Netzpolitik

Viel Spass mit Kabel Deutschland

Der Internetprovider Kabel Deutschland bremst in vielen Gegenden in den Abendstunden Bittorrent aus und verletzt damit die Netzneutralität. Dies berichtet Janko Röttgers bei Focus-Online: Internetanbieter bremst Tauschbörsen aus.

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Gegenüber FOCUS Online bestätigte Kabel Deutschland diese Eingriffe zumindest indirekt. „Die von Ihnen geschilderten Fälle sind in der Grundgesamtheit unserer Kunden Einzelfälle, da die überwiegende Mehrheit unserer Kunden keine Tauschbörsen nutzt“, so ein Firmensprecher. Kabel Deutschland bemühe sich auch in den Abendstunden mit hoher Netznutzung um Bandbreitengerechtigkeit. „Die Kapazität wird gerecht auf alle Nutzer verteilt.“ Mit anderen Worten: Wer Tauschbörsen nutzt und damit mehr Bandbreite als andere verbraucht, wird abends verlangsamt.

Um 18:00h wird das Internet dann bis Mitternacht langsam. Zumindest was Bittorrent-Verkehr betrifft. Die Werbung verspricht Downloadraten von bis zu 30MBs. Wer sich also die neueste Linux-Distribution herunterladen möchte, sollte dies bei Kabel-Deutschland zu anderen Zeiten machen.

Als Kunde würde ich mir da verarscht vorkommen und mir einen alternativen Provider suchen.

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26 Kommentare
  1. Was bitte schön ist daran neu. Meine 16er bei Arcor geht Abends wenn die Leute nach Hause kommen deutlich in die Knie. Da bin ich froh wenn 7 blieben, statt 12 -13 wie normal.

    Wir haben die Bandbreiten nicht die wir brauchten und die Telekom will Fernsehen vermarkten. Das wird noch langsamer werden.

  2. Neu ist daran, dass bestimmte Services diskriminiert werden. Und nicht nur alle eine langsamere Leitung haben.

    Ich hab bei meiner Leitung zuhause auch noch nie die angepriesenen 16 MB/s gesehen.

  3. Erinnert mich ein wenig an Comcast, die ja vor kurzem aufgrund der Blockierung/Einschränkung des Torrent-Traffics vor die FCC geladen wurden.
    Hätte nicht gedacht, was die Diskussion um Netzneutralität jetzt auch nach Deutschland schwappen muss.

  4. Sowas ist einfach eine Unverschämtheit. Der Provider hat sich absolut rauszuhalten was meine Nutzung der Leitung angeht die ich bestellt hab, oder er soll nicht solche Angebote machen. Man fühlt sich direkt wie ein Kunde zweiter Klasse, wenn man so behandelt wird. Wenn sich sowas durchsetzt und man durch Providerwechsel keine Chance mehr hat das ganze zu boykottieren bleibt einem wohl nur übrig, technische Alternativlösungen (verschlüsselter BT Traffic der nicht zu erkennen ist etc.) zu benutzen.

    Schade eigentlich- gerade wo ich darüber nachgedacht habe, Downloads von meiner Seite nur noch als Torrent anzubieten..

    psy

  5. >>technische Alternativlösungen (verschlüsselter BT Traffic der nicht zu erkennen ist etc.)

    ‚bis zu‘ -> heisst nicht, dass das Maximum auch verfügbar ist
    oder kennt hier irgendjemand einen Provider, der es garantiert, dass das Angepriesene maximal ausgereizt werden kann?

  6. meh..da oben fehlt was -.-“

    alternativlösungen
    den Traffic verursachst du so oder so, egal ob der torrent-verkehr verschlüsselt wird oder nicht ;>

  7. @body0r #8
    Da es hier allerdings um eine selektive Filterung geht, d.h. es wird speziell der Torrent-Verkehr geblockt oder verlangsamt. So ist zumindest der Post von oben in Bezug auf die Netzneutralität zu verstehen. Aus dem angegebenen Zitat kann man dies aber in der Tat nicht herauslesen.

  8. Mein Provider bietet mir „bis zu 16000 kbits“ an, mein Modem synchronisiert mit 15500 etwa – und das ist die Geschwindigkeit für die ich bezahle, und die ich zu jedem Zeitpunkt egal mit was ausnutzen können will.

    Da hat sich der Provider nicht einzumischen warum, wann und womit ich den Traffic verursache, denn ich zahle schließlich für eine Flatrate.

    Das Verschlüsseln war wohl eher so gemeint, dass BT-Traffic dann nicht mehr als solcher zu erkennen ist, also auch nicht gedrosselt werden kann.

    MfG

  9. Mein Provider versucht auch Bittorrent und andere Filesharingdienste auszubremsen. Betonung auf versucht.
    Denn nach dem ändern des Ports und aktivieren der Verschlüsselung, läuft alles wieder mit gewohnter Geschwindigkeit hehe ;-)

  10. Das selbe verhalten hab ich bei T-Mobile (via Edge) auch schon beobachtet. Tagsüber die volle Geschwindigkeit, Abends quälend langsam. HTTP ist davon nicht betroffen.

  11. body0r: hast recht. Aber vielleicht sollte dieser ganze „bis zu“-betrueger-scheiss ohnehin mal endlich verboten werden.
    Ebenso wie „jeder artikel ab 1,-„. Solche sachen enthalten keine fuer den konsumenten sinnvolle aussage, sind reine werbe-luegen, und gehoeren IMHO verboten.
    Alles gute,
    rob

  12. ‘bis zu’ -> heisst nicht, dass das Maximum auch verfügbar ist
    oder kennt hier irgendjemand einen Provider, der es garantiert, dass das Angepriesene maximal ausgereizt werden kann?

