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Viele Möglichkeiten, Urheberrecht zu verletzen

Beim Internet Summit des Verbands der österreichischen Internet-Anbieter (ISPA) wurde heute in Wien über die Möglichkeiten der Erneuerung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter diskutiert. Die Futurezone berichtet darüber: „Viele Möglichkeiten, Urheberrecht zu verletzen“.

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Der Richter Schmidbauer fasste das breite Panoroma der Reibungspunkte mit dem Urheberrecht in einem Forderungskatalog zusammen. Er sprach sich für eine „radikale Entschärfung“ des Urheberrechts im nichtkommerziellen Bereich und einen einfachen und leistbaren Zugang zu Lizenzen aus. Auch die Dauer der Schutzfrist sollte nicht „ad infinitum“ hinausgeschoben, sondern eher nach unten begrenzt und damit den Bedürfnissen der Nutzer angepasst werden. Schmidbauer wandte sich auch gegen eine weitere Einschränkung der Privatkopie: „Sonst führt es dazu, dass man etwa Musik nur mehr auf eine bestimmte Art und auf bestimmten Geräten hören darf.“

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8 Kommentare
  1. Sehr richtig! Ich hoffe, dass die FDP sich insbezüglich dem Thema Urheberrecht neu ausrichtet. Netzsperren und Bürgerrechte scheint sie ja richtig zu behandeln (Heise) wenn es soweit kommt, dass die FDP sich auf diesen Gebieten weiter modernisiert, sehe ich für die Piraten schwarz. Jeder Piratenwähler kann stolz auf sich sein. Er hat etwas zum Rollen gebracht. Das merkt selbst Angela.

  2. Vielleicht täuscht mich mein Eindruck, aber ich bin der Auffassung, daß in Österreich sowohl die Open-Access-Bewegung als auch eine Diskussion über das geltende Urheberrecht und dessen Reformmöglichkeiten wesentlich offener und weniger ideologisch aufgenommen werden.

    (Natürlich arbeitet auch der Verlegerverband VÖZ an Forderungen für ein Leistungsschutzrecht …)

  3. Twitter ist sehr spannend.
    Und es zeigt wie toll man in diseem land dank ör informiert wird,und wie leider ALLE partein sich immer nur auf den mainstream stürzen!

  4. Ich glaube nicht, dass sich die unternehmerfreundliche FDP jemals für eine Entschärfung des Urheberrechts einsetzen wird. Die Partei speist doch ihr komplettes (finanzielles und personelles) Dasein aus Urhebern.

  5. Die FDP war schon immer eine „Fähnchen in den Wind“- Partei. In den 80er hatte diese Partei bereits unter Otto Graf Lambsdorff Glaubwürdigkeitsprobleme und ihr drohten beinahe Existenzprobleme. Lambsdorff selbst schadete der Glaubwürdigkeit der FDP und der gesamten Politik durch die Verurteilung in der Flick- Affäre. Politiker fallen immer wieder wegen Verstrickungen in Wirtschaftsinteressen mit Kapitalgesellschaften auf. Die Affinität der FDP zur Privatwirtschaft und Kapitalismuseliten ist überdeutlich. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Politik der FDP auch entsprechend ausgerichtet ist (Man beißt nicht die Hand, die einen füttert). Schleichend und heimlich hat sich die FDP unter Westerwelle wieder an die Macht gerudert. Kennt man den ideologischen Zusammenhang, ist es eigentlich undenkbar, dass gerade die FDP sich für eine Lockerung des Urheberrechts aussprechen würde.

  6. Auch wenn es am derzeitigen internetpolitischen Mainstream à la Piratenpartei vorbeigeht: Das sich Schmücken mit fremden (urheberrechtlichen) Federn durch arglose User, z.B. bei Youtube, geht mir in letzter Zeit doch etwas auf den Senkel. Ich finde es OK, wenn gerade junge Leute das machen um sich auszuprobieren. Sie sollten dann aber auch nicht laut aufheulen, wenn ‚ihrr‘ Contents dann aus rechtlichen Gründen gelöscht werden.

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