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SchülerVZ-Tatverdächtiger begeht Selbstmord

Der wegen der SchülerVZ-Erpressung Tatverdächtige, ein 20 Jahre alter Mann aus Erlangen, hat in der Jugendstrafanstalt Plötzensee Selbstmord begangen. Das bestätigte ein Sprecher der Justizverwaltung gegenüber dpa. Eine traurige Geschichte.

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182 Kommentare
  1. wie drauf muss man auch sein: erst die Daten klauen (ok – Scriptkiddies gibt’s wie Sand am Meer), dann dreist vor Ort (!) den SchülerVZlern den Kram gegen Geld anbieten, sich natürlich verhaften lassen und dann selbstmord. So leid mir das für den armen Kerl tut – das ist schon echt Darwin-Award verdächtig -.-

  2. Ich frag mich, warum der immer noch in U-Haft saß?

    In ein paar Wochen stellt sich dann raus, dass sich keine der Anschuldigungen halten ließ und naja Kollateralschäden müssen halt eingerechnet werden, wenn man die Firmen schützt und von den unsäglichen Datenlücken ablenken will …

    1. Ja, sie sollten aufpassen, dass so etwas nicht passiert. Und sicher waere der Suizid verhinderbar. Aber es ist eben \nur\ Untersuchungshaft, und da darf den Einsitzenden gerne auch etwas mehr Freiheit gegeben werden. In Untersuchungshaft sitzen Menschen, die nicht verurteilt sind. Um diese wirklich erfolgreich vor Suizid zu schuetzen, muessten diese rund um die Uhr ueberwacht werden, oder die Zellen wirklich mehr als karg aussehen. Ob das so wuenschenswert waere?

  3. wow das ist krass. hat dem denn keiner gesagt dass er nichts zu befürchten hat oder was?!
    in ner woche wär er wieder draußen und könnte sich angenehmen schadensersatz von den ganzen versagern erklagen und damit den prozess mit studivz bezahlen…

    hoffe mal, dass die verantwortlichen strafverfolger jetzt wenigstens was zu hören bekommen. leute ungerechtfertigt in den knast stecken ist ja noch OK, ne, aber wenn sie nicht wieder rauskommen…

  4. Warum saß der eigentlich noch in Haft?
    Der Sachverhalt war doch geklärt.

    Der Junge war 20 Jahre alt.

    Hat der Senat keine Mittel, für einen Psychologen, der 1+1 zusammenzählen kann?
    Menschen, die zur Selbstüberschätzung neigen, was hier offensichtlich durchgehend der Fall war, sind hochgradig suizidgefährdet. Punkt!

    Ich bin entsetzt!

  5. @Chris

    Natürlich sollten die aufpassen, aber wenn jemand seinen Leben tatsächlich ein Ende setzen will wird er einen Weg finden. Die Leute sind leider sehr kreativ – das wird dir jeder der mal in einer ähnlichen Anstalt tätig war bestätigen können.

  6. Oh mein Gott. Der ist grade mal ein Jahr älter als ich…
    Damit habe ich echt nicht gerechnet, sehr tragische Sache.

    Gegenfrage: War er denn schon mal in psychatrischer Behandlung oder ist er auffällig geworden?

  7. Das es soweit kommen muss. Eigentlich sollte das im Gefängnis doch so „sicher“ sein, dass sowas nicht passieren kann… Naja, jemanden einknasten weil er Datenlecks aufspürt ist eh so n Ding… Meine Gedanken sind bei den Angehörigen, ein schwerer Schicksalsschlag.

  8. Auch mein Beileid an die Angehörigen. Ist eigentlich schon ne Frechheit, das er in
    U-Haft saß wegen nichts ausser einem Verstoß gegen die Nutzungsbestimmungen von SchülerVZ.
    WIrklich tragisch.

  9. das ist bayern (er saß in erlangen wenn mich nicht alles täuscht). so wird das hier gemacht. bestimmt kein einzelfall, dass ein jugendlicher in den suizid getrieben wird. habe hier auch schon erlebt, wie ein fahrradfahrer von polizisten vom fahrrad gerissen wurde, weil er ohne licht fuhr und anschließend mit auf die wache durfte. oder ganz aktuell der jugendliche der beinahe ins gefängniss musste, weil er in einer disco geraucht hat und nicht aufhören wollte (http://tr.im/DHD5). so läuft das hier…
    hier hast du angst vor der justiz und der polente.

  10. Vielleicht wacht die Öffentlichkeit dann mal auf und macht sich klar dass die Todesursache #1 bei jungen Menschen nicht Drogen, Amokläufe oder Autounfälle sind, sondern Suizid. Anstatt tagtäglich auf einem neuen Sündenbock rumzureiten der unsere Jugend gefährdet (Spice! Killerspiele! Internet!), sollte man sich mal der Wirklichkeit stellen und sich fragen wie man wirklich viele Todesfälle verhindern könnte.

  11. @21 Scuba
    schwerwiegender war wohl der Erpressungsversuch

    Armes Schwein… Das alles ist ihm elendig aus dem Ruder gelaufen. Mit ein wenig rumsccripten Daten abgegrast, dann eine Chance für schnelles Geld gesehen und ab dann ist ihm die Scheisse über den Kopf gewachsen.

  12. Von meiner Seite: Kein Beileid, kein Mitleid.

    Datendiebstahl, Erpressung – klar musste der in den Knast. Allerdings ist es tatsächlich Aufgabe der, äh, Justizvollzugsbehörden, Suzid zu verhindern, und da wurde versagt.

  13. Die spärlichen Meldungen darüber nennen in Zusammenhang mit der Untersuchungshaft immer wieder Datenklau. Unabhängig von der Anschuldigung der Erpressung ist Datenklau schlicht falsch, vernebelt die Realität und vereinfacht die Darstellung, besonders im Hinblick auf die traurige Entwicklung: nach meinem Verständnis handelt es sich um einen Verstoss gegen die AGB des Betreibers, frei zugängliche Daten können nicht ‚geklaut‘ werden.

    da der fall und nicht zuletzt die vernebelte Berichterstattung mich beschäftigen muss ich mir jetzt die frage stellen, ob die erwartung hintergründigerer Informationen jetzt nicht morbide wird. echt traurige geschichte, und große zweifel:
    ist die quelle der für den umstand verantwortlichen Angst des toten bei ihm selber oder den anderen aktueren zu suchen?

  14. Autsch. Aber den VZ-Leuten kann man auch keinen Vorwurf machen – bei Erpressung muss man mit Konsequenzen rechnen.

    Trotzdem sehr tragisch und das alles nur wegen ein wenig Übermut und Naivität.

  15. Wenn er es beim Ausspähen der Daten belassen hätte, wären es *maximal* drei Jahre Haft geworden, wobei es imho wahrscheinlich weit unter einem Jahr mit maximal Bewährung oder Sozialstunden geworden wäre.

    Auf Erpressung steht *mindestens* ein Jahr Haft!

    Wenn ich mir vorstelle, dass man gerade 20 ist und plötzlich feststellt, dass man echt Scheisse gebaut hat…

  16. Wie krass ist dass .
    Eigentlich sollte das im Gefängnis doch so “sicher” sein, dass sowas nicht passieren kann… Es ist ein tragischer schwerer Schicksalsschlag für die Angehörigen .
    Gegenfrage: War er denn schon mal in psychatrischer Behandlung oder ist er auffällig geworden?

  17. Das ist ziemlich hart.
    Ich frage mich echt wie es soweit kommen konnte.
    Suizid ist heutzutage die häufigste unnatürliche Todesursache ich glaube sogar noch vor Verkehrsunfällen…
    Und statdessen kümmert man sich um Killerspiele und Scheuklappen gegen Kinderpornographie.
    Ich habe selbst eine Freundin, dieschonmal in der Psychiatrie war wegen Magersucht. Ich hatte das gefühl, dass das alles nur schlimmer gemacht hat. Jedenfalls mein Beileid. Und es ist bewiesen, dass nach Gefängnisaufenthalten das Leben von Menschen nur schwer wieder auf die richtige Bahn kommt. Für solche Fälle hätte man lieber einfach Geldstrafen verlangen sollen…

  18. @43: Genau. Ein Krimineller, der sich der Strafverfolgung durch Suizid entzieht, hat alles mögliche verdient. Mitleid aber wohl am wenigsten. Insofern stimme ich thomas zu.

  19. Ja, krass das ganze, ums mal direkt zu sagen.

    Mein ernstgemeintes Beileid an die Angehörigen, denn die haben jetzt eine schwere Trauerphase zu überwinden.

    Aber den Behörden (oder VZ) kann man, zumindest dafür, nicht direkt einen Vorwurf machen.
    Sicher kann man sich fragen, ob der Sachverhalt nicht genug geklärt war und ob überhaupt noch Grund für die U-Haft bestand (was wir allerdings alle nicht wissen, vielleicht gabs dringende Gründe für eine fortgesetzte U-Haft, vielleicht haben sie sich einfach nur Zeit gelassen), aber unabhängig davon ist fest zu halten, er war nicht gänzlich unschuldig daran (Daten klauen ist eine Sache (wäre er vermutlich so mit weggekommen), dem Dateninhaber diese dann aber gegen Geld anbieten eine andere, das ist wie schon festgestellt, Erpressung). Auch, zumindest wenn er psychologisch nie Auffällig war, bestand wohl kaum Grund zur Annahme das sich jemand wegen U-Haft und ner möglichen Verurteilung wegen Erpressung das Leben nimmt.
    Dann wäre höchstens noch zu klären in wie weit die JVA (war dann ja wohl doch ne Jugendhaftanstalt) ganz allgemein ihre Aufsichtspflicht verletzt hat.

