Kultur

Internet-Enquete: Die sachverständige Frau Simon (Update!)

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, vorerst nichts mehr zur Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” zu schreiben. Ich wollte der Runde einfach eine Chance geben, und sie nicht schon im Vorfeld runterschreiben, wie es Fefe heute tut:

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Wow, diese Enquete-Kommission, die sie da gerade einrichten, scheint sich zu einer Popcorn-Veranstaltung sondergleichen zu entwickeln.  […] Für meinen Geschmack sind da jedenfalls deutlich zu viele denkende Menschen vertreten, als dass ich glauben könnte, dass man der Kommission wirklich Einfluss geben wird. Das ist ein Knochen, den sie der Netzgemeinde hinwerfen, damit wir endlich die Klappe halten, weil wir ja jetzt vertreten werden.

Andererseits, ich kann meine Finger einfach nicht stillhalten. Einmal, weil ich merke, wie bereits jetzt die Schere im Kopf greift (Mit Markus, Alvar, Padeluun, Constanze und Jeanette Hoffmann sind bekanntlich 5 ausgewiesene Netzler dabei).

Zum anderen, weil mich das freimütige Bekenntnis der von der CDU-/CSU-Fraktion als Sachverständinge berufenen „Twitter-Expertin“ Nicole Simon, von den „Kampfthemen“ der Enquete eher keine Ahnung zu haben, schon ein wenig irritiert:

Nein, ich bin nicht Dauergast in den Diskussionen rund um Themen wie Netzsperren und Kinderpornographie, Netzneutralität, Urheberrecht, Leistungsschutzrecht und anderen Kampfthemen; nein, ich bin mit keinem Verband verbandelt, ich habe in der Tat wenig Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Politikern und ich habe bisher wenig(er) auf diesem oder anderen Blogs zu den Themen geschrieben. Ich zitiere nicht komplette Passagen aus Anträgen, Gesetzen, etc, ich kann keine Parteiprogramme auswendig. Ich kann nicht alle Fragen dieser Welt zu allen Themen der Kommission beantworten und viele Dinge muß ich erst mal nachlesen. So what.

Solche Kenntnisse jetzt im Kopf zu haben ist toll – aber nicht alles. Schließlich geht es hier nicht wie beim Abitur um eine „alles oder nichts“-Prüfung, sondern darum, in einer Arbeitsgruppe Inhalte zu erarbeiten und mit Sachverstand zu diskutieren. Man muß Informationen und Beiträge aufnehmen können um am Ende informierte Entscheidungen treffen zu können.

Aeh, ja. Kann aber auch sein, dass ich die Aufgabe einer Sachverständigen einfach missverstanden habe. Wie dumm von mir.

Mehr zum Thema:

* Politik-Digital: Starke Netzgemeinde in der Internet-Enquete
* Nicole Simon: Warum ich ja gesagt habe als Sachverständige zur Enquete-Kommission

Nachtrag, 02.04.; Inzwischen hat die CDU/CSU-Fraktion auch ihre weiteren Sachverständigen mehr oder weniger offiziell benannt. Wolf-Dieter Ring von der KJM und BITKOM-Chef Bernhard Rohleder wurden bereits im Vorfeld als Kandidaten gehandelt, auch die Berufung eines ausgewiesenen Lobbyisten und Befürworters von Internet-Sperren wie Dieter Gorny (Gründer von VIVA) kann nur wenig überraschen:

  • Dieter Gorny: Professor Dieter Gorny ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie e. V.
  • Harald Lemke: Harald Lemke war Staatssekretär im hessischen Innenministerium und verantwortlich für E-Government und Informationstechnologie. Er war bundesweit der erste  „Chief Information Officer“ einer deutschen Landesregierung.
  • Bernhard Rohleder: Dr. Bernhard Rohleder ist seit 1999 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) e.V.
  • Wolf-Dieter Ring: Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring ist Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz.
  • Christof Weinhard Prof. Dr. Christof Weinhardt vom Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist Mitgründer und Leiter des Instituts für Informationswirtschaft und -management (IISM) der Universität Karlsruhe (TH). Außerdem ist er Direktor am FZI – Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe.

