Kultur

Dialog Internet: Bundesregierung lädt ein zum Remix-Wettbewerb

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend lädt zum Design-Wettbewerb für ihren „Experten- und Bürgerdialog mit dem Namen DIALOG INTERNET“, der seid einem Jahr angekündigt ist und bisher unter dem Arbeitstitel „Forum Internet“ bekannt war. Das verkündete heute Familienministerin Kristina Köhler auf Twitter.

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Gewinnen kann man 2500 Euro, aber spannender dürfte es wahrscheinlich sein, kreative Beiträge zur aktuellen Netzpolitik einzureichen und zu schauen, ob diese auch in die engere Auswahl kommen. Denn die Nutzer können auch Einreichungen bewerten. (Das ging schon einmal schief, als die SPD ein Logo für den Steinmeier-Wahlkampf suchte und das bestbewerteste Logo leichte Ähnlichkeiten mit SS-Runen hatte).

Uarrr.org hat auf Twitter schon dieses Bild verbreitet, was sicherlich in die Auswahl aufgenommen wird:

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32 Kommentare
  1. Schön, dass das Ministerium eine kollaborative Ideenplattform für die Logo-Generierung benutzt. Design gehört auch in der nicht-digitalen Kommunikation dazu.

    Umso spannender wird es, ob vergleichbare Prozesse dann auch eingesetzt werden, wenn es um die Inhalte geht.

  2. Kann mir jm. erklären warum auf dem Bild einmal Kristina Köhler, und dann Dr Kristina Schröder dasteht?

    Zum Thema: Warum fällt denen das erst jetzt ein? nen Remixwettbewerb zu machen. – Sonderlich begeistert bin ich davon nicht.

  3. Ich dachte immer, der Dialog der Deutschen Regierung mit dem Internet, ist eine ähnlich treffende Bezeichnung wie der Friedensprozess im Nahen Osten….

  4. Eine echte Nachfolgerin für Röschen „Zensursel“ Albrecht, die Kristina mit den wechselnden Allerweltsnachnamen.

    Und so glaubwürdig wie das Vorbild, unser allseits geschätztes Kohl-Groupie.

    Da ist doch mal eine Politikerin jung und lädt zum Mitmachen ein! Lasst uns die Regulierung des unsäglich rechtsfreien Raumes zusammen gestalten, natürlich unter „Anleitung“ des Ministeriums.

    Ein echter Dialog ist geplant – beide Seiten reden aneinander vorbei, und dann wird im Sinne der Mächtigen entschieden, egal was die eine Seite zu vermelden hatte.

    Onkel de Maizière hats vorgemacht. Auf, auf, springt über das Stöckchen!

    Viele Grüsse,
    VB.

  5. Eine Schande für unser Land. Die junge Dame würde gerne „konservativ“ sein und tritt die Sprache unserer Heimat mit Füßen, kübelt den Anglizismenmüll der Generation Gottschalk aus:

    „Contest“
    „Get into a dialogue“
    „Schau Dich im Support-Center um“
    „Bewertungs-Deadline“

    und dann duzt diese Seite eines deutschen Bundesministerium mich. Wo sind wir eigentlich hingekommen? Haben die den Herrn Mehdorn für ihren Netzdialog angeheuert?

    Ist das konservativ? Nein, konservativ sind Leute, welche die Bauprinzipien des Netzes gegen institutionelle Revoluzzer verteidigen. Konservativ sind Menchen, welche unsere Sprache bewahren und schöpferisch fortentwickeln. Konservativ ist, wer die Formen des würdigen Umgangs achtet.

  6. Erst die Scheindebatte „Google Street-View“ (das ideale Ablenkungsmanöver, da es Angst erzeugt und sich der gemeine Deutsche gerne über Ängste steuern / manipulieren lässt) und

    nun der nächste Akt

    Scheinmitgestaltung / – einbeziehung „Dialog Internet“.

    Mit der Chronisch Demagogischen Union kollaboriert man einfach nicht, ganz gleich auf welcher Ebene und in welchem Kontext.

  7. „mehrkwürdiger Crowdsourcingbetreiber“?

    Leute – zunächst einaml geht es in diesem Contest (ääh, Wettbereb) um eine Logogestaltung.

    jovoto ist vornehmlich eine Plattform für Designer, Werber, Konzepter… dadurch dass das der Ideenfidunges- und Gestaltungsprozess offen geschieht, ergeben sich Dialoge, meist ganz produktive, die die Qualität der Ideen steigeren können.

    Die geplante Plattform ist im Wettbewerb noch nicht das Thema – kommt ja vielleicht noch.

    1. jovoto.com ist vorallem eine Platform um kostengünstig hunderte von creativen zum arbeiten zu bewegen, wovon man nur einen Bezahlt.

      Würden die Wettbewerbveranstallter die aufsummierten Stunden bezahlen, lägen sie bestimmt bei einem Hudert- bis Tausendfachen des Preisgeldes.