  20. Ich bin tatsächlich geschockt, mein Beileid gilt den Angehörigen.
    Als ich es las wollte ich es erst nicht glauben, aber mehrere Nachrichtenagenturen haben es ja vermeldet.

    Ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos. Trotzdem hätte man erkennen können, dass so jemand suizidgefährdet ist.
    Sowas ist schlimm – die Vorgeschichte aber auch.

  21. @andragon, @hn und all die Blogs die doch nur „über datenlecks informieren wollen“.
    ich fass es nicht. ihr hab es immer noch nicht kapiert. alles nur kavaliersdelikte, alles nur angebliche AGB Verstosse, da kann doch gar nichts passieren etc. ist doch eigentlich nur für’n guten Zweck… ich frage euch: ist euch eigentlich klar was ihr mit diesem juristische Laienwissen in dieser Szene auch anrichtet? diese Tragödie sollte Anlass für uns alle sein etwas verantwortungsvoller mit dem Thema Datenlecks als nur gut gemeinte Publicity umzugehen.

  22. mein Beileid an die Angehörigen, mit 20 Jahren ist man ja noch nicht mal wirklich erwachsen….

    @moses73 und die ganzen anderen Idioten, gehts noch? Da wird mir schlecht, der Junge ist tot, er hat ganz klar eine Strafe verdient und hätte diese zu recht erhalten – aber nicht diese. Fang an zu Denken!
    StudiVZ trägt imho Mitschuld, die extreme öffentliche Medienpräsenz (Anschuldigung) hat der berliner Polizei sicherlich imponiert -_-

  23. @33, @38: er galt als Tatverdächtiger – verurteilt war er nicht. Äusserst seltsam, dass er so plötzlich dahinscheidet. Mal schauen, wie schnell es denen an den Kragen geht, die nun Gedenkgruppen in den xxVZ Medien gründen.
    Und das Medienimperium hatte ja sicher gar nichts mit der Vorverurteilung zu tun. Alle Hände in Unschuld gewaschen.

  24. @Fred: Oh, bitte. Wir können ja gerne über Schuldfragen diskutieren. Auch wenn ich (wir hier) eine solche Diskussion angesichts des Todes eines jungen Menschen gerade für verdammt unpassend halten.

    Was die Welt nun aber ganz gewiss nicht braucht, sind Verschwörungstheorien oder Spekulationen über seltsame Hintergründe.

    Danke. Auch im Interesse der Hinterbliebenen.

  25. Inzwischen gibt es übrigens eine Reaktion im „VZ blog“. Sie fällt gewohnt stilsicher aus:

    Der Tatverdächtige, der versucht hatte von uns 80.000 Euro zu erpressen, hat sich in der JVA Plötzensee das Leben genommen.

    Wir kennen keine Hintergründe und bedauern diese Entwicklung zutiefst. Allen Angehörigen sprechen wir unser Beileid aus.

    Wir bitten um Verständnis, dass alle Presseanfragen zu dieser Entwicklung über die Senatsverwaltung für Justiz, Herrn Bernhard Schodrowski, laufen.

    PS: Kommentare im „VZ blog“ werden laut Heise Forum – wenig verwunderlich – massiv moderiert/zensiert.

  26. @Markus: Selbstmord ist doch kein Akt kalkulierter Dummheit, sondern absoluter Verzweiflung. Alle diese Geschehnisse einfach ueber einen „netzpolitischen“ Kamm zu scheren, finde ich ein bisschen selbstherrlich.

  27. @Jörg-Olaf Schäfers es ist schon richtig, dass sie dort massiv zensieren. ich kann mir gut vorstellen, dass dort massiv pietätlose kommentare fallen. auch sehe ich nicht die vz-gruppe in der schuld. sie wurden erpresst und haben die polizei gerufen. absolut verständlich.

    was ich aber nicht verstehe, wie sich der junge mann dort umbringen konnte und warum er überhaupt so lange in u-haft war. ich sehe hier viel eher die vollzugbeamten und die unklare rechtslage als schuldigen

  28. Tja, wie nennt man das dann in der Akte: „Ausgeschieden durch Suizid“

    Es ist in Haftanstalten nicht ungewöhnlich das sich Menschen das Leben nehmen, speziell Untersuchungsgefangene die noch nie vorher mit der Justiz in Kontakt waren (Stichwort „Haftschock“). Besonders die Berliner sind da berüchtigt für. Mich wundert nur das es so schnell bekannt geworden ist. Man will von Justizkreisen da eher den Mantel des Schweigens darüber legen. Denn natürlich gibt es da Mechanismen die so etwas verhindern sollten (die kosten aber üblicherweise Geld).

    http://schattenblick.net/infopool/buch/sachbuch/busar490.html

  29. hat hier schon einmal jemand darüber nachgedacht, dass der junge nicht nur labil, sondern vielleicht auch opfer einer aufgebauschten skandalisierung des „datenklaus“ wurde?

    mit der speicherung eh schon öffentlich zugänglicher daten hat der selbstmörder keine straftat begangen. unter umständen liegt noch nicht einmal ein verstoß gegen datenschutzgesetze vor, je nachdem, wofür die daten verwendet werden (ich rege die lektüre der §§ 28, 29 bdsg an). die aktion erregt einzig und alleine deswegen aufsehen, weil sich alle über den themenkomplex „studivz/datenschutz“ immer waaaaahnsinnig gerne aufregen, auch wenn der vorgang noch so banal ist. die öffentliche aufregung ist auch das, was sich der kerl durch seine erpressung versilbern lassen wollte. die aufregung ist die währung. ist doch klar, dass bei der medielane aufregung studivz und die staatsanwaltschaft reagieren mussten.

    was der typ gemacht hat, ist banal und nahezu irrelevant. vor allem dürfte die speicherung den meisten vz-usern wurscht gewesen sein, weil die ihre daten sowieso ins netz gestellt haben. hätte man den fall nicht so hochgejazzt, sondern datenschutzrechtsadäquat nüchtern behandelt, hätte es kein erpressungspotenzial gegeben und der junge würde noch leben.

  30. Mein aufrichtiges Beileid den Trauernden.

    Ich hoffe niemand vertritt die Meinung, dass der Junge den Selbstmord verdient hat.
    Und wer jetzt bei seiner Meinungsbildung die Verantwortung hinter strikten Gesetzen und (verschobenen) Moralvorstellungen von gut und böse versteckt tut mir etwas leid.
    Erstens hat der Junge wohl kaum StudiVZ beklauen wollen. Jedenfalls nicht in dem Umfang, wie es in den Medien dargestellt wurde. Vielmehr war das Ganze eine Technikspielerei. Ihm war doch nie bewusst, dass er damit unmittelbar jemanden schadet. (Hat er ja auch nicht.)
    Die Erpressung war eine ganz andere Ebene. Ich weiss nicht wie sich die Geschichte im Detail zugetragen hat aber muss man einen 20-Jährigen denn gleich verhaften lassen?
    StudiVZ pflegt ja nun sein tolles Image immer am Puls der Jugend zu sein. Hat da überhaupt jemand versucht dem Jungen mal vernünftig zu erklären, dass er da was unheimliches dummes macht und er sich sein Leben versauen kann? Oder hat man es sich nur besonders einfach machen wollen und wollte den Störenfried einfach nur loswerden?

    Ich bin der Meinung, das hätte nicht soweit kommen dürfen und keinem der Beteiligten sollte man es jetzt durchgehen lassen sich hinter Gesetzen oder fragmentierter Verantwortung zu verstecken.

  31. @Sebastian: Von aussen ist sowas wohl immer schwierig nachzuvollziehen. Wir wissen ja nur ein paar winzige Details. Und so natürlich es auch sein mag, so deplaziert erscheinen mir – gerade jetzt – Spekulationen oder Fernanalysen.

    @Brent: Sie oben. Wir wissen nun einmal nicht (oder nur zum Teil), was da alles gelaufen ist. Vor diesem Hintergrund macht es auch wenig Sinn einen dir unbekanntes Opfer zu verteidigen. Die erneute Anspielung, man habe wohlmöglich „einen Störenfried verschwinden lassen“ finde ich zum K*tzen. Was soll das?

    Und ja. So traurig die Geschichte auch ist, ich halte es für legitim einen mutmaßlichen Erpresser zu verhaften (Hätte sich der Verdacht in Luft aufgelöst, wäre er wohl längst wieder auf freiem Fuß gewesen). Dass das kein Dummer-Jungen-Streich mehr ist, sollte auch ein 20-Jähriger wissen. Ein Grund sich umzubringen, ist es noch weniger.

  32. Bei aller Pietät sollte nicht vergessen werden, weswegen der Junge im Knast saß. Ist ja nicht so, dass er wegen dem Datenschutzkram drin war, sondern weil ihm eine versuchte Erpressung vorgeworfen wurde.
    Ob das wirklich stimmt oder sich nur jemand mit dem Vorwurf selber in eine bequemere Position bringen wollte, werden wir wohl nie erfahren.

    Viel interessanter ist für mich die Frage, wann endlich mal jemand den Mut hat, VZnet bei der zuständigen Gewerbeaufsicht zu melden. Wie in einem anderen Kommentar hier im Blog bereits erwähnt, werden dort ja offensichtlich Sorgfaltspflichten bei der gewerblichen Datenverarbeitung vernachlässigt.

    Die Betroffenheit hier wird an den Missständen kaum was ändern. Nutzt eure Energie lieber kreativ…

  33. @54 Niemand hier begrüsst den Suizid eines jugendlichen Kriminellen in einer dt. Justizvollzugsanstalt. Es ist Aufgabe einer JVA, Suizide zu verhindern, und hier wurde versagt.

    Allerdings befremden mich diese ganzen Beileidsbekundungen dem Täter gegenüber doch recht stark. Ein Selbstmörder ist ein Täter, kein Opfer. Und ein Krimineller ist ebenfalls ein Täter und kein Opfer.

