Wissensgesellschaft
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: Die Farbenlehre des Open Access
: Die Farbenlehre des Open Access Telepolis über „Die Farbenlehre des Open Access“:
Die Green Road (Self-Archiving) bezeichnet das Veröffentlichen von wissenschaftlichen Dokumenten (vor allem Artikel in wissenschaftlichen Journalen, sog. Postprints) oder deren Vorabversionen (Preprints) auf Repositories. Davon zu unterscheiden ist das Self-Posting genannte Veröffentlichen solcher Dokumente auf der eigenen Homepage. Self-Posting findet keine Anerkennung mehr, da weder Langzeitarchivierung, Erschließung noch systematisches Retrieval gewährleistet sind. Dokumente, die via Self-Archiving bereitgestellt werden, haben den Status einer zusätzlichen Zugänglichmachung. Der zuweilen verwandte Begriff der Zweitveröffentlichung ist umstritten, da unter Veröffentlichung eine formale Publikation in einem Verlag oder Journal verstanden wird. Repositories sind aber meist keine originären Publikationsangebote, so dass der Begriff der zusätzlichen Zugänglichmachung die Zweit-Verwertung exakter beschreibt. Dokumente, die auf einem Repository abgelegt werden, wurden in der Regel auch nicht mit dem Ziel der Speicherung auf diesem Repository erstellt, sondern meist als Teil einer Prüfungsleistung oder zur Veröffentlichung in einem Journal.
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: Neues von der WIPO
: Neues von der WIPO Heise: Keine WIPO-Verhandlungen zur Patentrecht-Harmonisierung
„Das Patentrecht kann nicht harmonisiert werden, wenn es nicht im Interesse der Mehrheit der (WIPO-)Mitglieder, besonders der Entwicklungsländer, geschieht“, sagte dagegen der brasilianische Regierungsvertreter. Er wies darauf hin, dass Studien zu den Folgen des Patentsystems für die wirtschaftliche Entwicklung zu durchaus gemischten Ergebnissen kämen. Der Forderung nach mehr Qualität bei Patentanmeldungen hielt er entgegen, für Regierungen in den Entwicklungsländern gehe es erst einmal um die „Lebensqualität“ ihrer Bürger. Die Entwicklungsländer wollen daher auch Wettbewerbsfragen und besondere Regeln für „traditionelles Wissen“ behandelt sehen. Weiter diskutieren wird die WIPO im kommenden Jahr denn auch die so genannte entwicklungspolitische Agenda der Organisation, in deren Rahmen die Entwicklungsländer einen eigenen Völkerrechtsvertrag für den Zugang zum Wissen fordern.
Electronic Frontier Foundation: Two Victories at WIPO!
The negotiations have been tough (we hear), but the 2007 WIPO General Assemblies have come to a close with two huge victories for the public interest. On the Broadcasting Treaty, while the GA agreed to convene a Diplomatic Conference in November/December 2007, we now have two welcome safeguards in place (document after the jump).
Heise: WIPO Broadcasting Treaty: Schutz vor Signalpiraterie
Die Vertragskonferenz zur Verbabschiedung neuer Schutzrechte für Rundfunkunternehmen, das sogenannte WIPO Broadcasting Treaty, soll erst im November 2007 statt finden. Das beschlossen die Vertreter internationaler Regierungen bei der Generalversammlung der World Intellectual Property Organisation (WIPO) gestern in Genf. Damit wichen die Regierungsvertreter vom Vorschlag des zuständigen Ständigen Ausschusses für Urheberrechte und verwandte Rechte (SCCR) ab, der das Abkommen bereits im August 2007 unter Dach und Fach bringen wollte.
iRights: WIPO-Rundfunk-Vertrag rückt näher
Eine diplomatische Konferenz soll im Sommer 2007 über der Entwurf eines WIPO-Vertrages über exklusive Rechte für Sendeunternehmen entscheiden. Das hat der Urheberrechtausschuss der WIPO Mitte September in Genf beschlossen. Eine breite Front aus Kritikern kämpft weiter gegen den Vertragsentwurf.
