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PM: Über 20.000 Teilnehmer zu Beginn der Demonstration gegen Vorratsatenspeicherung

Die 17 Uhr Pressemitteilung des „Freiheit statt Angst“-Bündnis:

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Über 20.000 Teilnehmer zu Beginn der Demonstration gegen Vorratsatenspeicherung

* Unsere Daten gehören uns
* Über 20.000 Teilnehmer zu Beginn der Demonstration gegen Vorratsatenspeicherung

Berlin, 12. September – Heute versammelten sich in Berlin schon zu Beginn weit über 20.000 Menschen, um gegen die Datensammelwut von Regierungen, Behörden und Unternehmen zu protestieren. Erfahrungsgemäß wird sich im weiteren Verlauf der Demonstration diese Zahl noch deutlich erhöhen.

Padeluun vom Bündnis „Freiheit statt Angst“, in dem 167 Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen vertreten sind, sprach von einem „vollen Erfolg, der Mut macht für die kommenden Auseinandersetzungen“.

Frank Bsirske, Chef der Gewerkschaft ver.di, sprach sich für ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz, das diesen Namen auch verdient, aus. „Wir leben doch nicht in einer Bananenrepublik“, so der Gewerkschafter, und weiter: „Arbeitnehmer, Gewerkschafter, aber auch Journalisten werden zunehmend bespitzelt und überwacht.“

Nach der Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz, in direkter Nachbarschaft zum Spitzelunternehmen Bahn AG, setzte sich ein bunter Lindwurm durch die Mitte Berlins in Bewegung. Parolen wie „Einmal in der EDV – kennt deine Daten jede Sau“ oder „Daten auf Vorrat – Täter auf Abruf“ hallten durch die Straßenschluchten. Für die gute Stimmung sorgten auch etliche Motivwagen und Musikgruppen. Viele der
tausenffach anwesenden Hauptstadttouristen winkten zustimmend in den
Demonstrationszug.

Der Demonstrationszug bewegt sich jetzt weiter auf der Route Unter den
Linden, Französische Straße und Leipziger Straße zurück zum Potsdamer
Platz, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.

Hinweis an die Redaktionen: Fotos können Sie unter
http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Freiheit_statt_Angst_am_12._September_2009/Fotos
runterladen.

Die Presseverantwortlichen sind unter der folgenden Telefonnummern zu
erreichen:
030 / 57709 151
0176 / 623 616 40
0176 / 623 616 54

presse@vorratsdatenspeicherung.de
Internet: http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Pressecenter

Info zur Demo: www.freiheitstattangst.de

Zum Ende der Veranstaltung gegen 18:45 Uhr wird die Abschluss-Presserklärung veröffentlicht.

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20 Kommentare
  1. 20.000 Teilnehmer ist gut aber nicht gut genug. Es ist schon erstaunlich, dass Bürgerrechte und Datenschutz nach den Überwachungsgesetzen der Politik und den Spionierskandalen etlicher Unternehmen, immer noch nicht mehr Menschen mobilisieren können. Es scheint fast so als ob die Mehrheit aufwacht wenn es schon längst zu spät ist. Aber dann kann man wohl auch nicht mehr frei demonstrieren.

  2. „Freiheit statt Angst“ oder „Love Parade“?

    Trotz aller Sympathie, der Auftritt der Piratenpartei heute hat mir nicht nicht gefallen. Wer als Zuschauer das Thema der Demo nicht kannte, konnte beim Anblick des Piraten-Trucks wohl nur denken, die Love-Parade sei zurueck. Dazu wurden noch Flyer von technotanzenden Teenies wie Kamellen vom Karnevalswagen geworfen.

    Ab heute haben die Piraten die FDP als Spasspartei abgeloest.

  3. @Phil v. Sassen (8)

    Ich war dort, werde aber trotz der Wichtigkeit des Themas wohl nicht mehr an weiteren Demos teilnehmen. Für mich hatte die Demo streckenweise den Charakter einer Anti – Kapitalismus – Demo. Ich habe kein Problem damit wenn Andersdenkende sich genauso für das Thema Datenschutz/Privatsphäre/Bürgerrechte interessieren. Die Demo aber für ihre eigenen Themen zu vereinnahmen stört mich schon (bspw. Forderung nach Kommunismus; die Linken als größte Opfer der Demokratie und damit einhergehend die Erwähnung der RAF; Skandieren von „Nazis in Uniform“ gegenüber den Polizisten etc.).
    Und sobald der schwarze Block losläuft müssen offenbar alle anderen Demo – Teilnehmer kuschen und Platz machen.
    Wahrscheinlich hätte sich das vermeiden lassen, wenn ich ausschließlich in der Nähe der Piraten geblieben wäre aber so weiß ich im nächsten Jahr, daß ich lieber Fussball spielen gehe an statt mein Gesicht für ein ganz anderes Thema herzugeben.

    Ciao
    Kasimir

  4. Trotz der wunderbaren Stimmung während der gesamten Veranstaltung, hatte ich doch das Gefühl, dass der Demonstrationszug für sich selbst funktionierte, aber nicht mehr als ein so-ist-halt-Berlin-Gefühl am Straßenrand erzeugte. Denn leider wurde während des Zuges zu wenig auf das politsche Notwendige, als auf das Partymachen wert gelegt.

    Welche Bedeutung bekommt dann das wichtige Thema bei Zaungästen? Wir Demosntranten kritisieren die Einschränkung unserer Freiheit indem wir durch die Hauptstadt tanzen? Kann man so den politisch unaufgeklärten Bürger am Straßenrand zum Nachdenken anregen?

    Diese Chance wurde meiner Meinung nach leider verpasst.

  5. @11 und @13

    Ich habe ein ähnlich kritisches Bild der inhaltlichen Aussage mancher Linker. Zwischen Verschwörungstheorie und platter Linkspolemik ist das eigentliche Thema untergangen.

    Vor allem wenn man bedenkt, das antikapitalistische Lebensentwürfe stets mit Freiheitsbeschränkung und Bespitzelung einhergegangen sind.

    Übrigens: Wann distanzieren sich endlich links eingestellte Bürger tatkräftig vom schwarzen Block?

  6. Latschen, nicht labern, habe ich mir gesagt und so eine insgesamt gelungene Demo erlebt.

    Gedankensplitter: Schönes Wetter ~ ziemlich Piratenpartei-lastig ~ etwas Love-Parade-Déjà-vu ~ Muss wohl alt sein, mir gehen diese extrem kräftigen Bässe auf den Sack ~ Huch? Da iss ja der Tauss! ~ Freundliche, friedliche Gesichter ~ Boah, ziemlich viele da.

    Ich schließe mich allerdings @12 an: Außenstehende dürften nur schwer mitbekommen haben, worum es eigentlich ging. „Da machen viele frohe junge Leute eine bunte laute Party!“ War es nur eine Veranstaltung von Wissenden für Wissende?

    Spaß hat’s mir trotzdem gemacht. Es tut gut, nicht nur zu labern, sondern seine Besorgnis zusammen mit vielen Tausend anderen Menschen auch mal physisch zum Ausdruck zu bringen – meine Beine schmerzen jedenfalls nicht zu knapp.

  7. Und Ich wette wiedereinmal, das es Berichte hierüber, nicht in die Tageszeitungen/Magazine schaffen…. doch wehe wenn ein paar dutzend Mitarbeiter irgendeines Betriebes vor die Werkshallen gehen, hört man davon Wochenlang.
    Sowas nennt man dann „freie Presse“…. weiss nicht ob Ich nun Brechen, Lachen oder Weinen soll.

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