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Hubert Burda und das Leistungsschutzrecht

Beim Perlentaucher gibt es eine lesenswerte Replik von Anja Seeliger auf einen Artikel von Hubert Burda in der FAZ, wo dieser ein Leistungsschutzrecht für Verlage fordert: Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz. Denn sonst geht die Demokratie irgendwie zu Grunde. Oder so.


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Das Thema Leistungsschutzrecht steht ja bei der CDU auf der Agenda ziemlich weit oben und man möchte es in der nächsten Legislaturperiode einführen. Aber was bedeutet es für das Netz? Das klingt etwas bedrohlich:

Für den Leser bedeutet das zweierlei: Presseschauen wie die Feuilletonrundschau des Perlentauchers werden künftig kostenpflichtig. Der Jurist Jan Hegemann hatte im April in der FAZ angedeutet, wie weit das erträumte „Recht“ gehen soll – bis hin zu „Snippets – also die mit „großem redaktionellen Aufwand erstellten Kurzzusammenfassungen der Artikel“. Google dürfte keine Überschriften mehr zitieren ohne zu bezahlen. Und Leser – oder ihre Kinder – die im Netz zum Beispiel in Kommentaren aus Zeitungsartikeln zitieren, werden künftig ebenfalls von den Verlagen zur Kasse gebeten. Ob zu Recht, kann man dann vor Gericht mit den Anwälten der FAZ ausfechten. Gegen den Perlentaucher führen FAZ und SZ seit Jahren einen Prozess wegen seiner Berichterstattung über ihre Berichterstattung.

Könnte auch Blogs gefährlich werden, die wie wir hier in Anreissern aus Artikeln zitieren, diese verlinken und dabei auch noch Leser zu den Artikeln bringen. Und was hat das mit mehr Transparenz zu tun, die Hubert Burda anspricht?

Aber wie, fragen Sie sich vielleicht, soll die Zeitung herausfinden, wer ein Nutzer ist? Mittels „Transparenz des Internets“, wie Hubert Burda das nennt. Kulturstaatssekretär Neumann war da etwas deutlicher: „Wir brauchen Kooperationsvereinbarungen zwischen Providern, Rechteinhabern und Verbrauchern.“ Im Klartext: Wenn ein Verlag es fordert, soll der Internetprovider künftig Ihre Daten herausgeben müssen. Jeder soll im Internet identifiziert werden können. Das geht nur durch staatliche Kontrolle des Internets. Das meint Hubert Burda mit „Transparenz im Internet“.

Ulrike Langer hat sich bei Medialdigital auch mit dem Artikel von Hubert Burda beschäftigt:
Dann boykottiert doch Google!

Und genau hier liegt das große Missverständnis. Google erbringt mit der Verlinkung eine Dienstleistung. Hierfür als Verlag die Hand auf zu halten, wäre genauso absurd, wie von Kioskbesitzern eine Abgabe dafür zu verlangen, dass der Focus in der Auslage liegt. In der Logik von Burda verkauft der Kioskinhaber nur deshalb so viele Schokoriegel und Bierflaschen, weil die Käufer in erster Linie wegen des Focus zum Kiosk gehen. Also müsse der Burda-Verlag angemessen am Umsatz mit den Schokoriegeln und den Bierflaschen beteiligt werden. Die Dienstleistung besteht darin: Internetseiten, die bei Suchmaschinen indiziert werden und nach dem Eingeben von Suchbegriffen in den Trefferlisten auftauchen, werden dadurch für viele Nutzer erst auffindbar. Nebenbei: Auch Aggregatoren wie Rivva machen Webseiten von Verlagen an prominenter Stelle sichtbar (auf den Plätzen 3 bis 5 in der Rivva-Rangliste der am meisten verlinkten Leitmedien stehen mit geringen Schwankungen seit Wochen beispielsweise Spiegel Online, Zeit Online und FAZ.net), auch Blogs verlinken auf Print-Websites – umgekehrt allerdings sehr selten. Aber Burda hat sich ja auf Google als großen Bereicherer eingeschossen, deshalb bleiben wir bei diesem Aspekt.

