Die mutmaßlich aus China kommende „Salt Typhoon“-Cyberattacke war womöglich größer als gedacht. Insgesamt soll Telekominfrastruktur in 80 Ländern angegriffen worden sein, zudem sollen Daten fast aller US-Amerikaner:innen abgeflossen sein.
Ticker
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Ticker vom 04.09.2025
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Knapp 800 Millionen Euro sollen europäischen Justizbehörden unter anderem bei der Digitalisierung helfen. Das schlägt die EU-Kommission in ihrem langfristigen EU-Haushaltsplan vor.
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Noch mehr "Einzelfälle": Polizisten aus Niedersachsen sollen in einer Chatgruppe rassistische, andere diskriminierende und rechtsextreme Inhalte geteilt haben. Nun wurden mehrere Handys und Speichermedien der Männer beschlagnahmt.
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Fast jede:r fünfte US-Amerikaner:in hat schon einmal eine romantische Beziehung mit einem Chatbot simuliert, so eine Studie. Das macht womöglich depressiv und einsam, fanden die Forscher*innen heraus.
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Das Unternehmen hinter Pornhub zahlt in einem Vergleich 5 Millionen US-Dollar an die US-Marktaufsichtsbehörde FTC, weil es in den vergangenen Jahren nicht genug gegen die Veröffentlichung von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen unternommen hat.
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Ein virales Video zeigt angeblich eine Demonstration für die AfD. Darin rufen Menschen: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Tatsächlich aber ist eine Anti-AfD-Demo zu sehen und die Tonspur gefälscht.
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Wiederholt hat Elon Musk an seinem KI-Chatbot Grok schrauben lassen, damit dieser angeblich „politisch neutrale“ Aussagen ausspuckt. Stattdessen hat sich der Bot aber immer weiter nach rechts verschoben, wie die New York Times akribisch nachzeichnet.
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Ticker vom 03.09.2025
Elon Musks Kurznachrichtendienst X soll das LGBTI-feindliche Klima in Polen verstärkt haben, wirft die Menschenrechtsorganisation Amnesty dem Unternehmen vor. Einmal mehr soll der Online-Dienst damit gegen den Digital Services Act verstoßen haben.
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Einfach so durchregieren geht nicht, hat erneut ein US-Berufungsgericht entschieden. Eine demokratische Kommissarin der US-Handelsbehörde FTC hatte gegen ihre Entlassung durch Donald Trump geklagt und sich dabei auf ganzer Linie durchgesetzt.
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Der deutsche Online-Shop Zalando ist eine "sehr große Online-Plattform“. Das hat das Gericht der Europäischen Union bestätigt. Damit gelten für den Anbieter strengere Auflagen nach dem Digital Services Act.
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Ein vorläufiges Fazit der neuen Alterskontrollen in Großbritannien zieht der Standard: "Die britische Altersverifikation verfehlt ihr Ziel – VPNs boomen, legale Anbieter verlieren". Für Österreich stelle sich die Frage, ob solche Maßnahmen überhaupt realistisch oder wünschenswert wären.
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In den USA wird Amazon von 288 Millionen Kund:innen verklagt, "eine der größten Sammelklagen in der Geschichte der USA", schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Es geht um Milliardensummen, weil der Online-Händler überhöhte Preise verlangt haben soll.
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Ein Arbeitgeber wollte eine schlechte Online-Bewertung nicht auf sich sitzen lassen und den Verfasser belangen. Das Bewertungsportal rückte aber nur eine E-Mail-Adresse heraus. Also wollte der Arbeitgeber Daten vom E-Mail-Provider. Das OLG München sagte hierzu: Nein, das geht zu weit.
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Der demokratische US-Präsident Joe Biden hatte Verträge mit dem Staatstrojaner-Hersteller Paragon beendet. Der rechtsradikale US-Präsident Donald Trump holt die Software zurück und gibt sie der Abschiebebehörde ICE.
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Ticker vom 02.09.2025
Kriminelle haben Nacktbilder und Sex-Aufnahmen einer Frau entwendet und veröffentlichen das Material. Mit der Organisation HateAid klagt die Betroffene gegen Google. Die Suchmaschine soll nicht nur gemeldete Inhalte entfernen, sondern auch alle "kerngleichen Bilder". Leider fordert HateAid auch Netz-Sperren – ein netzpolitisches No-Go.
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In Russland steht die Suche nach queeren Inhalten im Netz jetzt offiziell unter Geldstrafe. Das entsprechende Gesetz soll vermeintlich "extremistische" Inhalte regulieren. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert das scharf.
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Der Vorsitzende der US-Handelsbehörde FTC hat sich in einem Brief an die großen US-Tech-Unternehmen gewandt und sie dazu aufgefordert, sich nicht an das europäische Digitalgesetz DSA zu halten, wenn dadurch die Freiheit und Sicherheit von US-Amerikaner:innen gefährdet seien.
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Die Kommunalverwaltung der britischen Stadt Conventry hat einen Vertrag mit Palantir gemacht. Software der Big-Data-Analysefirma soll in der Kinder- und Jugendhilfe eingesetzt werden. Dagegen gibt es ethische Bedenken und Protest.
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Eine Digitalsteuer sei nicht nur überfällig, sondern sollte auch die durch Alphabet, Meta & Co. finanziell ausgehöhlte Medienlandschaft unterstützen. Das fordert die Denkfabrik Forum Information & Democracy und dekliniert in einem Arbeitspapier mögliche Ansätze durch.
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Um allzu neugierigen Augen aus dem Weg zu gehen, lässt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Signal-Nachrichten automatisch löschen, hat der ehemalige netzpolitik.org-Redakteur Alex Fanta recherchiert.
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Die europäische Demokratie und daraus folgende Regulierung dürfe nicht zur Disposition stehen, appelliert ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen an die EU-Kommission. Notfalls müsse die EU mit harten Bandagen kämpfen und sich gegen US-Zwangsmaßnahmen wehren.
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Ein etwas anderer Rückblick auf zehn Jahre "Wir schaffen das": Die Tagesschau widmet sich den Lügen und Verschwörungsmythen, die die Migrationsdebatte prägen. Von gefakten Fotos bis zur Zahnarzt-Falschbehauptung eines Friedrich Merz.
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Auf der britischen Insel tobt ein Kampf darum, ob Behörden Zugang zu verschlüsselten Inhalten von Apple-Nutzer:innen erhalten können. Einem Bericht der FT (€) zufolge übt die Regierung weiterhin Druck auf Apple aus, Hintertüren einzurichten.
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Das deutsche Start-up Arx Robotics bietet waffenfähige Roboterfahrzeuge für rund 200.000 Euro an. Aufträge gibt es von der Bundeswehr und dem Militär der Ukraine. Um EU-Regularien zu umgehen, wird das Kriegsgerät teils in der Ukraine entwickelt und getestet.