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52 Kommentare
  1. Die Situation für die CDU war sicher nicht einfach. Die ganzen profilierten Köpfe vertreten das genaue Gegenteil des Partei-Mainstreams zur Netzpolitik und bei sechs Sachverständigen-Plätzen wollte man sicher auch nicht allen Klischees entsprechen und nur Hardliner-Lobbyisten da hinsetzen. Was aber tun, wenn man unbedingt jemand mit irgendwie Netz-Credability braucht und am Besten auch eine Frau (Weil sonst alle männlich sind?) Dann nimmt man halt Nicole Simon, wenn niemand besseres zu finden ist. Arme CDU.

  2. Also, ich kann nicht erkennen, wie man mit dem Zitat die Unterstellung von Ahnungslosigkeit begründen kann. Ich kenne die Dame jetzt zwar nicht wirklich aber auch die fünf ausgewiesenen Netzler dürften wohl nicht mit jeder juristischen Feinheit betraut sein, die die netzpolitischen Belange tangieren.

    Jemanden herunter zu schreiben, nur weil er ein ungewohnt bescheidenes Statement abgibt finde ich – ganz ehrlich – billig.

    Wenn der Sachverstand _eines_ Sachverständigen ausreichen würde bräuchte man ja auch keine _fünf_ Netzler. Also macht mal halblang.

  3. tja…Twitter scheint ein Aufhänger zu sein. Zur CDU Dame kann ich nichts sagen – kenne die nicht.

    Was dieser sogenannten „Expertenrunde“ fehlt – wenn es den wirklich um ernsthaftes Auseinandersetzen geht – das sind fundierte Spezies, Menschen die sich nicht nur mit OS und Kommunikationswesen auskennen, sondern auch mit Sicherheitsrelevanten Fragen bezüglich “ do not work as an admin“ usw. ( also Datenmissbrauch, Facebook und Co. ) Weiterhin sollten dieser „Kommission“ auch Internetrechtler ohne Bezug zur GEMA oder ähnlichen Vereinen angehören.

    „Man muß Informationen und Beiträge aufnehmen können um am Ende informierte Entscheidungen treffen zu können.“–Zustimmung!

    Ich bezweifle jedoch, das aufgrund bereits in der Schublade befindlicher harter Kommunikationseinschnitte im öffentlichen Leben dabei jemals etwas demokratisch vertretbares ( Papier ) herauskommt. Vermute aber auch, dass den Kritikern Sand in die Augen gestreut werden soll. Alle anderen Internetuser, die nur ab und dann mal so „Shoppen“ oder „Chatten“ dürfte dies aber recht egal sein.

    Warten wir es also ab. Dem Vorhaben schaue ich jedenfalls mit gemischten Gefühlen gegenüber.

  4. Wer wissen will wie sich die CDU mit Blick auf den NRW-Wahlkampf zielgruppengerechte Wahlwerbung vorstellt, dem sei folgender Artikel ans Herz gelegt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,686692,00.html

    „Jetzt hat er sich was einfallen lassen: Rüttgers will das deutsche Liedgut retten. Statt HipHop sollen seine Landsleute wieder heimische Gassenhauer schmettern. Marianne und Michael wird’s freuen.“

    Spricht für mich dafür, daß man die Netizen-Generation der 18- bis 35jährigen endgültig verloren gibt und lieber nach Wählerstimmen im Rentnerlager Ausschau hält. Eben just jene Leute, die auch nix dagegen haben, wenn „das komische Internetdings da“ zensiert wird.