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: Informationsgesellschafts Trends in Afrika
: Informationsgesellschafts Trends in Afrika Die ITU hat vor kurzem den „Digital Opportunity Index (DOI)“ für das Jahr 2005 veröffentlicht. Gesondert geht man im ITU-Blog nochmal auf Afrika ein und hat dort diese anschauliche Grafik veröffentlicht:

From a telecommunication policy perspective, high-ranking countries illustrate the influence of liberalization and competition in promoting opportunity and infrastructure deployment. Most of the North African countries, as well as Senegal and South Africa, have opened their fixed and mobile markets to competition and are rapidly increasing high-speed network deployment. Competition is helping to reduce tariffs and introduce service packages that respond better to the needs of the population. In Algeria, for instance, the entry of a third wireless cellular provider triggered new strategies for prepaid services that had not previously been offered by the incumbents.
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: Copyright Jungle
: Copyright Jungle Lesenswert ist der Artikel „COPYRIGHT JUNGLE“ von Siva Vaidhyanathan. Es geht um Google, Copyright Wars und journalistische BErichterstattung darüber.
And so does our society. Copyright was designed, as the Constitution declares, to “promote the progress” of knowledge and creativity. In the last thirty years we have seen this brilliant system corrupted and captured by the very industries that the old laws fostered. Yet the complexity and nuanced nature of copyright battles make it hard for nonexperts to grasp what’s at stake.
So it’s up to journalists to push deeper into stories in which copyright plays a part. Then the real challenge begins: explaining this messy system in clear language to a curious but confused audience. -
: Economics of Open Access Publishing
: Economics of Open Access Publishing Bei OpenBusiness ist ein interessanter Text zu „Economics of Open Access Publishing“ veröffentlicht worden
This paper by Paul Peters, the Senior Publishing Developer of Hindawi Publishing Corporation, has been written for publication in the conference proceedings of Online Information 2006. Peters presents different open access publishing models and explains why so-called Big Deal journal subscription packages create a barrier to entry into the publishing market. He explains that these packages are a barrier because only large publishing firms can offer a package with many different journal titles. In contrast, Peters favours the Author-Pays- Model which provides, in his opinion, a sustainable open access publishing model.
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: Britische Nationalbibliothek warnt vor DRM
: Britische Nationalbibliothek warnt vor DRM Die britische Nationalbibliothek warnt vor den kulturellen Schäden durch den Einsatz von DRM: British Library calls for digital copyright action.
„Unless there is a serious updating of copyright law to recognise the changing technological environment, the law becomes an ass,“ Lynne Brindley, chief executive of the British Library, told ZDNet UK. Current digital rights management (DRM) technologies and licensing agreements can impose restrictions on copying content that go beyond the requirements of copyright law. This needs legal clarification, according to the British Library. „DRM is a technical device, but it’s being used in an all-embracing sense. It can’t be circumvented for disabled access or preservation, and the technology doesn’t expire [as traditional copyright does]. In effect it’s overriding exceptions to copyright law,“ said Brindley.
Neues gibts auch von der deutschen Nationalbibliothek. Mein ständiger Gastautor Mathias Schindler hatte am 11. September hier einen freundlichen Brief an die verantwortlichen Bundestagsabgeordneten geschrieben, die für das „Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG)“ verantwortlich sind. In dem Gesetz hat die Deutsche Nationalbibliothek den gesetzlichen Auftrag der Sammlung, Erschliessung, Verzeichnung und Archivierung von Netzpublikationen erhalten. Die Meldung schwappte dann irgendwann in Old Media rüber, wie z.B. in die Süddeutsche Zeitung: Jäger des virtuellen Schatzes.