Weitere Aspekte bringt Felix Schwenzel bei Wirres: hubert burda will lieber nehmen als geben.

na gut. mal angenommen hubert burda wäre ein anständiger kerl und würde seine journalisten und content-lieferanten anständig entlohnen. was verdient google denn mit der kommerziellen nutzung von zeitungsinhalten? google-news, über das sich verleger immer besonders gerne aufregen ist bisher noch werbefrei. bei der google-suche selbst, verdient google kräftig mit eingebetteten anzeigen. das ist selbstverständlich legitim, denn google bietet eine leistung die von suchenden und gefundenen hoch geschätzt wird. diejenigen die suchen schenken den google-ergebnissen eine hohe aufmerksamkeit, weil google gute suchergebnisse bietet. diese aufmerksamkeit verwandelt google über anzeigen in geld. die verleger und anderen content-produzenten schätzen den traffic den google bringt. wenn ich mich recht erinnere sind das beispielsweise beim focus über 50% aller besucher. das ist bares geld wert, das focus beispielsweise auch mit google-anzeigen monetarisiert. die verleger investieren sogar geld in suchmaschinen-optimierung, um bei google weit oben gefunden zu werden. wo genau ist das problem? es gibt kein probem, die verleger wollen einfach nur mehr geld.

54 Kommentare
  1. Ich finde, wir sollten mal ein paar Briefe an Google schreiben, dass die probeweise mal irgendwelche Verlage nicht mehr verlinken – dann wär das Geschrei groß.

    Wie auch auf der Seite der Piratenpartei geschrieben steht, ist die Politik nicht für das Funktionieren von Geschäftsmodellen verantwortlich!

  2. Pff, wohl auch ein Bilderberger, wo er auch bei einem Bilderberger Treffen anwesend war. Naja, kommerzielle Blogger werden in Zukunft bei medion (türkischer anonymer host) oder ähnliches hosten oder über eine offshore firma. Blogger ohne Budget / finanzielles Interesse, müssen wohl auf „anonyme“ Freeblog-Hoster umsteigen. Ärgert es Herrn Burda, daß man den Focus im Usenet bekommt? :-))

  3. Man muss die großen Zeitungen ja nicht mehr nutzen, wenn sie das denn wollen ;)

    Gibt sicherlich genug Alternativen im Internet, und falls nicht: Warum nicht selbst was aufbauen? Eine freie / alternative Zeitung, die Themen aus allen Bereichen anspricht, damit auch wir Blogger leichter dem Problem der selektiven Informationsbeschaffung besser entgehen können?

  4. is doch super! das eröffnet ein neues tolles geschäftsmodell, wenn es möglich ist leute zu verklagen, wenn diese überschriften zitieren.
    dürfte doch recht einfach sein irgendwelche random-überschriften generieren zu lassen und dann die zeitungsüberschirften abzusuchen, ob nicht zufällig sogar eine gleichlautende vorkommt.

  5. Wäre ’ne nette Sache, wenn Google denen einfach mal den Saft abdreht. Die Elite fühlt sich bedroht. :) Ist auch nicht einzusehen, warum sich Presse- und Meinungsfreiheit darauf beschränken soll, etwa einhundert Personen in Deutschland das Recht zuzugestehen, ihre Meinung frei in Schrift und Bild äußern zu dürfen während der Rest stillhalten soll. Naja. Eigentlich sind es wohl nur Burda, Springer und die Bertelsmänner, oder gibt es da noch mehr?

  6. Wenn mal jemand Langeweile hat, die Online-Angebote der diversen Burda-Gesellschaften sind reichlich frei von Quellenangaben – oder es wird simpel oder ähnliches angegeben. Da mutest es schon komisch an von „Fair Play“ zu reden, vor allem wo doch Nutzungsrechte für Fotografien meist an den Medientyp gebunden sind und Namensnennung des Urhebers/Rechteinhabers relativ üblich ist – selbst die Bild schafft das.

  7. Meine Güte! Ich hoffe inständig, dass Google die Verlage wirklich mal einen Monat aus dem Index kickt.

    Dann wäre wenigstens diese selten bescheuerte Debatte ein für allemal erledigt.

    1. Wäre mal interessant, wenn die Jungs mal für nen Monat aus sämtlichen Suchmaschinen gekickt werden.

      Vielleicht kommt Herr Burda dann auf den Trichter, einen Rechtsanspruch auf Listung in Suchmaschinen für Verleger zu fordern *g*

  8. Mit Verlaub, es handelt sich bei diesen Zeitungsverlagen offensichtlich um Idioten. Nicht nur, dass sie es überhaupt nicht verstehen in der „neuen Welt“ irgendwie zurecht zu kommen, jetzt versuchen sie auch noch zu einem Recht zu kommen, dass ihnen die Lizenz zum Geld drucken gibt und das allgemein bekannte Zitatrecht aushebelt. Das ist Deutschland. Gute Nacht.