    PS: Wie quotet man denn hier richtig? Kein BBcode?? :-(

  5. Zur Verteidigung von Nicole Simon muß man sagen, daß Sie das hier lustig findet:
    http://gizmodo.com/5498412/sql-injection-license-plate-hopes-to-foil-euro-traffic-cameras

    (Verweis von ihr: http://friendfeed.com/nicolesimon/3ca6bb43/sql-injection-license-plate-hopes-to-foil-euro)

    Das finde ich schon weit weniger hoffnungslos als Axel E. Fischer, der wirbt auf seiner Homepage (www.axel-e-fischer.de) nämlich eher mit folgender Meldung:
    „Hartz IV-Sanktionierung im Landkreis Karlsruhe vorbildlich“. Oh mann oh mann

  6. @Ominoko: Ich unterstelle Nicole Simon keine Ahnungslosigkeit. Ich verweise lediglich auf ihre Selbsteinschätzung, als Sachverständige über vergleichsweise wenig Kompetenz bei den Kernthemen der Enquete zu verfügen.

    Mit gesundem Menschenverstand und/oder dem Willen, Dinge „erarbeiten“ zu wollen, kommt man in einer solchen Runde nunmal nicht weit.

    Wenn der Sachverstand _eines_ Sachverständigen ausreichen würde bräuchte man ja auch keine _fünf_ Netzler. Also macht mal halblang.

    Nun, es hat durchaus einen Grund, warum jede Partei eigene Sachverständige bestellt. Im Idealfall sollten aber alle 16 bzw. 17 Sachverständigen sachverständig sein.

    PS: Bescheidenheit ist übrigens ein Begriff, der mir bei Nicole Simon erstmal nicht in den Sinn kommen würde. Ebenso wenig, wie es ein Kriterium bei der Bewertung von Sachverständigen ist.

  7. Nicole Simon verkauft sich da aber auch etwas unter Wert. Immerhin ist sie mindestens seit der ersten Hälfte der 90er sehr aktiv im Internet zugange.

    Das muss nicht viel heissen, aber sie bringt sicher viel Erfahrung mit und ist nicht nur eine „selbsternannte“ Netzexpertin.

  8. Nicole Simon schreibt:

    Schließlich geht es hier […] darum, in einer Arbeitsgruppe Inhalte zu erarbeiten und mit Sachverstand zu diskutieren.

    Vielleicht sollte jemand der Dame verraten, dass sie diejenige ist, die den Sachverstand mitbringen soll.

    (Link zum Fefe-Eintrag)

  9. Auf den Teil, der von Fefe zitiert wurde, hat dei Dame auch geantwortet: http://bit.ly/d6SXk1

    Finde ich in mehrfacher Hinsicht extrem interessant, denn sie failed damit in mehreren Dingen gleichzeitig, und das in 140 Zeichen. Eine echte Twitter Expertin, wohl wahr.

    1: Eine solche Twitter Expertin sollte wissen, daß @fefe_blog nicht Fefe ist, sondern von jemand Drittem eingerichtet wurde und nur automatisch Fefes RSS Feed ausliest und automatisiert twittert.

    2: Sie versucht, die auf ihren Aussagen basierende Kritik als Sexismus abzustempeln, weil es dann sehr viel einfacher ist, zu kontern, ohne sich lang mit Argumenten aufzuhalten. Man muß dann nichts widerlegen, sondern kann einen Kritiker einfach in die Sexismus Schublade stecken und dort aushungern.

    3: Der offensichtlichste Fehler, die Folge auf Fehler 2, ist, daß sie der Kritik nicht argumentativ begegnet.

  10. Ich musste mich auch fragen, was Frau Simon unter Sachverstand versteht, wenn sie Sachwissen, Verfolgen der Thematik und Kentnisse über den Kontext von vornherein als Notwendigkeiten ausschließt.

    Fun fact über unsere Medienwelt: Da sie in der Enquete sitzt gilt sie als „Expertin“ und wird mit jeder „sachverständigen“ Äusserung in Artikeln neben den Bewanderten landen ohne dass der uninformierte Leser das dann unterscheiden könnte.

  11. Es ist total niedlich zu sehen wer alles nominiert wird, Deutschlands next Internetsachverständiger, die Netzaktivisten werden zur Jury.

    Zynismus beiseite, was lernen wir? Wir lernen aus der Diskussion rund um die Enquêtekommission das bis auf wenige Ausnahmen wir mindestens 10 Jahre zu spät dran sind, es betrifft nicht nur Politiker, Internet betrifft mindestens 95% der Wahlberechtigten in Deutschland, wenn nicht noch mehr in ganz Europa.

