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Vorratsdaten: Wer löscht wirklich?

Das Blog wayne.interessierts.eu hat mal bei einigen Providern nachgefragt, ob diese denn nun nach dem Urteild es Bundesverfassungsgerichts die Vorratsdaten löschen. Einige Provider haben schon geantwortet. Interessante Info: Bei der Deutschen Telekom werden 19 TB Daten gelöscht, 1&1 schreibt von 25 TB. Da fragt man sich doch, warum der deutlich kleinere Provider 1&1 viel mehr Vorratsdaten vorrätig hielt und nun löscht als die Deutsche Telekom. (Ok, liegt wohl an GMX und Web.de, die auch zu 1&1 gehören)

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(danke an chriszim)

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28 Kommentare
  1. Das dürfte wahrscheinlich an der Art der Speicherung liegen. Jeder Provider hat da offenbar Speziallösungen für sich anfertigen lassen. Und während die Software des einen die Verbindungsdaten extrem effizient und sparsam verarbeitet und speichert, kann es ja sein, dass der andere eine wesentlich ineffizientere Lösung hat.

  2. Birnen und Äpfel.

    Was heißt den hier „größer“? Telekom und T-Systems sind zwei verschiedene Firmen.

    Ich vermute mal daß 1und1 deutlich mehr Domains und damit Postfächer hostet.

  3. Bzgl. der unterschiedlichen Speichermengen sollte man evtl. nachfragen, was da eingerechnet wurde. Hat 1&1 z.B. auch für WEB.de und GMX gesprochen? Zumindest der Blog-Eintrag von 1&1, auf den da verwiesen wird, legt das nahe, dort heißt es:

    Für 1&1 und unsere Marken GMX und WEB.DE und vor allem unsere Kunden bedeutet die Karlsruher Entscheidung, dass wir keine Vorratsdaten mehr speichern werden und der Aufforderung nachkommen, die aktuell rund 25 Terabyte gespeicherten Daten “unmittelbar” zu löschen. Aus technischen Gründen wird dies nicht an einem Tag geschehen, aber wir gehen davon aus, dass dieser Prozess in wenigen Tagen abgeschlossen ist.

    (Hervorhebung von mir.)

    Grüße,
    Drizzt

  4. Zum „deutlich kleineren Provider 1&1“ gehören auch die beiden größten deutschen Freemailanbieter GMX und Web.de.

    Ein „Backup“ der Daten wäre rechtlich nicht möglich, es gibt allerdings eine Spiegelung des Systems – die entsprechend ebenfalls 25 TB groß ist.

    Andreas Maurer, 1&1

  5. Habe gestern noch bei T-Home angefragt. Genau bei der Pressestelle. Meine E-Mail wurde kurz und knapp an den normalen Support weitergeleitet mit dem Hinweis für den Supporter:

    Ihre Mail vom 03.03.2010 08:45:
    Name: **
    Keine Presseanfrage!!

    Sehr zügig kam dann auch heute Abend nach 18 Uhr die Antwortmail:

    Sehr geehrter Herr ***,

    vielen Dank für Ihre E-Mail.

    Wir möchten schnell für Sie tätig werden, brauchen hierfür allerdings noch einige Informationen.

    Bitte ergänzen Sie in dieser E-Mail folgende Angaben und senden diese an uns zurück.

    Vorname Name (Anschlussinhaber/in):
    Straße:
    PLZ/Ort:
    Telefonnummer mit Vorwahl:
    Kundennummer oder Buchungskonto:

    Unser Tipp: Die Kundennummer, das Buchungskonto oder die Rechnungsnummer finden Sie oben rechts auf Ihrer Telekom Rechnung.

    Gern klären wir nach Eingang dieser Angaben Ihr Anliegen unverzüglich.

    Herzlichen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen

    Deutsche Telekom AG
    Kundenservice

    Ulrike ***

    Tja, das übliche halt… da passt doch das gelobte Zitat:

    Erst wenn die letzte Vermittlungsstelle gesprengt,
    der letzte T-Punkt niedergebrannt,
    das letzte Telefonhäusschen zertrümmert,
    und der Robert T-Online Schöpfer totgeprügelt wurde,
    wird die Telekom merken, dass sie doch ein paar unzufriedene Kunden hatte !!!!

  6. Warum dauert das Löschen eigentlich so lange? Wenn dass eigene Systeme sind, die sie löschen müssen, dann sind dort ja eigentlich auch eigene Festplatten verwendet und da ja nicht alles auf einer Platte liegt, sondern auch vielen parallel, müsste das Formatieren doch auch nicht länger dauert, als wie zu Hause bei ner 500Gb Platte, was vielleicht so 3 oder 4 Stunden sind.

  7. @Marek

    Das liegt daran das die Daten ja vorher noch sichern muss. ;-) Oder vieleicht sind es doch ein paar mehr Daten als angegeben wurde da ich jetzt 19TB für eine recht lächerliche Zahl halte wenn ich da die angeblichen Millionenkosten für Hardware daneben stelle!

