Demokratie

Google Street View: Verpixelung leicht gemacht

Ich frage mich ja schon seit dem Frühstück, ob ich noch einmal auf das Widerspruchsformular von Google Street View hinweisen soll. Ihr wisst schon, das, mit dem man sein Haus verpixeln lassen kann.


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Es ist ja nicht so, dass wir das Thema in den letzten Tagen und Wochen nicht ausführlich diskutiert hätten. Eigentlich sollte die Möglichkeit also bekannt sein. Andererseits, die entsprechende Webseite ist halt erst heute online gegangen. Mehr oder weniger zumindest. Derzeit scheint es nämlich noch technische Schwierigkeit zu geben.

Sei’s drum, hier ist der Link. Tut, was ihr für richtig haltet. Bei Heise Online und Spiegel Online gibt es weitere Informationen zum Prozedere. Wer seine Verpixelung lieber ganz klassisch per Briefpost beantragen will, findet beim Bundesministerium für Verbraucherschutz passende Musterbriefe. Und diesen von Frau von Aichberger illustrierten Tipp von Bov verlinke ich besser gar nicht erst, nachher bekomme ich noch Ärger mit dem LKA.

36 Kommentare
  1. Schade. dass ich kein eigenes Haus habe. Ich würde mir etliche 50mal50 cm Plexiglas Platten holen und eine Pixelmauer am Gartenzaum aufstellen und zwar so hoch, dass man auf dem gegenüerbliegendem Gehweg nicht mal mehr das Dach sieht. Just for fun.

    Kann ja nicht sein, dass jeder anonym mein Hasu angucken kann, wenn er vorbeiläuft!

    Greetz,
    GHad

  2. Für mich ist da vieles unklar. Was passiert, wenn der Einsprucherheber es sich später anders überlegt hat? Oder wenn der einzige Mieter des Hauses, der die Verpixelung wollte, inzwischen umgezogen ist? Wie kann ich überhaupt erfahren, welcher Mieter es gewesen ist, um Google auf dessen Auszug aufmerksam machen zu können?

  3. Geralt: Jemand klickt meine Links durch? Danke, endlich! Vermutlich ahnt niemand, wieviel Mühe ich mir damit immer gebe. Und nie klickt die einer! Und noch mehr Danke für den Link zum Original!

    KinNeko/Markus: Daher mein Hinweis auf technische Probleme.

    Shakorem: Ja, und das macht die Angelegenheit spaßig. Also, je nach Sichtweise. Für Google vermutlich weniger (Empfehle im Zweifel Namenswechsel, wenn’s zu peinlich wird). Ich zitiere mal von einer Mailingliste (und hoffe auf Vergebung):

    Das Procedere ist so: Man widerspricht online unter Angabe seiner Postadresse. Man muss keinen „Titel“ beifügen, dass man überhaupt zu einem solchen Widerspruch berechtigt ist. Daraufhin schickt Google eine Bestätigung per Post mit einem Bestätigungscode. Damit soll sichergestellt sein, dass derjenige den Widerspruch eingelegt hat, der da auch tatsächlich wohnt.

    Update, 18.08.: Gestern hieß es noch, dass der Verizifierungscode nur an die Adresse geschickt werden können, die verpixelt werden soll. Das funktioniert für Vermieter, die selber woanders wohnen, natürlich nur so mittelgut und für Ferienhausbesitzer noch schlechter. Das hat auch Google eingesehen und inzwischen die Möglichkeit eingebaut, sich den Verizifierungscode an beliebige Adressen schicken zu lassen. Das erhöht die Bequemlichkeit, aber auch das Missbrauchspotential.

    Sobald der Widerspruch bestätigt wurde, löscht Google die entsprechenden Bilddaten in den Rohdaten. Dieser Vorgang ist nicht rückgängig zu machen, es sei denn, durch erneute Aufnahmen mit einem Google-Auto.

    Grundsätzlich gilt die Regel: Privatsphäre geht vor. Das bedeutet, wenn einer aus dem Haus widerspricht, wird das ganze Haus gelöscht, selbst wenn andere gern ihre Wohnung auf StreetView haben würden.

    So weit die Fakten.

    Jetzt kommen wir zu den Widersprüchlichkeiten: Was ist, wenn ich ein Gebäude besitze, dies nicht auf StreetView haben möchte, dort aber nicht postalisch erreichbar bin, weil ich dort nicht wohne? Was ist, wenn ein Mieter die Wohnung hat löschen lassen, und dann zieht er um? Was ist, wenn eine Wohnung verkauft wird?

    Über solche Spielchen wie Nachsendeaufträge reden wir gar nicht erst. Ansonsten: Das perfekte Verbrechen, immer löscht Google wohl auch die Löschanträge.

    Steve: Es ist alles noch viel, viel schlimmer.

