Datenschutz

Ilse Aigner tritt aus Facebook aus

Heute hat unsere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner den Facebook-Manager Richard Allen getroffen. Nach dem Gespräch hat sie auf einer Pressekonferenz verkündet, dass sie nun aus Facebook austreten wird. Noch ist sie dort zu finden. Im Laufe des Tages wird es wahrschienlich eine ausführliche Begründung geben.

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Der Austritt ist dann wohl auch ein Zeichen, dass Facebook keinerlei Zugeständnisse gemacht hat, den Datenschutz seiner Nutzer erhöhen zu wollen. Alles andere als Austreten blieb ihr nach der Drohung auch nicht übrig.

Update: Guter Hinweis in den KommentareN. Nach der Löschung kann ja Ilse Aigner mal schauen, ob die Daten auch tatsächlich von Facebook gelöscht werden. Und wenn nicht, könnte sie mal was dagegen tun.

Update: Jetzt gibt es auch ein offizielles Statement:

Ich werde meine Mitgliedschaft beenden. Als Verbraucherschutzministerin kann und will ich es nicht akzeptieren, dass ein Unternehmen wie Facebook gegen das Datenschutzrecht verstößt und die Privatsphäre seiner Mitglieder ignoriert. Damit ist das Thema für mich noch nicht erledigt: Ich trete aus, aber ich bleibe dran! Ich bleibe im Gespräch mit der Spitze von Facebook, und ich werde so lange nicht ruhen, bis sich der Datenschutz entscheidend verbessert hat.

Solange das Unternehmen den Eindruck hinterlässt, ihm gehe es nur um kosmetische Korrekturen, um Beruhigungspillen, solange den Worten keine Taten folgen und kein wirkliches Umdenken einsetzt, werden auch viele Mitglieder bei Facebook keine Ruhe geben. Und ich mit Sicherheit auch nicht. “ Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner nach dem Treffen mit „Facebook“ am 3. Juni in Berlin

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50 Kommentare
  1. Den ersten Satz verstehe ich nicht so ganz, da fehlt doch irgendwas.
    „Heute hat unsere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner den Facebook Richard Allen getroffen.“

    Sollte es nicht „Heute hat unsere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner den Facebook Manager Richard Allen getroffen.“ heißen?

  2. Macht Facebook etwas sympathischer.

    (Neuerdings kommentiert unter dem zweifellos weit verbreiteten Namen Tharben der andere Tharben.)

  3. Die Koalition hat sich darauf verständigt, dass der Account zukünftig von Christian Wulff verwaltet werden soll (er hatte sich selber vorgeschlagen).

  4. @Gunnar

    Sie bringen den Betreibern Geld und machen die Nutzer gläsern. Gut zur Kontrolle und zum reich werden…
    Auf welche Seite schlägst du dich?

  5. sie ist immer noch da. Ich warte auf die bundesweite Facebook-Netzsperre…
    hoffentlich kann man die Kommentare oben auch bald flattrn. Danke.

  6. ANTI ANTI ANTI

    Die herrschende Deutsche Politik kann nichts, außer Webinnovatoren schlecht reden.

    Warum gibt es keinen Wettbewerb für ein sicheres und spannendes OS-Social Network, gefördert von Brüderle und Aigner???

    Und für alle Blödfrager hier, die nach dem Sinn von Social Network neunmalklug fragen/antworten: Wollt ihr wieder schönes Visitenkarten-Websiten-Internet a la 1998?

  7. @“Jens Best“ JA, denn da bestimmte ich wann ich meine Daten einstelle und nicht irgend welche Freunde die ihren Outlook/Android/… Kontakte mit dem Sozial-Net abgleichen. Und das ohne meine Zustimmung.

    Ich bin nicht gegen diese Netzwerke aber es muss auch ein recht geben NICHT enthalten zu sein und das beinhaltet auch das kein andere das Recht hat mich in so ein Kommerzielles System rein zu ziehen.

