Datenschutz

DisneyWorld nimmt Fingerabdrücke der Besucher

Und der Konzern gibt nicht einmal vernüftige Informationen heraus, was mit den Daten passiert. Grusel. Das gilt wohl erstmal nur für den Vergnügungspark in Florida, was in Paris passiert ist unklar. Da müssten wohl auch die französischen Datenschutzbehörden erstmal zustimmen. Mehr bei Boingboing und hier.

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6 Kommentare
  1. Kann ich auch bestätigen, habe es mehrfach schon machen müssen. Im letzten Jahr immer und dieses Jahr nur sporadisch. Nicht nur am Eingang von Disney World, sondern
    auch in den Universal Studios wenn man seine Wertsachen in den Schließfächern verstauen möchte ist ein Fingerabdrucksystem aktiv.

  2. Es ist extrem beängstigend zu beobachten, für welche Banalitäten (hey, es ist ein *Vergnügung*spark) sensibelste, persönliche Daten verlangt werden.
    Durch solche Szenarien wird der ganze Wahnsinn salongfähig, die Leute gewöhnen sich daran und über kurz oder lang muß dann für die nächste Tüte Gummibärchen eine DNS-Probe abgegeben werden, die aufs Punktekonto gutgeschrieben wird.
    Kritik an solchen Methoden vernehme ich so gut wie nie, dabei wäre konsequentes Verweigern eine schnelle Lösung solcher Auswüchse.

    Ein weiteres Beispiel ist das Silvana Schwimmbad in Schweinfurt, das letzten Sommer neu eröffnet wurde. Die Gelegenheit hat man genutzt, um tolle neue Technologien einzuführen, u. a. beim Eintrittskartensystem. So berichtete das dortige Tagblatt ebenfalls im Überschwang, daß nun auch in die Provinz die Moderne (man beachte das Denglisch, klingt viel besser und weniger bedrohlich) eingekehrt sei:

    Dauerkarten werden in der Regel mit einem Passfoto versehen. Zwingend ist die Abgabe eines Fingerprints. Dazu wird ein Finger über ein Lesegerät gezogen. Der Dauerkartenbesitzer geht künftig direkt an das Drehkreuz, wird dort durch Karte und Fingerprint identifiziert und gelangt ins Bad. Die Anweisungen am Bildschirm sind zu beachten.

    Der Artikel ist leider nicht frei zugänglich, trotzdem: http://www.mainpost.de/mainfranken/vzsw/art781,3199484.html
    Ein toller Schnappschuß eines Besuchers (oder wohl eher Mitarbeiters), wie er gerade mit der linken Hand die Karte einführt und den Zeigefinger der rechten Hand auf ein Lesegerät legt, gibts auch:
    http://www.mainpost.de/storage/pic/muell/vzsw/759630_RVPQN_0.jpg

    Ich möchte nochmal betonen, daß es hier um ein einfaches Freizeitbad geht, keine sicherheitsrelevante Einrichtung. Ich bezweifle stark, daß der ‚Missbrauch‘ von Dauerkarten durch andere Personen so groß ist, daß man mit biometrischen Mitteln und einem damit verbundenen datenschutzrechtlich bedenklichen System dagegenhalten müsste. Verhältnismäßigkeit ist mal wieder das Zauberwort.
    Doch scheint auch hier die Begeisterung für hippe Technologien alles zu überdecken – vor allem auch Fragen der Notwendigkeit und Nützlichkeit.
    Genauso gibt es auch einige Überwachungskameras im Bad, deren Aufnahmen sogar ins Netz gingen – bis, ähem, jemand sich nach monatelangem Ringen – da keinerlei Einsicht von Seiten der Betreiber, Stadtwerke, Aufsichtsrat, eigenem Datenschutzbeauftragten – bis zum Landesdatenschutzzentrum durchgekämpft hatte und diese nun wenigstens fürs Internet offline sind.
    Wie bei Disney gibt es keinerlei Informationen, was mit solchen Daten passiert, ja sogar, daß diese erhoben werden. Die Fingerabdruck-Geschichte (werden Besuche/Zeiten/Dauer geloggt, wer hat Zugang, etc.?) findet sich nirgends auf der Website des Bades genausowenig wie ein Hinweis auf die Videoüberwachung und das (inzwischen eingestellte) ‚Publizieren‘ dieser Bilder.

    Alles in allem ist der Trend hochgradig gefährlich. Nicht zuletzt damit zu tun hat die Verfügbarkeit solcher Systeme für ‚jederman‘. Gehäuft sehe ich in letzter Zeit Werbeanzeigen für Überwachungssysteme, Kameras, etc. – gerne auch mal in Discounter-Blättchen.
    Das führt schnell zu dem bereits erwähnten Gewöhnungseffekt, die ‚Bedrohung‘ verschwindet. Man kann es selbst kaufen und benutzen, dann kann es so schlimm ja nicht sein.

    So, blabla, wir wissen das ohnehin alles, daher war dieser Beitrag nach dem Motto: Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von mir.

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