  4. Für alle, die an der mittlerweile 350 Personen starken Gruppe mitwirken wollen, die „alle“ verpixelten Häuser fotografieren und neu ins Netz stellen werden, können sich übrigens in die frisch eingerichtete Koordinationgruppe eintragen:

    http://streetview.mixxt.de/

    Öffentliches muss Öffentlich bleiben

  5. @Mithos

    Wenigstens hat er Aigner eine reingehauen nach dem Motto: Man kann nicht gegen Street View wettern aber den öffentlichen Raum mit Kameras überwachen lassen.

  6. Alle Zehn Jahre in etwa zieht der Deutsche um.
    Es gibt grob 40Mio. Wohnungen und dabei weniger als 20Mio. Wohngebäude.

    16% der Deutschen wollen ihr Haus/Wohnung verpixeln lassen, dann werden gleich am Anfang mal 32% der Häuser/Wohnungen verpixelt.
    Nach 10 Jahren dann der Umzug und eventuelle neue Verpixelung. Macht dann zack: 64%.
    Na gut, vielleicht 50% nur. ;)

    Gut, 10 Jahre sind eine Ewigkeit im Netz…

    Aber wenn nach 2-3 Jahren der Dienst tatsächlich schon zu mehr als ein Drittel verpixelt wäre… Hm, schade! ;)

  7. @Markus (12,14)

    Was interessiert dich denn am meisten daran?

    Schon ein wenig schade, dass es von den Altvorderen der „Datenschutz“-Bewegung nichts wirklich zur Bedeutung des Digitalen Öffentlichen Raumes gibt.

    Könnte ja sein, dass dafür diese „Strassenrealität“ völlig unnötig ist. Könnte auch sein, dass gerade die Digitalisierung der Strasse zu einem breiteren Bewusstsein über dieses sogenannte Internet führen kann. Könnte auch sein, dass man diese wichtige digitale Öffentlichkeit nicht völlig Konzernen überlassen sollte, sondern zivilgesellschaftlich gestaltende Kräfte fördert.

    Wenn ich mal für ein paar Zeilen utopisch sein darf: Warum ist es z.B. noch nicht möglich im Rahmen seines Zivildienstes oder eines digitalen Ehrenamtes bei openstreetmap mitzumachen. Als Vermesser, als Coder. Ein OSM, das nicht nur sporadisch, sondern systematisch von Behörden auf allen Ebenen unterstützt wird.

    DAS wären Politische Forderungen, die ich mir aus den Frontkreisen der Netzcommunity wünschen würde. Stattdessen betretenes offizielles Schweigen zu streetview oder gar direkte Verlinkungen zur Aigner-Propaganda wie durch FoeBud.
    Es geht ja schliesslich irgendwie auch um „Datenschutz“.

  8. Ich habe erstmal für unsere 6 Immobilien einen Löschantrag gestellt. Ich lasse mir von Unternehmen keine Öffentlichkeit aufzwingen. Bin mal gespannt, ob ein Mieter bei uns wegen der Verpixeluung klagt….

  9. @Jens Best: Auf die Idee, dass die „Altvorderen“ deiner Ideologie von der totalen Öffentlichkeit aus guten Gründen nicht folgen wollen, kommst du erst gar nicht, hmm?

    Wenn der FoeBuD Tipps gibt (tatsächlich ist es zunächst ein einzelnes Mitglied, die Position dürfte im FoeBuD aber konsensfähig sein), muss das „Aigner-Propaganda“ sein?

    Darf ich dir erklären, was „Propaganda“ ist? Propaganda ist es, wenn man kurzerhand alles zum „öffentlichen Raum“ erklärt, was Kameras erfassen können. Damit wirst du gerade unter den „Altvorderen“, die – wie der FoeBuD – seit Jahren gegen Videoüberwachung kämpfen, wenig Freunde finden.

    Sag mal, merkst du noch was? Und wenn du schon nichts mehr merkst, warum müssen unbedingt Dritte unter deiner Vision der totalen Öffentlichkeit leiden?

    Was kommt als nächstes? Postprivacy-Outings, falls jemand sein Facebook-Profil nicht komplett ausgefüllt hat?

    Mag ja sein, dass die 52% der Bevölkerung, die ihren Grund und Boden nicht im Netz sehen wollen, „irgendwas nicht verstanden haben“ (Ebenso könnte es bei den den anderen 48% sein, die kein Problem damit haben) oder „die Chancen des Internets nicht sehen“. Das ist aber noch lange kein Grund, sich über ihre Bedenken hinwegzusetzen oder alles und jeden anzupöbeln, der anderer Meinung ist.

    Und nein, ich bin nicht der Meinung, dass Google der Grund allen Übels ist. Ja, ich finde SV sogar ausgesprochen nützlich. Die „Endlöschung“ im Widerspruchsfall in der aktuell angedachten Form ist es nicht.

    Und trotzdem (oder gerade deshalb) brauchen wir eine Debatte, wie wir private Räume auch in Zukunft wirkungsvoll schützen können. Und zwar bevor „progressive Aktivisten“ wie du zum Entsetzen der „Altvorderen“ alle Dämme einreissen.