  34. „Ob das wirklich stimmt oder sich nur jemand mit dem Vorwurf selber in eine bequemere Position bringen wollte, werden wir wohl nie erfahren.“

    sVZ hat dem Datensammler schon am 8.07. einen IP Bann gegeben aber erst am 16.10. angeblich davon erfahren.

    Wer da lügt sollte klar sein.

    http://209.85.135.132/search?q=cache:Ljt3xARwl_QJ:3x1t-de.eva.3x1t.net/%3Fp%3D306+site:3x1t.net+studivz&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

    http://blog.studivz.net/2009/10/16/illegaler-datenkopierer-auf-schulervz/

  35. „Allerdings befremden mich diese ganzen Beileidsbekundungen dem Täter gegenüber doch recht stark. Ein Selbstmörder ist ein Täter, kein Opfer. Und ein Krimineller ist ebenfalls ein Täter und kein Opfer“

    tod/sterben ist immer schrecklich…egal in welchem zusammenhang.
    klar,er hat scheisse gebaut…aber deswegen kein mitleid oder so zu verspüren ist unmenschlich und herzlos

  36. @moses73
    Das fatale an der Sache ist doch, dass er noch gar kein Krimineller war weil nicht verurteilt.
    Da muss ich auch meine eigene Einstellung korrigieren, mit der ich auch eher zur Vorverurteilung geneigt habe.
    Und selbst bei einem Kriminellen ist der Tod nichts, was man beklatschen sollte. Immerhin reden wir hier über eine versuchte Erpressung und nicht über ein Gewaltverbrechen o.ä.

  37. @76 Korrekt. Er hat sich durch seinen Suizid der Verurteilung entzogen. Dennoch wurde er während der Tat (versuchte Erpressung) verhaftet.

    Tragisch, gewiss. Aber es sterben täglich viele Menschen – unschuldig und still und unbeachtet. Denen räume ich eher Platz in meinem Herzen ein, als so jemanden. Aber wer hier trauern will, soll es tun, dafür ist das Internet ja da…

  38. „Dennoch wurde er während der Tat (versuchte Erpressung) verhaftet.“

    Falsch. Er wurde verhaftet, nachdem die VZnet-Mitarbeiter (die sicher in der Überzahl waren) das so gegenüber der Polizei geschildert haben.
    Oder saß etwa ein Polizist inkognito mit am Tisch? Ich weiß es nicht und Du warst sicher auch nicht dabei.

  39. Furchtbares Ende eines jungen Menschen. Mir stockt der Atem.
    An alle die hier „Erpresser“ schreien:
    – Wie kann man mit faktisch öffentlichen Daten jemanden erpressen?
    – Hat er wirklich Geld verlangt, oder wurde ihm das von cleveren Anwälten in den Mund gelegt? Das werden wir wohl nie erfahren. Wissen können es nur die wenigen die bei dem Gespräch in Berlin dabei waren.
    @Markus:
    – Hatte er einen Anwalt (der sich mir sowas auskennt)?
    – Er war doch eine (von mehreren) Deiner Quellen. Hast Du Dich für ihn eingesetzt?
    Wir hoffen hier noch was dazu zu lesen. Das ist jetzt nicht mehr eine Datenpanne von vielen. Da ist ein junger Mensch jetzt TOT.

    1. @Anton: Ich hab keine Ahnung, ob er einen Anwalt hatte. Ich habe 1x Mailverkehr mit ihm gehabt, bevor er nach Berlin gefahren ist. Der Kontakt wurde von SchülerVZ hergestellt, weil ich schon bei der ersten Quelle, die eine andere person ist, quasi als Clearing-Stelle vermittelt hab. Er war also nicht wirklich meine Quelle, ich habe aber angeboten, auch bei ihm zu vermitteln. Dazu ist es aber nicht mehr kommen, da er, wie ich schonmal geschrieben habe, seine Verhandlungsposition bei der Kooperation mit SchülerVZ falsch eingeschätzt hat.

  40. Hmm sowas ist immer tragisch und bestätigt genau das was mir ein Priester der Gefängnissehlsorger ist gesagt hat: die meisten Selbstmorde passieren in U-Haft weil die Leute nicht mit der neuen Situation klar kommen.

  41. Tragische Geschichte.
    Und das VZ-Netzwerk profitiert auch noch durch einen Gratis-Werbeblock in der 20-Uhr Tagesschau. Kein kritisches Wort über die Datenschutzprobleme des Ladens, aber ewig lange ein riesiges Logo im Hintergrund eingeblendet…

  42. Traurige Geschichte, aber ich würde jetzt nicht denken, dass er sich genau wegen der U-Haft umgebracht hat. Vielleicht hatte er schon vorher Probleme und die Haft und der ganze Vorfall haben ihren Teil beigetragen.

    Trotzdem kann ich nur zustimmen, dass ich denken würde, ein so junger Mensch würde zumindest mal oberflächlich psychologisch begutachtet.

  43. VZnet hat bezüglich der „Erpressung“ aber auch furchtbar unentspannt reagiert und den jungen Mann damit noch wesentlich tiefer in die Scheiße geritten. Er ist ja schließlich nicht „urplötzlich“ bis an die Zähne bewaffnet in eine Bank gestürmt…

  44. Mein Beileid den Angehörigen und es ist total schlimm das der Holtzbrink-Konzern mit seiner geballten Medienmacht den Jungen dermassen in eine angeblich hochkriminelle Ecke gedrängt hat, um so von den eigentlichen Datenlecks bei den eigenen Portalen abzulenken. Der Junge hat wohl keine Ausweg mehr gesehen, hätte er doch danach nie mehr einen Job in der Computer- und Medienwelt erhalten und er sah seine Zukunft im totalen Scherbenhaufen darliegen.

    Ich finde das Holtzbrink hier indirekt mit Schuld hat, den Jungen mit der vollen Breitseite in der Medienlandschaft zur Schlachtbank geführt zu haben. Nur damit die Eltern nicht auf die Idee kommen, das sich die Tochter oder Sohnemann sofort aus deren Portalen abmelden, weil es ein einziges großes Datenleck ist.

  45. Bei allem Mitgefühl für den armen Kerl, aber ich gehe davon aus, dass bei VZNet auch nur Menschen sitzen, die niemanden in den Tod treiben wollen…

    Der Junge hat Scheisse gebaut, als er jemanden erpressen wollte (Verschwörungstheorien, dass VZNet ihm etwas anhängen wolle, sind imho etwas albern, insbesondere weil er in seinem Blog schon gepostet hatte, dass er verschlüsselte Container mit den Daten in Foren abgelegt habe). Wenn ich erpresst werden würde, selbst von einem Grünschnabel, würde ich auch die Cops rufen.

    Naja, man muss nicht labil sein, um in einer persönlichen Extremsituation einen Kurzschluss zu haben.
    Schwere der Tat hin oder her, er hat eine Erpressung versucht und U-Haft ist bei so etwas Standard. Wenn man plötzlich die Kontrolle über sein ’normales‘ Leben verliert, sei es auch aus eigener Naivität, und man vor den /selbstverursachten) Trümmern seines Lebens steht, kann ich mir schon vorstellen, dass man verzweifelt.

    Inwiewiet der Knast hätte aufmerksamer sein müssen, weiss ich nicht. Aber ein Knast ist heute kein ‚Loch‘ mehr…
    http://www.knastblog.de/index.php/2008/04/28/15-tage-u-haft/

  46. Ich habe kein Mitleid. Der Typ hat scheiße gebaut und ist dafür in die U-Haft gekommen (es war auch nicht seine erste Erfahrung mit der U-Haft). Wenn hier jemand schuldig ist, dann ist es erstens dieser Blog und alle anderen Medien die aus diesem vermeindlichen Skandal gehypt haben. (Es wurden nur öffentliche Daten kopiert) Das er sich nun in seiner Zelle erhängt hat ist die logische Konsequenz des Mediendrucks die entstanden ist, hier die Schuld Holtzbrinck und VZ in die Schuhe zu schieben ist unfair wie auch falsch. Ich kann mir vorstellen, das sie sich jegliche Presse um den Fall gerne vermieden hätten.

  47. Warum er sich umgebracht hat, ist doch noch gar nicht bekannt. Also bitte erstmal keine falschen Gerüchte streuen. Falsche Schuldzuweisungen sind nämlich genauso schlimm, wie die Sache selbst.

  48. Die Kleinen begehen Selbstmord. Vor 20 Jahren war die DDR-Junta zu feige dafür, die Konsequenzen aus ihrem Scheitern zu ziehen, und präsentiert heute neue Bücher. Und von Krisenbankern kann man sowieso keine Ehre erwarten.

    Wieso also sterben, wenn Mächtigere gar nicht aus die Idee kommen die letzte Konsequenz zu ziehen?

  49. @Jörg-Olaf Schäfers

    Ich merke gerade, dass ich mich (fatal) unklar ausgedrückt habe.
    Ich will keinesfalls Verschwörungstherien unterstützen.
    Mit der Aussage meinte ich, auf keinen Fall, das StudiVZ den Selbstmord erreichen wollte. Ich meinte mit ‚beseitigen‘ lediglich die Verhaftung. Also die Beseitigung aus dem Büro, nicht aus dem Leben.

    Ich finde auch, dass StudiVZ da sein gutes Recht hatte und ich glaube auch, dass alles seine ordnungsgemäßen Wege gelaufen ist.
    Das ändert aber nichts daran, dass sich niemand einfach so umbringt und ich bin der Überzeugung, dass man das hätte verhindern können.