    Wir haben zwar Internet, wir haben es allerdings nicht verstanden, seit mehr als 15 Jahren.

    Daran wird weder ein Sachverständiger noch eine Enquêtekommission etwas ändern, weder kurzfristig, nich traue ich einem der Sachverständigen zu zukunftsweise Entscheidungen zu treffen oder das Thema unseren Politikern entsprechend zu vermitteln, das sie zukunftsweisende Entscheidungen treffen.

    Insofern kann man die Enquêtekommission nicht runterschreiben.

  12. @Sleeksorrow (#18)

    Sehr gut analysiert.

    Bist du aber sicher, dass Fefes RSS-Feed automatisch getwittert wird? Viele Einträge fehlen. Sieht für mich eher nach einer manuellen Auswahl aus.

  13. @Alvar: Dort oben geht es zunächst einmal um die Schere in meinem Kopf (Die wird es freilich auch bei anderen geben).

    Dadurch, dass Aktive aus der Netzszene (bzw. Sperrgegner) in den politischen Betrieb (z.T. auch nur Diskurs) integriert wurden, hat sich in den letzten Monaten bereits einiges verändert. Vor allem, was die Kommunikation untereinander betrifft. Wo früher eine fast naive Offenheit der Schlüssel zum Erfolg war, kommt es zunehmend zu Abgrenzungen und kleinen Deals (vgl. deine „Gerüchte“ oben).

    Mit der Enquete werden sich diese Effekte weiter verstärken. Allein schon, weil man ja ungern die eigenen Leute angreifen (und damit den „Erfolg der Mission“ gefährden) und/oder sich vom Informationsfluss ausschließen mag.

    Deine Beispiele mag ich in diesem Zusammenhang nicht einordnen.

    PS: Langsam machen mir die Captchas auch Angst: „have symptons“

  14. Sorry, weiter oben sollte es heißen daß ich den Sachverständigen, nicht sehr viel zutraue, ich führe das etwas weiter aus (wenn hier schon eine Kompetenzdiskussion einzelner Sachverständiger losgetreten wird, dann doch bitte richtig):

    Die Auswahl der Sachverständigen erfolgt, soweit ich das beurteilen kann, ausschließlich aus politischen Gründen, nicht aus Gründen wie fachlicher Kompetenz oder im Hinblick auf einen spezifischen Fachbereich der, der Kommission hilfreich wäre. Ich würde sogar behaupten, die derzeitigen Sachverständigen sind viel zu einseitig aufgestellt (anders kann ich mir die Diskussion hier nicht erklären).

    Zu den Themen die der Einsetzung einer Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ s. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700950.pdf halte ich die Kommission derzeit für unterbesetzt, in den Bereichen bzw. zu den Themen

    – Maßnahmen zur digitalen Sicherung und langfristigen Archivierung des
    kulturellen Erbes und seiner Nutzung

    – Weiterentwicklung und Definition offener Standards und Normen, Bedeutung von Open Source, freier Software und Interoperabilität

    – Rechtliche und technische Voraussetzungen für Datenschutz und Datensicherheit

    – Auswirkungen und Perspektiven neuer Protokolle in digitalen Netzen

    fehlen Sachverständige (oder ich übersehe jemanden). Auf künstlerischer, netz- und innenpolitischer Seite sowie im Hinblick auf Datenschutz und Freiheit ist die Kommission scheinbar überbesetzt.

    Es fehlen Sachverständige aus Bereichen wie Sicherheit, Technologie, Forschung, Entwicklung, Mathematik, Medienwissenschaften usw. usf. Ein interdisziplinäres Team von Sachverständigen die Politikern neue Impulse vermitteln und langfristige Perspektiven aufzeigen könnten.

    Gerade im Hinblick auf den in http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700950.pdf beschriebenen umfangreichen Auftrag (II), wird die Enquête-Kommission in dieser Zusammensetzung ihre Mission wohl nur schwer oder sehr unvollständig erfüllen können.