    PS: OSM ist zunächst eine komplett andere Baustelle. Aber sowas von.

  10. Wie paranoid. Demnächst müssen wir noch die Seitenfenster an unseren Autos verdunkeln. Könnte ja sein, dass wir grad in den Vorgarten gucken, wenn der Nachbar mit seiner Seketärin bumst. Über sowas kann man sich auch mal wieder nur in Deutschland aufregen. Am besten überall schwarze Placken hin, wo ein Haus steht.

  11. @Martin: Die in Kommentar #10 zitierten Informationen stammen über Bande von der PR-Agentur, die Google Deutschland vertritt.

    Ich nehme an, dass die Unkenntlichmachung (Verpixelung ist wohl eher ein Begriff der Medien, weil diese im Fall von Unkenntlichmachungen gerne verpixeln) weiter als auf deinem Beispiel aus der Schweiz gehen wird.

    Was ist denn in deinem Beispiel verändert? Das graue Gebäude rechts, auf dem sonst Firmennamen o.ä. zu lesen gewesen sein wären, oder?

    Das wäre in Deutschland tatsächlich „öffentlicher Raum“ (kein Sichtschutz, aus Augenhöhe von öffentlichem Grund einsehbar …) und imo nichts, was man verpixeln können lassen sollte.

  12. Meiner Meinung nach sollten die entsprechenden Bilder erst gar nicht mehr im Internet zu sehen sein, sprich gar nicht veröffentlicht werden, wenn derjenige seine Privatsphäre schützen möchte. Allgemein finde ich die ganze Sache mit Google Street View etwas bedenklich. Zwar ist es schön, einen 3D Stadtplan im Internet zur Verfügung zu haben, jedoch weiß niemand, was man sonst noch so zu Anblick bekommt.

  13. @Nina: Die Bilder sind ja noch nicht online. Street View soll „später im Laufe des Jahres“ starten, zunächst in 20 deutschen Städten.

    Google schreibt dazu auf der Seite, wo man die Unkenntlichmachung beantragen kann:

    Da wir einige Zeit benötigen, um Ihren Antrag zu bearbeiten und die Abbildungen vor ihrer Veröffentlichung in Street View (auch in den entsprechenden Rohdaten) unkenntlich zu machen, können wir diesen Dienst für Gebäude/Grundstücke in den o. g. Städten nur bis zum 15.09.2010, 24:00 Uhr, zur Verfügung stellen.

    Für andere Städte/Regionen kann der Widerspruch auch später erfolgen. Generell soll auch ein nachträglicher Widerspruch möglich sein, wenn die Fristen bereits verstrichen sind (Dann muss man damit leben, dass das Material ggf. bereits unverpixelt online war).

    Die Auswahl erfolgt über die Angabe der Adresse und einen Marker, den man in Google Maps setzen kann. Siehe hier.*

    *Ja, da wohne ich. Nein, ich habe noch keine Verpixelung beantragt..

  14. Langsam wird es langweilig hier mit dem ständigen Google Streetview bashing.

    Ich werde wohl auch Jens Best Aufruf folgen und mich am fotografieren von zensierten Häusern beteiligen, wenn sie in meiner Umgebung sind – aber natürlich nur unter der strengen „Jörgischen“ (bzw. vom ZAS) Interpretation der Panoramafreiheit.

    Lustig finde ich an der Sache nur, wie sich das ganze Phänomen auf Deutschland beschränkt. Aber das liegt primär an der einseitigen Berichterstattung der Massenmedien und dem Profilierungs-Verlangen einiger Politiker.

    Denn ich bin mir 99.9% sicher, dass die große Zahl der angeblichen StreetView Gegner NUR durch die Gehirnwäsche der ÖR und privaten zustande gekommen ist.

    Naja, pflegt nur fleißig eure exakt 2 Meter hohe Hecke. Typisch deutsch halt.

  15. @Name: Wie gesagt, ich hatte das Problem mit der weissen Seite zunächst. Markus und den Berlinern ging es ähnlich (siehe oben).

    Heise widerum berichtet von Problemen mit dem Internet Explorer kurz nach dem Start und einer Bestätigung durch Google.

    Wie auch immer, ich habe gerade noch einmal geschaut: Mit Firefox unter Linux und Firefox/Safari auf dem Mac funktioniert die Seite bei mir.

    Was ich mir evtl. noch vorstellen kann, wäre ein Loadbalancer, der die Anfragen hin und wieder auf eine noch defekte Seite verteilt.

    Absicht würde ich aber nicht unterstellen. Das kann sich Google nicht schlicht nicht leisten.

  16. LiebePixel PrivatiersPixel,
    wennPixel meinePixel BudePixel soPixel unscharfPixel wärePixel wiePixel eurePixel, würdePixel ichPixel auchPixel nichtPixel wollenPixel, dassPixel diePixel ganzePixel WeltPixel sichPixel diesesPixel ElendPixel ansehenPixel kannPixel.
    RichtigPixel gemachtPixel!

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