Dieser Artikel ist mehr als 17 Jahre alt.

Weiterer DRM-Sarg: in2movies

Die Filmplattform in2movies ist knapp ein Jahr nach dem Start tot. Ein schnelles Ende hatte ich beim Start schon prophezeit. Die Plattform war ziemlich an den Verbraucherbedürfnissen vorbei konzipiert gewesen und dazu kompliziert in der Handhabung. Grösstes Problem: DRM. Und DRM macht nun auch die meisten Probleme für die wenigen Kunden, die dort Filme gekauft…

  • Markus Beckedahl

Die Filmplattform in2movies ist knapp ein Jahr nach dem Start tot. Ein schnelles Ende hatte ich beim Start schon prophezeit. Die Plattform war ziemlich an den Verbraucherbedürfnissen vorbei konzipiert gewesen und dazu kompliziert in der Handhabung. Grösstes Problem: DRM. Und DRM macht nun auch die meisten Probleme für die wenigen Kunden, die dort Filme gekauft haben. Zum Geschäftsmodell gehörte es, dass man Windows Media DRM-Files über eine extra Software herunterladen konnte. Man erwarb damit quasi die Nutzungsrechte für einen Film, was im realen Leben mit einer DVD vergleichbar wäre. Aber die im Laden gekaufte DVD funktioniert immer noch, wenn der Hersteller pleite ist.

Bei in2movies wird zwar verkündet, dass die WMV-Dateien weiterhin abspielbar bleiben, also auf höchstens drei angemeldeten Rechnern. Aber: Die Lizenzrecovery und ein Nachladen der Dateien funktionieren nach dem 11. Juni nicht mehr. Ein Virus oder Festplattencrash und die gekauften Medien sind weg. Schöne neue DRM-Welt.

Hier haben wir mehr Informationen zu Digitalen Rechtekontrollsystemen zusammengestellt.

Eine nette Aktionform gegen DRM hat Freeculture Harvard vergangene Woche durchgeführt: Ein „Zuneral“. Dabei wurden sowohl ein Zune- als auch ein iPod-Player feierlich als Grabstein in der Erde versenkt. Bilder gibts im Blog zu sehen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie