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Dienstag, 24. Juli 2007

Pläne für zentralisierte Online-Zensur der GAPP

Aus der schier endlosen Abteilung von Nachrichten über Volksrepublik China vs. Pressefreiheit kommt diese Nachricht: GAPP To Unveil Online Publication Service Management Measure. Wie die China Tech News (leider unspezifisch) berichten:

GAPP would soon announce a management measure on online publications.
This move is meant to regulate the fast growing sector. Latest statistics from GAPP show that the total annual sales revenue of China’s online publications has exceeded RMB13 billion and it has created about RMB150 billion in additional value by driving up numbers in the related industries.

Also einmal mehr Marktregulierung auf chinesische Art. Die Zahlen sind eindrucksvoll, wie so vieles: 162 Millionen chinesische Internetnutzer (laut cnnic.net.cn), und gute 1.2 Millarden Euro Umsatz mit Online-Publikationen. Das darf wohl nicht in Wildwuchs ausarten.

Die GAPP (新闻出版总署) ist die General Administration of Press and Publication, laut der amerikanischen Kommission des Kongresses (cecc.gov) zuständig für die zentrale Zulassung und Kontrolle der Medien.

Keine News sind auch News, man muss also erst einmal abwarten. Bin mal gespannt wie das technisch umgesetzt wird, wenn jeder Online-Artikel zentral freigegeben werden muss.

Dienstag, 24. Oktober 2006

Blogger in China müssen sich registrieren?

Der Contentpolizei und Säuberungswelle nicht genug, jetzt müssen sich Blogger in China mit Realnamen registrieren, so der Stand der Diskussion. Damit sollen ungesunde und unwahre Informationen in Schach gehalten werden. Wie Gulli heute berichtet,

Online-Pseudonyme sollen im Land hinter der “chinesischen Firewall” nach wie vor möglich sein, die Blogger jedoch namentlich bekannt und registriert sein. Dieser Schritt sei “unvermeidlich”, sollte die “reguläre” Entwicklung der chinesischen Blogcommunity gewährleistet bleiben.

“Reguläre” Entwicklung heißt bei den Volkschinesen natürlich immer, dass sie reglementiert, kontrolliert und gelenkt wird, damit auch ein sonniges und grünes Internet herauskommt. Ob das “einig Bloggerland” seine Führungsposition hier halten kann? Dazu sagt Xinhua nichts, und auch aktuelle Zahlen werden nicht genannt. Die Internet Society of China /中国互联网协会 (ISC) betont auch, dass noch nichts entschieden ist. So berichtet die China Digital Times: Blog Real Name System Undecided. Daraus:

Related Chinese blog: “The Unreasonable Real-name System Will Destroy the Chinese Blog Website” from Fang Xingdong, which says,”It is still unclear whether the real-name system will apply to the actual blog, thus it is too early to comment. If violating the essence of blog, betraying the basic rules of the global Internet, and promoting the unreasonable real-name system, we will be certain about the direct consequence is to cause FUD (worries, uncertainty and doubt) effect to China’s national blog service, the greatest mistake ever made to the China Internet!

Once bloggers feel insecure to use Chinese bloggs, their first choices will be hundreds of thousands overseas websites. Because any website in the future will provide a major blog service. Unless China would completely close the Internet, there will be a trend for Chinese netizens to choose overseas blog service.”

FUD scheint die Strategie zu sein; Einschüchterungen eines der Mittel. Bleibt bisher noch, im Ausland zu bloggen, solange die Router sich veralbern lassen, und die üblichen anonymisierenden Werkzeuge zu verwenden. Mal sehen was da noch kommt.

Montag, 25. September 2006

Dave Farber und die Netzneutralität

Die Futurezone hat den US-Netzwerkarchitekten und Kommunikationsprofessor Dave Farber getroffen und ihn zu Netzneutralität befragt.

Was also die “Net Neutrality” angehe, so sei die Situation von AT&T mit jener der deutschen Telekom sehr gut vergleichbar, die ihr neues Glasfasernetz erklärtermaßen nicht für andere Service-Anbieter öffnen will. Dass in Europa immer wieder diskutiert werde, durch Abspaltung des “Services”-Bereichs von der Netzwerk-Infrastruktur bei Quasi-Monopolen mehr Chancengleichheit für alle Anbieter von Kommunikationsdiensten zu erreichen, “macht sehr viel Sinn” sagt Farber.

Das europäische Instrumentarium der EU-weiten Telekom-Regulationsbehörden sei an sich gut genug, dass so ein Unterfangen erfolgreich sein könnte. Und in den USA? “In den USA wird das nicht funktionieren”, sagt Farber. Dort sei es allenfalls sinnvoll, über die Gerichte einzugreifen, denn die Judikatur arbeite generell wesentlich effizienter als die Regulationsbehörde FCC.

Mittwoch, 9. August 2006

Nagenborg: Können Roboter und Menschen gut zusammen leben?

Im interdisziplinären Berliner Arbeitskreis Rechtswirklichkeit spricht am 4. September Michael Nagenborg über Roboter und Menschen: Regeln für eine gemeinsame Zukunft. Aus der Ankündigung:

Während Roboter heute meistens in Bereichen eingesetzt werden, in denen es nur selten zu einer Interaktion mit Menschen kommt, schickt sich die neue Generation von Robotern an, die Fabrikhallen zu verlassen. In einer nicht allzu fernen Zukunft sollen Roboter und andere autonome Agenten ihren Platz im Alltag der Menschen finden. Sei es als Serviceroboter, um z. B. alten und kranken Menschen zu helfen, um gemeinsam mit Menschen berufliche Aufgaben zu bewältigen, als Robotergefährte in der Freizeit zu dienen. Im Mittelpunkt des Vortrages werden die ethischen Fragen stehen, welche durch diese Vision aufgeworfen werden.

Ich denke bei sowas ja gleich an Japans erstes Computermuseum, Asimovs Robotergesetze derlei ethische Fragen, das Schadpotential von ubiquitious computing und die verpasste Chance, in Terminator 3 die Rahmenhandlung ordentlich zu entwickeln. Ich bin gespannt was von meiner Erwartung im Vortrag zu finden sein wird. Disclaimer: ich bin Mitglied im Arbeitskreis und beabsichtige mit diesem Artikel keinerlei, also überhaupt gar keine Einflussnahme.

Donnerstag, 13. Juli 2006

Training Manual for African Broadcast Regulators

Die Menschenrechtsorganisation Article19 (”Campaign for Free Expression”) hat ein Trainingshandbuch für afrikanische Regierungen und Bürokraten veröffentlicht, um diese über die Notwendigkeit einer Rundfunk- und TV-Regulation aufzuklären. In dem Handbuch wird beschrieben, weshalb und wie Rundfunk und Fernsehen reguliert werden können und wieso Lizenzierungen notwendig und wichtig sind.

 

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