keine Hoffnung, dass sich das jemals ändern wird. Diese Verhaltensmuster liegen einfach viel zu tief.

    1. Wir Diskordier müssen auseinander halten

      Das ist hübsch. Ich befürchte nur, es ist nicht sonderlich sinnvoll, wenn man etwas erreichen will. Auseinander halten im diskordianischen Sinne ist eher, um es mal zu überspitzen, wie sich nachher hinzustellen und zu sagen, man habe es doch gleich gewusst. Klar, kann man machen, und man wird auch fast immer recht behalten. Es bringt uns nur nicht weiter.

      Wir brauchen also eine andere Lösung. Ob der Weg eine Partei, ein Arbeitskreis oder ein Verein ist, sollte jeder für sich entscheiden. Letztendlich nimmt jeder das Angebot an, das am besten zu ihm passt.

      Ich glaube, dass man/eine Gesellschaft am besten voran kommt, wenn alle fair miteinander zusammenarbeiten. Wenn Partei(mitglieder), Vereine (bzw. ihre Mitgleder) und Einzelkämpfer ihre Kräfte bündeln, hat man viele Spezialisten, die gemeinsam viel erreichen können.

      Beim JMStV hat das stellenweise recht gut geklappt, auch überparteilich. Anfangs bzw. tlw. sogar beim ZugErschwG.

      Dem gegenüber steht ein (parteipolitisches) Abgrenzungsverhalten. Sei es aus Neid, sei es aus Größenwahn (weil man nur den eigenen Weg für zielführend hält). Das ist dann aber eher Teil des Problems und weniger der Lösung.

      Wir können uns das nicht leisten.

  4. Mein Wörterbuch sagt über „rant“:
    Redeschwall, Tirade.
    Über „to rant“:
    wettern, herumschnauzen, schimpfen, lärmen, schwadronieren.

  5. Lieber Olaf,
    das ist nun wirklich der Ehre zuviel. ;-)

    Dass ich mich Ende der 90’er bei FFL mit Gravenreuth rumgeschlagen habe, stimmt zwar, ist aber eine arge Verkürzung. FFL hat z.B. auch die Aktion „Stoppt Enfopol“ gemacht, die für Web 1.0 Verhältnisse ziemlich beachtlich war.

    Aber worüber reden wir jetzt hier eigentlich? Es geht darum, um irgendwelche Plätze zu streiten, jedenfalls nicht für mich.

    Es geht eher darum, dass man nicht Transparenz fordern und gleichzeitig mit einem völlig nebulösen Konzept an den Start gehen kann und noch nicht einmal sagt, wer die handelnden Personen hinter der Digitalen Gesellschaft sind. Das wird nicht funktionieren und darüber sollten die handelnden Personen frühzeitig nachdenken.

    Wenn ich übrigens eins aus Freedom For Links gelernt habe, dann das, dass Vereine gewaltig nerven.

    1. das ist nun wirklich der Ehre zuviel. ;-)

      Daher habe ich mit meinen Zeilen auch nicht dein Blog gewürdigt ,)

      FFL hat z.B. auch die Aktion “Stoppt Enfopol” gemacht, die für Web 1.0 Verhältnisse ziemlich beachtlich war.

      Ja, stimmt.

      Es geht eher darum, dass man nicht Transparenz fordern und gleichzeitig mit einem völlig nebulösen Konzept an den Start gehen kann

      Ich kann und will nicht für die Digiges sprechen, aber: So nebulös finde ich den Start gar nicht.

      Zumindest nicht im Kontrast zur demonstrativ zelebrierten Anspruchshaltung einiger Kritiker, deren Motivation zum Teil doch leider recht deutlich ist (Disclosure: Das ist kein Vorwurf an dich und meine private Meinung).

      und noch nicht einmal sagt, wer die handelnden Personen hinter der Digitalen Gesellschaft sind.

      Das kann ich dir auch nicht sagen (Ich frage mich eher, ob die nun tatsächlich, wie die Unterstützer von Wikileaks, fürchten müssen, geleakt zu werden, und welche Folgen das haben kann).

      Allerdings kann ich die Begründung nachvollziehen. Du erinnerst dich, einige (Ex-)Mitglieder der intern-internen Mailingliste des AK Zensur sind den normalen Mitgliedern bis heute nicht bekannt. Aus guten Gründen.

      Im Kontext der Digides stelle ich mir das sogar noch etwas diffiziler vor. Solange es Menschen gibt, die nach aussen den Kopf hinhalten und Gelder transparent verwaltet werden, halte ich das auch für akzeptabel.

      Auch hier: Meine persönliche Meinung.

      Das wird nicht funktionieren und darüber sollten die handelnden Personen frühzeitig nachdenken.

      Das werden sie. Und ich glaube, dass wissen wir auch beide.

      Wenn ich übrigens eins aus Freedom For Links gelernt habe, dann das, dass Vereine gewaltig nerven.

      Ja. Ich bin da auch ein gebranntes Kind. Auch hier: Persönliche Meinung, hat nichts mit Digides zu tun.

    2. Wenn ich mir richtig erinnere, war die Ursache für das Zerbrechen von FFL aber weniger die Organisationsform als vielmehr die unkoordinierte und teilweise lethargisch anmutende Zusammenarbeit nachdem einige wichtige Leute nicht mehr wollten, nicht mehr konnten. Und auch der Verlust von Patrick Mayer spielte eine Rolle.

    3. „Wenn ich übrigens eins aus Freedom For Links gelernt habe, dann das, dass Vereine gewaltig nerven.“

      Ohne feste Struktur zerbricht jeder Zusammenschluss früher oder später. Ein Verein ist optimal, um etwas Langfristiges zu organisieren. (Warum wohl gibt es so banale Dinge wie Kegelvereine schon 30 Jahre und länger?) Gerade als Anwalt sollte man das doch wissen.

  6. [Das hier ist die Antwort auf einen gelöschten Trollkommentar. Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen …]

    Ich bin die Ruhe selbst. Mir missfällt lediglich die Gesamtsituation. Und das massiv. Die würde ich gerne ändern.

  7. Ich verstehe nicht, an wen jetzt hier die Kritik oder der angekündigte Rant gehen soll?

    Interessanter Artikel als Dokumentation der jüngeren Geschichte.

  8. [blockquote]Es geht eher darum, dass man nicht Transparenz fordern und gleichzeitig mit einem völlig nebulösen Konzept an den Start gehen kann und noch nicht einmal sagt, wer die handelnden Personen hinter der Digitalen Gesellschaft sind. Das wird nicht funktionieren und darüber sollten die handelnden Personen frühzeitig nachdenken.[/blockquote]

    /sign

  9. „Können wir nun bitte _zusammen_ sinnvolle Dinge tun, oder wollt ihr euch erst noch ein bisschen um die Plätze an den politischen Katzentischen streiten?“

    Solch arrogantes Geschwätz passt genau in das Bild eines „Vereins“ der vorgibt in meinem Namen zu sprechen, mein Geld will (Spenden sind willkommen) aber mich daran hindert aktiv und demokratisch an der Vertretung meiner Interessen teilzunehmen.

    Manchmal frage ich mich, was für Drogen da in manchen Berliner Bezirken ins Trinkwasser gemischt werden. Es sind nicht alle Berliner so überheblich, es gibt in Berlin auch nette Menschen.

    Allein die Benamsung ist ein so überheblicher tiefer Griff ins Klo, dass es mich wundert, dass niemand ertrunken ist.

    1. @Reizzentrum: Vorab eine Frage, mich interessiert das wirklich: Woher stammt der blanke Hass? Ich meine, es ist eine Projektion, aber warum? Was ist da schiefgelaufen?

      Ansonsten muss dich enttäuschen, ich habe mit Digides nichts zu tun und trinke als Ostwestfale auch kein Berliner Wasser.

      1. Da ist kein Hass, es ist nur deutlichster Unmut ohne vorgeschaltetes „ich muss liebgehabt werden“-Modul.

        Das Auftreten des Vereins erinnert mich schlicht an ein schlechtes Marketing einer „Entweder profilieren wir uns damit, oder wir verdienen Geld – am besten beides“-Veranstaltung.

        Verzeih mir, dass ich nicht zu allem was aus Berlin – und den selbsternannten Alpha-Tieren der Web2.0 Szene – kommt in blinden Applaus verfalle.

        Ich habe das Gefühl (ich mag mich täuschen) als wenn weite Teile dieser Szene kein grösseres Problem haben als über „wie mache ich mit 2.0 Geld“ zu sinnieren. Der CCC – mal so als Vergleich – hat viele Jahre an Inhalten gearbeitet und hat Mitglieder versucht einzubinden. Spenden waren natürlich willkommen, aber diese standen nicht so deutlich im Vordergrund. Hier wird ein Konstrukt gebaut, dass Spendengelder einsammeln soll und die Mitglieder auf Abstand hält.

        Wenn die Inhalte im Mittelpunkt stehen würden, wäre die digitale Gesellschaft als übergeordneter Interessenverband gegründet worden, der z.B. von Netzpolitik, FOEBUD, CCC und Anderen finanziert wird. Nun ist es nur ein weiterer Player, der (zwangsläufig) mit den bestehenden Gesellschaften in Konkurrenz treten muss.

        Immer nach dem Motto „Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen“.

      2. den selbsternannten Alpha-Tieren der Web2.0

        Sorry, ich ertrage das Gewinsel nicht mehr. Könnte es vielleicht sein, dass die „Alpha-Tiere“ zu Alpha-Tieren gemacht wurden, weil ihnen der ein oder andere zuhört? Kann es vielleicht sogar sein, dass sie was zu sagen haben?

        Und falls nicht, falls das tatsächlich alles totale Lufthupen sind, warum findet sich eigentlich niemand, der es kann und besser macht? Und wer zwingt dich überhaupt den Alpha-Tieren der Web2.0 zuzuhören? Warum hört überhaupt jemand zu?

        Hier wird ein Konstrukt gebaut, dass Spendengelder einsammeln soll und die Mitglieder auf Abstand hält.

        Ich kann immer noch nicht für die Digiges sprechen und will es auch nicht, aber:
        Das ist ein ziemlich heftiger Vorwurf, für den bisher keine Grundlage gibt (Netzpolitik.org war z.B. 7 Jahres ein richtig teures Hobby, bei dem Markus viel Geld hat auf der Straße liegenlassen). Findest du nicht, dass man erstmal abwarten sollte, wie sie die Digiges entwickelt?

        Wenn die Inhalte im Mittelpunkt stehen würden, wäre die digitale Gesellschaft als übergeordneter Interessenverband gegründet worden

        Eine entsprechende Debatte gab es in durchaus prominent besetzter Runde auf dem 27c3. Glaub mir, du möchtest keine Details wissen.

        Die Digiges will, soweit ich das sehe, dort aktiv werden, wo es bisher Defizite gab. Es gibt ohnehin genug zu tun, ich sehe das Problem nicht.

        Immer nach dem Motto “Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen”.

        Die Macht- und Verdrängungspielchen sind leider nochmal ein anderes Problem in der Szene. Das nervt mich auch. Siehe oben. Ganz oben.

  10. Überlegung: „Verflucht, es gibt so viele verschiedene Initiativen und Vereine.“
    Konsequenz: „Laß mal noch nen Verein gründen.“

    Versteh ich nicht, aber egal.

    1. So paradox es klingt: Die jetzige Situation, dass jeder sein eigenes Sueppchen kocht, kann nur ueberwunden werden, wenn ein neue Initiative gegruendet wird und diese sich durchsetzt. Deswegen ist die Idee nicht falsch, eine solche kritische Masse zu erzeugen, damit die Netzgemeinde im politischen Diskurs auch tatsaechlich wahrgenommen wird.

      Ob es dabei aber foerderlich ist, zur Verteidung von Transparenz und Demokratie eine undemokratische Institution aufzuziehen, ist zumindest fraglich. Ich kann durchaus die Intention verstehen, der Netzgemeinde eine professionellere Lobby zu geben, und dabei spielt sicher auch die wirtschaftliche Absicherung aller Beteiligten eine Rolle. Das finde ich in keinster Weise verwerflich, nur sollte man im Namen der Transparenz auch solche Dinge offen ansprechen.

      Ein Erfolg der Digitalen Gesellschaft hiesse nicht zuletzt, dass der politsche Arm der Netzgemeinde an die Gegegebenheiten der Offline-Welt angepasst wuerde. Das faende ich etwas schade, denn die von Olaf zitierten Erfolge wurden nicht zuletzt deswegen erreicht, weil dort immer auch Praktiker wie beispielsweise ISP-Betreiber dabei waren.

  11. „Skandal! Skandal!“ Ich lese da nur den üblichen hochnäsigen und selbstverliebten Wischi-Waschi-Schäfers-Kokolores!? Was hat diese durchaus plausible Geschichts-Skizze mit der Überschrift zu tun, und wo ist hier das Problem?? Zumindest die Schlussfolgerung des Möchtegern-Rants fasst du selbst in der vorvorletzten Zeile treffend zusammen: „Egal.“ Genau.

  12. Der CCC interessiert sich für und vertritt die digitalen Bürgerrechte seit seiner informellen Gründung auf dem TUWAT.TXT-Kongreß 1981. Mal mehr, mal weniger, je nach aktuellem Personal und Motivationslage. Und wir sind verdammt froh, in diesem Jahrtausend endlich nicht mehr alleine zu sein.

    Insofern: viel Glück mit der Digiges. Wir können es alle gebrauchen.

  13. Und was daran ist jetzt ein Rant?

    Ich finde es toll, das mal jemand die ganzen vielen Dinge der letzten 15 Jahre mal wieder in Erinnerung bringt. Wobei du ja trotzdem viele Dinge noch vergessen oder weggelassen hast.
    Z.B. die ersten zaghaften Versuche der „Internetstreiks“.