  15. Putzig finde ich, dass Frau Simon angibt, nicht zu wissen, wie sie zu der Ehre gekommen sei. Nach meinen politschen Erfahrungen baut so eine Berufung auf bestehende Kontakte, die man auch aktiv fördern muss. Von alleine kommt keiner auf einen zu.

    Mal ehrlich. Ob da Frau Siom drinsitzt oder fefe. Das ändert doch am Ergebnis nix. Entscheidend ist, was die Politik als Resultat haben will und worauf man sich verständigen kann.

    Ich teile die Auffassung des Autors, dass die Auslassungen von Nicole Simon nahelegen, dass es an Expertise und Motivation fehlt. Die einzige Motivation, die ich sehe ist die persönliche. Die Teilnahme an der Enquete-Kommission wird lange ihr CV zieren und die freiberuflichen Aufträge fördern. In den USA, wo „Commissions“ des Senats oder des Kongresses einen weitaus grössren Einfluss auf die Politik haben, macht das richtig Eindruck.

  16. Solche Kommissionen haben oftmals einen Nachteil:
    Sie haben nichts zu sagen.

    Und je „Partei-ferner“ die Kandidaten ausgesucht werden, desto weiter sind sie damit auch vom Entscheidungskern der Politik entfernt… und desto weniger hat die Kommission zu sagen.

    Ob Frau Simon sich auskennt oder nicht ist daher vollkommen ohne Belang. Das sie ausgesucht wurde ist eher ein Zeichen dafür, das die Kommission von der CDU nicht ernst genommen werden wird.

    Das umgekehrte Szenario sieht man in der SPD. Dort muss ich anerkennen, das jemand wie Browser-Zypries im Online-Beirat sitzt. Sie hat zwar null Ahnung von der Materie, das sie dort sitzt bedeutet m.E. jedoch das der Beirat vermutlich mehr Beachtung innerhalb der SPD findet als die Enquete für CDU.

    M.E: ergibt das eh´ eine Art ausgelagertes Gewissen wie Bundesdatenschützer auch. Eine Plattform für Äußerungen und eine Ausweichmöglichkeit um zu sagen „die sind aber doch dagegen“.

    Um damit politisch so argumentieren zu können:
    http://blog.fefe.de/?ts=b826edbf

    Das ist Taktik. Dafür stimmen aber gleichzeitig sagen können man sei dagegen und vice versa.

    Grüße
    ALOA

  17. @Tharben (#22)

    Also die Art der Tweets zeigen eindeutig auf einen Automatismus, sie sind teils mitten im Wort abgeschnitten. Und wenn so ein Automatismus existiert, halte ich persönlich es für unwahrscheinlich, daß sich jemand hinsetzt und für jeden Post auf „Ja“/“Nein“ klickt.

    Vielleicht hat der benutzte Feed Twitterdienst ein paar Stopwords, aus welchem Grund auch immer.

    Gut, ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, aber wie bei diesen ist auch hier die Wahrscheinlichkeit recht klein :)

    Anyway, den richtigen Fefe erreicht man nicht per Twitter :)
    => http://blog.fefe.de/?ts=b71048e6

  18. @ Ominoko
    Also Bescheidenheit und weitgehende Ahnungslosigkeit miteinander zu verwechseln, das finde ich schon relativ happig! Ein wirklicher Experte kann schon sehr bescheiden auftreten. Aber wenn einer für ein Expertengremium benannten Person nur aufzuzählen einfällt, was sie alles nicht kann, und nicht eine EINZIGE Sache einfällt, warum sie in der Runde am richtigen Platz ist, dann WIRKT das schon geistig armselig. Was spräche denn jetzt dagegen, vielleicht meinen Pressehändler in die Runde zu schicken (vllt. hat der sogar etwas mehr Ahnung als Frau CDU-Simon)?

  19. @anonym

    Tut mir leid, aber ich finde es eben nicht gerade journalitisch sachverständig jemandem plump Ahnungslosigkeit zu unterstellen, nur weil der oder die Betreffende kein ausführliches Selbstlob verfasst – und diese Unterstellung hinterher auch noch abzustreiten.