  9. Wenn Google die mal aus dem Index werfen würde, das wäre schon was.

    Ich bin davon überzeugt, dass im Gegenzug die Zeitungen Google auf Wiederaufnahme in den Index verklagen werden.

    Es ist für mich immer wieder belustigend. Kapieren die es wirklich nicht oder wollen die etwas aufhalten, was nachweislich nicht aufzuhalten ist?

    Es ist deshalb nicht Aufzuhalten, weil WIR als Konsumenten, Kunden und Nutzer es so wollen.

    Zeitungen verlieren an Wert, weil die Nachrichten einfach von gestern sind. Immer häufiger werden einfach nur Presse- oder Agenturmitteilungen abgedruckt. Hier und da noch ein paar Wörter/Sätze geändert, aber das wars. Höchstens für lokale Meldungen gibts was „Originelles“. Wenn der Kleintierzuchtverein oder eine Kirmes was zu feiern hatte.

    Mir scheint es als ob es immer weniger eine echte Inhaltliche Überprüfung durch einen Journalisten gibt. Da meinte letztens ein Journalist, das könne man ja gar nicht mehr machen, es gäbe ja soviele Meldungen am Tag.

    Ja und? Das ist unter anderem der Job. Ansonsten kann nämlich auch Google bzw. können Algorithmen die Filterung vornehmen. Dazu brauch ich keinen Journalisten.

    Kritischen Journalismus mit echten Auswirkungen scheint es in der Zeitungswelt nur noch selten zu geben. Dieses Vakuum haben für mich nun einige Blogs gefüllt. Also noch ein Grund weniger zu den Printmedien zu halten.

    Die müssen doch nur mal aus den anderen Medien lernen. Die Musikindustrie hats nicht kapiert, dann war die Filmindustrie dran, mehr oder weniger TV-Sender, dann Bücher und spätestens jetzt sinds Zeitungen/Zeitschriften.

  10. Diese Kommentare sind mir vollkommen unverständlich. Da wird sich in internettypischer Weise aufs hohe Ross gesetzt, diese „Idioten“ und „heulenden Zeitungsverlage“ hochnäsig und von oben herab mitleidsvoll an der Grenze zur Verachtung belächelt.

    Und wenn dann Herr Burda und seine Spezln bei der CDU/CSU einen von den Zeitungsverlegern bei einer internationalen Anwaltskanzlei in Auftrag gegebenen Gesetzentwurf (pure Spekulation, keine Realität) in den Bundestag einbringen, ist das Geheule groß und alles zu spät.

    Man sollte den Verlegern (und vor allem der Politik) lieber von vornherein klar machen, dass ein kostenpflichtiges, nicht zitierbares Onlineangebot eher heute als morgen dafür sorgen wird, auch noch den letzten nicht-Stammleser zu vergraulen.

    Und dass das Internet um die kostenpflichtigen Angebote herumrouten wird.

    1. @_Flin_

      Die Verlage (und auch andere „betroffene“ Industrien) und die Politik haben es in den letzten 15 Jahren versäumt sich mit der Realität Internet auseinander zu setzen. Spätestens seit 1999 also vor 10 Jahren war abzusehen, das es nicht ein Nerd Medium bleiben wird. Aber damals dachte man es ist sowas wie ein kostengünstiges Werbemedium oder ein interaktiver Warenhauskatalog oder bestenfalls der Nachfolger von BTX mit hübscheren Bildern. Ach ja und Email hat man auch noch halbwegs verstanden (elektronische Briefe eben).

      Das die genannte Personengruppe zu borniert ist sich mit Details auseinanderzusetzen kann man momentan prima an der Argumentation von Zensursula ablesen.

      Verlage, Politik oder Musikindustrie hatten 10 Jahre Zeit sich den Möglichkeiten anzupassen und ihr Ding im Internet zu machen. Das hat man verpasst, weil man bis vor Kurzem noch dachte das nur Kinder und Jugendliche im Internet Vorkommen (UvdL bei Anne Will: „Erwachsene kommen ja im Internet kaum vor). Man hielt das Internet irgendwie für eine Mode die sicher bald vorüber geht. Jetzt stellt man fest dass diese Mode wohl nicht vorüber geht sondern sich weiter entwickelt. Und davor hat man Angst. Die gleiche Angst z.B. die Microsoft angesichts von Open Source empfinden dürfte. Die Angst vor der Masse von Menschen.

