Öffentlichkeit

Leseempfehlung: „Die Weiswursttheorie des Doktor Uhl“

Dr. Hans Peter Uhl fühlt sich missverstanden. Einmal von den Medien und sicher auch generell. Dabei sind zumindest seine Anworten bei Abgeordnetenwatch ziemlich eindeutig. Der Forenwanderer hat sich eine Blockecke weiter mit zwei aktuellen Statements auseinandergesetzt: Die Weiswursttheorie des Doktor Uhl*


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Siehe dazu:

* Pressemeldung: Uhl: Löschen UND Sperren statt Löschen oder Sperren
* Abgeordnetenwatch: Frage zum Thema Kinder und Jugend von Thomas Brück

sowie

* Abgeordnetenwatch: Frage zum Thema Kinder und Jugend von Alvar Freude

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist die statistische Auswertung der aktuellen dänischen Sperrliste im Blog von odem.org. Von 1853 Domains auf der Liste sind 856 offline. 97% der gelisteten Seiten werden in den USA, Westeuropa und Kanada gehostet. Elf Seiten kommen aus Deutschland:

Sollte auf diesen tatsächlich Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern befinden, muss man sich schon fragen warum die deutschen Ermittlungsbehörden das dulden. Denn angeblich stehen sie ja in der Zwischenzeit in gutem Kontakt mit den Dänen. Wenn dort andere Inhalte zu finden sind, muss man sich fragen, warum diese auf der Sperrliste stehen …

*Lesenswert auch für Politiker, die wissen wollen, warum Internetsperren auf DNS-Ebene das beste Frühwarnsystem sind, das sich Kinderpornoanbieter wünschen können.

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20 Kommentare
  1. Irgendwie klauen diese Art von Menschen uns wertvolle Aufmerksamkeit.

    Wie geht man nur am effizientesten mit dieser Art von intellektuellem Muell um?

    Irgendwie waere es schoen, eine Art Spam-Filter fuer Politiker zu haben, die Unsinn reden, die man nicht ueberzeugen koennen wird und deren Argumente schon laengst widerlegt sind.

  2. man kann doch beides machen, stoppschild und sperren. dann werden die pädophilen gewarnt und lassen ihr Treiben künftig. wenn die Ip noch gespeichert wird, kann man leute, die mehrfach auffallen auch strafrechtlich belangen

  3. @Marko: Genau das funktioniert eben nicht. Warum, kann man in den Leseempfehlungen nachlesen.

    Konsumenten von Kinderpornographie/Pädophile wissen um das Entdeckungsrisiko und die Folgen „erwischt“ zu werden. Die braucht man nicht „warnen“. Oder anders: Das Wissen zur Umgehung und Verschleierung der eigene IP muss man wohl voraussetzen.

    Ich glaube auch sonst ist jedem halbwegs klar denkenden Menschen auch ohne Stoppschild bewusst, dass KP illegal ist.

    Damit wäre wir bei der Frage, wem es nützt/hilft. Will man tatsächlich eine komplexe Sperrinfrastruktur errichten, um ein paar Idioten zu fangen? Bitte nicht vorschnell antworten. Zumal Verkehrs- und Nutzungsdaten nach § 5 Zugangserschwerungsgesetz ohnehin nicht für die Strafverfolgung genutzt werden dürfen:

    § 5 Verkehrs- und Nutzungsdaten

    Verkehrs- und Nutzungsdaten, die auf Grund der Zugangserschwerung bei der Umleitung auf die Stoppmeldung anfallen, dürfen nicht für Zwecke der Strafverfolgung verwendet werden.

    Hinzu kommt noch ein weiteres Problem, das auch Alvar Freude in seiner (oben verlinkten) Frage bei Abgeordnetenwatch anspricht: Es gibt kein besseres Frühwarnsystem für Täter als DNS-Sperren. DNS-Sperren sind effektiver Täterschutz. Der Forenwanderer schreibt:

    […] Mit diesen Unix/Linux Befehlen läßt sich ermitteln, ob eine mutmaßlich geblockte Seite auf einer Sperrliste eingetragen ist. Das Beispiel vergleicht die Ausgaben zwischen einem unzensierten und einen zensierten DNS- Server. […] Mit Scripten und Pseudosperrlisten lassen sich sehr komfortabel Vergleichsberechnungen anstellen, die dann im Ergebnis umfangreiche Sperrlisten zurückliefern. […] Prinzipiell sind also die vermeintlich geheimen Sperrlisten aufgrund der technischen Infrastruktur doch öffentlich, wenn auch nicht offensichtlich. Der überflüssige Dünger verbrennt damit den Rasen…

    Anmerkung: Den erwähnten „Unix-/Linux-Befehl“ kann man auch unter Windows nutzen.

    Kurz: Die Leseempfehlungen oben widerlegen alle genannten Punkte (Das war der Grund, warum ich sie gepostet habe).

