Datenschutz

Mit Mundraub zum Daten-GAU

Der Datenschutz-Skandal rund um die Kreditkarteninformationen der LBB ist wohl aufgeklärt. Schuld sind zwei Kurierfahrer und die Geschichte erinnert an einen Aprilscherz: Die beiden Fahrer (27 und 35 Jahre alt) hatten einen Weihnachts-Stollen aus einem Paket geklaut, was an die Frankfurter Rundschau adressiert war. Aus irgendeinem Grund vertauschten sie dann das Etikett mit einem Paket an die LBB. Fragt mich nicht, warum die das gemacht haben. Ich musste mir die Geschichte gerade auch mehrmals durchlesen und hab keine Logik in der Handlung der Fahrer entdeckt: Hinter LBB-Datenskandal stecken Stollen-Diebe.

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15 Kommentare
  1. Die Geschichte klingt für mich leider nur nach einer solchen und erscheint mir sehr sehr unglaubhaft, mit einfach zu vielen offenen und ungeklärten Fragen. Aus Verschwörungs-Perspektive erscheint es mir so, als sollte uns der krasse Datendiebstahl/Mißbrauch als ein zufälliges und singuläres Ereignis verkauft werden und nicht als ein – wie es im Kontext der bisherigen Geschehnisse wahrscheinlicher erscheint – strukturelles Problem. Hmm.

  2. Ich denke die ‚Weihnachtsgeschichte‘ wurde ersponnen um mögliche Hintergründe zu verschleiern.

    Für glaubwürdiger halte ich es das die Daten anonym eingereicht wurden um ein größeres Datenleck aufzuzeigen. Wohlmöglich sogar ein elektronisches und kein menschliches. Hier haben die Betroffenen leider oft ein großes Interesse das die wahren Tatsachen nicht ans Licht kommen.

    Viele Grüße
    Marcus

  3. Von wegen „Posse“…

    Die Story ist unheimlich. – Weil sie jeden denkenden Menschen und nicht nur irgendwelche Verschwörungsspinner misstrauisch machen muss.

    Sehr auffällig auch, wie manche Medien teilweise jetzt sogar davon sprechen, dass es gar keinen Datenskandal gegeben hätte, dass das ganze nur eine „Posse“ gewesen sei. So als ob gar keine Daten in falsche Hände gelangt wären.

    Dass Atos-Worldline, die LBB und der Kurierdienst möglicherweise irgendetwas verschleiern wollen, leuchtet noch ein. Warum aber gibt sich die Polizei mit einer derart hanebüchenen Story zufrieden? Die größte Frage ist für mich jedoch, warum den Medien diese Seltsamkeiten nicht auffallen und sie entweder nicht kritischer berichten über den Vorfall oder warum sie andererseits nicht ausführlicher berichten, so dass beim Leser/Zuschauer keine scheunentorgroßen offenen Fragen bleiben.

    So, wie sich das alles jetzt darstellt und so wie das alles jetzt dargestellt wird, potenziert sich mein Unbehagen, was nach Bekanntgabe des Datenskandals vor mehreren Tagen entstand, noch um ein Vielfaches.

    Ich bin jedenfalls noch nicht dermaßen im „Weihnachtsdusel“-Modus, als dass mir der faulige Geschmack bei dieser ganzen Geschichte nicht auffallen würde.

  4. kann mich den vorschreibern nur anschließen.

    das ist eine geschichte, keine nachricht.

    auch ich frage mich, wer da interesse an einer vertuschung hat, und warum das alles bereitwillig kolportiert zu werden scheint.

    sehr, sehr strange.

  5. Ich bin ja ungern bei schnellen Veschwörungstheorien dabei. Selbst wenn diese Aufklärung stimmt, bleibt es doch schlimm: Man stelle sich vor, wie umfassend der Schaden gewesen wäre, wenn alle 6 Pakete in die falschen Hände gelangt wären. Und dass unverschlüsselte Daten von Mitarbeitern transportiert werden, die scheinbar so schlecht bezahlt werden, dass sie für ein Stück Stollen ihren Job riskieren, klingt auch nicht gut.

  6. Als Anti-Verschwörungstheoretiker kann ich da natürlich nicht die Klappe halten: Jobrisiko? Die Kurierfahrer konnten davon ausgehen, dass niemand Ermittlungen zum Verschwinden eines Werbe-Christstollens anstellen würde! Und das Umkleben der Etiketten ist als Vertuschungsversuch auch einigermaßen logisch: Sie hatten jetzt ein Paket zu wenig, und mit den Etiketten wird ja getrackt, wo ein Paket verloren gegangen ist. Wenn die beiden das Stollen-Etikett auf ein anderes Paket kleben, haben sie den Stollen aus Sicht des Trackings korrekt befördert.

  7. Für mich stellt sich zuallererst mal die Frage, wie haben die Kurierfahrer sehen können dass in besagtem Paket ein Stollen war?

    Machen die pauschal einfach mal alles auf und suchen nach essbarem? Das Ding wird wohl kaum in Klarsichtfolie gekommen sein, so wie Pakete in den Verteilerstationen rumgeworfen werden.

  8. Im Gegensatz zu meinen Vorkommentatoren klingt für mich die Geschichte einfach zu dämlich um erfunden zu sein. Merke: die unglaubwürdigsten Schoten bringt immer noch das Leben selbst.

    Das ändert aber nichts am Skandal (und macht diesen in meinen Augen sogar noch empörender), dass hier hochsensible Date unverschlüsselt und auch sonst ungesichert im Karton von unqualifiziertem Personal durch die gegend kuriert wird.

    Mikrofiche war ja schon der Hammer, und jetzt auch noch im Pappkarton. So hab ich mir als kleiner Junge (62er-Jahrgang) die Zukunft nach 2000 bestimmt nicht vorgestellt.

  9. Das war bestimmt als Kurierfahrt getarntes Bombenräumkommando. Die Fahrer sind nur ihren bürgerlichen Pflichten nachgegangen. Schließlich musste die Bombe gegessen äh vernichtet bzw beseitigt werden.

    Gruss
    Gunnar

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