    Das heißt aber nicht das der Provider nach belieben irgendwas zwischen 0 und 16000 liefern kann.

    Denn dann könnten die porvider einfach analog 56k liefern,ist ja auch bis zu 16000.

    Die Provider haben das zu liefern was sie bewerben/verkaufen.

  13. hier ist das im focus-artikel referenzierte forum – momentan scheint dort ja keine Knappheit an Posts über den Provider zu herrschen.
    Nicht nur Linuxdistributionen werden davon behindert – ich mag die Argumentationslinie die die Macher von Miro ausgepackt haben – im Endeffekt das die Kabelbetreiber damit ein Konkurrenzprodukt (Video- Podcasts) ausbremsen – was das ganze dann wirklich zu einer Neutralitätsfrage macht.

  14. @g. #16
    Genau das ist ja die Frage bei der Comcast-Ermittlung in den USA. Bremst Comcast speziellen Traffic ab, weil dieser in Konkurrenz zu den eigenen Produkten steht? Und eben diese Frage steht bei einem Betreiber wie KabelDeutschland ja auch im Raum.

  15. Das Problem ist hier nicht dass das Inet Abends mal langsamer ist, dies kann passieren und ist nunmal normal.
    Es geht hier um die Frechheit, bestimmt einzelne Dienste zu benachteiligen und somit die Netzneutralität zu verletzen!

  16. Seit 2 Tagen habe ich auch massive Probleme mit BitTorrent, Downloads sind permanent nicht mehr möglich. Ich benutze uTorrent 1.7.7 mit aktivierter Verschlüsselung.

    Nachdem ich jetzt die 1.8 Beta installiert habe, funktioniert wieder alles wie gewohnt. :)

  17. Also es gibt eine Vorgabe für Kabel:

    MAX. 10 % Weniger bei 30 Mbit und bei 25 Mbit !!!!

    Lasst euch net verarschen. KD und Powersurfer nix geht es wird sobald man mehr als 5 GB gezogen hat gedrosselt ! Anderes bei Kabel BW. Volles Rohr ! Habe immer egal um welche Zeit 24880 ! Mbit von 25000 !

  18. …meine 2,5 mbit brechen im utorrent auf 3kbs zusammen… so sieht es am wochenende/am tage aus… in der nacht ab 1h kommt die leitung dann wieder… und dafür bezahl 36€ monatlich….

  19. Also ich bin voll zufrieden mit mit Tante KD!!!
    Hab 32000 bekomm 40000 und das für 22,90€ im Monat.Leider auch zu spät mitbekommen das sie das bittorrent Protokoll ausbremsen.Geht am WE sowie in der Woche von 18:00 bis Punkt 0:00 Uhr nix mehr. Was machen dachte ich. Da kam der erste eigene Server, Raufschaufeln und dann fullspeed 24 std. am Tag und wochende auf meine Festplatte. Wenn die denken die können mich verarschen, mit mir nich!!!
    Und über den daumen immer noch billiger unterwegs als wenn ich DSL 16000 von Tante Telekom hätte. Für mich hat es sich gelohnt.
    Mitlerweile bekam ich die erste Abmahnung angeblich zu viel Traffig im Monat. Und Flat is Flat und da man von denen auf diese art ausbremsen lass ich sie ebend auch ein bissel bluten. Denn den Traffig den ich im Monat verbrauche kann sich kein Anbieter für 22,90€ im Monat erlauben. Soviel dazu^^

  20. Hallo, zu dem Saftladen habe ich auch was zu sagen. Ich bin beruflich selbständiger Softwareentwickler und hatte 2004-2006 meine Firma über KD am Netz, mangels anderer Möglichkeiten.
    Daneben machte ich auch Bittorrent 24h am Tag, und Sommer 2006 kam dann die erste Verwarnung. Zu hohe Downloads, nach der zweiten Verwarnung wird fristlos gekündigt. Ich drossele also Azureus auf ca. 50kbyte/sek und denke es ist OK, aber nach einem Monat flattert die Kündigung ins Haus, angeblich weil ich mein Verhalten nicht geändert habe. Nach 12 Sunden war ich mit meiner Firma offline und Anrufe beim Kundenservice brachten nichts. Wenn die fristlos sagen meinen die das auch.

    Gottseidank war die Telecom so schlampig und hat vergessen mein altes TDSL abzuschalten und die Leitung stand noch. Darum konnte ich mich zwischenzeitlich bei einem pay-per-volume Anbieter einwählen.
    Jetzt bin ich bei T-Online und habe KEINE Probleme. Trotzdem ruft KD immer wieder an und wollen mich als Neukunden haben :)))
    Auf meine Aussage dass ich schon mal dabei war hab ich mal die Antwort erhalten ich müsse mich irren, sowas macht Kabel Deutschland nicht, schliesslich ist man ja Flatrate.

    Fazit: KD ist nur was zum Surfen, wo man keinen Upstream benötigt. Das sagen die nur nicht und das ist das ganze Problem.
    In Wirklichkeit meinen die nicht DOWNload, sondern UPload, das ist nämlich bei Kabel der Flaschenhals. Und wenn dann in der Gegend mehr Leute bei KD Kunde werden, dann stören die sich gegenseitig im Upstream.

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