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Bequemlichkeit kommt oft vor Privatsphäre

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung [ITA] der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kommt zwiemal bei der Futurezone vor. Einmal geht es um ihr Forschungsprojekt zum Datenschutz: Bequemlichkeit kommt oft vor Privatsphäre. Obwohl vielen Nutzern bekannt ist, wie viele persönliche Informationen sie im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien offen legen, kann von ihnen nicht erwartet werden, dass sie…

  • Markus Beckedahl

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung [ITA] der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kommt zwiemal bei der Futurezone vor. Einmal geht es um ihr Forschungsprojekt zum Datenschutz: Bequemlichkeit kommt oft vor Privatsphäre.

Obwohl vielen Nutzern bekannt ist, wie viele persönliche Informationen sie im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien offen legen, kann von ihnen nicht erwartet werden, dass sie die langfristigen Folgen ermessen können.
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Die Technikfolgenabschätzer sind überzeugt, dass viele Probleme im Zusammenhang mit Privacy vermieden werden könnten. Dazu müssten die Anliegen des Datenschutzes frühzeitig, d. h. bereits bei der Konzeption und Entwicklung elektronischer Angebote, berücksichtigt werden. Eine obligatorische Privacy-Folgenabschätzung könnte hierzu beitragen.

Im Gespräch mit ORF.at erklärt Walter Peissl, stv. Direktor des heimischen Instituts für Technikfolgen-Abschätzung [ITA], die Problematik in der Aufklärung der Nutzer: Mehr Sensibilisierung für den Datenschutz.

Man müsse die Konsumenten nicht nur darauf hinweisen, dass es Datenschutz gibt, sondern auch erläutern, warum dieser wichtig sei. „Freiheit bedeutet, autonom zu handeln“, so Peissl. „Wenn ich ständig daran denke, eventuell überwacht zu werden, dann verhalte ich mich irgendwann so, wie es sich die anderen von mir erwarten.“
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Auf die Frage, ob es nicht ein Widerspruch sei, die Politik in Zeiten von Überwachungsmaßnahmen wie der Data-Retention zur Mithilfe aufzufordern, sagt Peissl: „Data-öRetention ist ein Sündenfall par excellence. Was vorher verboten war, ist jetzt Vorschrift. Das widerspricht den Prinzipien des Datenschutzs.“

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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Ein Kommentar zu „Bequemlichkeit kommt oft vor Privatsphäre“


  1. […] Netzpolitik erwähnt, dass im Internet Bequemlichkeit oft vor der Privatsphäre steht. Das ist im Grunde nicht neu. Ich würde es aber noch anders formulieren: Bequemlichkeit kommt – leider – IMMER vor Privatsphäre. Das eine ist die Natur des Menschen, das andere “nur” ein erstrebenswertes Ideal, dass heute sowieso nicht mehr erreicht werden kann. Insofern verhalten sich die Menschen ganz natürlich. […]

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