    Aus meiner Sicht ist es nicht die Aufgabe dieser Frau sich dafür zu rechtfertigen, weshalb andere sie für kompetent genug halten, in dem Gremium mitzureden.

    Statt so einem Artikel hätte ich deshalb lieber ein ordentliches Interview mit gescheiten Fragen gelesen. Oder ist mein Anspruch an Netzpolitik.org da zu hoch?
    Ich denke nicht.

  20. Und weil ich es noch gerade gesagt hatte hier auch von Felix noch einmal die gleiche Meinung über die Bestätigung der weiteren CDU-Mitglieder:

    http://blog.fefe.de/?ts=b54bf636

    Damit ergibt sich ein subtil anderes Bild der Lage. Das sieht für mich so aus, als wollte die CDU eh komplett ignorieren, was die Enquete-Kommission sagt, und hat daher die größten Trolle reingesetzt, die sie finden konnte. Leute mit so absurden Positionen, dass völlig klar ist, dass in der Kommission keine konstruktive Debatte stattfinden wird. Und damit ist auch klar, was sich die CDU von der Kommission erhofft: dass wir uns da als zerstrittene Fundamentalmarxisten darstellen.

    q.e.d.

    Grüße
    ALOA

  21. @aloa5: Wenn das die Sachverständigen sein sollen, dann war entweder keine von den wirklichen Sachverständigen bereit in einem Atemzug mit der Union genannt zu werden oder aber Fefe hat recht… und leider tendiere ich dazu, dass Fefe recht hat, mal wieder.

    Übrigens: fällt das nur mir auf oder könnte die Union die Namen bewusst am 02. April rausgehauen haben. Wenn alle potentiellen Wähler im Osterurlaub sind und evtl. negative Kommentare in der Presse nicht mitbekommen?

    Grüße,
    Drizzt

  22. Übrigens Herr Axel Fischer auch bei Facebook, vieleicht hatt er ja, im Gegensatz zu abgeordnetenwatch, dort lust Fragen zu beantworten…

  23. Naja, sollte Frau Simon tatsächlich so wenig Ahnung haben, wie sie sich in ihrer captatio benevolentiae selbst zuschreibt, besteht ja noch Hoffnung, daß sie in der Kommission wenigstens etwas dazulernt (der ein oder die andere ist da sicher beratungsresistenter). Und wenn nicht, im Lebenslauf macht sich sowas doch immer gut.

  24. @Drizzt

    Ob man unbedingt Sachverständige hätte nehmen müssen ist die Frage. Diese wären sicher gekommen wenn man sie gefragt hätte. Es wären sicher auch „höhere“ Parteisoldaten gegangen wenn man sie berufen hätte.

    Ich haben in #28 schon geschrieben das ich nicht denke das die CDU das Gremium ernst nimmt. Das kann erzählen was es will, die CDU wird es nicht interessieren. Sollte das jemals zur Debatte stehen werden wir das merken, weil Frau Simon oder ein anderer aus der CDU-Gruppe den Platz für jemand „wichtigem“ innerhalb der CDU wird räumen müssen.

    Grüße
    ALOA

  25. Zur Nominierung: Frau Simon gehört nach ihrem Selbstbild wohl eher zu den Generalisten, also intelligente Menschen, die tendentiell sehr wenig über sehr viel wissen.

    Sicherlich braucht man in einer Enquete-Kommission nicht nur Spezialisten, sondern auch Generalisten. Allerdings hätte ich die auf der Seite der Abgeordneten erwartet, nicht auf der Seite der Sachverständigen.

  26. Bashing, bashing, bashing….

    derweil sitze ich gerade mit den Kollegen hier und versuche frisch per PayPal bezahlten Battelfield Bad Company 2 CD-Key zu bekommen. Habe in 2h parallel zur LAN-Party 5 Mails mit dem Anbieter ausgetauscht, der Lieferung in „5 bis 10 Minuten“ verspricht.

