Öffentlichkeit

„Threatened Voices“ dokumentiert die Verfolgung von Bloggern

Global Voices Advocacy hat gestern sein neuestes Projekt gelauncht, Threatened Voices. Die Seite ist schon jetzt die wohl umfangreichste Informationsquelle zu politischen Repressionen gegen Blogger. Sami ben Gharbia schreibt in seiner Einführung:


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Today, Global Voices Advocacy is launching a new website called Threatened Voices to help track suppression of free speech online. It features a world map and an interactive timeline that help visualize the story of threats and arrests against bloggers worldwide, and it is a central platform to gather information from the most dedicated organisations and activists.

Die Seite enthält Profile der einzelnen Betroffenen mit genauen Angaben zu ihrer Situation. Auf einer Karte wird die weltweite Verteilung der Fälle visualisiert, die sich auch nach der Situation der Blogger – ob inhaftiert, freigelassen oder bedroht – aufschlüsseln lässt. Eine Zeitleiste gibt zudem Übersicht über die historische Entwicklung.

In Zukunft soll Threatened Voices als Plattform zum Crowdsourcen von Informationen zu Bedrohungen und Verhaftungen von Bloggern etabliert werden. Neue Einträge können über ein einfaches Formular beigetragen werden.

Die bisher von einem Freiwilligen-Team, an dem auch ich mich beteiligt habe, zusammengetragene Datenbank ist bereits ausgesprochen umfangreich. In Zukunft soll die Seite auch eine API erhalten, um einen Zugriff auf die Datenbank zu ermöglichen.

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6 Kommentare
  1. Danke für den interessanten Artikel – aber bitte anstatt „gelauncht“ (erster Absatz) doch bitte ganz einfach auf Deutsch „gestartet“ schreiben…

  2. Der Blogger Alexis Marrero wurde in Venezuela verhaftet, weil er zum Mord an Präsident Chávez aufgerufen hatte. Für die Organisation „Threatening Voices“ gehört also ein Mordaufruf zur freien Meinungsäußerung. Wahrscheinlich aber nur in Venezuela…

    Allein das Beispiel zeigt, dass diese Kampagne nicht besonders ernst genommen werden kann. Nur schade, dass sich Netzpolitik mit einen unkritischen, wahrscheinlich nicht weiter recherchierten Artikel für Propagandazwecke der neoliberalen, ultrarechten venezuelanischen Opposition hat instrumentalisieren lassen. Andere Einträge, z.B. der deutsche, scheinen auch zweifelhaft zu sein.

  3. @Fagus

    Danke für deine konstruktive Kritik.

    Ich darf darauf hinweisen, dass der Beitrag sehr wohl auf einer gewissen Recherche besteht – ich habe, wie in dem Text deutlich gemacht, selbst an Threatened Voices mitgearbeitet, mit Sami ben Gharbia gesprochen und die Seite natürlich getestet.

    Was die von dir kritisierten Einträge angeht: Threatened Voices nimmt keine Bewertung der hinter der Repression stehenden Taten vor. In den Biographien der einzelnen Blogger wird deutlich gemacht, welche Geschichte hinter dem Eintrag steht.

  4. Es gibt einen Unterschied zwischen Free Speech und Hate Speech. Warum also nimmt Threatened Voices keine Bewertung vor? Für Australien z.B. ist der einzige aufgeführte Blogger ein bekannter Holocaust-Leugner, der aktuell auf seiner Website Jürgen Rieger betrauert. (das verlinke ich jetzt nicht) In der gleichen Logik könnte man hierzulande Horst Mahler als verfolgten Blogger eintragen, auch seine Äußerungen finden sich online. Und eine politische Distanz ist ja schon dadurch nicht gegeben, dass auf die Kampagnenseiten zu den jeweiligen Bloggern verlinkt wird.

    Simon,

    kannst du als jemand, der bei Threatened Voices mitgearbeitet hat, etwas zur Überlegung sagen, zwischen Free Speech und Hate Speech nicht zu unterscheiden? Grundlage dafür könnte doch z.B. Artikel 20 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte der UN oder eine ähnliche internationale Vereinbarung gegen Diskriminierung sein. Danke vorab.

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