    Aber ein Rant war das IMHO nicht. Wenn, dann ein ganz ganz sanfter, der viele der heute so selbstbewussten Netizens klarmachen sollte, daß es vor derren gerade mal 3 jähigen Netzkarriere schon vieles anderes gab, was erst für die netzkulturellen Grundlagen sorgte.

    Was mich an einen anderen Streit erinnerte: Der Streit, ob man von einem Kulturraum Internte reden kann. Hach, wann war das noch? Vor 10 Jahren schon?

  14. Ok, Jo. Du hast ja recht … es fehlt mir jetzt noch ein bißchen Datenklo … aber paßt schon.

    Apropos Chaosdorf, ich denke, da tut sich auch wieder so langsam was – wenn das TableDance erstmal fertig ist …

    Und so rantig hast Du gar nicht geschrieben, finde ich. Ginge herber – da kann sich eigtl. niemand großartig auf die Füße getreten fühlen, sondern sollte sich erstmal an die eigene Nase fassen (auch ich).

    Also – Kräfte bündeln & Gas geben – jeder sollte mindestens 2 Bereiche verknüpfen können, dann klappt das hoffentlich auch wieder mit der Netzwerkerei.

    Gruß vom Ddorf …

  15. Hmmm, da ich die Anlässe nicht kenne, erschließt sich der Text für mich nur bedingt. Aber ob das dann unter Berücksichtigung des letzten Satzes so zielführend ist…

  16. http://blog.fefe.de/?ts=b72d33d5
    ich find den Fefe-Kommentar zur Re:publica auch aktuell noch sehr treffend.
    @Schäfers Wenn mit Digides der Verein „Digitale Gesellschaft“ gemeint ist, dann ist es zwar schön zu hören, das du da nicht mitmachst, allerdings auch nicht verwunderlich, dass du dieser zugerechnet wirst, da von mir und vermutlich auch von vielen anderen davon ausgegangen wird das Digides und netzpolitik.org ne identische Schnittmenge haben, und netzpolitik.org das Sprachrohr von Digides ist. Sollte man ggf. deutlicher abheben.

    1. @Horst: Tjae. Ich fand bisher nicht, dass ich das betonen müsse. Es ist ja nicht so, dass ich das Konzept schlecht fände (Ich bin ein klein wenig skeptisch, das bin ich grundsätzlich, ansonsten aber positiv gespannt).

      Ich bin nur einfach nicht dabei (Markus hat nicht gefragt, evtl. weil er wusste, dass ich wg. meiner Vereins-Phobie abgelehnt hätte). Das war’s eigentlich auch schon.

      Damit, dass netzpolitik.org zum Sprachrohr der Digides wird, habe ich kein Problem (Cleverer dürfte es sein, eine eigene Seite zu etablieren). Zum einen, weil ich hier nur Gast bin, zum anderen, weil netzpolitik.org eine durchaus pluralistische Veranstaltung ist, wo auch mal mehrere Meinungen parallel ihren Platz haben.

  17. So sieht ein Rant von dir aus?
    Wenn ich einen rant in meinem Blog poste sieht das ganz anders aus. Weitaus böser. Sonst wärs ja kein Rant.
    Das war ja eher eine Geschichtsreflexion und/oder Historie.
    Allein der Schlussatz passt in die Kategorie Rant.

  18. Eine schöne Zusammenfassung, deren Hintergrund sicher besser versteht, wer auf der re:publica 11 war. Es ist keine Frage, ob einem die Nase des Schreibers nicht passt (11.) oder ob anderen die Trauer darüber Magengrummeln bereitet, nicht selber auf die Idee gekommen zu sein, die Initiative zu ergreifen. Vielmehr ist es längst überfällig, die vielen kreativen Aktionen rund um Themen der Netzpolitik zu bündeln.

    Die Kenntnis der Herkunft (CCC, FoeBuD, u.v.a.) wichtig, um Fehler zu vermeiden. Noch wichtiger ist es aber, dass wir jetzt unser Biotop schnellstens verlassen und in die weite Welt ziehen, um für eine aufgeklärte und medienkompetente Gesellschaft zu werben.

    X Nerds zu überzeugen, ein freies Internet sei wichtig, ist keine Kunst :-) X Vertretern der gleichzeitig an die Öffentlichkeit getretenen „Deutschen Content-Allianz“ dazu zu überzeugen ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

    In diesem Sinne wünsche ich den @digiges-Machern alles Gute und ein dickes Fell!

  19. Zudem ist Diversität nichts schlimmes. Dadurch wird das Ökosystem Netzpolitk gut abgefedert.

    Verwirrender finde ich es, wenn verschiedene Leute/Gruppen öfter unter anderen Namen auftauchen, ohne dies deutlich zu machen.

    Denn: So groß ist die ganze Netzszene gar nicht. Hier sollte man ehrlich bleiben und die guten Blog- und Zeitungsartikel (wird hier gemacht, keine Kritik) verlinken, statt Müll-Content unter eigenem Label zu generieren nur damit der Brand einiger blöder Berlin Events erhalten bleibt.

    Mir ist momentan viel zu viel Ego und zu wenig Inhalt in der Debatte (nichts gegen Tagungen in Berlin, oder Leute mit neuen Ideen). Aber viele Dinge riechen für mich momentan nach Marketing und Ausverkauft (inkl. Anbiederung an Apple, google, facebook, ZeitVZ und Sony und einige Zeitungshäuser …).

    Achja – könnt Ihr einmal auf die Sony als Sponsor Problematik eingehen? Danke.

    1. Verwirrender finde ich es, wenn verschiedene Leute/Gruppen öfter unter anderen Namen auftauchen, ohne dies deutlich zu machen.

      Naja, meist ist es ja so, dass die Leute ihr eigenes Ticket haben (zum Beispiel „netzpolitik.org“) und mit dem dann auch in den Arbeitskreisen (AK Vorrat, AK Zensur, AK Zensus) aktiv sind. So kommt es dann, dass die Einzelperson auch in den Pressemitteilungen der Arbeitskreise auftauchen.

      Aber stimmt, die Szene ist recht übersichtlich. Das hat sich mit den Piraten und in Folge auch der Öffnung anderer Partei ein bisschen geändert.

      momentan nach Marketing und Ausverkauft (inkl. Anbiederung an Apple, google, facebook, ZeitVZ und Sony und einige Zeitungshäuser …).

      Sehe ich eigentlich nicht. Zumindest nicht den Ausverkauf. Marketing hingegen gehört dazu, wir wollen schließlich auch Leute erreichen/überzeugen, die uns noch nicht kennen und/oder die bisher andere Meinung sind. Da gehört facebook derzeit dazu, wobei wir da, auch im Vergleich zu anderen, doch sehr zurückhaltend sind.

      Anbiederung an Apple sehe ich gar nicht. Abgesehen von ein paar Frozzeleien spielt Apple bei Netzpolitik.org kaum eine Rolle. Das Problem bei Apple ist einfach, dass inzwischen aus jeder Mücke ein Elefant gemacht wird. Ganz gleich, ob Banalität oder kritikwürdiges Verhalten, es ist kaum möglich im großen Brüllwettbewerb eine differenzierte Stimme anzubringen. Als Klickfänger funktionieren die prima, so nötig haben wir es dann zum Glück aber doch nicht.

      Google! Bei Google hatte ich letztens am Telefon fast ein schlechtes Gewissen (der dann zu einer noch schlechteren Einleitung wurde). Google-Bashing um seiner selbst Willen ist einfach langweilig.

      ZeitVZ, da meinst du die Vermarktung, oder? Nun, das war eine grundsätzliche Entscheidung. Ich kann mir viele schlechtere Partner vorstellen, allerdings keine besseren, die realistisch ein Blog wie netzpolitik.org vermarkten würden. Wichtig ist die Trennung zwischen Inhalten und Werbung, und da wird uns die Zeit nicht reinfunken.

      Was Zeitungshäuser betrifft, geht es vor allem um Interviews oder Expertengespräche. Da hilft man bei seriösen Anfragen gerne (siehe Marketing, win-win!), bei anderen lache ich kurz, wünsche einen schönen Tag und lege auf. Dito bei Parteien und Politikern.

      Achja – könnt Ihr einmal auf die Sony als Sponsor Problematik eingehen?

      Das können nur die Veranstalter der re:publica (das wäre hier im Blog vor allem Markus), die dürften gerade feiern oder aufräumen und vor Montag nicht ansprechbar sein.

      Persönlich finde ich Sony zwar grenzwertig, aber gerade so eben noch akzeptabel. Bei einem kleinen BarCamp zum Thema Urheberrecht würde ich es evtl. anders sehen, bei einer Konferenz mit >3000 Teilnehmern kann ich Sony akzeptieren. Da wird es bei der Sponsorensuche ab einem gewissen Level vermutlich auch recht recht übersichtlich.

      Aber, wie gesagt, nicht meine Entscheidung.

      1. Danke für Deine Antwort. Ich habe da eher mal so meine Gefühle runter geschrieben. Und wie ich es aus Deinen Antworten entnehme, hast Du da auch eher ein gemischtes Gefühl. Letztendlich glaube ich dieses ganze „die Netzszene wird erwachsen“ Gerede nicht — denn das Netz ist schon lange in der Gesellschaft angekommen — „die Netzszene“ — die es so homogen bald nicht mehr gibt — muss nun lernen, damit umzugehen.

        Das bedeutet auch, dass andere Aufgaben an sie heran getragen werden. Aber viele hier, suchen lieber nach Fehlern und/oder Patenlösungen und können mit den kleinen Kompromissen „für die Sache“ schlecht umgehen. Dafür habt ihr jetzt eine nette QA/Controlling-Gruppe. Macht das Beste daraus — wir werden ja sehen wie es läuft. Viel Glück.

      2. @icke: Bedenken hätte ich vor allem bei einem Dachverband. Das würde nicht von funktionieren, weder vom Anspruch, noch von der Umsetzung (von der Legitimation ganz abgesehen). Die „dg“ hingegen setzt (imo) an Stellen an, wo es derzeit tatsächlich Defizite gibt, erfüllt also eine komplementäre Funktion. Das könnte klappen, wenn der große Futterneid untereinander ausbleibt. Schaun‘ mer mal.

        denn das Netz ist schon lange in der Gesellschaft angekommen

        Das ist richtig. Es gibt in der Gesellschaft aber noch kein Verständnis für das Netz als Kulturraum, den man pflegen und verteidigen muss. Ich fände es klasse, wenn sich das ändern würde. Dazu braucht es Vortuner, die mittelfristig eine breitere Basis schaffen und nicht nur die immer gleichen Verdächtigen erreichen. Mit den Piraten ist da ein bisschen was passiert, Gamer haben sich – notgedrungen – ein wenig organisiert, … reicht allles aber noch nicht.

      3. Naja, ich denke PR und Hacker/aktive Netznutzer stehen sich öfter mal auf den Füßen. Ich denke, Ihr solltet offene Regeln für eure Art der PR aufstellen und diese auch durchziehen/euch danach bewerten lassen.

        (Nebenbei: Wieso kann ich nicht auf Deinen Kommentar direkt antworten?)

  20. Diversität ist nichts schlimmes. Dadurch wird das Ökosystem Netzpolitk gut abgefedert.

    Verwirrender finde ich es, wenn verschiedene Leute/Gruppen öfter unter anderen Namen auftauchen, ohne dies deutlich zu machen.

    Denn: So groß ist die ganze Netzszene gar nicht. Hier sollte man ehrlich bleiben und die guten Blog- und Zeitungsartikel (wird hier gemacht, keine Kritik) verlinken, statt Müll-Content unter eigenem Label zu generieren nur damit der Brand einiger blöder Berlin Events erhalten bleibt.

    Mir ist momentan viel zu viel Ego und zu wenig Inhalt in der Debatte (nichts gegen Tagungen in Berlin, oder Leute mit neuen Ideen). Aber viele Dinge riechen für mich momentan nach Marketing und Ausverkauft (inkl. Anbiederung an Apple, google, facebook, ZeitVZ und Sony und einige Zeitungshäuser …).

    Achja – könnt Ihr einmal auf die Sony als Sponsor Problematik eingehen? Danke.

  21. Eine spannende Historie dieses Interwebdingens. Insofern ein toller Beitrag.

    Was es mit der „Digitalen Gesellschaft“ zu tun hat und der Tatsache, dass da nicht jeder mitmachen kann/darf, erschließt sich mir nicht.

    Die Kritik ist, dass es nicht transparent ist. Und die Kritik bleibt logischerweise bestehen, bis dieser Vorwurf ausgeräumt wurde.

    Und wenn es so bleibt, wie es ist, dann ist das eben so. Dann werde ich zwar viel Erfolg wünschen, weil wir weitgehend das Gleiche wollen, aber eben ich nicht mitmachen – ist den meisten auch egal, weil mich niemand kennt, aber das macht ja nix. Ich stelle das einfach so ganz nüchtern fest: bei Greenpeace bin ich Fördermitglied, finde es aber ärgerlich, dass ich darauf NULL Einfluss nehmen kann, was da passiert. Aber das akzeptiere ich. Weil es eben Greenpeace ist.

    Aber das bleibt eine Ausnahme. Ich für meinen Teil will zumindest theoretisch die Möglichkeit haben, aktiv mitwirken zu können. Das geht in jedem kleinen Dorfverein und in jeder Partei, und bei einem so wichtigen Ding soll es nicht gehen?

    Nicht mein Ding.

      1. Genau. Im verlinkten Beitrag findet sich nämlich folgende Aussage:

        Die Arbeit haben bisher außerdem andere gemacht. Die digitale Bürgerrechtsbewegung, die sich in den letzten Jahren etabliert hat, wird vor allen Dingen von Gruppen wie dem AK Vorrat oder dem AK Zensur getragen, die einiges bewegt haben.