  50. Ich muss hier einmal entgegen meiner üblichen Gepflogenheit meine Identiät preisgeben. Es erschüttert mich zutiefst. Ich weiß sehr gut wie Staatsanwälte, Polizei, Justiz, etc. arbeiten. Ich werde mich dazu äußern, später. Das aber braucht noch eine Zeit – ich, der Schreiber, bin sprachlos; das passiert mir sonst nie. Denn ich weiß was da passierte, was überall dazu passierte. Ich bin bedauernswerter Weise ein „Fachmann“ des Grauens. Das passiert mir nicht oft. Ich kenne mich auch im Rechtswesen bestens aus. Und ich möchte hier nur kurz einmal meinem Entsetzen Luft machen der Hoffnung, es könne diese unsäglichen Fomulierungen Einhalt gebieten: ich lese immerzu „der Mann“. Ein Zwanzigjähriger ist kein Mann. Es ist bestenfalls ein Männlein. Es ist ein halbes Kind. Und hier hat so ein Kind den Mut eines Erwachsenen aufgebracht – tatsächlich haben andere diesen aufgebracht – sich selbst mit den wenigen Mitteln die dort zu Verfügung stehen selbst töten. Ein Junge der seine Welt ausprobierte, und dabei auf Erwachsene trifft die ihn dzrch doofe Fragen „leiten“ dahin wo sie ihn haben wollen die „Sicherheitslücke“ von sich abzuwenden, damit die Muttis und Pappis ihren Kidis nicht schon morgen verbieten auf dieser Plattform ihre Daten preiszugeben die da ja tatsächlich niemand stehlen muss, denn das Geschäft heißt doch „Voujeur“, oder nicht, dorthin dann lenkten wo sie ihn haben wollen und dann oberschlau die Polizei riefen sich selbst vor Rufschaden zu schützen. Und die taten ihrerseits ebenso doof. So sind wir. Ein Junge der in wenigen Tagen vom Kind zum Erwachsenen wird und den Mut hat … früher, als die Regierung noch nicht so am Internet interssiert war, regelten das die Eltern, da gingen die dann hin. Nun aber regeln das Staatsanwälte, schielend auf jede Beförderung. Ich wünschte mir, die Verantwortlichen würden denselben Mut aufbringen wie dieser Junge.

    1. Bei allem Beileid und gebotener Zurueckhaltung… ihr Beitrag entsetzt mich. Natuerlich ist ein 20-jaehriger noch nicht auf der selben Reife wie ein Erwachsener. Aber jemanden, der ein Unternehmen mit den Daten von tausenden Schuelern erpresst, die – auch wenn oeffentlich zugaenglich – klar auf rechtswidrigem Wege erlangt wurden, als mutigen heroischen Maertyrer darzustellen… also da fehlen mir die Worte.

      Wie koennen sie die Betreiber der Website angehen, dass diese die Polizei gerufen haben? Nachdem sie erpresst wurden? Haben denn die Ihrer Meinung nach keine Rechte? Haetten die die Folgen absehen sollen?

    2. Stand nicht in einem früheren Kommentar, dass der Verdächtige früher schon mal in Untersuchungshaft wegen einer anderen Sache saß und gar darüber geblogt hatte?

  51. „Sollten die im Knast nicht aufpassen, dass der das NICHT tut?“

    Natürlich nicht – du kannst ja nicht bei jedem Gefangenen einen Suizid-Generalverdacht unterstellen und die deswegen unter noch viel unwürdigeren zuständen „halten“.

  52. @Michael Pliester:

    damit die Muttis und Pappis ihren Kidis nicht schon morgen verbieten auf dieser Plattform ihre Daten preiszugeben die da ja tatsächlich niemand stehlen muss, denn das Geschäft heißt doch “Voujeur”, oder nicht

    Genau: Oder nicht. Es geht in dieser Geschichte nicht um einen Jugendlichen, der aus Langeweile ein paar öffentliche Daten fremdgespeichert hat. Das sollten Sie als „Fachmann“ aber erkennen, wenn Sie wieder in der Lage sind, die zur Beurteilung nötige Distanz zu wahren. Tragisch bleibt das Schicksal trotzdem.

    @Thomas: Keine Ahnung, ob das auch hier bei Netzpolitik stand. Aber ja, es stimmt. Im Knastblog vom Udo Vetter schreibt er auch darüber (Nein, ich verlinke es nicht).

    Auch sonst ist sein track record wohl eher ungeeignet, um ihn zum Märtyrer auszurufen. So hart das angesichts seines traurigen Schicksals nun auch klingen mag (Auch hier bitte ich um Verständnis, dass ich in diesem Thread keine Quellen nenne. Wen’s interessiert, sie sind ohnehin trivial zu googeln).

  53. oh der erste datenschutz rufmord. danke fuer das ist netzpolitik nim einen weiteren schritt weniger besser als bild? bitte mehr gedankenlose geschwaetz das klicks einbringt.

  54. @93: Wenn er wirklich nur (mehr oder weniger) öffentliche Daten aus dem VZ-Netzwerk hatte, dann hätte man ihn ganz entspannt einladen können (sich ein wenig darauf vorbereitet — sowas passiert ja nicht jeden Tag…), sich das ganze erklären lassen (wie, wo, was, warum), ihn über seine aussichtslose Position aufgeklärt und dann — höflich aber bestimmt — vor die Tür gesetzt.

    (Vielleicht ist der Ansatz mit der Super-Nanny auch gar nicht so schlecht, denn der junge Mann war wohl auch nicht mehr so ganz auf der richtigen Spur, sonst hätte er das nicht durchgezogen.)

    Was hätte er denn mit den Daten ausrichten können? Nicht viel — wenn sich nicht ein dummer Vertreter der Medien gefunden hätte, der öffentliche Daten *kauft* und das ganze aufbläst. Und selbst dann hätte man sich bei VZnet keine Sorgen machen müssen — hätte man nicht immer wieder beteuert, die Daten seien auf jeden Fall „sicher“.

  55. Ich frage mich wie wie alle behaupten er habe Daten geklaut? Alles waren öffentlich zugängliche Daten, welche er automatisiert verarbeitet. Er hat nichts schlimmeres getan als das was Google z.B. Tag täglich tut und was alle im internet ganz selbständlich in Anspruch nehmen. Auch Ihr! Denkt mal darüber nach.

    Ist klar das sich dann einige auf den Schlips getreten fühlen und gleich mit Klagen um sich werfen und behaupten er hätte ein Verbrechen begangen. Er war ja einfach angreifbar, gegen eine Firma wie Google hätte niemand so einfach geklagt oder sowas behauptet – die können sich wehren.

    Wahrscheinlich hat er auch niemanden erpresst sondern einfach angeboten für €80.000 zu helfen das System sicherer zu machen. Das kann eine grosse Firma nicht auf sitzen lassen das so ein junger Spund daherkommt und vielleicht das Wissen und Können hat was dutzende hochbezahlte (studierte) nicht auf die Reihe bekommen.

    Für mich sind das alles Versager, welche bestraft gehören!!!

    1. @fsafas: Wir behaupten hier nicht, dass er Daten geklaut habe. Fakt ist aber, dass er massenhaft Daten aus SchülerVZ abgezogen hat (Woran der Anbieter nicht ganz unschuldig war, weil kaum Schutz eingebaut). Das schlimme an der Sache ist ja, dass er seine Datenbank mit vielen INformationen von Kindern und Jugendlichen öffentlich zugänglich gemacht hat. Und das kann ich aus Datenschutz-Gründen nicht akzeptieren und verharmlosen. Und das scheint auch nicht das einzige gewesen zu sein, was er in Sachen SchülerVZ gemacht hat.

      Du solltest Dir Deine Aussagen nochmal genauer durchlesen und überlegen, ob Du da tatsächlich hinter stehst.

  56. oder er hat seine Scripte zum Kauf angeboten, Was will auch *VZ mit diesen Daten, die sie ja eh schon haben. Und Scripte, Code und Software zu verkaufen ist legitim, genauso wie der Preis auch mehr wie günstig ist. Wahrscheinlich wurde nur mit allen Mitteln darauf bestanden den Code kostenlos herauszugeben damit die Ihre „Lücken“ selbst stopfen können.

  57. @fsafas: Reine Mutmaßungen! Er kam in U-Haft, ein Haftrichter muss das wohl als gerechtfertigt betrachtet haben (sonst würde man da nicht mehrere Tage verbringen), es wird wohl kaum um den Verkauf eines „Scripts“ gegangen sein, eher sowas wie, 80.000 oder wer weiß wo die Daten morgen sind (und ja, auch das ist reine Mutmaßung).

    Es ist schlimm was passiert ist und bedarf genauer Klärung aber diese Verschwörungstheorien (böses, böses VZ, böse, böse Medien die ein unschuldiges, ja nur helfen wollendes Kind in den Tod trieben) muten geradezu grotesk an und sind für niemanden hilfreich.

    Captcha: burliest CIA … hm, oder doch alles eine Verschwörung? …

  58. siehe: http://209.85.135.132/search?q=cache:cku3Jj90EZsJ:3x1t-de.eva.3x1t.net/%3Fp%3D200+http://3x1t-de.eva.3x1t.net/%3Fp%3D200&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

    „Da mich releativ viele anschreiben und wissen möchten ob der Bot zu verkaufen ist: Nein ist er zz. noch nicht. Später vll. mal wenn ich ihn komplett fertig habe.“

    das klingt nicht danach als ob er Daten verkaufen wollte, wozu auch und wem er seine Scripte verkauft ist doch ihm überlassen, wahrscheinlich dem der am meisten zahlt – so würde ich es machen

  59. Könnt ihr euch noch erinnern, wie ein 23-jähriger Afrikaner 2005 in einer Polizeizelle, an Händen und Füßen gefesselt, verbrannte?

    Hoffentlich ist das hier nicht ähnlich gelaufen.

