Dieser Artikel ist mehr als 19 Jahre alt.

Wahlbeobachter in Cottbus

Eine kleine Delegation des Chaos Computer Club spielte gestern Wahlbeobachter in Cottbus, wo zur Oberbürgermeister-Wahl die tollen Nedap-Wahlcomputer eingesetzt werden, auf denen man Schach spielen kann. Frank Rieger hat einen ersten Bericht gebloggt: Der Bericht aus Cottbus (Teil I). Die Zusammenfassung gibts bei Fefe: So, was haben wir denn jetzt? 1. Wir haben gezeigt, daß…

  • Markus Beckedahl

Eine kleine Delegation des Chaos Computer Club spielte gestern Wahlbeobachter in Cottbus, wo zur Oberbürgermeister-Wahl die tollen Nedap-Wahlcomputer eingesetzt werden, auf denen man Schach spielen kann. Frank Rieger hat einen ersten Bericht gebloggt: Der Bericht aus Cottbus (Teil I).

Die Zusammenfassung gibts bei Fefe:

So, was haben wir denn jetzt?

1. Wir haben gezeigt, daß die Maschinen leicht hackbar sind.
2. Der Hersteller gibt zu Protokoll, er sähe sich außerstande, eine manipulationssichere Wahlmaschine zu bauen, hält das gar grundsätzlich für unmöglich
3. Das Feigenblattargument, daß die Maschinen versiegelt, sicher verwahrt, sicher transportiert und sicher betrieben würden, erweist sich nach einem Blick in ein (!) Wahllokalprotokoll.
4. Die Checksumme wurde bei der Wahl nicht geprüft. Und selbst wenn, ein Schutz gegen ein manipuliertes ROM wäre das nicht gewesen.
5. Ein kurzer Blick auf die finanzielle Seite enthüllt, daß der Einsatz von Wahlmaschinen erschreckend teuer ist und sich auch nicht amortisiert.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

4 Kommentare zu „Wahlbeobachter in Cottbus“


  1. Torsten

    ,

    Sehr interessant – Herr Fefes finanzielle Betrachtungen sind freilich substanzlos. Die Papier- un Druckkosten für die Wahlzettel sind nun wirklich nicht das Großgewicht der Wahlkosten.


  2. ich habe das gerade geelsen und mein gefühl sagt, daß es eh wurscht ist, wen man wählt. erstens weil die gewählten ihre versprechen brechen und zweitens, weil es derzeit niemanden gibt, dem ich meine stimme gern geben würde. ich würde bestenfalls das kleinere übel wählen.

    vielleicht wäre die abstimmverweigerung im falle von wahlmaschinen sinnvoll, um manipulationen der stimmen zu verhindern, denn eine stimme die nicht abgegeben wurde, kann auch nicht manipuliert werden.


  3. Na da passt der Bericht von Heise über die Veröffentlichung des Quellcodes der Diebold-Wahlmaschinen ja auch gut zum Thema :)


  4. […] später in Deutschland die Petition gegen Wahlcomputer sowie die erste CCC-Wahlbeoachtung in Cottbus. Es wird Herbst, und wir berichten vom ersten kleinen Sieg: In Holland (dort wurde inzwischen […]

Dieser Artikel ist älter als 19 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.