        Die habe ich oben einem kurzen Realitycheck unterzogen. Fakt ist: Den AK Zensur gibt es seit April 2009, Netzpolitik.org (bzw. seinen Vorläufer) seit 2002. Angesichts dessen darf man die Aussage „Die Arbeit hätten andere gemacht“ wohl kurz hinterfragen. Richtig ist: Die Arbeit haben viele gemacht. Nicht mehr, nicht weniger.

  22. Olaf ist ein Youngster und hat die erste Hälfte der ganzen Entwicklung in Windeln verbracht. Deswegen kann er die hier nicht vollständig berichten. Seine Zeitrechnung fängt ja erst 1997 an, als wir EFF Deutschland gründen wollten und die EFF uns nicht ‚mal geantwortet hat, so arrogant waren die damals drauf. Heute sind wir doch alle Establishment. Zensursula und Mappus haben gegen das Establishment verloren, nicht gegen irgendwelche Philosophen-Phantasie-Wutbürger aus dem Hause Schlotterdeik.
    Tja, und EDRI ist mitnichten ein akademischer Sonderfall sondern die Konzentration der Resourcen von vielen europäischen Vereinen. CCC, Fitug, Foebud, Quadrature, IRIS, Privacy International: Alle zahlen, damit Joe McNamee arbeiten kann. Weil die Industrie in der EU eben keine Förderkultur hat, war die ganze Bürgerrechtsvertretung immer ein Armenhaus.
    Wenn es also der Digitale Gesellschaft gelingt, ein paar Gelder aufzutreiben, um so besser. Derzeit bin ich pessimistisch. Ein toller Medienhype. Aber reden wir in 6 Monaten nochmal ob es dann nur dazu gereicht hat jetzt ein virtuelles Netz in den klassischen Medien zu repräsentieren ohne gewählt zu sein und dort ein bisschen Medien-Kohle abzugreifen. Oder ob wirklich etwas kanalisiert wurde.
    Übrigens teile ich die Kritik zu Transparenz nicht. Denn die Repräsentation ist nicht entscheidend. Es ist entscheidend ob der Laden Rechenschaft seiner Aktionen legt. Das wird sich aber erst zeigen, wenn der Laden läuft. Ich will es also nicht vorher gewusst haben, sondern harre der Dinge, die da kommen.
    In der Zwischenzeit hoffe ich, dass Olaf keine Kreide zu fressen kriegt, damit wir uns noch lange streiten können.

    1. Tja, und EDRI ist mitnichten ein akademischer Sonderfall sondern die Konzentration der Resourcen von vielen europäischen Vereinen. CCC, Fitug, Foebud, Quadrature, IRIS, Privacy International: Alle zahlen, damit Joe McNamee arbeiten kann.

      Und Joe arbeitet hervorragend und ist auch jeden Cent wert, das steht ausser Frage. In Deutschland kennt ihn trotzdem kein Mensch. Abgesehen vielleicht von ein paar Insidern auf den einschlägigen Mailinglisten. Vor allem reicht ein Joe halt nicht, nicht einmal in Brüssel.

  23. Da hast du das große Thema „Patentrecht für Software“ (2002-2005) aber ausgelassen, wo tausende Leute aus ganz Europa Straßburg aufmischten und die EU ein für alle mal veränderten. Auch der AK Vorrat macht sich erst bemerkbar als das Thema in Brüssel längst gegessen war.

    Die deutsche Netzdebatte der letzten vier Jahre ist extrem retro. Diese Themen haben wir schon alles Anfang der 90er gehört und verworfen. Wichtig ist heute Europa, nicht die Herrschaft über die öffentliche Deutungshoheit in einer nationalen Debatte.

  24. Du hast den VOV der SPD vergessen. Es gab eine Zeit vor Wiefelspütz und Konsorten, da war der Laden zumindest in Teilen ziemlich fortschrittlich und sogar wählbar.

    1. Nicht vergessen, nur nicht sinnvoll ins Raster bekommen. Ich erinnere mich zwar dunkel, aber leider nicht soweit, dass ich eine Bedeutung hätte definieren können. War ein bisschen vor meiner Zeit.

      Und ja, wenn man sich an den VOV erinnert, mag man kaum glauben, wie die Debatte um #zensursula gerade in der SPD gelaufen ist.

  25. Verstehe das nicht. Ich finde den Rant nicht. Und ich kapiere das Anliegen nicht.

    @Jörg-Olaf Schäfers
    Verlangst du/erhoffst du dir eine homogenere „Bewegung“ die zielgerichteter an einem Strang zieht? Ist das nich völlig absurd beim Thema Netz, das sich rein technologisch alle 12 Monate signifikant verändert und gerade eine Schwemme von Immigranten mit Analoghintergrund erfährt?

    Gerade durch das Netz werden Meinungen und Standpunkte viel kleinteiliger aber auch aufgeklärter durchgequirlt als vor dem Netz. Das schnell formwandelnde Netz selber ist aber Thema der Debatte und bringt nochmal einen extra Schuss Dynamik rein.

    Ich sehe hier keine Chance für sowas wie wirklichen Konsens, für Deutungshoheit oder für Revolutionsführer. Ich halte Flügelkämpfe und Seitenhiebe für genauso unvermeidlich wie inoffizielle Sendeminuten-in-den-Tagesthemen-Rankings.

    Aber we gesagt… eigentlich hab ichs glaub ich nicht verstanden.

  26. Wirklich erstklassiger Beitrag, bis auf das appellative

    Vor allem aber: Können wir nun bitte _zusammen_ sinnvolle Dinge tun, oder wollt ihr euch erst noch ein bisschen um die Plätze an den politischen Katzentischen streiten?

    Wo gibts den Mitgliedsantrag? Wann ist die nächste öffentliche Vorstandssitzung? Wer definiert, welches Thema aufgegriffen wird und welches \nicht vermittelbar\ ist? Was macht der Verein zum Thema \Glücksspielstaatsvertrag und Netzsperren\? Nichts? Warum nicht? Schon zu \tief drin\ mit der catch-all-party? ;-) Oder gibts eine schicke Protestwebseite mit Spendenmöglichkeit, wenn die Sperren über uns hereingebrochen sind? Ich würde das dann Bewirtschaftung von Empörungspotential nennen wollen, so ähnlich wie Greenpeace, die ja nach nem GAU dasselbe in Grün veranstalten, nicht unerfolgreich …

    1. @StefanM2: Fragen an die „dg“ musst du eben dieser stellen, nicht mir.

      Ich wünsche mir zunächst nur, dass die im Bereich der Netzpolitik und digitalen Bürgerrecht nach Möglichkeit zusammenarbeiten und ihre ohnehin überstrapazierten Ressourcen nicht darauf verschwenden, sich gegenseitig wegzubeissen. Sorry, wenn das irgendwie appellativ klingt, aber deswegen bin ich/sind wir hier (wobei ich weniger Prediger sein mag, mehr so Erinnerer).

      1. @StefanM2: Fragen an die “dg” musst du eben dieser stellen, nicht mir.

        das war jetzt aber sehr unter den Möglichkeiten, oder?

        Bei einem Profi wie dir und einem Kommerzblog wie Netzpolitik erwarte ich Recherche und Leserservice :-) Wo denn sonst, wenn nicht hier?

        Und zum Rest: Zusammenarbeit ist immer sinnvoll und wünschenswert. Wir werden ja sehen, was Digitale Gesellschaft e.V. i.Gr. im realen Leben bewirkt. Ich wünsche da wirklich viel Erfolg.

        Trotz 30 Jahren Greenpeace gibts immer noch Kernenergie und Japan ermordet auch dieses Jahr fröhlich Wale, wenn da nicht diese Piraten von Sea Shepherd wären.

      2. das war jetzt aber sehr unter den Möglichkeiten, oder?

        Nein, ich kann nur schlicht keine Fragen zur „dg“ beantworten. Ich bin weder Mitglied, noch Sprecher, noch habe ich Einblick in die gewünschten Interna. Es ist so einfach.

        Bei einem Profi wie dir und einem Kommerzblog wie Netzpolitik erwarte ich Recherche und Leserservice

        Danke für die Blumen. Netzpolitik als „Kommerzblog“ zu bezeichnen, ist aber vielleicht etwas … eigenwillig. Richtig ist, dass wir derzeit ausprobieren, ob eine Vermarktung durch „Zeit Online“ funktioniert. Seit 2 Wochen bereits ,)

        Realistisch werden wir das frühestens in zwei Monaten wissen (Wobei, auch da musst du Markus fragen). Dann können wir auch gerne darüber reden, wie das Fell des Bären verteilt wird. Und ja, ein Rechercheetat wäre nicht schlecht, ich unterstütze den Vorschlag! Zur Zeit gibt es ihn leider nicht.

        Ansonsten siehe oben, Fragen zur „dg“ können andere besser beantworten, insbesondere die „dg“ selber.

    2. Soweit mir bekannt, gibt es keine Nichtfördermitgliedschaft.
      Was schade wäre.
      Wie bereits geschrieben: Zusammenarbeiten geht aber nur, wenn Transparenz herrscht, dashab ich beispielsweis im Zusammenhang mit einigen Leuten gelernt, die gerne dann andere haben arbeiten lassen und sich damit geschmückt haben usw. usf.

      Einen Dachverband halte ich nicht für schlecht, aber dann bitte von Anfang an transparent und da harpert es, was ich nicht verstehe, denn es sind doch hier keine „Newbies“ am Werk.

      1. Transparenz ist sicher gut, aber die geschlossene digitale Gesellschaft muss nicht unbedingt schlecht sein. Auch die FSFE z.B. ist eine vollkommen geschlossene Gesellschaft, funktioniert aber als Lobbyorganisation erstaunlich gut.

  27. Resignation macht sich breit…

    Egal bei welcher Thematik, die Demokratie verabschiedet sich, mal mit großen Schritten, mal mit kleineren Schritten, dafür kontinuierlich.

    Von Petra Kelly bis Fukushima sind 31 Jahre vergangen und was hat es gebracht?

    Haben mächtig auf die Fresse bekommen in Gorleben und Wackersdorf.

    Gab es in 30 Jahren einen Atomausstieg? Wurden AKWs stillgelegt? Sichere Endlager? 3 x Nein.

    Und jetzt Super Gau. Konsequenz? Lippenbekenntnisse?

    Glaubt irgend jemand wirklich es gäbe jetzt einen Ausstieg?

    Digital sieht es ähnlich aus. Mein Akusstikkopler ist von 1980 und was haben wir jetzt?

    Datenschutz = Lippenbekentniss. Haufenweise Gesetzesänderungen , ausgelöst durch die Contentfirmen (ganz oben Sony),ergänzt durch Anti Terror, dazwischen jede Menge unterschiedlicher Begründungen.

    Und es geht immer weiter. Die Begründungen wechseln (aktuell Glücksspiel), die Minister wechseln, aber die Linie bleibt gleich.

    RFID überall, selbst im Personalausweis, Swift, nationale und diverse transatlantische Abkommen und und und..

    Hinter den meisten Gesetzen steht nicht mehr die Sorge um den Bürger, sondern handfeste wirtschaftliche Interessen.

    Auf die Presse ist zu 90 Prozent kein verlass mehr. Die hängen ihre Fahne in den Wind.

    Und hier nach meiner Meinung liegt auch der Schlüssel.
    Mann muss die Hintermänner, die die Fäden unserer Marionetten Politiker bedienen, ins Licht zerren, die ganze korrupte Mannschaft vorführen.

    Ob Netzpolitik, CCC, AK Vorrat und alle die ich vergessen habe.

    Ihr seit die letzte Bastion, die letzte Hürde. Es wird keine Partei helfen, egal welche Farbe.

    Wer also wacht, mahnt, über das Plätzchen Demokratie?

  28. Ach Leute, seid doch froh! Es gibt immer Menschen, die sich eines Thema’s sehr intensiv annehmen und damit einhergehend ihr eigenes Wohl hinten anstellen.
    Ich bin dafür immer noch zu egoistisch. Daher finde ich, sollte man niemanden der seine Zeit und auch oft sehr viel Geld investiert (das darum nicht verdient wurde oder zusätzlich investiert wird) einfach nur dankbar sein. Ich finde und fand es toll, wie all diese genannten Gruppierungen meine Interessen ohne Forderungen nach Geld und Enagement, stets vertreten haben.
    Leider ist nun aber der Punkt gekommen, wo „professionell“ die Interessen vertreten werden müssen, weil der „Wirtschaftsfaktor“ eisig seine Hand nach „Beherrschbarkeit“, „Regulierung“ und „Ausbeutung“ des Kommunikationsmittels Internet schreit.
    In solch einer Zeit müssen viele Gruppierungen versuchen oberhalb der Wasseroberfläche zu bleiben. Den Anderen im „reissenden Fluss“ nach unten zu drücken, bringt dabei keinen Vorteil, da man bei solcher Kraftanstrengung leichter selbst untergeht.
    Insofern hat dieser „Rant“ für mich durchaus mal wieder alle daran erinnert wie bequem es ist diesem Treiben zuzusehen ohne selbst schwimmen zu müssen.

    Jede Anstrengung ist es wert genannt zu werden, wenn sie uns allen nützt. Aber den anderen unter Wasser zu drücken, können wir keinesfalls brauchen auch wenn der eine oder andere mittlerweile vielleicht ein kleines Ruderboot ergattert hat. Und ich denke an dass hat Jörg-Olaf Schäfer mal hier wieder erinnern wollen.

    Vielen Dank!

    Gruß an alle Silversurfer

  29. Was mich an Kommentatoren im Netz ankotzt, dass immer alles sofort passieren muss, dass immer auf die anderen gezeigt wird. Kritik klingt immer ungeduldig und selbstgefällig.

    Anstatt zu fragen, was mache ICH, wo trete ich AKTIV für meine Meinung und meine Vorstellungen ein, wird versucht bei anderen Schwachstellen zu finden und sich in der eigenen Selbstgefälligkeit gesuhlt.

