Jako – Neue Social Media Kampagne

Die Firma Jako ist bisher nicht bewusst in meinem Leben begegnet. Laut Wikipedia ist man der zweitgrößte Hersteller von Teamsportbekleidung in Deutschland. Gerade hat man aber eine Social Media Werbekampagne gestartet und die viralen Effekte klappen genauso, wie man das geplant hat. Andere Firmen kaufen teure PR-Agenturen ein, Jako braucht nur eine Anwältin. Diese mahnte einen Blogger ab, der in einem kaum gelesenen Beitrag wohl das neue Logo von Jako polemisch kritisierte. Der Blogger zahlte und hoffte, seine Ruhe zu haben. Dann zündete der zweite Meilenstein der Kampagne: Der Blogger erhielt eine weitere Abmahnung und soll jetzt noch mehr Geld zahlen, weil sein Artikel ungefragt von einem der unzähligen (und meist parasitären) Newsaggregatoren im Netz gespiegelt wurde.

Warum sowas jedem passieren kann und was die ganze Story ist, beschreibt Kai Pahl in „Alles ausser Sport“: Wie JAKO anderen Leuten das letzte Trikot auszieht.

Ein Unternehmen wie die JAKO AG, die sich in den Schreiben u.a. auf Augenhöhe mit Adidas in Sachen Trikotsverkauf sieht und mit der Rückhand von einem Jahresumsatz von über 60 Millionen Euro schreibt, kann nicht durch einen nur zirka 400 Leser erreichenden Blogeintrag meßbar geschädigt werden. Das ist schlichtweg irre! Die JAKO AG und Iris Sanguinette müssen sich fragen – ja sogar vorwerfen – lassen, dass ihnen die Maßstäbe bei der Beurteilung des angeblichen Schadens komplett entglitten sind und sie bei der technischen Beurteilung über die Machbarkeit der Entfernung solcher Passagen außerhalb der eigenen Website nicht realitätsnah urteilen. Nimmt man alle Aspekte dieser Auseinandersetzung zusammen, wäre ich mir nicht sicher, ob am Ende das Verhalten der JAKO AG und von Anwältin Iris Sanguinette dem sehr basisnahen Image der JAKO AG nicht stärker schädigen, als ein 400-Leser-Blogeintrag von Mitte April.

17 Kommentare
  1. Paul Lanpn 1. Sep 2009 @ 13:41
  2. Rechtsfreier Raum 1. Sep 2009 @ 20:07
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