Generell

Microsoft-Lobby schiesst gegen unveröffentlichte EU – Freie Software Studie

Die EU scheint eine interessante Studie zur Förderung von Freier Software auf Halde liegen zu haben, denn die Microsoft-nahe Lobby schiesst sich jetzt schon darauf ein. Die „Initiative for Software Choice“, ein Lobbyverband der üblichen Microsoft-nahen Verdächtigten hat schon im Vorfeld der Veröffentlichung einen Brief an die EU-Kommission geschrieben und brandmarkt darin die Ergebnisse der Studie. Normalerweise ist bei solchen Aktionen das Ziel, die Studie zu entschärfen, bevor sie an die Öffentlichkeit kommt. Die EU-Kommission täte daher gut daran, die Studie rasch zu veröffentlichen und die öffentliche Debatte rund um die Ergebnisse zu entfachen. Scheint ja genug Diskussionspotential enthalten zu sein, wenn die Microsoft Lobby mit Schaum vor dem Mund argumentiert. Besonders spassig finde ich ja den Versuch, den Begriff „Ökosystem“ gegen Freie Software zu verwenden. Da hat der deutsche Inquirer schon die richtigen Worte für gefunden.


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Hier sind mal ein paar Presseberichte:

The Inquirer DE: MS-Lobbyisten ballern gegen Open Source

Er will in quelloffenen und freien Programmen gar eine Bedrohung für das ganze Software-Ökosystem sehen.
Ökosystem? Der Stärkere frißt die Kleineren, bis es keine Kleineren mehr gibt? Die Evolution führt zwangsläufig zu einer assimilierten Zusammenballung, die wir mal Borg nennen wollen, um keine Markenrechte zu verletzen? Sind wir hier in der Biologiestunde oder in einer demokratischen Gesellschaft, in der es Regeln auch für freien Marktzugang und Verbracherrechte gibt?

Heise: EU-Lobby: Open Source bedroht das Software-Ökosystem

Die „Initiative for Software Choice“ (ISC) schießt ein einem Brief an die EU-Kommission scharf gegen eine stärkere staatliche Unterstützung für freie Software. Die noch vergleichsweise junge Lobbyvereinigung, zu deren über 280 Unterstützern Konzerne und Verbände wie Microsoft, der Bundesverband der Digitalen Wirtschaft, EDS oder CompTIA zählen, will die Wahl von Lizenzen und Entwicklungsformen dem Markt überlassen wissen und schlägt daher teils dramatische Töne an. Jede Förderung von offenen Standards gemäß dem Open-Source-Prinzip „würde das gesamte Software-Ökosystem signifikant zum Erliegen bringen“, heißt es in dem heise online vorliegenden Schreiben. Auf Basis des Modells der freien und Open-Source-Software seien zwar zahlreiche Produkte hoher Qualität entstanden. Man dürfe deswegen aber nicht zu der Annahme kommen, dass dieses Entwicklungsmuster allein selig machend sei.

Pro-Linux: Lobbyisten warnen EU vor freier Software

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2 Kommentare
  1. Hei. Da sieht man mal was für Kräfte dahinter stehen. Das ist kein Wettbewerb. Das ist ein ganz klarer Kampf des Monopolisten gegen mitbewerber und eine unglaubliche Angst vor opensource.
    Ich hoffe nur dass die Komission sich nicht total unterkriegen lässt sondern an der Veröffentlichung (wie oben gesagt, so schnell als möglich) festhält ohne dreiviertel umschreiben zu müssen. Was bringt eine Studie wenn sie hinterher von Lobbiisten „zurechtgestutzt“ wird?

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