Wenn man nur oft genug schreckliche Gefahren heraufbeschwört, fängt man vielleicht irgendwann an, an sie zu Glauben. Die Politik der Angst – vor Terroristen, Gasversorgungsunterbrechungen und Kinderfickern hat auch die politische Klasse zu Hosenscheißern werden lassen. Im Wahljahr pervertiert diese Angst jedoch vollends: die Politiker bekommen Angst vor den Bürgern, die ihnen als Schreckgespenst „Wähler“ auflauern. Und wie nehmen Politiker dieses potenziell gefährliche Wesen wahr? Durch persönliche Kontakt zum einen. Und zum anderen vor allem durch „die Medien“. Bild, BamS, Glotze regieren nach wie vor in den Köpfen der meisten Abgeordneten. Was anderes haben sie auch nicht gelernt. Davor haben sie Angst: dass in den Massenmedien etwas böses stehen könnte.
Und wer hat Angst vorm Internet? Die SPD offensichtlich nicht. Die CDU sowieso nicht. Aber das macht nichts. Mag die große konservative Koalition dem Fortschritt auch abschwören, sterben werden sie trotzdem. Wenn sie sich nicht bald anfangen zu ändern. Etwas nervig ist es natürlich, dass wir so lange mit ihnen und ihrem gemeingefährlichen Unfug leben und die Folgen tragen müssen. Aber wir werden sie schon irgendwie überleben. Und ihnen dann zeigen: es geht auch anders. Ganz ohne Euch.