Öffentlichkeit

Vorsicht, Opposition! Internetrebellen, Nichtwähler und junge Aktivisten

In der aktuellen Print-Zeit ist artikel über „Vorsicht, Opposition! Internetrebellen, Nichtwähler, junge Aktivisten – sie sind für die Politik zu gewinnen, aber nicht für die Parteien. Zu Besuch bei den Vorkämpfern eines neuen politischen Bewusstseins„. Man merkt dem Artikel an, dass da verschiedene Autoren mitgeschrieben haben und irgendwie verstehe ich auch nicht ganz den Spin, warum man noch die Titanic-Partei zu Zensursula und dem Foebud packen musste. Aber sonst beschreibt der Artikel viele aktuelle Projekte.


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Die neue Apo ist ein seltsames, widersprüchliches Wesen. Sie hat viele Facetten und wenig Ordnung. Für die Art und Weise, wie heute Politik betrieben wird, hat sie nur noch Spott übrig. Aber die neue Apo, das ist auch der wütende Boykott von Wahlen und die Hoffnung, die Parteien würden sich ändern, wenn sich immer mehr Leute der Wahl verweigern. In der neuen Apo herrscht ein Wettkampf der Ideen. Es geht darum, wie es gelingen kann, mehr Menschen an politischen Entscheidungen teilhaben zu lassen, wie bei aller Vernetzung die Privatsphäre geschützt werden kann. Und trotz allem glaubt sie, diese Welt könne ein besserer Ort werden.

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16 Kommentare
  1. gut, ich weiß zwar nich, was mit apo gemeint ist, hab den artikel auch nich gelesen, sondern nur den ausschnitt hier, aber dennoch frag ich mich doch, wie man darauf kommt, dass irgend eine breite (internet-)masse hier hofft, durch wahlboykott was zu ändern.
    im gegenteil, was ich die letzten wochen/monate im netz beobachte, is doch das genaue gegenteil.
    eine mobilisierung von evtl. vorher politisch uninteressierten nichtwählern (man möge mir das „alle über einen kamm scheren“ verzeihen ;) ). der aufruf, dass sogar eine stimme für eine evtl. später nicht relevante partei (piraten-5%-hürde) die politik und die themenschwerpunkte der etablierten parteien verändern kann.

    ach, und wer sich politisch engagiert, ohne den glauben, die welt vllt. auch nur ein bisschen besser machen zu können, hat meiner meinung nach, in der politik nichts zu suchen.

  2. @Martin (1): „gut, ich weiß zwar nich, was mit apo gemeint ist, hab den artikel auch nich gelesen“

    Den Artikel zu lesen, den man kommentieren möchte, hilft übrigens ungemein beim Verständnis. Die alte APO (=“außerparlamentarische Opposition“), auf die im Artikel Bezug genommen wird, war eine Gegenbewegung zur Großen Koalition unter Kiesinger (Wikieintrag: http://tinyurl.com/mrlyf5). Des weiteren hätte man beim Lesen des Artikels feststellen können, daß die hier zitierte Stelle lediglich ein Fazit ist, bei dem eben naturlement auch die im Artikel behandelten politisch interessierten Nichtwähler einbezogen werden. Um die es eben neben diversen aktuellen Projekten zur Politikbeteiligung auch ging.

    @Markus:
    Ich denke, die inhaltliche Klammer, die eben auch Sonneborn einschließt, ist die Ablehnung der hiesigen Parteienlandschaft, insbesondere ihres selbstreferentiellen Politikverständnisses.

  3. mich wundert an dem Artikel auch, dass er Sonneborn und Kerkeling mit den Piraten zu einer „apo“ zusammensteckt. Aus Perspektive der Wahlkampfleitungen der etablierten Parteien mag das so aussehen, dass da draußen lauter Barbaren rumtoben, die alle gleich bärtig und ungewaschen ausschauen. Aber die Sicht muss sich die Zeit doch nicht zu eigen machen…

  4. Ich habe den Artikel sehr aufmerksam gelesen. Ich habe auch nicht so richtig verstanden, was die Partei dort zu suchen hat, aber ich finde es wurde sehr gut verständlich gemacht, wie sich ein Teil der Gesellschaft(mir eingeschlossen) von der aktuellen Politik bevormundet und nicht representiert fühlt.

  5. APO ist eine Sache. Was sich gerade entwickelt könnte man aber eher APD – Außerparlamentarische Demokratie – nennen. Die Forderung nach mehr Transparenz sowie Bürgerbeteiligung jenseits von Parteikonsens, bzw. der Einsatz für Themen über Parteigrenzen hinweg, nehmen deutlich zu („Piraten“ in der SPD, CDU, …).

  6. Ich stimme Martin zu. Mit Wahlboykott gewinnt man nix. Ganz im Gegenteil. Boykottiert würden dann vermutlich nur die demokratischen Parteien. Die rechten und linken würden davon profitieren.