  60. Ich weiss zwar nicht wie er an die Daten gekommen ist, gehe aber davon aus, dass StudiVZ nicht entsprechende Sicherungen getroffen hat.
    Sollte dies der Fall seine teile ich die Meinung vieler hier, dass StudiVZ eine Mitschuld hatte. StudiVZ sollte deshalb meiner Meinung auch geprüft und ggfs. bestraft werden.
    Bei der Bundeswehr gab es Strafen für das offenlassen des eigenen Spindes. Begründung: Anstiftung zum Kameradendiebstahl…

  61. in den ersten Beiträgen dieses Threads lese ich ausschliesslich „Datenklau“…

    Er hatte legalen Zugriff auf alle Daten, da er einen Account hatte womit er sich einloggte.

    Er hat nur das gemacht was alle die sich in solchen Netzwerken rumtreiben machen: auf Profile, welche User zur Verfügung stellen zugreifen – mit dem Unterschied das er die Daten speicherte – so wie es viele User sowieso tun – halt automatisch.

    Zusätzlich soll er *VZ auf diese Sicherheitslücke bzw Möglichkeit hingewiesen haben, ohne Gehör zu finden.

    Wenn er die daten öffentlich zugänglich gemacht hätte wo sind/waren diese zu finden? Ich denke nirgends… ausschliesslich einen ausgewählten Personenkreis (u.a *VZ) hatte er die Daten „zugespielt“

    1. @fsafas: Da hast Du falsche Informationen und verbreitest diese hier weiter. Damit bist Du aber ach nicht alleine, viele Journalisten taten sich schwer damit, dass verschiedene Menschen unabhängig voneinander die kaum vorhandenen Crwaling-Hürden genutzt haben, um massenweise Daten aus SchülerVZ auszulesen.

      Bei der nun leider verstorbenen Person handelt es sich explizit nicht um eine Person, die VZ explizit auf Sicherheitslücken hingewiesen hat. Und er hat auch nicht VZ diese Daten zugespielt, sondern sie in einem internen Cracker-Forum verlinkt, um mit seiner Aktion zu prahlen. Also bitte vorher informieren, bevor Du in deiser Sache, wo es immerhin um eine tote person gehst, solche Falschinformationen verbreitest.

      wie Joerg-Olaf schon schrieb, eignet sich diese Person nicht unbedingt als Märtyrer, da werden in den nächsten Tage noch an vielen anderen Stellen des Netzes unschönes Geschichten aus seiner jüngeren Vergangenheit auftauchen. Wir möchten uns daran aber nicht beteiligen.

  62. @Stefan

    Woher hast du die Information, dass Todesursache Nr.1 unter Jugendlichen Suizid ist? Die Daten des statistischen Bundesamt sagen u.a. für 2007 einen deutlich höhereh Wert bei Transportmittelunfällen.

    alex

  63. @markus (#116) Es fällt mir schwer zu glauben, dass alles mit rechten Dingen zugeht, wenn jemand, der öffentlich kopierte Daten – der Aufruf einer Website ist immer Kopieren auf den lokalen Rechner – womöglich aus Verzweifelung / Geldnot dem „rechtmäßigen“ Datenverwerter (*VZ, Holtzbrinck GmbH) anbietet, diese Daten
    nicht weiter zu kopieren, falls der Verwerter einen Betrag X zahlt, plötzlich verstirbt.

    OT: markus, stammt der Kommentar #5 auf http://medienradio.org/mr/mr008-markus-beckedahl/#comments tatsächlich von dir?

    1. @Tharben: Für Verschwörungstheorien sind die Blogs da, die das im Titel haben. Und in der Öffentlichkeit ist eien Menge Halbwissen über den Fall vorhanden, der jetzt zusammen gebaut wird. Das finde ich etwas unverantwortlich und der tragischen Sache des Selbstmordes auch nicht angemessen.

      OT: ja.

  64. @moses73 (#123) Das musst du mal erklären. Sind die Nutzerdaten nicht von jedem anderen Nutzer einsehbar? Und Nutzer in einem *VZ zu werden steht jedem Menschen mit einem Netzzugang offen, oder?

  65. Fakt ist das er dies schon mitte Mai gemacht hat und _öffentlich_ im internet darüber berichtet hat, genauso wie über die vorgehensweise. SchülerVZ hat ganze 5 Monate nichts dagegen unternommen (sogar Videos bei youtube waren schon länger verfügbar). Er hat die Daten wie Du schreibst in einem internen (nicht öffentlich zugänglichen Forum) = einem ausgewählten personenkreis veröffentlicht, also nicht der öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    1. @fsafas: dass SchülerVZ all die Monate nicht all den HInweisen im Net nachgegangen ist, dass die Plattform leicht crawlbar ist, werfe ich ihnen kontinuierlich vor. Hier hat man geschlampt.

      Wie ich das mitbekommen habe, hat er die Daten auf seinen Server gepackt und den Link in einem internen Forum gepostet. Danach sollend ie Daten 17x heruntergeladen worden sein, von wem weiß man nicht. Und diese Daten dürften jetzt nicht mehr kontrollierbar sein. Ehrlich gesagt empfinde ich das schon als „der öffentlichkeit zugänglich machen“.

  66. Zweifellos ein sehr krasser Fall mit einem tragischen Ende für den 20-Jährigen. Ohne detaillierte Kenntnisse möchte ich mich bezüglich der Schuldfrage nur insofern äußern, dass diese bei ALLEN beteiligten Parteien (VZ-Gruppe, Medien, Tatverdächtiger usw.) gesucht werden MUSS.

    Nur eines möchte ich an dieser Stelle noch hinzufügen: für mich zeigt dieser Fall nicht nur, dass viele Angebote im Internet nur so vor Lücken im Bereich Datenschutz strotzen, sondern vor allem dass unser Land, konkreter die hier herrschende Gesetzgebung und insbesondere der Umgang mit Daten(schutz) Lichtjahre der technologischen Entwicklung hinterher hinken. Nicht zuletzt die verantwortlichen Politiker haben hier komplett versagt und die Entwicklung verschlafen. Ich bezweifele, dass irgendwelche Gesetze oder Verhaltensänderungen diesen Rückstand auf absehbare Zeit aufholen werden können. Dafür ist es nun definitiv zu spät. Der Zug ist abgefahren.

    Eine kleine Bemerkung am Rande. Ich habe mal bei einer Firmenpräsentation von Google von einem (mehr oder weniger) vergleichbaren Fall erfahren. Jemand hat dabei ein Datenleck aufgespürt und gegen Google’s AGB verstoßen. Ende vom Lied: Google hat den Täter eingestellt (und auf diese Weise vielleicht weitere Sicherheitslücken im Vorfeld behoben). Durch die Erpressung bekommt dieser Fall natürlich eine etwas andere Bedeutung, aber im Prinzip finde ich das Verhalten von Google bemerkenswert.

    1. @Sebiroth: Ich hatte die 20.000 Euro von dpa. Es gab eine neuere Meldung, wonach er erstmal 20.000 Euro haben wollte und dann schnell bei 80.000 Euro ankam.

  67. Hey Leute!
    Ich spreche erstmal die Leute an, die Mathias als Scriptkiddie beschimpfen: Ihr habt mal echt keine Ahnung wie der Mensch war und die Tatsache, das er kein Scriptkiddie war. Er hatte mehr in der Sache drauf als ihr alle zusammen und hat der Öffentlichkeit mal gezeigt, wie die großen Firmen und Internetplattformen hier in Deutschland mit unseren Daten umgehen. der VZ-gesellschaft würde des ÖFTEREN gesagt und auch gezeigt das die Plattform enorme Sicherheitsmängel aufweist. Doch ihnen scheint es wohl „ohne Priorität“ gewesen zu sein, den sonst hätten ein Crawler der öffentliche Datensätze sammelt nicht funktionieren können. Davon mal abgesehen hat 3x1t das Programm ganz alleine Programmiert, was in deutlich von den Scriptkiddies abgrenzt. Und wenn ich ehrlich wäre, hätte ich die VZ-Gesellschaft auch um Geld gefragt. Zwar nicht für die Daten, sondern eher dafür, dass ich ihnen gezeigt habe wo die Sicherheitslücke steckt!

    So, und nun Ruhe in Frieden Mathias, man sieht ja was die parteiischen Medien für einen Druck ausüben können!

    Gruß
    marius

  68. Es ist bedauerlich und hätte nicht so weit kommen müssen, aber es werden täglich etliche junge Leute eingesperrt, die oft nicht damit rechneten, dass es mal so weit kommt.
    Grundsätzlich sehe ich aufgrund der Informationen die z.Z. vorliegen keinerlei drastisches Vorgehen seitens des Konzerns noch der Justiz. Der Sachverhalt ist, dass er mit den vertraulichen Daten „StudiVZ“ erpresst hat. Er wusste sogar, dass es sich um vertrauliche Daten handelt.
    Nur weil ich in der Lage bin Systeme zu „hacken“ oder mir wichtige Informationen zu besorgen, noch lange kein Grund dies auch zu tun.
    Verantwortungsbewusstsein ist nämlich genau dann gefragt, wenn es um den Umgang mit sensiblen Informationen geht. Ich könnte bei meinem Arbeitgeber täglich 1.000 Kreditkarteninformationen auslesen, Domainregistrierungen umbiegen, etc., mache es aber nicht!
    Letztendlich sind bei StudiVz auch nur Daten, die die User selber eingestellt haben – mehr oder weniger grundlos.

  69. es geht nicht um vertrauliche Daten, alle Daten sind zugänglich für jedes registrierte Mitglied und deshalb nicht vertraulich, da Profilinformationen. Genauso hat er auch nix gehackt, sondern nur scripte geschrieben welche die Daten automatisch sammeln, in dem sie die die profile herunterladen und die informationen aus dem HTML seiten extrahieren und speichern. er hat damit KEIN Verbrechen begangen, höchstens gegen die AGB verstossen, wobei das auch sehr zweifelhaft ist.