    Die Auflistung (fast) aller Netzpolitischen Bewegungen und ihrer vielfältigen Kontroversen oder ihres scheiterns, ist sinnvoll, denn wer aktiv sein will muss aus den gemachten Fehlern lernen. Aber jeder muss auch bereit sein lernen zu wollen.

    Letztlich ist das, was netzpolitik.org erreicht hat, schon etwas grosses. Das gelaber im Netz über die schlimme Welt der Politik, die Verlogenheit von Politiker und das (überwiegend in Kommentaren) gejammer und geheule über andere, ist in eine aktive Bahn gelenkt worden. Und es wird mit den Leuten, die Entscheidungen treffen, gesprochen.

    Genau darum geht es, wir leben in einer Demokratie, in der Politiker gewählt werden, um Entscheidungen zu treffen. Dabei wird aber vergessen, dass Politiker sein, nicht bedeutet dass er oder sie über alles Bescheid weiß. Kein Mensch weiß über alles Bescheid. Man muss sie überzeugen und auch überzeugen können.

    Deshalb muss es Menschen geben, die sich zusammen tun, um Resourcen an Argumenten, Geld und damit auch Macht zu sammeln, damit sie Ernst genommen werden und die Argumente gehört und auch verstanden werden. Das heißt aber logischerweise nicht, dass sie automatisch Recht haben oder dass sie verstanden werden, von denen die Entscheidungen treffen. Deshalb muss für die Anliegen, bei denen es in der Netzpolitik geht, immer (argumentativ) gekämpft werden und mit Entscheidungsträgern geredet werden.

    Deshalb ist diese Auflistung richtig und auch die Entscheidung die Digiges zu gründen. Ich verstehe auch nicht das gejammer (wieder mal) darüber, dass in der jetzigen Phase (wenige Tage nach der Gründung) diese Gruppe nicht offen ist. Alle die, die sich hier und in Blogs wortgewaltig äußern und mit Beschimpfungen und Diffamierungen, diese, in meinem Augen durchaus sinnvolle, Geschlossenheit kritisieren, sollten sich einmal fragen wer denn bisher die gemeinsamen Ziele in der breiten Öffentlichkeit vertritt?

    Da finden sich nur wenige Stimmen und noch weniger denen wirklich zugehört wird. Und wollt ihr weiter nur Sascha Lobo hören, dem ich vermutlich nicht zu Unrecht, (auch) kommerzielle Interessen unterstelle. Die einzige Organisation, die bisher in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, ist der CCC und dem haftet der „Makel“ an, eine Gruppe von Geeks zu sein. Aber deshalb hat er ein Autorität, was technische Fragen betrifft. Wenn es um Wahlcomputer, um unsichere öffentliche System oder Überwachungsystem geht, dann ist der CCC die Macht in der Öffentlichkeit.

    Ich sehe das so, der CCC hält den Finger in die Wunden, die sich die Techniker von Siemens, T-Systems oder ähnlich mächtige Orginsationen im Verbindung mit der Politik schaffen. Eine Organisation wie Digiges, muss sich auf die „weichen“ Themen konzentrieren, um Entscheidungträger ohne technischen Background zu informieren und zu befähigen Entscheidungen zu treffen, mit denen auch die Netzwelt leben kann. Wer das nicht unterstützt, zerstört die Möglichkeit jeglicher Entscheidungsmitwirkung jenseits von ein paar Skandalen (wie z.b. bei Guttenberg). Denn ausserhalb des Netzes werden die sogenannten Alpha Blogger nicht oder kaum wahrgenommen.

    Fragt doch einfach mal im Freundeskreis, der nicht täglich mehrere Stunden online ist, ob diese Fixmbr, Schockwellenreiter, nerdcore und wie sie alle heißen, kennen? Keiner hat jemals von denen gehört und die Piraten kriegen ca. 2% Stimmen. DAS ist die Bedeutung, die Netzpolitik bisher hatte, auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen.

    Und wer das Konzept kritisiert und dabei immer wieder der Vergleich von Greenpeace gezogen wird, sollte sich die Bedeutung von Grennpeace weltweit anschauen. Das Konzept hatte Erfolg, grossen Erfolg sogar. Den wünsche ich der Digitalen Gesellschaft ebenfalls.

  30. Lieber Jörg-Olaf,

    ich habe jetzt nur den Beitrag, nicht aber aus Zeitgründen die ganzen Kommentare gelesen. Du schreibst, der Beitrag sei adressiert an „alle, die gegen- statt miteinander arbeiten.“
    Da musste ich etwas schmunzeln. Ich sehe das ganz genau so, allerdings – so gerne ich NPorg lese – gerade hier musste ich doch häufiger lesen, wie rückständig z. B. doch „die alte Tante SPD“ sei. Ich will hier kein Fass aufmachen, welche Partei nun wie gut netzpolitisch ist und es ist unbestritten, dass die SPD viel Mist gemacht hat. Aber z. B. während der JMStV-Debatte gab es doch hier eine Menge Bashing gegenüber den Parteien und auch netzpolitikaffine Parteimitglieder wurden nicht wirklich ernst genommen.

    Ich bin vollkommen bei dir. Jede/r verdient Respekt. Ob er/sie nun was bei digiges macht, bei FIfF, bei der SPD oder sonst wo. Ich würde mich freuen, wenn sich alle, auch NPorg, daran halten würden (was natürlich nicht heißen soll, dass alles kritiklos hingenommen wird). Kritik ja, Diffamierungen nein.

    1. netzpolitikaffine Parteimitglieder wurden nicht wirklich ernst genommen

      Ich antworte jetzt anders, als du es vielleicht erwartest:

      Genau das ist das Problem, gerade in der SPD

      So, und nun bitte kurz den Beissreflex unterdrücken, ich erkläre es gerne. Als Parteimitglied (oder, Zuspitzung, „Parteisoldat“) hast du zwei Möglichkeiten: Die Parteilinie, zumindest nach aussen, vertreten – oder austreten.

      Entscheidet man sich für die Parteiarbeit, kann man sich nach innen aufopfern und versuche andere zu überzeugen. Das klappt naturgemäß nicht immer. Und ja, es dürfte auch regelmäßig frustierend sein gute Laune zum bösen Spiel zu machen.

      Einmal, wenn die eigenen Leute sich als beratungsresistent erweisen, vor allem aber, wenn man auch noch von aussen beschimpft wird oder als Mitglied einer „Verräterpartei“ in Geiselhaft genommen wird.

      Glaub‘ mir, ich habe durchaus Hochachtung davor, wie engagiert (und zum Teil absehbar aussichtslos) der Nachwuchs div. Parteien intern gekämpft hat. Und wie brutal ihr zum Teil abgebügelt wurde (Selbst jemand wie Bjoern Boening auf dem Wahlparteitag 2009). Dito in anderen Parteien, dort vielleicht nicht ganz so offensichtlich.

      Und auch, wenn wir manchmal vielleicht nicht den richtigen Ton treffen, was sollen wir tun? Auf berechtigte Kritik verzichten, damit die guten Leute in den Parteien es leichter haben?

      Das funktioniert nicht. Druck von aussen – im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten – funktioniert. Und gerne auch informelle Unterstützung guter Leute in den Parteien.

      Und genau deshalb stellt sich für mich auch gar nicht erst die Frage, ob Partei, NGO oder Verein, sondern nur, wie man die guten Leute innerhalb der von ihnen gewählten Strukturen an einen Tisch bekommt. Fair, möglichlichst auch auf Augenhöhe und so transparent wie möglich.

      Manche Dinge kannst du besser über eine Partei anstoßen, manche über eine offene NGO mit Kosensplenum – und manche vielleicht top-down über einen Verein.

      Kritik ja, Diffamierungen nein.

      Denk dran, wenn du deine Tweets von gestern nochmal lesen solltest ,)

      1. Lieber Jörg-Olaf,

        Als Parteimitglied (oder, Zuspitzung, “Parteisoldat”) hast du zwei Möglichkeiten: Die Parteilinie, zumindest nach aussen, vertreten – oder austreten.

        Das hast du in einem Verein, aber genau das hast du in einer Partei eben nicht. Es geht nicht um Partikularinteressen, sondern eine Partei muss sich um das große Ganze kümmern. Natürlich vertreten einzelne (Lobby?) Gruppen Interessen in einem speziellen Feld besser. Aber ich habe mehr Optionen als du nennst:
        – Die Partei vertritt in einem speziellen Fall meine Position. Super!
        – Die Partei vertritt in einem speziellen Fall nicht meine Position. Dann muss muss ich dafür kämpfen, dass sie ihre Meinung ändert. Es steht auch nirgendwo, dass meine Meinung gleich der Parteimeinung ist. Es gibt viele Fälle, wo ich anders entscheiden würde, dennoch, der Kompass stimmt. Und Netzpolitik, dies müssen wir (so gern du und ich das Thema besprechen) zur Kenntniss nehmen, ist ein Thema unter vielen. Arbeit/Soziales, Gesundheit, Energie (vor allem momentan), Außenpolitik, Netzpolitik, etc. pp.

        Nimm doch als Beispiel den JMStV.:
        http://ak-zensur.de/2010/11/spd-nrw-brief.html
        Circa 30% der Unterzeichner sind Genossen. Sie sind also weder aus der Partei ausgetreten noch haben sie die Partei machen lassen. Sie haben dafür gestritten, dass ihre Meinung durchgesetzt wird. Demokratie eben.

        Nochmal:
        Es geht mir nicht darum, alle Parteien (oder meine insbesondere) in den Himmel zu loben. Nein, alle machen Fehler. Teilweise gewaltige. Aber sie sind alle Menschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen. Und dafür muss man ihnen Respekt zollen. Dies gilt genau so für Leute, die sich in Vereinen und Verbänden engagieren. Ja, auch für den Fußballtrainer, der in seiner Freizeit die F-Jugend trainiert.

        „Jeder Mensch, der etwas für das Gemeinwohl (irgendwie ein old-school Begriff) tut, ist 100mal gerechtfertigter als jemand, der nur auf der Tribüne sitzt und sich das Maul zerreißt.“
        Dies sagt man ehemaliger Chef Franz Müntefering. Ich finde, er hat recht. (Und nicht falsch verstehen: netzpolitik.org macht auch was für die Gesellschaft, ich nenne es mal vorsichtig „Bildungsarbeit“. Ob digiges dies ebenso tut bleibt abzuwarten.)

        Manche Dinge kannst du besser über eine Partei anstoßen, manche über eine offene NGO mit Kosensplenum – und manche vielleicht top-down über einen Verein.

        Full ACK. Partikularinteressen kannst du immer besser über einen Verein anstoßen. Denn dieser kümmert sich immer um ein Thema. Und für manche Sachen braucht man halt auch eine Partei.

        Und auch, wenn wir manchmal vielleicht nicht den richtigen Ton treffen, was sollen wir tun? Auf berechtigte Kritik verzichten, damit die guten Leute in den Parteien es leichter haben?

        Natürlich nicht. Kritik ist wichtig, sehr sogar! Und ich hoffe, dass netzpolitik.org die Parteien weiter treibt (ich stimme ja 90% von dem zu, was hier so steht). Aber nochmal: der Ton macht die Musik.

        Denk dran, wenn du deine Tweets von gestern nochmal lesen solltest ,)

        Du könntest nur den Tweet bzgl. Fanclub gemeint haben (alles andere sind mehr oder weniger Retweets). Die SPD wurde auch mal als Willy-Brandt-Fanclub bezeichnet. Finde das nicht einmal beleidigend. Geht’s dir da anders? ;-)

      2. Das hast du in einem Verein, aber genau das hast du in einer Partei eben nicht.

        Ach, als Parteimitglied vertritt man nach aussen nicht die Interessen seiner Partei? Interessantes Konzept (Wissen @tomaschek und @henningtillmann davon? ,). Wobei, es würde rückblickend einiges erklären.

        Es geht nicht um Partikularinteressen, sondern eine Partei muss sich um das große Ganze kümmern.

        Das kommt im Zweifel noch hinzu.

        – Die Partei vertritt in einem speziellen Fall nicht meine Position. Dann muss muss ich dafür kämpfen, dass sie ihre Meinung ändert

        Genau, und wenn du scheiterst, hast du Pech gehabt. Nennt sich innerparteiliche Demokratie. Wie weit es mit der mitunter her ist, haben wir 2009 gesehen, als Boehnings Antrag, der wohl recht gute Chancen hatte, im Vorfeld genullt wurde.

        http://ak-zensur.de/2010/11/spd-nrw-brief.html
        Circa 30% der Unterzeichner sind Genossen.

        Das ist jetzt nicht so wahnsinnig überraschend, wenn du dich an den Hintergrund des Briefes erinnerst (Den wir hier aus Transparenzgründen mal aussen vor lassen). Spannend ist in diesem Kontext allenfalls, dass die SPD im AK Zensur auch sonst überproportional stark vertreten ist (bzw. war). Das war – vor dem Hintergrund der ursprünglich angestrebten Überparteilichkeit – nicht immer förderlich, um es mal diplomatisch zu formulieren.

        Aber sie sind alle Menschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen. Und dafür muss man ihnen Respekt zollen.

        Dann tu’s doch einfach, anstatt hier zu dozieren und Wahlkampf zu betreiben.

        Full ACK. Partikularinteressen kannst du immer besser über einen Verein anstoßen. Denn dieser kümmert sich immer um ein Thema. Und für manche Sachen braucht man halt auch eine Partei.

        Mich dünkt, genau dies waren meine Worte.

        Du könntest nur den Tweet bzgl. Fanclub gemeint haben

        Nein. Tatsächlich ging es mir da eher um die Massendynamik, die man als Aussenstehender sehr schön bei Twitter beobachten konnte. Bringt aber auch nichts, da nun einzelne Tweets zu sezieren.

        Die SPD wurde auch mal als Willy-Brandt-Fanclub bezeichnet. Finde das nicht einmal beleidigend. Geht’s dir da anders?

        Ich kann mit dem Begriff im politischen Kontext wenig anfangen, sorry. Vielleicht, weil ich da eher an Bierzelte und (aktuell) den Kult um Guttenberg denke (Mein Fehler, ich weiß, kann der olle Willy nichts für). Wenn du Fähnchen schwenken willst, ist das aber ok für mich.

      3. Da hast du also doch noch geantwortet ;-).

        Ach, als Parteimitglied vertritt man nach aussen nicht die Interessen seiner Partei?

        Das ist der Irrglaube, dass der Mensch eins wird mit der Partei. Ich bin erst einmal ich. Und ich vertrete das, was ich gut finde. Vieles von dem überschneidet sich mit den Interessen meiner Partei und natürlich unterstütze ich sie, so gut es geht. Aber in vielen Dingen habe ich auch eine andere Meinung als die Partei, und das ist auch gut so und völlig normal.
        Wenn das nicht so wäre, sollte es nur Parteien geben mit je einem Mitglied: sich selbst. Denn sobald ein zweiter dazu kommt, wird Parteimeinung nicht immer Einzelmeinung entsprechen.

        Genau, und wenn du scheiterst, hast du Pech gehabt.

        So ist das Leben.

        Spannend ist in diesem Kontext allenfalls, dass die SPD im AK Zensur auch sonst überproportional stark vertreten ist (bzw. war). Das war – vor dem Hintergrund der ursprünglich angestrebten Überparteilichkeit – nicht immer förderlich, um es mal diplomatisch zu formulieren.

        Na da könnte man doch glatt auf folgende Schlussfolgerung kommen: Die SPD kann ja anscheinend doch nicht so schlecht sein, wenn sich viele für (gute) Netzpolitik engagieren ;-).
        Die Argumentation mit der Überparteilichkeit ist gefährlich und daran beteilge ich mich nicht. Ebenso an den Vorwürfen gegenüber digiges und der Grünenaffinität, die in manchen Blogs bescheinigt wurde.

        Dann tu’s doch einfach, anstatt hier zu dozieren und Wahlkampf zu betreiben.

        Genau so wie du vielleicht merken solltest, dass die Gleichung „Parteimigliedsmeinung = Parteimeinung“ nicht wirklich gilt, gilt auch die Aussage „Wahlkampf 365 Tage“ nicht.
        Damit du es hier auch schwarz auf weiß hast: Ich habe großen Respekt vor Leuten, die sich (besonders:) ehrenamtlich für die Gesellschaft einsetzen. (Habe ich eigentlich aber auch schon oben so geschrieben)

        Tatsächlich ging es mir da eher um die Massendynamik, die man als Aussenstehender sehr schön bei Twitter beobachten konnte

        Kurze Frage zur Dialektik: Auf netzpolitik.org hat man sich noch nie Massenbewegungen angeschlossen?

  31. aehm, hin und wieder schreibe ich für Telepolis?
    Nun ja, das ist ein wenig untertrieben, hm?
    Ich heiße mittlerweile übrigens Hammer und das Trollforum hatte mit uns nichts zu tun. Ein wenig Recherche verfehlt…

    1. Nun ja, das ist ein wenig untertrieben, hm?

      Nun, wer mag kann sich gerne selber ein Bild machen:
      http://www.heise.de/tp/autor/twisterbettinawinsemann/default.html
      http://www.heise.de/tp/autor/twisterbettinahammer/default.html

      Aber wenn es dir wichtig ist: „Frau Hammer schreibt regelmäßig für Telepolis, für März findet die Autorensuche zwei Artikel“

      und das Trollforum hatte mit uns nichts zu tun

      Daher schrieb ich Umfeld. Dass es personelle Überschneidungen gab und nicht wenige Stop1984-Mitglieder auch im Trollforum aktiv waren, lässt sich schwerlich ignorieren, oder?

  32. Noch etwas abschließend:
    ich halte es auch für sinnvoll, dass nicht zuviel zentralisiert wird, egal ob nun geographisch (alle nach Berlin bitte) oder aber personell (x vertritt uns jetzt) – das birgt große Gefahren. Bei den Personen wird, so sie noch ein Privatleben haben, die Gefahr der Erpressung, des Ausbrennens usw. größer, bei dem Geographischen wird die Gefahr des Außenvorlassens von Menschen außerhalb einer geographischen Zone größer. Das sieht man auch an den Reaktionen in Bezug auf Berliner Demos – viele schreiben da: hä, und wo soll ich das Geld hernehmen um nach Berlin zu kommen/die Zeit usw?

    Daher rührt bei vielen auch die Abneigung gegen Berlin und Brüssel – sie haben das Gefühl, da würden eben dann ein paar Leutchen in „ihrem Namen“ auftreten und gegen die antreten, die im Namen der Politik reden – sie selbst aber fühlen sich alleingelassen.
    Ds beginnt schon bei der Sprache (netzaffin etc.), geht aber noch weiter. Einige haben das Gefühl, dass immer mehr nach Berlin gezogen wird und der „kleine Hansel“ aus Unterwinigdorf höchstens ein paar Handlangerarbeiten machen kann, während sich in Berlin Politiker und Lobbyisten zum Stößchen und Häppchen treffen – dass dann der eine Anzugträgerin „ihrem Namen“ spricht, kommt ihnen zum einen vor als würde man Teufel mit Beelzebub austreiben, zum anderen auch wie eine Elite, die mit der anderen spricht.

    Hier sollte man schon bei der Sprache ansetzen und nicht Bullshitbingo spielen. Und gerade bei Vereinigungen, die behaupten „im Namen von“ zu sprechen ist Sensibilität angesagt damit man nicht schon am Anfang viele vergretzt, da sind etliche nämlich recht empfindlich. (ich nehme mich da nicht aus – wenn z.B. Menschen stop1984 als Randbemerkung abtun oder sagen „ach joah, die gab es ja auch noch“ ((damit meine ich nicht den Rant hier oben)) dann werde ich auch pizzelig angesichts der Arbeit die wir damals ganz ohne die ganzen Möglichkeiten von jetzt (auch finanziell) geleistet haben – siehe z.B. die erste große Kampagne gegen die VDS mt weltweiter Unterstützung, der AK Vorrat erhielt ja dann auch das erste digitale Zuhause von stop1984))

    Ich bin gerne für Zusammenarbeit, aber das Wadenbeißertum ist nur manchmal wirklich Wadenbeißertum, manchmal ist es berechtigte Kritik am Verhalten oder der Person anderer. Dass dies nicht immer unberechtigt ist und Kritik daoftmals mit „ihr seid neidisch“ oder „seid ruhig und streitet euch nicht, sondert werkelt zusammen“ abgebügelt wird, bis man vor den Scherben steht, hat man z.B. bei RCRF gesehen – da wurde auch schnell von Neid usw. gesprochen bis man dann irgendwann da stand, wo man jetzt ist bzw. war – und das war nicht schön. Da gilt es eben von Anfang an schon auch ehrliche Kritik zu üben, denn Kritikfähigkeit ist imho sehr wichtig.

    Ich verstehe die dg da auch nicht, denn dass diese Intransparenz zu solchem Unmut führt, dass die Grünen-Affinität des Ganzen in Verbindung mit der Frage, warum nicht andere eingebunden wurden, ein Geschmäckle hat usw. ist, wie ich finde, normal.

    1. Da gilt es eben von Anfang an schon auch ehrliche Kritik zu üben

      Ich kann und will zwar immer noch nicht für die Digiges sprechen aber:

      Gegen ehrliche Kritik hat wohl niemand etwas einzuwenden. Ein neues Projekt bereits am Tag seiner Vorstellung frontal anzugreifen und abzuurteilen, hat aber wohl kaum etwas mit ehrlicher Kritik zu tun, sondern eher mit unkontrollierten Beissreflexen. Aber gut, man weiß dann wenigstens, mit wem man es zu tun hat.

      Persönlich interessiert mir allerdings eher, was in zwei, drei oder vielleicht sechs Monaten aus einer Idee geworden ist. Immerhin, wie es ausschaut, habe ich einen Platz in der ersten Reihe ,)

      1. Also, ich sehe das anders. Laut Artikel wurde ja dg schon vor etlicher Zeit gegründet (3/4 Jahr), da denke ich, dass man bei einem derart versierten Menschen wie Markus schon verlangen kann, dass es von Anfang an transparent zugeht – er ist doch kein Dussel.

        Und _jeder_ Verein, der gemeinnützig ist, sich derartig an die Öffentlichkeit begibt und um Spenden wirbt, muss sich Fragen wie „wer steckt dahinter, wieso keine normale Mitgliedschaft“ usw. gefallen lassen – je nachdem wer noch dazugehört, wird die Kritik oder Fragestellung schärfer oder weicher ausfallen.

        np und Co. wären doch auch bei anderen Vereinen durchaus welche, die sagen würden „sorry, inansparenter Lobbyverein oder wie soll das funktionieren“ Gerade weil sie auch zu jenen gehören, die für Transparenz eintreten, ist eben die Kritik auch schärfer. Das sieht einfach nach Heuchelei aus.

        Und wenn ich so frontal an die Öffentlichkeit gehe wie Markus, dann muss ich schlichtweg auch mal sofortiger frontaler Kritik am Agieren rechnen, das empfinde ich als völlig normal und nicht als etwas, was man erst nach xy Tagen oder so tun sollte – das hat schlichtweg auch etwas damit zu tun, wer das Ganze macht und wie. Markus hat die große Öffentlichkeit gesucht und die „digitale Gesellschaft“ vereinnahmt, ohne vorher mal andere Leute anzustubsen, das wirkt überheblich und selbsthervorhebend. Das muss nicht so gemeint sein, aber wie gesagt: eigentlich sollte er Fuchs genug sein um solche Fehler zu vermeiden.

        Es wundert mich auch, wie ihm diese passieren konnten.
        Und noch etwas: man kann ja durchaus auch in 3-4 Monaten dann darüber berichten, dass die dg aus ihren Fehlern gelernt hat usw, aber „alte Neuigkeiten sind keine Neuigkeiten sondern nur alt“. Es ist momentan eben Topthema, mit allen Vor- und Nachteilen. Aber das hat sich Markus eben imho auch selbst ausgesucht.

      2. Laut Artikel wurde ja dg schon vor etlicher Zeit gegründet (3/4 Jahr)

        Ja, und wer schon einmal einen Verein gegründet hat, dürfte das auch nicht weiter merkwürdig finden. Bis das Gericht sein „Ok“ gibt, macht es wenig Sinn, vorläufige Unterlagen zu veröffentlichen. Das kann auch mal ein paar Monate dauern. Ganz abgesehen davon, dass es im Vorfeld der #rp11 sicher noch ein paar andere Dinge zu tun gab.

        Soweit ich es mitbekommen habe, hat Markus die VÖ der Satzung zugesichert, sobald alles in trockenen Tüchern ist. Daher sehe ich weder eine Verschwörung, noch Verschleierung, noch einen Transparenzskandal.

        Anyway, Vera, die auch kein Mitglied ist, hat hier in einem sehr feinen Text viele Gedanken aufgeschrieben, die mir in den letzten Tagen auch durch den Kopf gingen.

      3. Die Unverschämtheit ist die Namensgebung. Daß ausgerechnet ein Vertreter der Enquète-​​Kommission “Inter­net und digi­tale Gesell­schaft” hinterläßt schon einen gewissen Geruch.
        Da hilft auch kein kokettes Selbstvergleichen mit Greenpeace á la Udo Vetter auf der Startseite

        “Ich finde es interessant, dass einige über die Idee der Digitalen Gesellschaft die Nase rümpfen. Dasselbe haben sie damals auch bei Greenpeace gemacht.” .

        Greenpeace heißt eben nicht „Die Umweltschützer“!

        Als klugscheißender Netzprofi ist mir natürlich auf dieser Seite gleich aufgefallen, daß die digitalen Geselschafter noch nicht mal URLs richtig schreiben können…

    2. Daher rührt bei vielen auch die Abneigung gegen Berlin und Brüssel – sie haben das Gefühl, da würden eben dann ein paar Leutchen in “ihrem Namen” auftreten und gegen die antreten, die im Namen der Politik reden – sie selbst aber fühlen sich alleingelassen.

      Danke für diese Formulierung, Twister. Das spricht mir aus der Seele.

      Ich bin selber im Netz zuhause. Hier arbeite ich, hier verbringe ich einen großen Teil meiner Freizeit und hier schwatze ich stundenlang mit Freunden aus aller Welt. Ich nutze die Strukturen des Netzes zum Lernen und Leben. Es ist ein fester Bestandteil meiner täglichen Routine, mittlerweile auch immer in der Hosentasche, und dies macht Netzpolitik für mich interessant und wichtig.

      Allerdings bin ich nicht so „sichtbar“ wie die bekannteren Netzaktivisten. Nur Freunde kennen mein Blog. Ich betreibe ein aktives Forum, aber auch das ist nicht offen für jederman. Ich bin Sysadmin und Community Manager, aber nicht im ‚deutschen Teil‘ des Internets. Und ich wohne über 500km von Berlin entfernt.

      Mir stößt der Begriff „Internetgemeinde“ als Verallgemeinerung für deutsche Netzaktivisten sehr auf. Bin ich kein Teil davon weil ich nicht publiziere? Weil mein Job nicht darauf fusst? Weil ich nicht die finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten für Vereinsarbeit habe? Wird die Internetgemeinde nur aus jenen gebildet die sich regelmässig in Berlin zum Kaffee treffen? Die Idee der re:publica finde ich toll, aber ich kann mir das Ticket nicht leisten…

      Ich bin durchaus netzpolitisch interessiert, habe aber einfach nicht die Zeit und Mittel das „sichtbare Aktivitätsniveau“ zu erreichen welches anscheinend nötig ist um als aktiver Internetuser zu gelten. Daneben hat man durchaus den Eindruck das die aktiven „Szenesprecher“ eine fixe Clique sind und man – wenn man auf Kommentare beschränkt ist – da wenig Gehör findet.