  8. Naja Herr Maurer, ganz so richtig ist das ja nicht: Web.de und GMX gehören nicht zu 1&1, sondern zu United Internet. Auch 1&1 gehört zu United Internet.

    Außerdem hat die Telekom zwar viele Kunden, die meisten allerdings im Telefonbereich. 1&1-Kunden haben nahezu alle Telefon und Internet.

    1. @Dominik: GMX und WEB.DE sind Tochterunternehmen der 1&1 Internet AG, die wiederum eine hundertprozentige Tochter von United Internet ist. Guckstdu z. B. hier auf S. 69. Die Mitarbeiter der 1&1 Pressestelle kennen durchaus unsere Konzernstruktur.

      Schöne Grüße,

      Andreas Maurer, 1&1

  9. wäre doch eine gelegeheit für eine anfrage der oppostition, wie denn jetzt gelöscht wird.

    schliesslich lag ja ein gesetz vor zur speicherung, wo alle ganz schnell zugegriffen haben. jetzt sollen sie mal andersherum in dei pötte kommen.

    ich sage voraus, es wird eine grosse verwirrung geben, da ja die kompetenten vollpolitihirnis ja sooo bescheid wissen über alles und auf expertenmeinungen zu gesetzen einen scheiss kümmern.

  10. Sind ja riesen Datenmengen für Internetdrucker:

    Wenn man sich vorstellt, die hätten die 44 TB Daten zur Einsicht ausgedruckt in den Plenarsaal des Bundestages liefern lassen, würden sie feststellen müssen, dass der Saal zu kein ist. Er kann mal gerade die Datenmenge die in einem Monat alleine von der Telekom und 1und1 anfallen fassen.

    Ich vermute mal, dass das mehr ist, als die Stasi pro Monat dokumentiert hatte.

    Nebenrechnung/Annahmen:
    1 Byte = 1 Zeichen
    82×61 Zeichen pro A4 Seite = 5000 Zeichen
    beidseitig bedruckt = 10000 Zeichen = 10kB
    4400000000 Blatt Papier.
    1000 Blatt 80Gramm Papier sind ca. 11 cm dick.
    Platzbedarf:
    1000Blatt = 0,297m x 0,210m * 0,11m = 0,0068607 m^3
    4400000000 Blatt = 30187m^3
    =Würfel mit 31 m Kantenlänge
    =Volumen des Panometers Dresden

    Grundfläche des Plenarsaals=1.200 m²
    (Siehe bundestag.de)
    Höhe des Papierstapels im Saal= 25,1m
    -> pro Monat = 4,2m

    Grüße
    Andreas

  11. Was diese Daten-Menge angeht muss man aber beachten das die ja keine Filme oder etwas in die Richtung speichern sondern größtenteils Textdateien, daher die geringe größe, denk ich mal zumindest.

  12. Freue mich schon drauf, wenn die Telekom meldet, dass sie die Daten nicht löschen können.

    „Diese Datei ist zu groß für den Papierkorb. Wollen sie die Daten unwiderruflich löschen?“

  13. Was ist eigentlich mit den Handydaten?

    Nichts gegen Leute die es stört, welche Seiten man angesurft hat und welche Email man verschickt hat.

    Aber wann und wo ich war und wen ich angerufen habe ist für mich wesentlich sensibler.

  14. Es ist gut, daß die Vorratsdatenspeicherung abgeschaft wird und die Daten gelöscht werden damit Speicherplatz frei wird. Der CCC braucht nämlich den freigewordenen Platz für die Datenbriefe, die die Unternehmen zukünftig dort für Ihre Kunden zum Abruf bereithalten. Anmelden kann sich übrigens jeder mit seiner lebenslang gültigen Steuernummer, die er – um Fehlzuordnungen bei den Datenbriefen zu vermeiden – zukünftig bei jedem Kontakt mit einem Unternehmen angeben muss.

  15. Wayne…interessiert’s bleibt übrigens dran:
    http://wayne.interessierts.eu/2010/03/03/vorratsdaten-wer-loscht-wirklich/

    Mal so nebenbei – hatte das auch bei Wayne schon gefragt – ich trau keinem: Wer kontrolliert eigentlich die Löschung der Daten?

    Die Vorratsdatenspeicherung hat de facto mittlere bis große Vermögen gekostet. Da aus dem Urteil hervorgeht, daß mit Sicherheit eine neue Speicherung kommen wird, könnte man doch als zum Löschen Verpflichteter den merkantilen Gesichtspunkt vertreten: Löschen wir nicht, tun wir irgendwo ins Schatzkästlein und reden nicht drüber, und wenn die Daten wieder gebraucht werden, haben wir hohe Kosten vermieden. Ergo haben wir dann einen netten, kleinen Wettbewerbsvorteil…

    Auch sehr große Datenmengen lassen sich auf sehr kleinem Raum unterbringen. Sie sind nicht sichtbar, machen keine Geräusche, verursachen keinen Geruch, bewegen sich nicht, man kann sie nicht anfassen –

    Auf die Idee kommt natürlich niemand wirklich, weil das ungesetzlich ist. Hirngespinste…

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