Mal wieder: Yahoo in China

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights in China wirft mal wieder Yahoo vor, bei der Verhaftung eines chinesischen Regime-Kritikers involviert gewesen zu sein. Hier ist die Pressemitteilung von HRiChina und hier ist der Heise-Artikel dazu: Menschenrechtler erheben neue Vorwürfe gegen Yahoo.

Ich hab immer weniger Lust, del.icio.us, Flickr und Upcoming von Yahoo zu benutzen, obwohl die Tools eigentlich cool sind.

Passend dazu ist auch ein aktueller Artikel aus dem Economist: The party, the people and the power of cyber-talk.

Aber auch Google bekommt heute wieder mal Kritik: Der Name „Gu Ge“ für das chinesische Angebot bedeutet übersetzt „Lied der reichen Ernte“ und soll laut Google-Chef Eric Schmidt die reiche Ernte symbolisieren, die bei der Suche über Google eingeholt werden könne.

Internetnutzer in China finden aber beispielsweise „Gou le“ (Es reicht uns) oder „Gou Gou“ (Hündchen) passender, wie Heise berichtet: Internet-Nutzer in China verspotten Google.

Allerdings zensiert das Unternehmen – wie Yahoo oder MSN – die Ergebnisse über die chinesische Suchmaschine selbst, indem politisch heikle Themen wie Kritik an Menschenrechtsverletzungen in China oder an der kommunistischen Führung herausgefiltert werden. Google rechtfertigt das Vorgehen mit örtlichen „Gesetzen und Gebräuchen“. „Wir lieben Dich, Google, aber wir lieben Gu Ge nicht“, heißt es auf der Seite der Gegner. Sie vermissten in der chinesischen Suchmaschine die andernorts gepflegte „transparente, gleichberechtigte und offene“ Unternehmenskultur.

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2 Ergänzungen
  1. Wenn die Chance da ist in ein Riesenland mit weit über eine Milliarde Menschen (und auch irgendwann mal Kunden?) Fuss zu fassen, dann beginnt auch ein grosses Unternehmen wie Yahoo oder Google zu "buckeln". Für den schnöden Mammon macht man leider doch alles.

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