  8. Beachtet beim Bewerten, dass die eine Regelung haben, dass Bewertungen erst nach einer gewissen Aktivitaet zaehlt. Ich habe einfach mal alle Vorschlaege entsprechend meiner Meinung bewertet (d.h. die meisten auf 1 – Trash it! und einen wirklich exzellenten Vorschlag mit 10 Punkten) und ein paar Kommentare die ich gut fand auf useful gesetzt. Danach haben meine Bewertungen dann auch gezaehlt….

  9. „Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend“

    Ich bin Maennlich, Singel und ueber 40. Was interessiert mich, was die machen.

  10. @Markus

    Das Projekt zum SPD-Wahlkampf lief doch super – nur weil ein junger Designer in die politischen Wahlkampfscharmützel im Web geraten ist und eine einzelner Entwurf seiner Idee „Stufe für Stufe“ nicht wirklich die Anmutung einer Treppe (heraus aus der Krise) hatte, muss doch nicht gleich alles schief gegangen sein ;)

    Übrigens hatte die Community den Designbug direkt erkannt und Feedback gegeben – funktionierte doch ganz gut in einem offenen Prozess.

  11. @Daniel:

    jovoto hat reagiert:

    „Zu den Bewertungen von poly sind Fragen aufgetreten. Die Bewertungen werden überprüft und momentan in der Auswertung nicht berücksichtigt.“

    Ich hatte Bilder je nach Empfinden mit 1 oder 2, manchmal auch 3 Punkten bewertet.

    Scheint, dass da gerade aktive Gegenmaßnahmen stattfinden von einer „bestimmten seite“

  12. Um etwas mehr Karma zu sammeln, ein „sehr differenziertes“ Bewertungsverhalten zu kriegen, und doch keine Stimme mit Bauchschmerzen abgeben zu müssen, kann man auch bei anderen Wettbewerben stimmen, die einem völlig schnurz sind. Das hat auch den Vorteil, daß man sich schnell durchgeklickt hat…
    (Hat mein Karma in weniger als 15 Minuten bis fast auf 250 gepusht…)

  13. Nein, das System versucht nur zu verhindern, daß man ein (oder zwei) Dinge top bewertet und den Rest basht (lest einfach mal die Dokumentation davon), unabhängig davon was es ist. Außerdem läßt es wahrscheinlich Wertungen von „qualifizierten“ Nutzern stärker einfließen. Aber wenn man mal nachliest, wie das System arbeitet, finden sich Mittel und Wege, doch noch die gewünschte Meinung rüberzubringen. Man darf halt nicht zu plump vorgehen.

  14. „Doppelkommentar entdeckt“, ist aber noch nicht da? Komisch.

    Der Anbieter scheint sich wirklich grosse Muehe zu geben, die oeffentliche Meinung „schoenzurechnen“. Autolykos du hast mit deiner Erklaerung schon recht, aber der Massstab scheint sich laufend zu aendern. So habe ich ueber Nacht mal eben 50 Karmapunkte verloren, warum? Das erscheint mir unfair, ansonsten finde ich das System ja nicht so schlecht.

    Anyway. Ich wollte mal meine persoenlichen Favoriten erwaehnen, was meint ihr dazu?
    http://www.jovoto.com/contests/get-into-a-dialogue/ideas/6733
    http://www.jovoto.com/contests/get-into-a-dialogue/ideas/6762
    http://www.jovoto.com/contests/get-into-a-dialogue/ideas/6774
    http://www.jovoto.com/contests/get-into-a-dialogue/ideas/6801
    http://www.jovoto.com/contests/get-into-a-dialogue/ideas/6773

    Ausserdem wuenschte ich, juhi wuerde sein „lol“ aufteilen, das zweite (rote) von den vielen Entwuerfen ist richtig genial und haette 10 Punkte bekommen. Die anderen finde ich nicht so toll, also habe ich dann nach Mehrheit bewertet.

  15. @Daniel nein, der Maßstab ändert sich nicht, beim erreichen der 150 Karma Punkte kann jeder abstimmen. Es geht uns darum, ein gewisses Mindestmaß an Engagement vorauszusetzen.
    Karmapunkte verliert man auch wieder, aber erst nach einer langen Zeit der Inaktivität. Jedoch nicht über Nacht! Wenn Ich deinen Nutzernamen auf der Plattform wüsste, würde ich das gerne nochmal nachprüfen.

  16. ich finde es persönlich erstmal gut, dass das ministerium drüber reden will. den dialog schon jetzt durch solche aktionen zu beginnen ist sicher auch ein weg.

    ich will nur anmerken: wer für solche einreichungen abstimmt nimmt potentiell das preisgeld einem ernstgemeinten vorschlag weg.

    welche und ob eine einreichung am ende zum einsatz kommt, und dann gesondert gekauft wird, hängt bekanntermaßen nicht von der abstimmung der mitglieder ab.

    insofern finde ich es nur wenig nachvollziehbar für offene und neuartige arbeitswelten, kollaboration im allgemeinen und ernsthafte auseinandersetzung mit netzpolitischen themen einzutreten und andererseits torpedierung all dessen zu betreiben.

    von einem »remix-wettbewerb« zu sprechen ist auch, ähm, falsch.

    (offenlegung: auch jovoto ist mein kunde – ich spreche hier aber nur für mich)

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