      Diese Angst ist durchaus berechtigt, denn die Masse kann arbeitsteilig die Aussagen von Zeitungen oder der Politik in sehr kurzer Zeit analysieren und Widersprüche, Lügen oder Falschaussagen öffentlich machen ohne das es jemanden gibt, den man zur Seite nehmen kann und überzeugen oder unter Druck setzen das nicht zu veröffentlichen.

      D.h. die seit Jahrzehnten eingeübten politischen Verfahren funktionieren nicht mehr 100%ig, das Internet erodiert sie momentan noch am Rand, aber wie man bei der Zensurpetition gesehen hat doch mit Öffentlichkeitswirkung. Was zum Verstehen bei den Betroffenen nötig ist, ist ein wirklicher Paukenschlag der in deren Realität fühlbar eingreift. Ich sehe das kurzfristig noch nicht, aber letztes Jahr 30.000 die sich an der Verfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung beteiligt haben, dieses Jahr 130.000 bei der Petition sind ein Anfang.

  11. Hypertext-Pionier Ted Nelson hat in seinem Projekt Xanadu schon in den 60ern ein „Bezahlen für Zitieren“-Modell entwickelt. Statt Textschnipsel wirklich zu kopieren, sollten sie vom Originalserver eingebunden werden. Damit sollte dann die Abrechnung winziger Lizenzbeträge möglich werden. Lesenswerte Geschichte, ist insgesamt an seiner Komplexität gescheitert.

  12. Wenn die Medien wirklich die vierte Gewalt im Staat sind, sollten sie direkt beim Staat um Geld bitten und aus der Steuerkassen bedient werden. Sie sollten dann nicht umständlich Rechte fordern um Geld selber eintreiben zu können um sich dann als zusätzliche unnötige Steuervögte auf zu spielen.

  13. ich finde auch dass das ewige gejamere der verlage nervt. sie sollen doch happy sein, schliesslich bekommt eine welt oder ein burda doch jeden monat hundertausende von free traffic. kleine player die kein netzwerk an seiten haben, tun sich doch viel schwerer. die verlage wie burda sollen endlich mal weniger parties feiern und die richtigen leute einstellen, dann kommen sie auch voran..
    wir bekommen focus und focus money seit 11 monaten zugeschickt jede woche.. und haben denen schon 10 mal gemailt dass wir den spam nicht mehr wollen.. die zeitschriften sind einfach nicht mehr zeitgemäss gemacht.. aufgrund einer golfturnierteilnahme senden die uns woche für woche die zeitschriften die dann sofort im müll landen..

  14. Mich würde nicht wundern, wenn von den Verlegern dann noch eine Berufspflicht für freie Meinung und Blogger eingefordert wird. Es könne doch nicht angehen, dass Nicht-Journalisten im Internet mit nicht fundierten und nicht überprüften \Meinungen\ um sich werfen und andere damit beeinflussen. Das muss dann schon ein Journalist sein, unabhängig und bezahlt…

  15. „Jeder soll im Internet identifiziert werden können.“ (A. Seeliger)

    Sorry, ich begreife nicht, warum darin ein Problem liegen soll. Das ist nämlich im Leben auch so.

  16. Warum ist es denn ein Problem, wenn jeder im Internet identifiziert werden kann? (siehe Beitrag von A. Seeliger)
    Das ist doch im Leben auch so.

  17. @Daniel Daffke

    hääää….versteh ich jetzt nicht so wirklich.

    du zeigst also überall ( Kneipe, Restaurant, Kaufhaus, Bus, Bahn usw.) also wo du gehst und stehst, jedem mit dem du ein Wort wechselst, erstmal deine Ausweispapier!!!!

    das finde ich jetzt richtig Klasse von Dir.

  18. @Daniel: Ist das so? Dann gehe doch bitte einmal auf die Strasse und stelle die Identität der ersten 100 Leute fest, die Du triffst. Viel Spass.