  8. Ich glaube nicht, das Facebook das irgendwie interessiert. Die bekommen zwar Druck im Moment aber so gewichtig ist Frau Aigner dann sicher nicht dass deswegen etwas anders wird.

  9. Hack doch lieber noch ein bisschen weiter auf studivz rum, damit die einzige alternative zu facebook auch bald verschwindet. im gegensatz zu facebook unterstehen die ja den deutschen gesetzen. und sie bemühen sich zumindest ernsthaft, wenn auch nicht immer erfolgreich

    1. @Tili: Es gibt auch die Auslegung, dass Facebook deutschen Gesetzen unterliegt. Und wir hacken gerne auf allen rum, die den Datenschutz und die Datensicherheit nicht so Ernst nehmen.

  10. @Jens Best:

    Wenn man in einem Dienst wie Facebook einen Nutzen sieht oder einen Mehrwert, dann wäre man doch auch sicher dazu bereit, für die Nutzung dieses Dienstes etwas zu bezahlen, oder nicht? Warum gibt es aber kaum einen kostenpflichtigen Dienst? Ich kenne z.B. nur Xing.

    Datenschutz kostet auch immer Geld, aber im Internet soll ja alles kostenlos sein. Sowohl die Anbieter wollen dieses Dogma nicht aufgeben, weil sie ja sonst auch einen wirklichen Gegenwert für die geleisteten Zahlungen erbringen müssten oder gar so Dinge wie QoS einhalten müssten, was dann schnell zu einem Failed Wale-Dilemma führen kann.

    Aber auch die Nutzer zahlen ungern, weil die Mär des kostenlosen Internets von den ideologischen Fundamentalisten immer noch tagtäglich gebetsmühlenartig verbreitet wird. Und wenn einem die sachlichen Argumente dafür ausgehen, mit dem Stichwort „Netzneutralität“ komme ich immer ans Ziel.

    Ich finde diese ganze Debatte mittlerweile nur noch scheinheilig!

  11. Was soll das ganze Geplänkel eigentlich? Ist ein Austritt das einzige (ziemlich schwache) Mittel, daß unsere Verbraucherschutzministerin gegen einen amerikanischen Konzern hat?

    Wozu gibt es Gerichte? Frau Aigner sollte die Einhaltung des deutschen Datenschutz-Rechts und des Safe-Harbor-Abkommens einfach einkagen können, oder nicht? Was steht dem im Wege?

  12. Konsequent ist die Aktion mit Sicherheit. Allerdings aus meiner Sicht vollkommen unnötig. Dieser aktuelle Hype um die Gefahr von Social Networks wird total übertrieben. Warum weill kein Politiker das Auto verbieten – im Straßenverkehr sterben täglich Menschen! Jetzt hat die gute Frau für 5 Minuten ihren Ruhm – ich lade in der Zwischenzeit noch ein paar weitere Freunde zu Facebook ein.

  13. Die Auseinandersetzung mit FB sollte politisch und wenn nötig juristisch geführt werden, und nicht mit der Mitgliedschaft einer Ministerin. Komisches Herunterbrechen des Themas auf die kleinste Ebene, als wäre ein Austritt der persönliche SuperGAU und Verzicht auf alles Schöne im Leben.

  14. Viele hängen bei Facebook rum. Das sehe ich bei den Schüler immer so, die kommen nach Hause, machen die Hausaufgaben und hocken nachher nur vor dem PC.

    Sind die ganze Zeit in Facebook am chatten und das heftige ist ja, wie lange sie drin bleiben, meist. von 2 Uhr bis spät Abend um 23 Uhr. Ist das nicht eine Sucht? Naja ich halte von Facebook eig. nix, bin zwar dort auch angemeldet, um zu gucken wie es ist.

  15. Was für eine verlogene Politikerin, deren Worte nur selten Taten folgen und aufgrund ihrer Machenschaften es noch sehr lange Massentierhaltung und gesundheitsschädigende Lebensmittel geben wird. Pfui!

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