    Hier scheint mir staatliche Regulierung zu fehlen …

    mfg
    Stefan Hennewig

  27. @Stefan Hennewig:

    Bashing? Ist dir aufgefallen, dass der Beitrag praktisch keinerlei Wertung meinerseits erhält? Selbst die Beschreibung der Enquete-Mitglieder stammt 1:1 aus dem Fraktionsblog der Union. Ich habe nämlich ganz bewusst auf ein Bashing bzw. eine persönliche Bewertung der einzelnen Kandidaten à la Tauss & Fefe verzichtet.

    Aber, wo du schon einmal hier bis: Wie sollte die staatliche Regulierung in deinem Fall aussehen? Du bekommst als keinen Key, weil da irgendwas im Online-Shop hakt. Ok. Habe ich verstanden. Und nun? Betrug ist bereits geregelt, ein Squad-Team, das dir zeitnah den Key herbeiprügelt, scheint mir auch keine Option. Wie soll dir der Staat in diesem Moment helfen (Sorry, wenn dir Frage blöd klingt. Aber ich bin Nichtspieler und allenfalls verwundert, wie dreist die Spieleindustrie tlw. mit ihren Kunden umspringt.)?

    PS: Wenn ich mich recht erinnere, ist die beste Kanzlerin, die dieses Land je hatte, durchaus ein Fan von DRM.

  28. Auch wenn ich Nicole Simon nicht mag, so muss ich sie mal verteidigen.

    Ich hab sie schon auf Veranstaltungen wie dem CCC-Kongress gesehen, da waren viele andere noch gar nicht an Netzpolitik interessiert. Auch hat sie ein Buch übers Twittern geschrieben.

    Ganz ahnungslos kann sie also nicht sein.

  29. Nicole Simon war auf den Kieler Netztagen 1993 und 1994 dabei – da haben die meisten von Euch wahrscheinlich noch offline gespielt.

    Sie war zu dieser Zeit auch aktiv im Offenen Netz Lübeck e.V., einem Bürgernetzverein im Individual Network e.V. Dachverband, und da hatten wir noch Akustikkoppler, Modems und Crosspoint oder uucico und nn auf SCO Xenix, oder Linux in einer Version, bei der man noch über xiafs vs. extfs (ohne fucking 2, 3 oder 4) diskutiert hat. Sie war zu dieser Zeit aktive Teilnehmerin im USENET, das kennen einige von Euch sicher auch noch aus Erzählungen der Vorfahren.

    Sie ist Teilnehmerin am „Generation @“ Treffen (mit Marit Hansen, Thomas Roessler, Andreas Kirchwitz, Achim Held und, äh, auch mir) am Rande der Kieler Woche 1997 gewesen.

    Sie ist die Frau, die mich letztendlich dazu bewogen hat, ein Blog zu starten (mein Blog geht 2010 ins 7. Jahr), indem sie demonstriert hat, was damit so alles möglich ist.

    Sie war, als das Thema aktuell war, eine der Pioniere des Podcastens, und eine ständige Podcast-Berichterstatterin auf vielen Konferenzen einschließlich der von Julia Seeliger erwähnten Chaos Congresse.

    Und sie war early adopter bei Twitter.

    Man kann ihrer Position in politischen oder technischen Dingen sicher widersprechen, aber ihre Qualifikation in Frage zu stellen bedeutet sie bei weitem zu unterschätzen. Sie ist ungefähr so lange online wie ich, und damit weitaus länger als 99% von Euch.

    Aber unterschätzt sie nur. Das gefällt ihr sicher gut.

  30. @Kris: Boah. Ey. Kann ich übrigens tlw. drüber.

    Ist aber gar nicht der Punkt. Den hast du nämlich übersehen: Nisi hat ihre Qualifikation selbst in Frage gestellt. In einem Blogbeitrag, wo jeder social media consultant zum Beissholz (no offense …) greifen muss.

    Und sie war early adopter bei Twitter.