    Der Punkt ist, dass die Preisgabe der Identität – in der Regel – freiwillig ist. Und das ist auch gut so. Siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Identitätsfeststellung_(Recht)

    Ich stelle nicht in Frage, dass viele Nutzer im Internet tatsächlich anhand der Spuren, die sie hinterlassen, identifiziert werden können. In ähnlicher Weise mag das „im [realen?] Leben auch“ der Fall sein. Von der Forderung nach weitergehenden Möglichkeiten der Identitätsfeststellung, die Herr Burda stellt, ist das aber klar zu trennen. Das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe!

  19. btw – jemand heute telepolis gelesen? ,) hubertich, mich graust vor dich – ! und weil ja im sommerloch eh keiner hinhört, kommt es bestimmt noch dicker. warum erinnert mich diese debatte bloß an berlusconi ….

  20. Also ich versuche mal die Forderungen Google gegenüber auf eine Real-Parabel herab zu brechen. Die machen sowas manchmal auch für Internetausdrucker klarer.

    Ist es nicht letztendlich so als würde ich mich in die Stadt stellen und jemanden fragen: „Wissen sie zufällig wo ich Informationen zur Bundestagsdebatte gestern finden kann?“ und der nette Herr G. deutet auf den nächsten Kiosk und sagt mir: „Da drüben gibts den Focus(die Bild, die Welt…) und da steht nen Artikel drin. Die Bundestagsdebatte,- Parlamentarier streiten um Mehrwertsteuer.“ Ich denke mir: Fein, da guck ich doch mal nach und bedanke mich höflich.

    So… und nun will Herr Burda diesem netten Passanten Herrn G. Geld abknöpfen? Dabei hat dieser mich doch überhaupt erst auf das Angebot der Varlage hingewiesen, quasi Werbung betrieben. Wenn ich wüsste dass ich für solch einen Rat zur Kasse gebeten werde, würde ich an Herrn G.s Stelle wohl keine Hinweise dieser Art mehr geben. Statdessen würde ich sie lieber zu engagierten Privatleuten einen Blog weiter schicken, die sich ebenfalls über die Debatte vom Vortag schlau gemacht haben.

    Zurück zu Google. Vielleicht wurden die Verläge auch von Grössenwahn gepackt? Die einzige Vorraussetzung unter der diese Forderung Sinn machen würde, wäre dass Google dringend auf die Webportale der Verläge angewiesen ist. Wenn es so wäre, dass 90% der Google Suchanfragen letztendlich bei den Verlägen landen, dann hätten selbige auch einen gewissen Hebel in der Hand, da Google ohne sie grosse Einbußen zu vermelden hätte. Die Realität ist aber davon weit weit entfernt. Gemessen an den Gesamtsuchanfragen sind jene die auf die Verlagsseiten führen wohl fast zu vernachlässigen. (Für Google, nicht für die Verleger.)

    Aber vielleicht muss man auch erst Journalismus oder Verlagswirtschaft studiert haben um die gut versteckte Logik des Ganzen ausfindig zu machen.

  21. @ watsolls + Daniel:
    bitte genau lesen. Der Satz heißt nicht „Jeder soll identifiziert werden“, sondern „Jeder soll identifiziert werden können“.

    Das ist ein Unterschied. Die zweite Fassung gilt im täglichen Leben. Es kommt selten vor, aber wenn ein Polizist uns mit Grund dazu auffordert, sind wir verpflichtet, und auszuweisen.

  22. Was passiert wohl, wenn Google den Page-Rank von Springer-Webseiten, der FAZ u.a. einfach mal auf 1 setzt? Und deren Werbekunden dann ihre Anzeigen nur noch zu 10% des vorherigen Satzes zu schalten bereit sind?

    Das wäre ein verdienter Tritt in die Weichteile dieser Verleger!

  23. @Daniel Daffke

    dat is jetzt aber mal wieder so richtiger Blö….. .

    Sollte ein strafrechtlicher Grund vorliegen, ist es im Internet über die IP möglich den Anschlussinhaber zu ermitteln über desen Anschluss diese Straftat erfolgte. Ob diese jetzt vom Anschlussinhaber oder einer anderen Person erfolgte steht auf einem anderen Papier.

    Mir ist jetzt aber auch nicht bekannt, ob in der sogenannten realen Welt, eine Verpflichtung auf Seiten der Straftäter besteht wenigsten seine Anschrift am Tatort zu hinterlegen.

    …du wirst mich aber sicherlich gleich Aufklären.

  24. Tja, watsolls, Du musst nicht mich, sondern Anja Seeliger fragen, warum sie sich darüber aufregt, dass jeder im Netz identifiziert werden können soll.

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