Datenschutz

Gläserne Schüler für Deutschland

Spiegel-Online berichtet über Pläne der Kultusministerkonferenz, Datenbanken mit gläsernen Schüler anzulegen:


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Die Kultusministerkonferenz (KMK) will zahlreiche persönliche Daten aller Schüler in Deutschland in einem bundesweiten Register erfassen. Jeder Schüler soll für seine gesamte Schullaufbahn eine persönliche Identitätsnummer (ID) bekommen. Gespeichert werden etwa Angaben zur Sprache der Familie und zu Schulproblemen, die Nummer sollen Schüler auch bei Schul- und Wohnortwechsel behalten.

Die personenbezogenen Daten sollen anonym in ein „nationales Bildungsregister“ einfließen und unter anderem Aufschluss über soziale und nationale Herkunft sowie Bildungserfolg geben. Gesammelt werden sollen die Daten möglichst schon vor der Einschulung eines Schülers bis in das spätere Studium hinein und auch an privaten und beruflichen Schulen. Darauf haben sich die Schul-Amtschefs der 16 Länderministerien verständigt. Bei der „Datengewinnungsstrategie“ gehe es um „Steuerungswissen“, um genügend Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen oder Längsschnittstudien über den Schulerfolg zu machen, heißt es zur Begründung.

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6 Kommentare
  1. …an dreistigkeit kaum noch zu überbieten. mitlerweile können „die“ mit vorschlägen an die öffentlichkeit gehen ohne dabei jegliches schamgefühl zu zeigen. da fehlen einem echt die worte bei sowas.

  2. eigentlich setzen sie es sogar schon um, zumindest in berlin. hier gibt es seit diesem schuljahr eine lernstandskontrolle für alle siebtklässler und die prüfung in der 10. zur erlangung der mittleren reife für alle verbindlich (auch am gym) – und alle daten von jedem schüler müssen über internet an das landesschulamt übermittelt werden. damit soll eben über eine schullaufbahn die entwicklung eines schülers verfolgt und verbessert werden können.
    das der schüler eben gläsern wird/ist, wird da oben übersehen. sind ja noch kinder, da kann man es machen, interessiert keinen weiter… arrrrgh

  3. „Bei der “Datengewinnungsstrategie” gehe es um “Steuerungswissen”, um genügend Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen oder Längsschnittstudien über den Schulerfolg zu machen, heißt es zur Begründung.“

    wozu benötigen die dann diese nummer?
    um zu wissen, wie gut ein schüler, eine klasse, eine schule ist, reicht es aus, den durchschnitt der noten auszurechnen. und was die sprache angeht… ich dachte immer, kinder müssten einen test bestehen, um schultauglich zu sein. diese tests sollten für alle kinder gelten, egal welcher ethnischen gruppe sie entspringen. wenn einer nicht nicht bis 3 zählen kann, ist er nicht reif für den unterricht, unabhängig von hautfarbe oder religion oder sozialem status. was ist so kompliziert an der bildung?

  4. Das wird ja immer schaudriger.

    Aber so kann man die Kinder wohl schon mal daran gewöhnen, in einer nationalen Kartei drinzustehen.Und wenn dann in einigen Jahren, diejenigen unter uns, welche noch nicht erfasst sind, das zeitliche gesegnet haben, gibts ne Datei mit allen Bürgern, die das nicht mal schlimm finden.

    Eine interessanter Ansatz, das ganze Anti-Terror-Kartei- und Vorratsdatensicherungs-Hickhack lautlos zu umgehen. Eine Frechheit sowas.

  5. Die sind wohl nicht mehr ganz sauber! – also das macht mich echt wütend. – Ich hab gleich mal alle Schüler und Studierenden die ich kenne auf den Artikel aufmerksam gemacht. Welche Wege gibt es das ganze mal an die Schulen zu bringen? – Also wenn ich Lehrer wäre würde ich wollen, dass meine Schüler das zumindest wissen. Welche Organisationen gibt es denn, die sich engagieren, dass soetwas mal richtig ins Bewusstsein der Leute dringt?

  6. Jetzt sollen schon die Schüler zu Nummern werden. Wir bilden also in Zukunft nur noch Nummern und keine Persönlichkeiten mehr aus. Wenn sich diese Nummern (ähm sorry, Schüler) später irgenwo bewerben müssen Sie natürlich ihre ID angeben und ein Computer überprüft ganz anonym (anhand der ID) die Leistungen desjenigen und schickt ihm gleich eine Absage oder eine Zusage. Nebenbei hat man auch ganz klare rationale Gründe für eine Absage und kein Problem mit dem Antidiskriminierungsgesetz.

    Ich habe den Eindruck, dass unsere Politiker den Datenschutz nur dann hochhalten, wenn sie selbst betroffen sein könnten. Wenn es aber um die Daten von Bürgern geht, wird unter dem Deckmantel der Terrorabwehr (fällt eigentlich auch der Datensammlungs-terror darunter?) der Datenschutz gern vernachlässigt.

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