Dieser Artikel ist mehr als 19 Jahre alt.

„Kompass“ zu pervasive Computing aus der Schweiz

Die Schweizer Stiftung Risiko hat in einem Dialogverfahren mit Unternehmen, Konsumentenorganisationen und Datenschützern einen „Kompass zu einem verantwortungsvollen Einsatz von pervasive Computing“, also dem Einbau von Computern in immer mehr Alltagsgegenstände, erstellt. Insgesamt sieht das Dokument halbwegs vernünftig aus, die Bedenken der Datenschützer sind recht deutlich berücksichtigt worden. „Endnutzer, die auf PvC verzichten wollen, sollen…

  • Ralf Bendrath

Die Schweizer Stiftung Risiko hat in einem Dialogverfahren mit Unternehmen, Konsumentenorganisationen und Datenschützern einen „Kompass zu einem verantwortungsvollen Einsatz von pervasive Computing“, also dem Einbau von Computern in immer mehr Alltagsgegenstände, erstellt. Insgesamt sieht das Dokument halbwegs vernünftig aus, die Bedenken der Datenschützer sind recht deutlich berücksichtigt worden.

„Endnutzer, die auf PvC verzichten wollen, sollen nicht benachteiligt werden. Die Entscheidungshoheit soll stets bei einer Person liegen, nicht bei der Technologie.“

Das Ganze hat aber natürlich die Stoßrichtung, Akzeptanz für RFID & Co zu schaffen. Ob das immer sinnvoll ist, sollte mal grundsätzlicher diskutiert werden. Bei der Fussball-WM gab es ja auch dieses erfreulich offene Zitat eines Verantwortlichen auf die Frage, warum man RFID in die Tickets eingebaut hat und was das verbessert hat: „Philips ist unserer Sponsor – fragen Sie deren Vertreter.“ Nicht einmal in der Industrie scheint man sich über den Nutzen von RFID einig zu sein. Ein Kollege, der vor drei Tagen bei einer Veranstaltung zu Sicherheit in der Logistik war, berichtete anschließend als Zusammenfassung: „Niemand glaubt an RFIDs“.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


Veröffentlicht

Kategorie