      Man mag mich korrigieren aber alle bekannteren Namen verbinden ihr netzpolitisches Engegemant auch mit ihrer IRL Tätigkeiten oder betreiben es zumindest als zeitintensives Hobby, oder? Ich bin Kinderpflegerin und mein zeitintensives Hobby sind Comics – wieviele aus meinem beruflichen Umfeld dürfen sich als Szeneexperten bezeichnen? Keine? Warum nicht? Fehlendes Informatikstudium? Irrelevante Vorbildung? Bildungsfern? Ich finde nicht alles gut was der Internetgemeinde in den Mund gelegt wird, aber das kann man damit entschuldigen das ich nicht der Statistik vom hochgebildeten und gut verdienenen Internetaktivisten entsprechen :)

      Bitte nicht böse verstehen, aber ich kann mich schwer mit den derzeitigen Köpfen der selbsternannten Internetgemeinde oder digitalen Gesellschaft indentifizieren. Ich bin mit Sicherheit ebenso netzaktiv wie jeder dieser Personen aber nicht nach demselben Schema. Insofern gehöre ich nach dortigen Standards in die Liste der „gelegentlichen Kommentatoren, nicht weiter wichtig“ und die oft zitierten Namen nach meinem Standards in „nicht meine Welt, sprechen die für mich?“.

      Lieben Gruss,
      eni

      1. *seufz*

        Sorry, eni,

        ich bin weder Mitglied noch Sprecher der „dg“ (Du kannst auch direkt fragen – oder vielleicht auch hier …) und damit einfach der falsche Ansprechpartner um deine Fragen zu beanworten. Ich kann allenfalls mit meiner persönlichen Meinung aushelfen, auch wenn sie dir evtl. missfallen wird.

        Und ich wohne über 500km von Berlin entfernt.

        Bei mir sind es 432km. Zum Glück hat jemand das Internet erfunden, das erleichtert die Mitarbeit aus der Provinz wirklich ungemein.

        Mir stößt der Begriff “Internetgemeinde” als Verallgemeinerung für deutsche Netzaktivisten sehr auf.

        Mir auch. Daher sollten wir die Konnotation ändern. Das Internet ist für viele Menschen längst so selbstverständlich geworden, dass es keinen Begriff zur Abgrenzung braucht. Was es braucht sind aber viele Menschen, die sich für ihre Rechte (und die Möglichkeiten des Internets) einsetzen. You’re welcome.

        Ich bin durchaus netzpolitisch interessiert, habe aber einfach nicht die Zeit und Mittel das “sichtbare Aktivitätsniveau” zu erreichen welches anscheinend nötig ist um als aktiver Internetuser zu gelten.

        Und deshalb sprichst du anderen anderen das Recht ab, Zeit und Geld zu opfern, um sich für ihre Interessen einzusetzen? Merkwürdige Einstellung. Auch nicht sonderlich zielführend, wenn du mich fragst.

        Daneben hat man durchaus den Eindruck das die aktiven “Szenesprecher” eine fixe Clique sind und man – wenn man auf Kommentare beschränkt ist – da wenig Gehör findet.

        Nö. Wer gute Ideen hat und/oder mitarbeiten will, wird schnell akzeptiert. Nur, dass muss man eben auch tun. Und ja, das ist Arbeit. Die kostet Zeit und zum Teil auch Geld.

        Die „dg“ ist, sofern ich das verstanden habe, angetreten, zumindest die Kampagnenarbeit für Aktive zu vereinfachen. Ich kann daran nichts kritikwürdiges finden.

        Man mag mich korrigieren aber alle bekannteren Namen verbinden ihr netzpolitisches Engegemant auch mit ihrer IRL Tätigkeiten oder betreiben es zumindest als zeitintensives Hobby, oder?

        Die Szene ist bunt gemischt. Natürlich gibt es viele Webworker. Wundert es dich, dass Menschen auch beruflich etwas tun, was ihnen Spaß macht? Oder etwa, dass sie sich auch in ihrer Freizeit noch engagieren, damit es so bleibt und andere auch von den Möglichkeiten des Netzes für die Gesellschaft profitieren?

        Oder tust du das nur, weil es diese „Internetgemeinde“, pardon, das Internet ist, und nicht etwa eine Bürgerinitiative gegen eine Mülldeponie oder den Kinderlärm auf dem Spielplatz nebenan? Würdest du bei den Bürgerinitiativen auch trotzig mit dem Fuß aufstampfen und dich beschweren, dass die Mitarbeit zeitaufwendig ist und die Welt überhaupt und fies und gemein? Eher nicht, oder?

        Und klar, ernsthaftes Engagement kostet Zeit. Vor einer Anhörung oder einem Treffen mit Politikern lese ich auch mal ein paar hundert Seiten Akten. Das dürfte in einer x-beliebigen Bürgerinitiative aber nicht anders.

        wieviele aus meinem beruflichen Umfeld dürfen sich als Szeneexperten bezeichnen? Keine? Warum nicht? Fehlendes Informatikstudium? Irrelevante Vorbildung? Bildungsfern?

        Dürfen darf man vieles. Ob es dir jemand abnimmt, ist eine andere Sache. Da entscheidet entweder die Kompetenz (ein Studium und/oder Fachwissen sind da nicht hinderlich) oder Penetranz. Wobei das mit der Penetranz inzwischen nicht mehr so gut klappt, bzw. allenfalls mal beim Privatfernsehen.

        das kann man damit entschuldigen das ich nicht der Statistik vom hochgebildeten und gut verdienenen Internetaktivisten entsprechen :)

        Du musst dich nicht entschuldigen. Und welche Statistik überhaupt? Die, die du dir als Ausrede zurechtgelegt hast? „Gut verdienende Internetaktivisten“ kenne ich übrigens nur wenige. Woher soll das Geld auch kommen, wenn man einen Großteil seiner Zeit damit verbringt, die Welt zu retten?

        ich kann mich schwer mit den derzeitigen Köpfen der selbsternannten Internetgemeinde. Ich bin mit Sicherheit ebenso netzaktiv […]

        Tja, dann wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als selber den A*sch hochzubekommen und es besser zu machen. Klingt hart, ist aber so. Hat auch niemand behauptet, dass es Spaß macht.

        Lieben Gruß,
        Olaf

  33. Ich finde diese Hysterie völlig übertrieben. Sicher, es stehen noch einige Fragen offen im Raum – gerade was die bemängelte Transparenz betrifft. Wer entscheidet über die Verwendung von Spendengeldern? Wofür Gelder ausgegeben wurden, wird bei einer Gemeinnützigen organisation in den Rechenschaftsberichten stehen, aber für potentielle Spender wird es auch wichtig sein, im Vorfeld sehen zu können, welche Köpfe (außer Marcus) über ihre Spenden entscheiden. Auch über die Möglichkeit zweckgebundener Spenden sollte nachgedacht werden.

    Ich denke, dass sich die Verantwortlichen da Gedanken drum machen werden. Einige der Kritikpunkte werden wohl auch erst auszuräumen sein, wenn die DigiGes ihre Arbeit aufgenommen hat. Zum Beispiel die Offenlegung von Entscheidungsprozessen, die imho nicht immer in echtzeit und „total 2.0“ ablaufen muss. Die Beteiligung der der Öffentlichkeit finde ich dabei gut und richtig, sehe aber auch die Schwierigkeit darin. Letztlich ist es mir lieber, dass eine kleine Gruppe, die mir bekannt ist, Entscheidungen über die verwendung meiner Spenden trifft, als eine diffuse, manchmal durch Hysterie getriebene Internetgemeinde (buzz).

    Bei aller berechtigter Kritik, halte ich es für Sinnvoll ersteinmal abzuwarten, wie sich die DigiGes entwickelt, bevor sie totgeredet wird.

  34. Bei so vielen Individualisten ist der fehlende Konsens doch normal. Dort wo es Schnittmengen gibt klappt es doch hervorragend mit der Zusammenarbeit.

  35. Lieber Jörg-Olaf,

    ich lerne vor allem folgendes aus Deinem Rant: Lieber eine Nacht drüber schlafen, bevor man den „Publish“-Button drückt. Denn die kleine Geschichte der Netzszene ist insgesamt unterdurchschnittlich und schlecht recherchiert, viele coole, wichtige Aktionen sind ausgeblendet.

    Vieles hätte mit nur ein klein wenig Recherche korrekt geschrieben werden können, nun ist es eine Aneinanderreihung von Halbwahrheiten und weggelassenen wichtigen Stationen, das betrifft den CCC, die Initiativen in Brüssel, die langjährigen Aktionen zur Reform des Urheberrechtes und vieles weitere.

    1. Lieber Tharben-Fake,

      es tut mir wirklich leid, dass ich deinen hohen Anforderungen einmal mehr nicht gerecht werden konnte. Vielleicht bist du ja so nett, und benennst die „Halbwahrheiten und weggelassenen wichtigen Stationen“. Da hätten wir dann alle was von.

      Alternativ kann ich doch auch weiter für einen peinlichen Schwätzer halten, der sich in Blogkommentaren mit ein paar hingerotzten Zeilen profilieren will.

  36. Ojeminee ….

    Geduld ist eine Zier, bei der Jugend geht’s wohl ohne Ihr….. oder so ähnlich.

    Nun wartet doch mal erst ab bis alles „Offizielle“ bei diesem neuen Verein über die Bühne ist. Dann schauen wir alle gemeinsam mal an, was dieser Verein bewegt (kann gut ein Jahr dauern bis es ein bischen sichtbar wird oder länger). Eines ist aber gewiß, die Beziehungen zur Presse stehen scheinbar gut. Das sieht man.
    Denkt mal an die Zensurdebatte, wie frustrierend es war bis dieses Thema auch opponierend von der Presse wahr genommen wurde. Also wartet doch bitte mal und habt Geduld. Über die Personen und die Taten kann man doch auch erst richten, wenn diese aktiv sind. Vorurteile sind es doch auch in der Netzpolitik, die uns am Meisten zu schaffen machen. Also nun aber Kopf hoch, abklatschen und mal sehn was der Morgen bringt.

    Schaut lieber jetzt mal intensiv was die Malmström wieder verzapft, dass ist grauenvolle Politik. Also auf in den Kampf gegen rücksichtsloses Todtreten der Bürgerrechte und unserer Freiheit!

    … und nicht sich gegenseitig !!!öffentlich!!! in den Magen treten.

  37. Ich kann die Kritik bisher auch nicht verstehen. Es geht doch um belastbare Ergebnisse & Repräsentanten für die wichtigen Fragen.

    Oder anders gesagt: die Politik (die es zu beeinflussen gilt) orientiert sich doch nicht an der Denk-/Arbeits-/Verhaltensweise einiger alteingesessener Netz“aktivisten“. Am Ende zählt doch va das Ergebnis, und da sehe ICH mich hier durch die Digiges besser vertreten als durch ein loses Netzwerk von Leuten, die technisch gebildet sind und ihre Meinung seit Jahren frei ins Netz schreiben.

  38. „Können wir nun bitte _zusammen_ sinnvolle Dinge tun, oder wollt ihr euch erst noch ein bisschen um die Plätze an den politischen Katzentischen streiten?“

    Sorry, das klingt mir zu sehr nach „Lauft bitte endlich in die Richtung, die wir vorgeben (Wer immer „wir“ auch ist…) und hört auf zu denken.“ #notmylobby

    1. Sorry, das klingt mir zu sehr nach “Lauft bitte endlich in die Richtung, die wir vorgeben (Wer immer “wir” auch ist…) und hört auf zu denken.” #notmylobby

      Doof, dass genau das da oben nicht steht. Muss aber auch nicht, kann man ja einfach mal behaupten, nech? ,) *seufz*

      1. Nicht? Wie sonst soll man eine halbwegs lobende, mit merkwürdig lückenhafter Recherche zusammengetragene Geschichte von netzpolitischen/-kulturellen Aktionen/Aktiven werten, die mit einem „jetzt gibt’s ja die @digiges und jetzt sollten wir alle zusammenarbeiten“ endet, werten?

      2. [quote]Schau nochmal genau hin, das steht da oben nicht. Insbesondere nicht der erste Teil.[/quote]
        Nein, das steht da so nicht. Aber Du wirst damit leben müssen, dass das Medium, bei dem Du publizierst, die Perzeption dessen, was Du publizierst, verändert.

        (Es wäre übrigens schön, wenn man hier mehr Ebenen für replies zur Verfügung hätte.)

      3. Achso, wenn man kein Beleg für seine Behauptungen hat, kann man einfach was unterstellen? Na denn.

        Ich halte die Koinzidenz Deines rants zeitlich zur Gründung der @digiges und „räumlich“ zur Verkündung der selben für zu auffällig, um keine Kausalitäten anzunehmen.

  39. Oh man, wie kann man nur schreiben „Irgendwann in der Zwischenzeit hat man dann auch beim CCC (Berlin) das Arbeitsfeld “digitale Bürgerrechte” wiederentdeckt.“?

    Ich habe die Geschichte anders in Erinnerung. Sicher sind da viele Mitglieder einfach nur Freaks, aber schaut noch mal auf https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Chaos_Computer_Club#Geschichte

    Hacking ist gelebter Einsatz für „digitale Bürgerrechte“. Ich glaube eher, dass manche aus der Community mit den Jahren den CCC wiederentdeckt haben. Davon abgesehen: Für mich ist der auch nix, weil es z.B. vielerorts eben eher sowas wie ein Frickelverein ist. Also nicht darauf ausgerichtet politisch aktiv zu sein. Die haben da ihre paar Hanseln die das machen und dafür viel Wohlwollen der Freaks bekommen.

    Wir brauchen einen basisdemokratischen Verein. Nichts anderes. Und das ist bisher keiner von all denen.