    1. @fsafas: wenn Du dir da so sicher bist, warum sass er dann eine woche in U-Haft? Wir sind hier immerhin in Deutschland und nicht in einer Bananenrepublik.

      Ansonsten: Das Auslesen von öffentlichen Daten in Social Networks sehe ich auch nicht als Straftat.

  70. weil grosse firmen am längeren hebel sitzen, eigene schuld schön von sich schieben und evtl. die wahrheit verdrehen und es einfach ist irgendwelchen kleinen leuten irgendwas anzuhängen. ich glaube immernoch daran das er nicht erpresst hat sonder nur sein script verkaufen wollte. ist doch klar das *VZ versucht an das script zu kommen ohne etwas zu zahlen, damit würden die doch die schuld eingestehen. ich würde ihnen das auch nicht geben wenn sie nicht zahlen, schliesslich hatte Matthias ja genügend andere Angebote, von leuten/ firmen, welche das script hätten gut bezahlt. die sollten froh sein das Matthias ihnen ein „Vorkaufsrecht“ eingeräumt hatte und sogar bei denen in den Büros vorbeigschaut hat (wer weiss mit welchen vorwand die ihn noch gelockt haben) und das script nicht vorher schon vertickt hat.
    in die richtung sollte mal die justiz ermitteln… kein erpresser würde allein bei seinem opfer vorbei gehen, in räumlichkeiten die man nicht kennt, und wo man nicht weiss wer da so alles vor ort ist / die leute nicht kennt.

  71. @fsafas:
    Irgendwie scheinst du mir alles besser zu wissen. Allerdings scheint das nur so.
    1. Erpressung, mit welchen Hintergründen auch immer, ist eine Straftat. Ob es sich um ein Schokoladenei, eine Datensammlung oder ein Auto dreht, ist in erster Linie egal.
    2. Lies die SchülerVZ-AGB. Du wirst staunen, aber da steht drin:

    5.4.3
    Inhalte anderer Nutzer im schülerVZ darfst du nicht auslesen (z.B. durch ein Programm oder durch bloßes Kopieren), um sie außerhalb der Plattform zu nutzen. Außerdem darfst du Inhalte im schülerVZ – mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle – nur mit Zustimmung der jeweiligen Rechteinhaber kopieren, verbreiten, weiterleiten oder anderweitig öffentlich zugänglich machen. Verboten ist insoweit auch der Einsatz von Computerprogrammen zum automatischen Auslesen von Daten, wie z.B. Crawlern (alias Spider oder Robot, kurz: Bot).

    Um deiner Verschwörungstheorie zuvorzukommen: Das stand schon vorher drin.
    3. Er wurde nicht wegen des Auslesens, sondern wegen versuchter Erpressung verhaftet. Über die Gründe, warum er so lange in Untersuchungshaft war, können wir nur spekulieren. Ich halte aber die Theorie, dass seine früheren Bekanntschaften mit dem Gesetz oder die Gefahr, dass er nach dem missglückten Erpressungsversuch die Daten an alle schickt, die sie haben (oder auch nicht haben) wollen, dafür verantwortlich sind, für wahrscheinlicher als eine Verschwörung seitens eines unfähigen Seitenbetreibers oder einer nicht perfekten Justiz.

    -„boosts something“-

  72. ich habe selbst geschrieben das er allenfalls gegen die AGB verstossen habe und das ist keine Straftat. Ob die AGB überhaupt rechtmässig ist sei auch mal dahingestellt.

    Und meine Meinung zur vermeintlichen Erpressung habe ich auch schon Kundgetan. Ich bin immernoch der Meinung das er sein Script verkaufen wollte – seine Aussagen in seinem Blog sprechen auch dafür, was auch legitim ist, da er die Rechte an dem Script hat.

    Schliesslich ist es auch keine Erpüressung wenn du von mir ne Tasse Kaffee haben willst, ich aber von Dir dafür 100.- verlange und weil du nicht zahlen willst ich dir sage das ich die dann eben nach Osteuropa verkaufe, weil die mir dort was dafür bieten.

  73. Hallo!

    Zunächst einmal auch von mir mein Beileid an die Angehörigen.
    Man sollte deswegen jedoch nicht vergessen, dass der junge Mann mit der (versuchten) Erpressung schon einen Straftatbestand erfüllt hat. Inwieweit da aber Datenklau betrieben wurde, wag ich zu bezweifeln – die Nutzer von vz und den anderen „sozialen“ Netzwerken stellen doch selbst alles zur Schau. Es wäre höchstens schlimm, wenn er Daten, die nicht für alle sichtbar sein sollten, „ausgespäht“ hätte.
    Dass er sich der Tragweite seiner Aktion nicht bewusst war und ihm das Ganze aus dem Ruder lief, ist auch offensichtlich.
    Im Knast zu sitzen, besonders beim ersten Mal, halte ich für ein traumatisches Erlebnis. Ich denke auch nicht, dass hier grundlegend die JVA Plötzensee versagt hat, denn wenn jemand diesen Weg gehen möchte, findet er auch eine Möglichkeit dazu (es gibt keine vollständige Kontrolle). Auch wenn vielleicht einem Vollzugsbeamten ein Fehler unterlaufen ist – macht ihr alle in eurem Job immer alles korrekt?
    Im übrigen, da machen auch die vz-Betreiber mit ihren gewerblichen Anzeigen wohl so manches falsch…
    lg

  74. Hallo Markus und Netzpolitik.org,
    ich lese erst jetzt die News. Es ist eine sehr tragische Geschichte, die bestimmt nicht so hätte enden müssen.
    Mein Beileid auch an die Angehörigen!
    Ich habe eine kleine Anmerkung an deinen Titel:
    „…begeht Selbstmord“
    Ich finde diesen etwas unpassend gewählt. Auch wenn es nicht so gedacht war, wird durch die Wortwahl „Selbstmord“ der Suizidtat ein negative Eigenschaft angehängt.
    Selbstmord und auch Feitod sind zwei Begriffe, die meiner Meinung nach recht unpassend sind. Zum einen ist Mord eine gravierende Straftat, die in allen Gesellschaften geächtet wird, zum anderen ist wäre der Begriff Freitod auch nicht angebracht, da dieser Tod alles andere als „frei“ geschehen ist.
    Ein Wort ohne Wertung wäre Suizid. Dieses würde ich Euch auch hier nahelegen.
    Näheres findet ihr bspw. auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Suizid#Selbstmord

    MfG
    C. Korte

  75. Ein junger Mensch ist gestorben.

    In tiefster Verzweiflung hat er keinen anderen Ausweg gesehn als sich selbst zu töten.

    Mein Beileid an die Familie und seine Freunde.

  76. @micha/117: Darüber, dass die Sicherungen von VZnet unzureichend waren, besteht ja soweit Einigkeit. Das ist aber nur ein Teil der Geschichte.

    @fsafas/134:

    es geht nicht um vertrauliche Daten, alle Daten sind zugänglich für jedes registrierte Mitglied und deshalb nicht vertraulich, da Profilinformationen.

    Das ist falsch. Auch sonst übersiehst du ein paar wesentliche Punkte:

    ist doch klar das *VZ versucht an das script zu kommen ohne etwas zu zahlen, damit würden die doch die schuld eingestehen.

    Da du sein Blog ja kennst: Spätestens am 16.10. wusste er, dass es noch ein anderes Script gab und dessen Urheber, ein Whitehat, mit VZnet in Kontakt stand. Auch eine zweite Lücke, die er wohl exclusiv zu haben glaubte, war gestopft.

    Dennoch wollte er lieber direkt mit VZnet „verhandeln“. Ich bezweifle, dass es ihm dabei um eine Tüte Gummibärchen als Trostpreis noch altruistisch oder um die Verbesserung der Sicherheit im VZnet ging.

  77. Der mutmaßliche Erpresser ist tot. Rein statistisch gesehen sterben die meisten Menschen, die ein Unternehmen der VZ-Gruppe erpressen, bevor sie 27 Jahre alt sind.

    Er dachte, eure Daten sind 80.000 Euro wert. Mehr nicht? Hätte er 10 Mio. gefordert, wäre er vielleicht noch am Leben.

    Ein Anfängerfehler, den er jetzt nicht mehr gutmachen kann.

  78. @Jörg-Olaf Schäfers
    Der Artikel stolpert aber nicht mal über seine eigene Widersprüchlichkeit.

    „Vor elf Tagen war der junge Mann dann wegen des Verdachts auf Datenklau in U-Haft genommen worden. Die Polizei hatte ihn am 20. Oktober in den Firmenräumen der VZ-Netzwerke in Pankow festgenommen – nach einer Erpressungsaktion.“

    …und löst die Widersprüche der Berichterstattung nicht auf: wurde er nun wegen „Datenklau“ verhaftet (wie anfangs berichtet wurde) oder wegen versuchter Erpressung (wie einen Tag später und einigem Rätselraten die Medien schrieben)?

  79. @Haco: Naja, Widersprüchlichkeit scheint mir da der falsche Begriff. Es ist evtl. etwas unsauber formuliert.

    Tatsächlich scheint mir die zitierte Formulierung aber noch im Rahmen. Uns hier irritiert das halt wg. der Frage, ob man un- bzw. schlecht gesicherte Daten, die ohnehin öffentlich einsehbar sind, überhaupt „klauen“ kann.

    Die SpOn-Leserschaft dürfte da aber nicht differenzieren, imo ist die Vereinfachung dort auch zulässig. Insbesondere im Kontext mit dem Erpressungvorwurf.

  80. @Jörg: Der Artikel bei SpOn klingt auch extrem einseitig betrachtet. Auffällig ist hier z.B. daß der 20-Jährige nicht wie anderswo als Jugendlicher, sondern durchweg nur als „Tatverdächtiger“ und „Mann“ bezeichnet wird.
    Der Hinweis auf einen „Datenklau“ ist ebenso unseriös.