  4. @marko
    Ich weiß nicht wo ich deinen Kommentar einordnen soll.. ist er ironisch gemeint? Hast du dir mal die Mühe gemacht, den netten Blogartikel und die Argumente darin durchzulesen?

    Erstmal ist das Stoppschild das Sperren. Vollkommen ungeachtet der Tatsache, dass Pädophilie eine krankhafte Störung ist, die Sperren nicht wirksam sind und weiterer Gegenargumente, wird sich niemand beim Stoppschild sagen : „Huch, da such ich jetzt gar nicht mehr.“

    Das klappt schon bei Diebstählen nicht, sonst gäbe es nach dem Lesen von „Jeder Dienstahl wird zur Anzeige gebracht“ keine Diebstähle mehr. Dabei ist Diebstahl nicht mal eine krankhafte Störung.

    Du plädierst gerade dafür die Inhalte im Netz zu lassen, weil sie deiner Meinung nach ne Therapiemöglichkeit sind und wenn nicht, wenigstens ein guter Köder. Auch wenn deine Vorstellung schon an der Technik scheitert, ist so ein Wunsch allein schon etwas pervers und sicher nicht die richtige Vorgehensweise, die die Opfer schützt.

  5. in einem usenet-beitrag hat sich so ein perverses schwein erfreut über die sperren gezeigt.

    so könnte er die wirksamkeit seiner innercircle-werbemaßnahmen für seinen perversen schrott messen.

    gesperrt…..kein umsatz

    frei….mehr werbung.

  6. Es ist so ermüdend, immer wieder dieselbe argumentation, immer wieder dieselbe logische Antwort, ich kann die Diskussion nicht mehr hören… warum regieren uns solche menschen…?

  7. Ihr argumentiert hier ja immer noch über den längst widerlegten Nutzen von Websperren. Es geht um ZENSUR und ÜBERWACHUNG und nichts anderes! Es geht darum, die Schere im Kopf der Websurfer zu installieren. Es geht darum, IP-Adressen von Menschen abzufischen, die bestimmte Seiten aufrufen. Es geht darum, von Staats wegen zu bestimmen, was der User zu sehen hat und was nicht. Und es geht darum, diese Struktur so schnell wie möglich auf alle störenden Inhalte auszuweiten.
    NUR und AUSSCHLIESSLICH darum geht es!

    Hätte das vorgeschobene Motiv des Kinderschutzes irgendeine Bedeutung, würden unsere „Kinderschützer“ massiv u.a. in Prävention und Aufklärung in der Gesellschaft und in bessere Ausrüstung, Ausbildung und personelle Aufstockung der Ermittler investieren.

  8. man hört gar nichts von ihm im moment. ist wahrscheinlich dabei, seine ferraris zu verstecken. der treberhilfe-abzockerdepp war wohl warnung genug.

  9. \…in gutem Kontakt mit den Dänen. Wenn dort andere Inhalte zu finden sind, muss man sich fragen, warum diese auf der Sperrliste stehen …\

    Versteh ich jetzt nicht ganz. Ich dachte, dass das Schutzalter in Dänemark bei 18 Jahren gegenüber 14 Jahren in Deutschland liegt?

    Kann dementsprechend hier keinen Wiederspruch erkennen.

  10. @thorsten: Es ist ein bisschen komplexer. Soweit ich weiß, sind auch die Skandinavier recht zurückhaltend bei der Listung von Jugendpornographie. Das Problem ist schlicht und ergreifend die Differenzierung.

    Bei <14 ist eine Einschätzung deutlich einfacher, als an der im Grenzbereich zwischen 16 und 18. D.h. ein Angebot wird auch in Dänemark eher nicht gelistet, wenn es nicht eindeutig ist.

    Letztendlich wäre das aber eine schöne Frage an das BKA.

  11. Ich stelle mir schon lange eine Frage zu den Sperrlisten im Ausland:

    Liebes BKA, warum dreht Ihr, oder welche Behörde auch immer, den Spieß nicht um?

    Anstatt zu jammern, man könne im Ausland nicht gegen die Server vorgehen – liebes BKA – geht doch gegen die Server in Deutschland vor. Fragt im Ausland nach Sperrlisten, fragt bei ausländischen Hilfsorganisationen, die ähnlich wie INHOPE arbeiten. Lasst Euch von denen die deutschen Server durchgeben, und geht anschließend mit allen staatlichen Mitteln gegen die Betreiber vor.

  12. @zummy: Man könnte meinen, die legen es drauf an, Netzsperrenkritiker mit dieser konsequenten Argumentationsverweigerung mürbe zu machen. Und ich muss zugeben, es zeigt bei mir langsam Wirkung. *seufz*

  13. @ ninjaturkey

    Ich kann Dir nur beipflichten, leider verstehen die meisten das anscheinend nicht! Neutralität bzw. nichts zu unternehmen bedeutet Mitschuld durch mitwissen.

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