    1. Ich habe die Geschichte anders in Erinnerung. Sicher sind da viele Mitglieder einfach nur Freaks, aber schaut noch mal auf https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Chaos_Computer_Club#Geschichte

      Ja, spannend, nicht wahr? Da steht nämlich genau, was ich oben schrieb ,) Ok, den Wahlcomputer-Hack, bzw. das Gutachten hätte ich gesondert erwähnen können, das hatte ich unter „wiederentdeckt“ abgeheftet. Tatsächlich war das bereits 2007, nicht erste 2008/2009.

      Für mich ist der auch nix, weil es z.B. vielerorts eben eher sowas wie ein Frickelverein ist.

      Ich habe nichts gegen Frickelvereine, das können durchaus sympathische Leute sein. Nur politische Bewegungen sind es, wie du selber sagst, eher selten.

      Wir brauchen einen basisdemokratischen Verein..

      Warum? Und warum gründet ihn eigentlich keiner?

      Nichts anderes.

      Warum? Nein, ernsthaft, und das ist kein Plädoyer für die „dg“, manche Dinge lassen sich in „basisdemokratischen“ Vereinen einfach nicht effizient umsetzen. Daher braucht es vielleicht doch auch noch was anders. Gerade in der Diversität der Ansätze liegt unsere Chance, man muss das nur wollen.

  40. „… oder wollt ihr euch erst noch ein bisschen um die Plätze an den politischen Katzentischen streiten?“

    Ne, dass macht mal lieber selber. Eure undemokratische Struktur wird euch dabei ja auch trefflich in die Hände spielen. Von daher ist die „haltet den Dieb“-Methode schon mal reichlich billig, liebe selbsternannte Internetelite, denn offensichtlich hatte die eigene Machtzementierung doch oberste Priorität bei euerm dollen Club, oder was habt ihr sonst noch großartiges vollbracht bisher?

    Ich fühl mich jedenfalls vom CCC wesentlich besser representiert, als von ein paar Möchtegerns, die schon mal vorab Spenden sammeln wollen und wenns (absolut berechtigten) Gegenwind gibt auch noch rumschmollen.

    Von daher ist der Shitstorm, der grad über euch reinbricht ein Zeichen für eine funktionierende Sozialhygiene in der sogenannten Blogossphäre, was euch als Internetelite doch auch ein bisschen stolz machen sollte. ; )

    1. Eure undemokratische Struktur wird euch dabei ja auch trefflich in die Hände spielen.

      Ich weiß, hier auf dem Pawlowscher seinen Hund zu machen, ist unglaublich einfach, da muss man auch nicht weiter nachdenken, aber: Da oben geht’s erstmal so gar nicht um die „Digitale Gesellschaft“. Für die kann und will und ich gar sprechen.

      Warum die „dg“ undemokratisch sein soll, weil Trägerverein derzeit nur Fördermitgliedschaften anbietet, ist mir übrigens auch nicht so recht klar. Es wird niemand zur Unterstützung gezwungen, oder?

      Ich fühl mich jedenfalls vom CCC wesentlich besser representiert

      Na, ist doch prima. Wo ist nun das Problem? Dass sich andere Menschen vielleicht wo anders engagieren wollen?

      Möchtegerns […] liebe selbsternannte Internetelite

      Neidisch? Oder fällt dir einfach nix besseres ein?

      funktionierende Sozialhygiene

      Ok, Frage beantwortet. Schade.

  41. Dein erster Rant ist das m.E. zwar nicht, aber ist schon richtig. Hat man denn Franziska Heine eigentlich gefragt, ob se mitmachen will? Ansonsten bin ich gespannt und freu mich auf Aktionen des Vereins.

    1. @Julia: Es ist iirc so, wie ich oben schrieb. Es gab im Sommer 2009 den frisch gegründeten AK Zensur auf der einen Seite, und es gab das (Berliner) Grüppchen um Franziska auf einer anderen. Als sich abzeichnete, dass die Petition ein Erfolg werden würde, gab’s seitens AKZ die Anfrage, ob man nicht zusammenarbeiten wolle – und in Franziskas Umfeld doch mehr oder weniger deutlich Vorbehalte. Zusammen gings dann doch irgendwie besser, am Anfang gut, zeitweise auch nicht so, usw.

    1. @Volker: Ja, ist mir auch schon aufgefallen. Ich befürchte allerdings, dass mit ein paar Gene fehlen, um seine Erkenntnisse aus der Trollforschung umzusetzen.

      Ich nehme jeden Kommentar grundsätzlich erstmal ernst. Vielleicht ist das einfach ein Fehler (bzw. basiert nicht auf Gegenseitigkeit. Was schade wäre).

    1. Sorry, ich wusste nicht mehr genau, seit wann du dabei warst. Und welche Frage genau kann ich dir noch gleich beantworten?

      Achso, ob Franziska bei der „dg“ mitmacht oder gefragt wurde? Da musst du Markus oder Franziska fragen. Ich weiß es nicht.

  42. Bald kommt ja der EU-Bericht zu Vorratsdatenspeicherung (Mittwoch?) und vielleicht auch wieder ein neues Vertragsverletzungsverfahren. Statt also mal wieder so Piratenartig um sich selbst zu kreisen, kann man hier ja noch mal zeigen, was man so drauf hat.

    Vielleicht zeigen sich so auch die Vorteile der so organisierten PR. Zeit Online hilft bestimmt auch gerne mit. Und viele Füller-Abgeordneten werden auf ihren Kinderpad bestimmt auf etwas lesen was bei Spiegel, Handelsblatt oder der FAZ auftaucht.

    Allerdings ist hier besonders Arbeit auf EU-Ebene notwendig …

  43. solche artikel sind mir tausendmal lieber als der katzenjammer und das „hamwadochimmagewusst“ nachher in der echokammer, wenn der fisch geputzt und der zug abgefahren ist.

    danke für den beitrag, herr schäfers.

    .~.

  44. Ich weiß, hier auf dem Pawlowscher seinen Hund zu machen, ist unglaublich einfach, da muss man auch nicht weiter nachdenken\n
    Und was genau is das dann jetzt? Blaming das zum Beißreflex mutiert oder isses doch anders rum? Haltet den Dieb scheint eines Ihrer Lieblingsspiele zu sein, wie?

    Ich hab übrigens nur auf Ihren Rant zurückgerantet. Warum Sie dann plötzlich das Moralisieren anfangen, versteh ich nich so ganz, oder dürfen andere bei diesem Thema nicht mitreden (da erkenn ich dann übrigens direkt wieder gewisse Parallelen zu besagtem Verein).

    Für die kann und will und ich gar sprechen.
    Warum die “dg” undemokratisch sein soll, weil Trägerverein derzeit nur Fördermitgliedschaften anbietet, ist mir übrigens auch nicht so recht klar.\n
    Ob Sie es wollen oder nicht: offensichtlich sprechen Sie für die, auch wenn Ihnen das anscheinend gar nich mehr auffällt. Seltsamerweise nehmen Sie es auch direkt persönlich, wenn man was gegen die Truppe sagt. Komisch, oder?

    Ich fühl mich jedenfalls vom CCC wesentlich besser representiert
    Na, ist doch prima. Wo ist nun das Problem?\n
    Welches Problem? Ich seh da keins, denn der CCC leistet hervorragende Arbeit.

    Dass sich andere Menschen vielleicht wo anders engagieren wollen?\n
    Engagieren Sie sich, wo Sie wollen, aber man erklärt sich nicht zu Vertretern von Leuten, die einen nie darum gebeten haben und nicht mal danach gefragt wurden. Und damit hab übrigens nicht nur ich ein Problem, sondern anscheind das gefühlte halbe Internet. Daher auch ihre gereizte Reaktion, vermute ich mal.

    Neidisch? Oder fällt dir einfach nix besseres ein? \n
    Naja, mehr als ne billige Retourkutsche scheint von Ihnen irgendwie auch nicht zu kommen, aber um die Frage zu beantworten: neidisch wodrauf denn?
    Auf die Eintragung als Verein? Auf den ausgelösten Shitstorm? Auf die nichtvorhandenen Leistungen? Auf ein Ego von Planetengröße, durch das man sich für so dolle hält, daß alle Kritiker direkt neidisch auf einen sind?
    Fragen über Fragen.

    unktionierende Sozialhygiene
    Ok, Frage beantwortet. Schade.\n
    Sie scheinen ein Problem mit andern Meinungen zu haben und versuchen es zu kompensieren, indem Sie selektiv quoten und dann unwahre Behauptungen aufstellen, die mit dem gequoteten in keinerlei Zusammenhang stehen.
    Schlechten Stil nennt man sowas, wenn man es höflich ausdrücken möchte, mit ner Diskussion sollte man solches Verhalten aber nicht verwechseln.

    PS: Wer keine Kritik vertragen kann, sollte vielleicht besser die Finger von Politik lassen.

    1. Ob Sie es wollen oder nicht: offensichtlich sprechen Sie für die, auch wenn Ihnen das anscheinend gar nich mehr auffällt.

      Nein, immer noch nicht. Kann ich auch gar nicht. Tut mir jetzt auch irgendwie leid, wenn ich als Projektionsfläche ausfalle. Ein eigene Meinung darf ich gleichwohl noch haben, oder? Ach nee, darf ich ja nicht …

      Seltsamerweise nehmen Sie es auch direkt persönlich, wenn man was gegen die Truppe sagt. Komisch, oder?

      Ich nehme es persönlich, wenn man mich für Dinge verantwortlich macht, für die ich nicht verantwortlich bin und mir Dinge in den Mund legt, die ich nicht geschrieben habe. Daran kann ich nichts komisches finden.

      aber man erklärt sich nicht zu Vertretern von Leuten

      Nichts würde mir ferner liegen. Soweit ich die Debatte verfolgt habe, kann davon auch bei der „dg“ keine Rede sein (einen solchen Anspruch allein aus dem Namen zu konstruieren, ist psychologisch freilich recht bemerkenswert). Aber bitte, da bin ich schlicht der falsche Ansprechpartner.

      Wer keine Kritik vertragen kann, sollte vielleicht besser die Finger von Politik lassen.

      Ach, mit Kritik komme ich wunderbar klar. Bei blankem Hass hingegen werde ich neugierig und bohre auch mal nach.

  45. Nein, immer noch nicht. Kann ich auch gar nicht. Tut mir jetzt auch irgendwie leid, wenn ich als Projektionsfläche ausfalle. Ein eigene Meinung darf ich gleichwohl noch haben, oder? Ach nee, darf ich ja nicht …

    Ui, Sie spielen ja schon wieder „in den Mund gelegt“.
    Preisfrage: Wenn jemand sofort tätig wird, wenn ein Vorwurf gegen jemand anderes erhoben wird, für wen spricht er dann?
    Preisfrage 2: Darf ein Kritiker des Vereins, denn keine eigene Meinung zu dem Thema haben, ohne das Sie sich direkt auf den Schlips getreten fühlen?
    Und wer hier grad wen als „Projektionsfläche für irgendwas braucht, sollen die geneigten Leser doch ruhig selber entscheiden.

    Ich nehme es persönlich, wenn man mich für Dinge verantwortlich macht, für die ich nicht verantwortlich bin und mir Dinge in den Mund legt, die ich nicht geschrieben habe. Daran kann ich nichts komisches finden.

    Zuallererst sollten Sie dann mal nicht selber so einen Stil pflegen, das würde ihre Ausführungen mit mehr Glaubhaftigkeit anreichern, als wenn Sie immer im nächsten Satz den Gegenbeweis für Ihre Thesen liefern.
    Desweiteren bitte ich mal um Quotes, wo ich _Ihnen_ Sachen in den Mund lege. Bis dahin betrachte ich ihre Ausführungen mal als Schutzbehauptung.

    Nichts würde mir ferner liegen. Soweit ich die Debatte verfolgt habe, kann davon auch bei der “dg” keine Rede sein (einen solchen Anspruch allein aus dem Namen zu konstruieren, ist psychologisch freilich recht bemerkenswert). Aber bitte, da bin ich schlicht der falsche Ansprechpartner.

    Dann fühlen Sie sich halt nicht angesprochen. So einfach kann das Leben sein.
    Ihre unterschwelligen Beleidigungen sind übrigens immer noch stillos. Finden Sie es nicht dezent grotesk, wie Sie sich hier durch Diffamierung anderer auch noch zum Opfer hochstiliseren wollen?

    Ach, mit Kritik komme ich wunderbar klar. Bei blankem Hass hingegen werde ich neugierig und bohre auch mal nach.

    Wer behauptet denn hier, andere würden „hier auf dem Pawlowscher seinen Hund“ „machen“ ? Wer stempelt Kritiker großkotzig als Neider ab? Wer unterstellt grade „blanken Hass“ und versucht den anderen zu diffamieren, um sich um die Argumente zu schlängeln, hm?

    Wer so grandios im Austeilen ist, sollte sich mal beim Einstecken nich so dünnhäutig geben, oder wie sehn Sie das?

  46. Die Diskussion wird langsam müßig. Ich lese schon den ganzen Tag all die Twittermeldungen und Blogeinträge. Das Vorhaben der Digitalen Gesellschaft sind an sich zu begrüßen und mir fällt auf, dass, wie immer, manch Kritiker sehr unsachlich sind oder versuchen Totschlagargumente zu bringen wie „die digiges ist undemokratisch!“ – was selbstverständlich Unfug ist. Andererseits scheinen mir die hier Gebashten nicht zu sehen, dass viele Kritiker durch aus Lob übrig haben für die getane Arbeit. Aber ihr nehmt euch nicht den (manchen) validen Kritikpunkten an. Wobei das bei diesem Shitstorm auch wahrlich schwer zu handeln ist. So…von jetzt auf gleich.