    Die geklauten Daten waren frei zugänglich. Jeder mit ein wenig Know-How kann so einen Crawler in 20 Minuten selber tippen. Der Marktwert der Daten tendiert daher eher gegen Null, als in die 80000€ Richtung.
    Insofern klingt die Erpressungsbehauptung der SchuelerVZ-Betreiber schon etwas unklar.

    Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, daß SVZ einfach nur SELBSTERNANNTES Expressungs-OPFER spielt.
    Für den vollendeten Straftatbestand der Erpressung müssten schon sensible Daten vorliegen, oder Leib und Leben bedroht sein. Die Veröffentlichung von öffentlich zugänglichen Daten, naja, das klingt nicht so sehr nach einem gebräuchlichen Erpressungsmuster.
    http://bundesrecht.juris.de/stgb/BJNR001270871BJNE044304307.html

    Ich halte die vielzitierte Erpressung von SVZ nicht für schlüssig. Es ist doch naheliegend, daß hier die Beschlagnahmung der Computer und das aus dem Verkehr ziehen des Hackers der Anreiz für eine Strafanzeige war. PR-Technisch sicher toll für SchuelerVZ wenn sie proaktiv etwas gegen „Datendiebe“ unternehmen. Das kein „Diebstahl“ und erst recht keine geldwerte „Erpressung“ vorlag, daß wird auch in deren jüngsten Presserklärung wieder hübsch vernebelt. Ich lese dort wirklich nur Verleumdung in Absatz 1, Schuldzuweisung in Absatz 2, und die Weigerung selbst Fragen zu beantworten in Absatz 3.

    Klar, die eigentliche Schuld für den Tod des 20-Jährigen trägt natürlich die JVA und Staatsanwalt in diesem Fall. Die 2 Wochen Untersuchungshaft sind keineswegs einfach mal so flüchtig mit „Fluchtgefahr“ zu begründen. Und den Suizid mit etwas anderem als Psychodruck durch oder in der JVA zu erklären, ist einfach nur dissozial.

  81. @Mario: Die Erpressung scheint ja mindestens so schlüssig gewesen zu sein, dass ein Richter eine längere Untersuchungshaft für angebracht hält. Die Dauer der Untersuchungshaft ist demnach auch nicht der Staatsanwaltschaft und der JVA anzulasten.
    Woher hast du die Information, dass die Untersuchunghaft mit „Fluchtgefahr“ begründet wurde? Grade bei sowas könnte auch Verdunklungsgefahr relativ schlüssig sein, denn Daten sind relativ schnell zu beseitigen

  82. @Jörg-Olaf Schäfers
    für mich passt das irgendwie nicht zusammen. Die erste Heise-Meldung war: \Danach sei ein männlicher Verdächtiger festgenommen worden. Der Verdacht laute auf Ausspähen von Datenbeständen. Ob es sich auch um Erpressung handelt, müssten die vom Landeskriminalamt Berlin geführten weiteren Ermittlungen ergeben.\
    VZnet schrieb: \Die Übergabe der Daten sollte am Sonntag Abend in unserem Büro erfolgen. Dabei kam es zu einem Erpressungsversuch in dessen Folge wir die Polizei riefen.\
    Wenn wegen des Erpressungsversuchs die Polizie gerufen wurde, dann wäre der Grund für die Verhaftung versuchte Erpressung und nicht Ausspähen von Daten.
    Aber es kann auch einfach nur ungenau formulliert sein; meine Irritation rührt vermutlich daher, dass ich beide Beweggründe für ein Treffen beider Parteien – Datenübergabe/Datenlöschen und Erpressung – nicht so überzeugend finde. Für beides macht ein Treffen keinen Sinn. Andererseits: vieles im Leben macht keinen Sinn. ;-)

  83. „Ein Selbstmörder ist ein Täter, kein Opfer.“ @76 Meinst Du das als allgemeine Aussage? Dann tust Du sehr vielen Menschen Unrecht, auch ich stand schon kurz vor einem Suizidversuch und ich denke nicht, dass es mein Verschulden war, dass ich über meine gesamte Schulzeit gemobbt wurde. Wenn Du also so eine Aussage triffst, dann solltest Du sie genau auf den jeweiligen Fall beziehen, nicht aber auf alle Selbstmörder und Gefährdete anwenden. Danke.

  84. Nachdem hier manche schreiben, dass der junge Mann das erste mal in der Untersuchungshaft saß, nochmals der Hinweis, dass er wegen eines anderen Tatverdachts schon früher mal Bekanntschaft mit der U-Haft gemacht hat.

  85. @Haco/152: In der Berichterstattung ging, gerade anfangs, einiges durcheinander. Man sollte da nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Inzwischen wird das Bild leider klarer ,(

    Andererseits: vieles im Leben macht keinen Sinn. ;-)

    Mit einem rationalen Ansatz kam man gerade bei StudiVZ noch nie weit. Auch einen Selbstmord kann man wohl schwerlich rational fassen.

    Was bleibt?

    Ich glaube aber, dass man aus Fällen von Karl Koch, Boris F. oder nun wohl Matthias L. durchaus etwas lernen kann/muss:

    Auch wenn man sich am Gerät für einen
    Superchecker und den Rest der Welt für n00bs hält, kann man da draussen in der Realität ziemlich böse aufklatschen. Mitunter tödlich.

  86. Wahnsinn, dass man mit 20 Selbstmord begeht, weil man anscheinend keinen Ausweg mehr findet.

    Uns gehts ja allen einmal schlecht. Es lebt wohl auf dem Planeten Erde keiner ein sorgenfreies Leben.

    Wenn jeder von uns seinen Beitrag dazu leisten würde, irgend etwas sinnvolles zu machen, würde die Welt schon viel toller aussehen und darum gefällt mir auch der Blog so. Ist ne gute Sache das hier. :-)

  87. @149: den Teil mit „Nach seiner Festnahme hatte der Verdächtige die Tat im Wesentlichen gestanden.“ hast Du schon verstanden, oder?

    Oder kommt jetzt ’ne Verschwörungsgeschichte?

  88. Einen weiteren Aspekt stelle ich hier mal zur Diskussion:
    Wie wirkt wohl die „Filesharer-sind-Verbrecher“- Werbung der Musik- und Filmindustrie auf die Psyche eines labilen Jugendlichen?
    Besonders das Knast- Video (Filesharer- „Verbrecher“ kommt in den Kanst und Häftlinge streiten sich bereits darum, we ihn als ersten vergewaltigen darf) war damals schon unangemessen.
    Nach den jüngsten Ereignissen empfinde ich diese Werbung als unverantwortlich.

    Der junge Häftling, der übrigens ungewöhnlich lange in U-Haft saß, war Freitagabend, an dem die meisten Mitgefangenen üblicherweise nach Hause entlassen werden, offensichtlich sehr einsam und mag sich ein Zukunftsszenario vorgestellt haben, mit einem auswegloseren Schicksal, als dem des einfachen Filesharers in der dummen Kinowerbung.

    Ich schliesse auch nicht aus, dass die ungewöhnlich lange U-Haftzeit nach außen hin ein Exempel darstellen sollte. Immerhin hatte der Junge gestanden und eine Verdunklungsgefahr bestand meiner Meinung nach nicht, da alle digiutalen Spuren des Betroffenen bereits ausgewertet und gelöscht wurden.

    Falls dieses Exempel aus niedrigen Beweggründen der Öffentlichkeitsarbeit geschehen sein sollte, könnte das für die VZ- Gruppe auch nach hinten losgehen.

    Transparenz wäre hier gefragt. Die VZ-Gruppe reagiert jedoch intransparent: Unbequeme Fragen und Blogeinträge werden gelöscht.

    Das wirft natürlich neue Fragen auf.

  89. @Robson/fsafas: Nein, man muss schon ziemlich ausrasten oder rechtlich relevante Dinge schreiben, bevor wir Kommentare moderieren.

    Ansonsten gibt es noch einen Spamfilter, der automatisch greift. Mitunter werden vorgefilterte Kommentare schlicht übersehen oder erst verzögert freigeschaltet. Das lässt sich aber auch nicht ändern. Markus z.B. kann seine Beiträge/Kommentare nur selbst moderieren. WordPress-Hierarchien halt ,)

  90. @Wolf: Ich finde es recht problematisch über die Psyche eines verstorbenen Menschen zu spekulieren, den wir alle nicht kennen.

    Von seinem letzten Knastaufenthalt Anfang 2008 schien Matthias L. allerdings nicht sonderlich beeindruckt, wie er in Udo Vetters Knastblog schrieb. Mag sein, dass sich das inzwischen geeändert hat, angesichts einer Zukunft, in der er sich wohl nicht nur für den aktuellen Fall hätte verantworten müssen.

    Traurig bleib’s so oder so.

  91. Das perfide an der ganzen Sache ist, dass Matthias keine Daten gestohlen hat. Hier ist ganz eindeutg bei SchuelerVZ die Schuld zu suchen.

    Vielleicht hat sich der Erpressungsversuch auch ganz anders abgespielt. Vielleicht hat Matthias zuerst versucht SchuelerVZ darauf hinzuweisen, das Sie hier eine grosse Lücke im System haben, und SchuelerVZ sah das ganz anders. Im Eifer des Gefechts hat dann Matthias den Fehler gemacht, im jungendlichen Leichtsinn Geld zu erpressen. Warum sonst sollte er sich sonst mit dem VZ Verantwortlichen treffen. Die Erpressung fand ja erst direkt vor Ort im Büro statt.

    SchuelerVZ trägt meiner Meinung eine gewisse Mitschuld am Tod von Matthias. Gäbe es diese Sicherheitslücken nicht, wäre womöglich Matthias noch am Leben.