    Waren wir das nicht alle (Dir war’s zu modern, iirc)? Und was bitte ist „Twitter-Experte“ überhaupt für ein Qualifikationsnachweis? Ist das „Was mit Medien!“ für Modembesitzer? Herrje.

    Wobei, über das Buch und wer welche Teile davon geschrieben hat, könnte man tatsächlich mal disktutieren.

    1. Hat sie das? Ich denke, das projezierst Du. Lies ihren Beitrag noch einmal.

      Sie hat lediglich gesagt, daß sie nicht Bestandteil der Crowd ist, die im St. Oberholz und im Radialsystem abhängt und daß sie so ein Kommissionsding noch nie gemacht hat. Das erste ist in meinen Augen ein Pluspunkt. Das zweite im Grunde auch.

  31. Lies ihren Beitrag noch einmal.

    Danke, nicht nötig. Simons Selbstdarstellung ist diesbezüglich leider recht eindeutig. Die Stellen auf die – nicht nur – ich Bezug nehme, habe ich oben ja auch zitiert.

    Bestandteil der Crowd ist, die im St. Oberholz und im Radialsystem abhängt

    Amüsanter Vorwurf, übrigens. Sind die anderen allerdings auch nicht.

    und daß sie so ein Kommissionsding noch nie gemacht hat

    Auch das ist vollkommen irrelevant. Wobei, nein, eigentlich nicht, wenn man Falk glauben mag. Sich einfach „einlesen zu wollen“ ist jedenfalls naiv und zeugt von einem interessanten Bild einer Sachverständigen.

  32. Hi,

    unter einem/einer Sachverständigen verstehe ich jemanden, der fundiertes Basiswissen in einem bestimmten Bereich mitbringt. Er/Sie muss in der Lage sein, sich in konkrete Sachverhalte einzuarbeiten, und anschließend zu einem Ergebnis zu kommen. Aufgrund der Referenzen und Tätigkeiten von Nicole Simon sehe ich diese Voraussetzungen durchaus als gegeben an. Jedes Detail in der Sperrdiskussion zu verfolgen, halte ich auch für nahezu unmöglich, und das kann man sich durchaus, Grundverständnis natürlich vorausgesetzt, anlesen.

    Mein Kfz-Sachverständiger muss sich bei einem Unfall auch erstmal mit den konkreten Umständen auseinandersetzen, aber die Fähigkeit, die Umstände richtig zu analysieren, unterstelle ich ihm einfach mal.

  33. @Carsten: Der Punkt ist, dass die Nicole Simon ihre Referenzen in ihrer Selbstdarstellung a) nicht anführt* und b) lieber aufzählt, was sie alles nicht kann, bzw. womit sie sich bisher nicht näher beschäftigt hat. Darunter die Kernthemen der Kommission und das politische Rahmenwerk. Immerhin will sich die Sachverständige einlesen, um die Themen der Enquete auf europäischer Ebene zu diskutieren. Mindestens.

    Dazu kommt dann noch ein bisschen undifferenziertes Bashing gegen die angeblich „linkslastige“ Netzpolitikszene (vgl. bei politik-digital.de). Meine Lieblingsfloskel in diesem Zusammenhang ist übrigens „bitte auch mit etwas weniger Klassenkampf und Ideologie und etwas mehr Pragmatismus.“ – Ja, und danke für das prima Beispiel.

    Wie auch immer, wäre ich „social media trainer“ (das ist etwas, wo sich Nicole Simon nach eigenen Angaben auskennt) hätte ich mit obiger Failleistung ein Musterbeispiel, wie man sich besser nicht im Netz darstellen sollte.

    Das eindrucksvolle Scheitern der „Twitter-Expertin“ im Fall Fefe (siehe Sleeksorrow/#18, bzw. hier) rundet das Bild dann ab.

    Und ihr erwartet, dass ich da noch klatsche? Sorry, kann ich nicht.

    *Zugegeben, der Hinweis auf eine Mitgliedschaft im IN e.V. vor 15 Jahren/als podcastender Gast auf CCC-Kongressen wäre in diesem Zusammenhang wohl auch nicht sonderlich zielführend.

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