    Naja. Die Namenswahl kann ich verstehen. Sie ist … griffig. Gleichzeitig verstehe ich aber auch die Kritiker (icke z.B.). Verwirrungsgefahr in Dialogen ist der kleinste Punkt auf der Liste. Der Name ist schon irgendwie…anmaßend…in Bezug auf die Art, wie die Digitale Gesellschaft sich vorgestellt hat.

    http://twitpic.com/4m4z9p

    1. @derda:

      Andererseits scheinen mir die hier Gebashten nicht zu sehen, dass viele Kritiker durch aus Lob übrig haben für die getane Arbeit.

      Doch, sicher. Danke.

      Aber ihr nehmt euch nicht den (manchen) validen Kritikpunkten an

      Kein Wunder. Es gibt in diesem Thread kein „ihr“. Soweit ich das sehe, schreibt hier im Thread bisher niemand von der „dg“ mit (die haben ihr Blog gleich nebenan). Ich wiederum _kann_ schlecht Kritik für etwas annehmen, worauf ich keinen Einfluss habe.

      Ich kann allenfalls meine Meinung als Nichtmitglied äussern, das gerade zwischen zwei Stühle gesetzt wurde. Aus nachvollziehbaren Gründen habe ich mich da bisher zurückgehalten. Ein oder zwei Vorwürfe, die mir besonders absurd erschienen, habe ich kommentiert – und wurde gleich weiter mit Dreck bekübelt. Danke auch dafür.

      Es gibt Tage, da frage ich mich wirklich, warum ich mir das hier noch antue.

      1. Kein Wunder. Es gibt in diesem Thread kein “ihr”. Soweit ich das sehe, schreibt hier im Thread bisher niemand von der “dg” mit (die haben ihr Blog gleich nebenan). Ich wiederum _kann_ schlecht Kritik für etwas annehmen, worauf ich keinen Einfluss habe.

        Entschuldige, ich war wohl etwas ungenau. Ich habe eher das allgemeine Stimmungsbild kommentiert und das (egal wo, nicht nur hier (und hier sowieso nicht)) keine Reaktion der dg kommt. Was…scheinbar einige erwarten.

        Sollte kein Angriff gegen dich sein – oder eine gestellte Erwartung – falls du das so aufgefasst hast.

        Es gibt Tage, da frage ich mich wirklich, warum ich mir das hier noch antue.

        Auf Twitter sehe ich, auch da reagierst du etwas…emotionaler. Klink dich doch aus und beruhig dich für’n Tag? Wenn du die Kritik zu heftig findet oder sie gar unangebracht, dann musst du entweder mal Pause machen, dir sagen „mir doch egal“ oder aber – puh – zukünftig mit sowas rechnen. Damit war zu rechnen.

        Was soll ich sagen. Versuch locker zu bleiben und lass all die Kritiker sich mal auskotzen. Danach wird durchforstet (von der dg, vielleicht auch von dir?), sich die Standpunkte (und bedenkenswerte sind dabei) angeschaut, sich vielleicht an die eigene Nase gefasst und dann das getan, was die dg beim Start eeetwas verkackt hat. Offen und detailliert kommuniziert.

      2. dir sagen “mir doch egal” oder aber – puh – zukünftig mit sowas rechnen. Damit war zu rechnen.

        Natürlich war damit zu rechnen. Es ist mir trotzdem nicht egal. Da schlägt einfach mein Gerechtigkeitssinn durch. Ich kann und will mich da nicht zurücknehmen.

        Und ja, natürlich gibt es berechtigte Kritik (Die dürfte auch nebenan ankommen). Ich glaube aber, dass ich inzwischen recht gut zwischen berechtigter Kritik und dem, was die üblichen Verdächtigen gerade inszenieren, unterscheiden kann. Das ist tlw. ja nicht weniger als blanker Hass. Und das macht mich wirklich und ernsthaft fassungslos.

  47. @ Jörg-Olaf

    Ich kann ebenfalls nicht nachvollziehen, weshalb du deinen Artikel als Rant bezeichnet hast. Dafür fehlt es ihm an Wut, oder allgemeiner, an Leidenschaft. Darüber hinaus ist der Artikel nicht wirklich gut lesbar. Mich stört die schlechte Typografie mehr als deine Satzkonstruktionen:

    1. Bitte ändert mal die Farbe der Links. Sie ist zu hell und zu grell.

    2. Mich nervt es nach wie vor, dass ihr Anführungszeichen nicht nach deutschen typografischen Regeln setzt. In der Gänsefüßchen-Form werden sie so gesetzt: „Text“

    3. Du übertreibst es mit den eingeklammerten Sätzen. Mindestens 50% der eingeklammerten Sätze würde ich nicht vor den Schlusspunkt der Sätze setzen, auf die sie sich beziehen. Und bei etwa 25% der eingeklammerten Sätze sind Klammern nicht nötig. Wenn du Klammern verschachtelst, solltest du auf der zweiten Ebene die eckigen und auf der dritten die geschweiften Klammern verwenden.

    4. Durchstreichungen als Stilmittel finde ich gelegentlich ganz okay. Aber ich brauche kein Update für jeden Pippifax. „Netzkompetenz “ klingt nicht so viel besser als „Netzelite“, dass es sich lohnt, den Lesefluss durch eine Durchstreichung zu behindern.

    5. Im Übrigen stelle ich gerade mal wieder fest, wie sehr mir ellenlange Vereinsnamen bzw. ihre Abkürzungen/Akronyme auf den Geist gehen, besonders dann, wenn sie beide im Text genannt werden. Ich lese aber lieber dreimal im selben Text den ellenlangen Vollnamen eines Vereins als einmal die Namensabkürzung.

    6. Wo ich schon dabei bin: „Parteien & Akteure“. Da gehört ein simples ausgeschriebenes „und“ hin. Und „D’dorfer“ fand ich schon immer blöder als „Düsseldorfer“.

  48. Oh Gott ist der Text schlecht geschrieben. So was bin ich in diesem Blog nun wirklich nicht gewohnt. Gegen einen guten „Rant“ habe ich ja gar nix einzuwenden. Aber ich habe auch nach fünf Absätzen, die ich sogar zweimal gelesen habe, nicht verstanden, was eigentlich das Problem ist und was Dich gerade so aufregt. Nach dem ich bis zum Schluss des Endlos-Artikels gescrollt habe, glaube ich, dass es wohl um die kritischen bis beleidigten Vorwürfe gegen Eure Vereinsgründung von bestimmten Seiten geht.. aber ganz sicher bin ich mir trotzdem nicht. Und ganz ehrlich: Lust jetzt noch irgendwelche Erklärung in den Kommentaren zu lesen habe ich nicht. Ich will ja hier nicht den Oberlehrer raushängen lassen – aber eine gewisse Gliederung (Einleitung mit Problemerklärung – Hauptteil mit Argumentation – Schluss mit Zusammenfassung der Thesen) macht einen Text doch irgendwie verständlicher. Zwischendrin kann man ja ruhig schimpfen wie ein Rohrspatz – aber in Deinem Text wetterst Du ja nicht mal gegen irgendwas – sondern zählst irgendwelche geschichtlichen Ereignisse auf ohne zu sagen, was Du damit eigentlich sagen willst. Fazit: Vor dem Veröffentlichen des nächsten „Rants“ vielleicht doch noch mal drüber schlafen oder jemand anderes drüber lesen lassen…

  49. @Jörg-Olaf Schäfers

    Ich glaube aber, dass ich inzwischen recht gut zwischen berechtigter Kritik und dem, was die üblichen Verdächtigen gerade inszenieren, unterscheiden kann. Das ist tlw. ja nicht weniger als blanker Hass. Und das macht mich wirklich und ernsthaft fassungslos.

    Hier bin ich ganz auf deiner Seite. Ich hatte ebenfalls meine Kritik und habe die geäußert, gleichzeitig lief auf Twitter nach #digiges gefiltert aber soviel … Mist (also absurde Kritik) über den Bildschirm und multiplizierte und potenzierte sich immer mehr, dass ich das Diskutieren in diese Richtung beginnen musste.

    Mittlerweile hat die DG ja ihre FAQ online gestellt. Das ändert zwar nichts daran, dass der Anfang außerordentlich schlecht kommuniziert war und manch eine Äußerung (es geht vor allem um den Namen in Kombination mit a) gemachten Äußerungen wer vertreten werden soll + b) dass der Verein keine Mitglieder aufnimmt oder vllt. sogar nie aufnehmen wird) selbstverständlich Irritation und Wut hervorrufen musste – aber diese FAQ gefällt mir sonst sehr gut und spiegelt glücklicherweise auch die Punkte wieder, die ich verwendete, um mich gegen manch unnützige kritische Äußerung zu stellen. (Nehmen wir den Fakt, dass die Satzung noch nicht publiziert war und ist. Dieser Kritikpunkt ist lächerlich, wenn man bedenkt, dass sich der Verein offiziell in Gründung befindet. Da ist die endgültige Fassung nicht mit Sicherheit publizierbar.)

    Das du die Kritik in Teilen verstehen konntest und sie dir trotz des Nervfaktor hast nicht egal sein lassen, ist gut. Doch…ich denke du hast dir teils selbst den Nerv geraubt, indem du zu „früh“, zu persönlich auf Anfeindungen reagiert hast. Klar…die Hutschnur…verstehe schon. Du hättest vielleicht trotzdem dir mehr Zeit für die Antworten lassen sollen. So hat der Kommentarbereich hier sich erst recht hochgeschauckelt.

    Wär doch schade, wenn du wegen eines epischen Shitstorms :) die Segel streichst.

    1. Nehmen wir den Fakt, dass die Satzung noch nicht publiziert war und ist. Dieser Kritikpunkt ist lächerlich …

      Sicher, das kann dir auch jeder sagen, der sich ein bisschen im Vereinsrecht auskennt (Ich hatte übrigens hier auch schon drauf hingewiesen). Gut, muss man ja nicht (warum tratscht man dann Unsinn weiter?), aber:

      Von daher fand es ich es um so bemerkenswerter, dass der Vorwurf insbesondere von Leuten befeuert wurde, die sich im Vereinsrecht sehr gut auskennen ,(

      ich denke du hast dir teils selbst den Nerv geraubt, indem du zu “früh”, zu persönlich auf Anfeindungen reagiert hast. Klar…die Hutschnur…verstehe schon.

      Vielleicht. Vielleicht aber auch, weil .. siehe oben. Manche Dinge gehen einfach nicht. Gar nicht. Da hilft auch keine Pause, obwohl die Idee gar nicht schlecht ist.

    2. Mittlerweile hat die DG ja ihre FAQ online gestellt. Das ändert zwar nichts daran, dass der Anfang außerordentlich schlecht kommuniziert war und manch eine Äußerung (es geht vor allem um den Namen …

      Das ist ja erstmal ein guter und angesichts der Kritik ein notwendiger Schritt, zeigt er doch, daß die Digitalen Gesellschafter konstruktiv und an Zusammenarbeit interessiert sind, auch nachts um halb zwei (was man leider nicht von allen „Anhängern“ sagen kann, hatte gestern eine Begegnung der unsachlichen Art).
      Zur anmaßenden Namensgebung gibt die FAQ außer „wir haben es absichtlich so gemacht“, was ja nichts Neues ist, davon ist auszugehen, leider nichts her.

      Inhaltlich verwundert mich die Haltung, der gute Zweck (und ein solcher ist es unbestritten) heilige die Mittel. Auch die Vereinnahmung aller unter „Wir sind die Digitale Gesellschaft“. Das sehe ich anders.

  50. Da schlägt einfach mein Gerechtigkeitssinn durch. Ich kann und will mich da nicht zurücknehmen.
    (…) was die üblichen Verdächtigen gerade inszenieren, unterscheiden kann. Das ist tlw. ja nicht weniger als blanker Hass.

    Da bildet sich wohl grad eine neue Achse des Guten gegen die bösen, bösen Hassprediger.

  51. Abgesehen davon, dass ich unter Rant etwas anderes verstehe, bietet er einen fantastischen Blick über die Vielzahl der Küchen und Köche, die gerade dabei sind den politischen Netzdiskurs abzuschmecken. Das finde ich gut.
    Über die DG kann man übrigens sagen was man will, allein der Name entlarvt doch bereits die Hybris. Sich darüber aufzuregen klingt nach einem verbitterten Stachelhäuter zu Beginn des Kambriums. Letztlich kann man sich doch schließlich nur da engagieren, wo man sich am besten aufgehoben fühlt. Die DG bietet eine weitere Möglichkeit sich an dem Thema abzuarbeiten, wie man ja auch hier im Diskurs sieht.

  52. schöner artikel aber die piraten sind doch das beste beispiel. die einen saßen auf ihrem arsch und machten lieber rechtspopulismus und was weiss ich nicht alles, die anderen zerstritten sich solange, bis von den guten konzepten sogut wie nix mehr übrig blieb. ob die ihr ergebnis bei der nächsten wahl halten ist fraglich – schade. dabei lagen die beim letzten mal in intellektuelleren bevölkerungsschichten ganz weit vorne. (bei mensa umfragen zb auf platz 1).

    eine „konferenz rundum web 2.0“ darf sicher kritisch beäugt werden, wenns um aktivismus geht. das meiste davon ist nunmal luft. der begriff web 2.0 allein wurde total sinnlos gehyped und social networks erst.. *hust*. lobo hats perfekt auf den punkt gebracht, auch wieso „arsch hoch“ nicht zwangsläufig vom pc aufstehen heissen muss. ich begreif auch nicht, wieso wir für netzaktivismus den ccc, re, xx, yy, zz brauchen. wenn wir uns immer weiter aufsplittern (und am ende vielleicht noch in einer modeveranstaltung landen), kann das nichts werden mit „gemeinsam stark“.

    was zur hölle soll eine „digitale gesellschaft“ eigtl sein? muss ich mich dazu wo anmelden, um dran teilzuhaben nach meinen 15 jahren im netz?

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