    Mein Beleid an alle Freunden und Verwandten des Opfers :(

  92. @Michael: Um es kurz zu machen, du spekulierst leider massiv an der Realität vorbei. Sowohl, was den zeitlichen Ablauf, als auch was die Tat betrifft.

    Gäbe es diese Sicherheitslücken nicht, wäre womöglich Matthias noch am Leben.

    Der Tod eines jungen Menschen ist immer tragisch. In die Sche*sse geritten hat er sich aber selber, nicht VZnet oder jemand anderes. Es hat ihn genau niemand gezwungen, die Lücke zu seinem persönlichen Vorteil auszuschlachten.

  93. @ Michael:

    Warum gibst Du SchuelerVZ nicht gleich die komplette Schuld, dass sie gar nicht erst ihr Portal hätten einrichten dürfen?

    Dann gäbe es auch keine Sicherheitslücken, keine User und keine Daten und Matthias wäre gar nicht erst in Versuchung geführt worden.

    Wenn mir jemand mein Auto zerkratzt, ist ja auch nicht er schuld, sondern ich, weil ich es nicht in der Garage parke, oder?

    Mal im Ernst: Du hast schon sehr eigenartige Ansichten. :(

  94. Jörg, mir ist tatsächlich nicht der genaue zeitliche Ablauf bekannt. Was ich aber gelesen habe war, das die VZ Verantwortlichen mit Matthias in Kontakt standen, und Ihn in Ihr Büro eingeladen haben. Erst zu diesem Zeitpunkt kam von Matthias der Erpressungsversuch mit 20.000 Euro später mit 80.000 Euro. Ich lass mich aber gern eines besser belehren. Den genauen Ablauf und den Grund sollte uns SchuelerVZ nennen, einige Punkte sind mitunter sehr mysteriös.

    Titus, ich hab ganz bewusst geschrieben, das man StudiVZ nicht die komplette Schuld zu sprechen kann. Aber es lässt sich nach meinem Eindruck nicht leugnen, das Matthias sich aufgrund der Inhaftierung das Leben genommen hat. Genau sagen kann man das aber nicht, vielleicht haben auch noch andere Gründe eine Rolle gespielt.

  95. es steht aber immer noch nicht fest, ob Matthias zuvor bereits per Mail oder Telefonisch mit StudiVZ gesprochen hat, und wie es dazu kam, das Matthias in die Räume von VZ gekommen ist. Ein Erpressungversuch passiert normalerweise anonym. Daher stehen bei mir immer noch Fragenzeichen.

  96. ich bin entsetzt….da trägt ein Jugendlicher ein paar offen zugängliche Daten automatisiert zusammen. Geht mit den Daten zu dem Verwalter dieser Daten um diese gegen Geld einzutauschen! Wird verhaftet, kommt in ein anderes Bundesland in U-Haft und ist kurze Zeit später tot!
    Welche Rolle SVZ, Behörden und die Medien dabei spielen bleibt im Dunkeln…Also ich sehe hier nur ein Opfer…ein Halbwüchsiger der nicht ahnte das er sich in einer NullToleranzGesellschaft(man höre und lese Politiker und Medien) kurzfristig verirrt hat.
    Meine Tochter hat auf meinen Rat hin ihr Profil bei diesem Datenverwalter sichtbar gelöscht und drei ihrer Klassenkameradinnen ebenfalls. Auch andere werden höchstwahrscheinlich folgen. Auf jeden Fall werde ich in Zukunft Werbung für diesen Datensammler machen.
    Mein Beileid an die Angehörigen…

  97. Ich kann das gut verstehen, was der junge Mann da durchmachen musste…
    ich war selber mal in einer ähnlichen Situation – ich hatte zwar nur im Schulnetzwerk rumgehackt und trotzdem ging es mir richtig beschissen, als das ganze aufflog und die Schulleitung mich zum Verhör bat und mir drohte… ungleich schlimmer muss es dem SVZ-„Hacker“ gegangen sein.

    Mir ist dank besonnenem Handeln (nachdem die Gemüter sich etwas beruhigt haben) zum Glück nichts passiert, aber ich verstehe genau, was er durchmachen musste und was zu seinem Selbstmord geführt hat… wenigstens scheint er ein sensibler Mensch gewesen zu sein, dem eine große Dummheit leider wohl das Leben gekostet hat… es erwischt wohl immer die falschen. Das mit dem Erpressen hätte er wirklich nicht machen sollen und man hätte ihn auch deswegen verurteilen müssen. Aber nicht ihn als bösen Hacker hinstellen, der private Details von Minderjährigen veröffentlicht. Das liegt allein an SVZ – und warum dürfen die eigentlich die Daten besitzen?

    1. Wenn er denn Daten gestohlen hat (wie es alle Medien behauptet haben) dann hat er die Daten folgerichtig den Mitgliedern des Datenverwalters geklaut!

      gute Frage: ….und warum dürfen die eigentlich die Daten besitzen?

  98. @ Michael:

    Habe zum (strafrechtlichen) Sachverhalt gerade eine ganz interessante Einschätzung eines Berliner Strafverteidigers gefunden:

    http://strafrecht.blogsport.de/2009/11/02/selbsmord-in-untersuchungshaft/

    Demnach ist es schon fraglich, ob unter strengen juristischen Voraussetzungen in diesem Fall eine U-Haft überhaupt erforderlich und angemessen gewesen ist.

    Was mich vor allem wundert: Man liest nirgends etwas davon, ob Matthias überhaupt einen Anwalt hatte. Darum kümmert man sich doch als Erstes, wenn man in Haft kommen soll.

    Trotz allem gebe ich VZnet keine (Mit-)Schuld am Tod von Matthias. Er hat (anscheinend) „hoch gepokert“ und ist derbe hart gelandet. Das hätte er aber voraussehen können bzw. müssen, schliesslich hat er für seinen Crawler über Monate hinweg in allen möglichen Boards munter Werbung gemacht und ist auch von sehr vielen Usern da gewarnt worden.

    Was Soziale Netzwerke allgemein betrifft: die leben ja gerade davon, dass die Nutzer da auch bestimmte Infos über sich (zumindest netzwerk-intern) veröffentlichen. Wäre das nicht möglich, oder zu starken Restriktionen ausgesetzt, würden viele User auch das Interesse verlieren.

    Allein die Tatsache, dass lt. AGBs irgendwas da nicht erlaubt ist, hat noch niemanden, der dagegen bewusst verstossen wollte, davon abgehalten. Sowas lesen doch sowieso nur die Wenigsten.

    Das Hauptproblem ist, dass sehr viele unbedarfte User mit ihren Daten viel zu sorglos umgehen. Was nicht „jeder“ über mich lesen soll, stelle ich gar nicht erst in´s Netz.

    Na ja, die ganze Sache ist irgendwie schon recht traurig.

  99. Insgesamt sind die verschiedenen Darstellungen und Umstände schon ziemlich mysteriös und verwirrend, so dass ich noch mal betonen möchte, dass jeder der Beteiligten – SchülerVZ, der verstorbene junge Mann, der Anwalt, die Medien usw. – zumindest eine Teilschuld an der ganzen Sache mit dem sehr bedauerlichen Ende für den 20-Jährigen tragen.

    Mir drängt sich doch irgendwie der schwere Verdacht auf, das die Herren von SchülerVZ einfach nur fein aus der Sache rauskommen wollen. Immerhin hat Ihnen wieder einmal jemand gezeigt, dass die VZ-Netzwerke einfach nur Anfänger im Bereich IT-Sicherheit in ihren Reihen haben und nicht, wie eigentlich erforderlich, entsprechende Experten.

    Wie den aktuellen Artikeln bei Netzpolitik.org zu entnehmen, scheinen sie dabei aber in bester Gesellschaft. Ob das für uns als Nutzer jetzt so beruhigend ist, wage ich zu bezweifeln!

  100. @ titus_shg: Nur Jugendliche unter 18 Jahren bekommen gem. § 68 Nr. 5 JGG automatisch einen Verteidiger beigeordnet.

    Heranwachsende bekommen erst mit Anklageerhebung einen Verteidiger beigeordnet unter den Voraussetzungen des § 140 StPO, also in der Regel, wenn ihnen besonders gravierende Straftaten zur Lust gelegt werden.

    Zum 01. Januar 2010 wird die Regelung des § 68 JGG durch § 140 Abs. 1 Nr. 4 StPO n.F. auch auf Heranwachsende und Erwachsene ausgedehnt, sodass dann auch ihnen automatisch ein Verteidiger beigeordnet wird, wenn gegen Sie Untersuchungshaft vollstreckt wird.

  101. Ich finde es sehr schön, dass ihr alle so Anteil nehmt an dem Tod von Matze. Mich hat die Nachricht jedenfalls sehr schwer getroffen, da ich zwar nicht Matzes Freund war ihn aber gekannt hatte.
    Aus meiner Sicht, und so wie ich es mitbekommen habe gab es garkeine Erpressung.
    Mir wurde von seiner Familie mitgeteilt, dass es eigentlich so war, das Schülervz ihm Geld angeboten hat. Er dachte dann, dass die ihm wirklich was dafür geben würden und da hat er dann natürlich zugegriffen. Die Medien haben dann aber die Story von den Schülervz Leuten mit der Erpressung geglaubt. Da es ja eher selten ist das dem Täter noch Glauben geschenkt wird.

    Welche Geschichte jetzt wirklich wahr ist, wird sich nicht mehr herraustellen lassen.
    In einem bin ich mir jedoch sicher, denn für mich hat er mit dem „Datenklau“ eigentlich nichts schlimmes gemacht. Da eigentlich jeder auf die Idee mit dem Crawler hätte kommen können und die Daten ja auch so frei verfügbar sind.

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