Also wenn in2movies, die p2p-Filmplattform von Warner Bros in Zusammenarbeit mit Bertelsmann-arvato, den Filmvertrieb revolutionieren soll, dann scheint das Projekt schon beim Start verloren zu haben: Schwacher Start für P2P-Filmplattform (Irgendwie werden bei mir gerade Erinnerungen an Phonoline geweckt).
Enttäuschend ist aber vor allem die Bildqualität des Films, die längst nicht auf DVD-Niveau liegt: So besitzt der erste Harry-Potter-Streifen bei einer Auflösung von 720 × 300 Bildpunkten (mangels anamorpher Speicherung) ein Videobitrate von gerade einmal 1,88 MBit/s. Bei der Nebelszene am Anfang des Films sind massive Blockartefakte zu erkennen. Entgegen der in2movies-Angaben verfügt der Film auch nicht über Dolby-Digital-Ton, vielmehr ist die (lediglich in deutscher Sprache vorliegende) 5.1‑Tonspur WMA-Pro-kodiert (mit 384 kBit/s Datenrate). Während sich der Dolby-Digital-Datenstom über den Digitalausgang der Soundkarte an einen externen Digital-Surround-Receiver zur Weiterverarbeitung leiten ließe, ist dies mit den WMA-Bitstream nicht möglich. Um den 5.1‑Ton des Gratisfilms über eine Heimkino-Anlage zu leiten, benötigt man daher üblicherweise eine Soundkarte/On-Board-Sound-Lösung mit analogem 5.1‑Ausgang sowie einen AV-Receiver mit analogem 5.1‑Eingang.
Die Heise-Redaktion brauchte knappe 15 Stunden, um einen Film herunterzuladen. Um einen Film anzuschauen, braucht man einen speziellen Player. Sollen die Verbraucher jetzt zukünftig für jeden Dienst eines Film-Konzerns einen eigenen Player herunterladen? Abgesehen davon kostet ein Film 15 Euro und man kann ihn wegen dem Krüppel-DRM auch nicht weiterverleihen, wie eine DVD, die nur unwesentlich mehr kostet. Tolle neue DRM-Geschäftswelt: Für wie dumm hält man denn die Verbraucher?