Datenschutz

Die Lehmanns Brothers Gläubiger-Datenbank im Netz

Ein Leser hat mir einen Link zugeschickt, über den sich viele Gläubiger der Lehmanns Brothers Pleite finden lassen. Dort kann man u.a. nach Namen und Ort suchen. Mit einer Suchabfrage der gängigen deutschen Namen findet man eine Menge Personen. aber auch die Ortssuche funktioniert: 327 Personen hab ich z.B. bei der Ortssuche „Berlin“ gefunden und 38 mit „Hamburg“. Mit dabei sind alle Adressdaten und der Betrag, den man bei Lehmanns Brothers investiert hat. Das sind teilweise sechs- und siebenstellige Beträge. Unter der Suchabfrage „Munich“ findet man u.a. ein ausgefülltes Formular der Allianz Global Investors Kapitalgesellschafts mbH, die wohl rund 4278000 Millionen Dollar verloren hat.

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Der Link gehört zu einem US-Angebot und dort gibt es andere Datenschutzgesetze. In diesem Fall scheint alles korrekt zu sein, weil dies alles Claims gegen Lehmann sind und dabei wohl Transparenz das oberste Gebot ist. Aber es fühlt sich schon komisch an, wenn man in die Suchmaske Namen und Orte eingibt und so persönliche Daten findet wie Name, Adresse und versenktes Vermögen.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
31 Kommentare
  1. BUNDESVERBAND DEUTSCHER BANKEN E.V.
    ATTN: MR. JAN NOLTE
    BURGSTRASSE 28
    BERLIN, 10178
    GERMANY
    Debtor: LEHMAN BROTHERS HOLDINGS, INC.

    9/18/2009 $25,725,484,071.79

  2. Übrigens – kleine Notiz am Rand, wo die Lehman Brother Gläubiger erwähnt wurden:

    Die Citybank Herford hat den drei maßgeblichen Organisatoren von Demonstrationen Hausverbot erteilt. Zudem wurden ihnen die Citybank Konten gekündigt. Begrüundung: Störnung des Geschäftsablauf.

    Hintergrund: Am 22 Oktober hatten die Demonstranten im Service- und Kassenbereich zahlreiche Fragen gestellt, Kleinstbeträge abgehoben oder sonstige Aufträge erteilt.

  3. Das ganze ist noch schlimmer – hinter jedem Eintrag steht ein link zu einem Image – da findet man dann auch die gescannten Anträge der jeweiligen Personen – samt E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Unterschrift!

    Möchte nicht wissen, was man damit alles anstellen kann!

  4. @14 Klugsch…:
    Was dort durch die Medien geisterte scheint aber nur die halbe Geschichte zu sein. Dass auch die Daten von kleinen und privaten Anlegern dort veröffentlicht wurden ist unzweifelhaft kritikwürdig.

    Aber: Die Informationen die man nun zu institutionellen Anlegern findet gehören öffentlich gemacht. Insbesondere, aber nicht nur, von derart wichtigen Einrichtungen wie der Bundesbank und den Landesbanken.

  5. Übel. Das ist doch jetzt das Paradies für Betrüger nach der Nigeria-Masche. Falls die nicht funktioniert freuen sich bestimmt auch professionelle Einbrecher über Inspirationen, wo es trotz Lehman-Pleite bestimmt immernoch was zu holen gibt.

    Manche waren immerhin so gut beraten und haben alles ihren Anwalt abwickeln lassen, dann stehen nur dessen Daten drin.

  6. Könnte auch für die Steuerbehörden interessant sein. Bin beim Drüberblättern über einen Steuerberater gestolpert, der > 10 Mio $ angelegt hatte. Weiß aber nicht, in wie weit Lehmann da ne Rolle spielt, oder ob das zwangsläufig saubere Geschäfte sind.

  7. Sortieren nach claim value, germany eingeben und ab geht die Luzi.

    Schon interessant was da für Unternehmen auftauchen, oder auch solche Sachen wie Stadt München und Stadt Freiburg. Die Privatpersonen, die da mit sämtlichen persönlichen Daten und dem vollen Umfang ihrer Misere da geoutet werden, ist das aber schon heftig.

    Evangelisches Diakoniekrankenhaus Freiburg… na super.

  8. Deutsche Bundesbank: 10 Milliarden
    Deutsche Bank: ca. 6 Milliarden

    Das sind doch mal nette Sümmchen.

    Was passiert eigentlich wenn jemand nen Script nutzt um die ganzen Daten abzugreifen? 80.000 Euro Strafe? Oder gelten die Daten als „komplett öffentlich“? Immerhin sind die Daten für jeden ohne Anmeldung einsehbar und wie ich finde privater als die von VZ.

    Aber die USA haben ja zum Glück einen anständigen Datenschutz, so dass auch die SWIFT-Daten mindestens genauso sicher sind.

  9. Ich fands auch ERSCHRECKEND als ich (=Vermögensberater) dort die Dokumente von Kunden fand, inklusive allem was jeweils nach New York mitgeschickt wurde. Zum Beispiel Kontounterlagen, Depotauszüge… ganz wunderbar.

    Vielleicht lade ich mir die Dokumente mit einem Skript runter, extrahiere die Kundendaten und versuche, die großen Fische von den anderen Banken abzuwerben.

    Oder ich nehme die Kundendaten und gehe bei Quelle.de damit einkaufen. Ach nee. Geht ja nicht mehr ;-)

  10. Hallo Leute! Ich verstehe ja, dass ihr von dieser Aktion nicht begeistert seid. Aber andere Länder, andere Sitten und in Amerika ist nun mal Transparenz ein „demokratischer Wert“. In anderen Fällen werden ja z.B. Spender veröffentlicht, was wirklich Transparenz schafft.
    Was man davon hält ist jedem seine eigene Sache. Nun möchte ich aber noch zwei Dinge erwähnen:
    Zum ersten sollte man sich informieren, bevor man seine Daten „in fremde Länder schickt“. Dann wäre es klar gewesen, dass diese auch veröffentlicht werden, den es hat in den USA Tradition. Allerdings könnte man vielleicht gewissen Institutionen ankreiden, dass sie nicht wirklich gute Informationspolitik betrieben haben…
    Zum anderen möchte ich kurz erwähnen, dass ein Gläubiger selbstverständlich eine maximale Forderung stellt. Schließlich kriegt man ja eh nicht alles zurück (Insolvenz), sondern nur einen prozentualen Anteil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.