  7. Ich glaube der Autor hat sich mit dem APO-Begriff etwas verrannt. Dieser fast krampfhafte Versuch diese neue politische Bewegung in Einklang mit den Aktivisten der 60er Jahre zu bringen ist zum Scheitern verurteilt. Wir bewegen uns in einer neuen Zeit, die auch neue Antworten auf neue (und manchmal auch alte) Fragen hervorbringt.
    Der Artikel ist außerdem wahrscheinlich auch ein Versuch dem geneigten Zeit-Leser eine Welt zu zeigen, die er nicht wirklich kennt, in der er sich nicht bewegt. Trotz allem hat der Autor (und seine Helfer) viele Dinge anschaulich dargestellt. Vielleicht hätte es eines anderen Einleitungstextes bedurft, um die wahre Aussage des Artikels stärker hervorzuheben: Weniger APO, mehr neues poltisches Bewusstsein.

  8. Der Vergleich mit der APO hinkt. Heute formiert sich die Opposition junger Menschen relativ eng um die Thematik Freiheit vs. Überwachung. Damals war die APO nicht nur breiter im Sinne ihrer Anhänger aufgestellt, es ging auch um mehr. Das gesamte Gesellschaftsbild wurde infrage gestellt und neue Formen des Zusammenlebens erprobt. Netzpolitik ist wichtig –> aber es ist eben nur ein Teilbereich. Für eine wirkliche APO ist das zu wenig.

  9. ich finde der artikel startet gut, flaut aber ziemlich ab.
    eine sehr richtige feststellung ist allerdings, dass die leute eher parteiverdrossen als politikverdrossen sind. das ist denke ich der springende punkt in der aktuellen politischen landschaft. da muss sich was ändern.

  10. Ich denke auch das der Vergleich mit der APO hinkt, besonders wenn man sie so weit fasst das sie von Sonneborn bis Kerkeling reicht. Ich finde die Parallelen zu den Grünen viel offensichtlicher.

    Außerdem denke ich nicht das es früher weniger kritische und politisch interessierte Leute gab. Ich denke eher das sich in den letzten Jahren eine kritische Masse gebildet, welche die das Internet als politisches Forum etablierte. Früher lief man aneinander vorbei, heute liest man sich.

    Es passt auch nicht die Bewegung als eine von Studenten und Jugendlichen darzustellen. Wenn der Altersschnitt bei den Piraten 29 ist, dann sind das in der breite Leute von 16 bis 50, und primär vermutlich Familienväter/mütter.

    Politikverdrossenheit glaube ich gab es nie, Parteiverdrossenheit trifft es da eher um am besten vielleicht eine Verdrossenheit von Plutokratie und permanentem belogen werden.

  11. Ich stimme absolut nicht überein mit der Behauptung der Autoren, dass die „internetbewegung“, bzw. die Piratenpartei nur eigene Interesse verfolgt.
    Sind Bürgerrecht, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Entkriminalisierung von 40 Mio Menschen und die GEwaltenteilung wirklich nur etwas was die „Internetgemeinde“ betrifft?

  12. Mir geht nicht ganz in den Kopf, warum die Piratenpartei immer wieder als eine Klientel Partei betitelt wird?
    Sind die Internetnutzer etwa klar eingrenzbar wie etwa die Unternehmer oder noch klarer wie die Rentner?
    Soweit ich das sehe sind beinahe Alle im Internet, darum ist die Piratenpartei keine Klientelpartei. Im Gegenteil überwindet doch die Piratenpartei endlich die alten Gräben!
    Der einzige Teil der Bevölkerung, welcher nicht im Internet angekommen ist sind unsere Volksvertreter(Und vieleicht die großen Publisher), ich glaube der Otto Normal Bürger hat mehr Internet Erfahrung als unsere Volksvertreter mit ihren Mitarbeiterstäben, welche sie von der Realität abkpaselen!
    Die brave CSU Hausfrau kauft doch schon lange bei Ebay ein und kommentiert Rezepte bei Chefkoch.de…

    Es wird Zeit, oder es ist die Zeit, wo die Internetbewohner, wir alle, mal zeigt was in uns steckt!
    Darum lasst sie nur lachen oder die Piraten als Parodie abkanzeln, die Beute gehört uns!

  13. Die Piraten werden als Klientelpartei dargestellt, weil der Focus der Presse so auf den Internetsperren liegt. Oder der Focus liegt auf den Internetsperren um es als Klientelpartei darzustellen.
    Wir haben in unserem Wahllokal eine Beteiligung von 35% gehabt. Ich möchte echt gern wissen was man dagegen tun kann. Informieren, Unparteiischer Fahrdienst oder was noch?
    Erstmal wollen wir sehen ob die ganzen Piraten sich auch auf den Weg zum Wahllokal machen werden.
    Politik ist echt ein schweres Feld. Das sollte man sich nicht zu einfach vorstellen.

  14. Ich habe den Artikel aufmerksam gelesen und der Parteienverdrossenheit stimme ich zu, aber dem Rest… Franziska Heine als Momo? Das klingt mir doch sehr nach Verniedlichung…

  15. Man sollte die Erwartungen nicht zu hoch ansetzten.Wichtig ist, dass gewählt wird und auf diesem Weg jeder seine Interessen kund tut. Letztlich spielen extrem viele Faktoren eine Rolle, ob Konzepte umgesetzt werden können oder nicht.Nur halte ich es persönlich für falsch zu beaupten, dass die Wahlen uninteressant und langweilig wären. Das zeigt doch, dass die Person sich damit nicht auseinandersetzt. Hier einige Themen zur Bundestagswahlen 2009:
    http://loom.tv/channel.php?c=19760

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