Mathias hat aus dem Bundestag noch keine Antwort erhalten, dafür bekam Kristian Köhntopp eine Antwort auf eine Mail von der Deutschen Nationalbibliothek und hat sie gebloggt:
Zum Bereich der webspezifischen Publikationen zaehlt die Deutsche Nationalbibliothek z.B. auch die von Ihnen abzuliefernde Veroeffentlichung. Hier muss noch erhebliche Entwicklungsarbeit fuer die Archivierung und Verfuegbarmachung geleistet werden. Derzeit sind noch viele Fragen hinsichtlich Sammelumfang und Sammeltechnik unbeantwortet. In solchen Faellen werden die betreffenden Publikationen von der Deutschen Nationalbibliothek vorgemerkt und erst dann angefordert, wenn der Stand der Technik dies zulaesst. In der Zwischenzeit wird die Deutsche Nationalbibliothek keine Ordnungswidrigkeitsverfahren anstrengen.
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: World Information Society Report 2006
: World Information Society Report 2006 Die International Telecommunication Union (ITU) hat einen „World Information Society Report 2006“ veröffentlicht.
ITU is proud to announce the launch of the World Information Society Reports series, in collaboration with its partners UNCTAD and the Korea Agency for Digital Opportunity.
“The World Information Society Report” is the first edition in a series of reports that will monitor the development of the Information Society worldwide. In particular, this new series will chart progress towards the implementation of the outcomes of the World Summit on the Information Society (WSIS) and WSIS targets. This report has been prepared in response to the World Summit on the Information Society, held in Geneva in 2003 and Tunis in 2005.
Hier gibts das 12 MB grosse PDF mit 118 Seiten.
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: The Wealth of Networks: Interview mit Yochai Benkler, Teil 1
: The Wealth of Networks: Interview mit Yochai Benkler, Teil 1 Yochai Benkler ist Jura-Professor an der Yale University und war einer der Keynote-Speaker auf dem Wizards of OS 4‑Kongress. Benkler ist im Moment einer der angesagtesten Analysten der Peer-Produktion: Sein Buch „The Wealth of Networks” wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und hat bislang einiges an Aufsehen erregt. Im folgenden Interview, das eine Teilniederschrift des Netzpolitik-Podcasts mit Yochai Benkler ist, nimmt er unter anderem die Peer-Produktion in einer vernetzten Ökonomie und Gesellschaft zum Gegenstand. Außerdem wird darin Freie Software als erstes erfolgreiches Beispiel für neue kollaborative Produktionsprozesse erklärt, wie und ob dies auf die Produktion von kulturellen Güter übertragen werden kann.
Netzpolitik: Was bedeutet genau „Der Reichtum der Netzwerke“ („The Wealth of Networks“)?
Yochai Benkler: Wir erfahren durch die digitalen Netzwerke eine Dezentralisierung der grundlegenden Fähigkeiten des Produzierens und Austauschens von Informationen, Wissen und Kultur. Als Resultat haben wir Innovation und ökonomische Produktion der am weitesten fortgeschrittenen Art. Darunter fällt zum Beispiel die Entwicklung einer ausgearbeitetsten Software, die in völlig neuen Modellen gebaut wird: dezentralisiert und ziemlich abhängig von sozialer Motivation und sozialen Strukturen, anstatt von Märkten, Firmen oder Regierungen abhängig zu sein. Zu diesen wirtschaftlichen Auswirkungen sehen wir, die wir in komplexen modernen Ökonomien leben, dass wir uns alle verschiedentlich innerhalb eines Kontextes der Massenmedien weiter entwickelt haben. Zum ersten Mal sehen wir nun was mit der Demokratie passiert, wenn Leute und Gruppen in verschiedenen Größenordnungen selbst entscheiden, was für sie wichtige Nachrichten sind und was sie abdecken oder berichten und kommunizieren. Auf einem größeren Level können Leute aktiv partizipieren und Kultur produzieren und ihre Geschichten als Text, Video oder Radiosendung vermitteln – im Gegensatz zu einer relativ kleinen Anzahl von Kulturschaffenden, die industriell hochwertig produzieren.
Netzpolitik: Und wie behandelt das Ihr Buch?
Yochai Benkler: Mit dem „Reichtum der Netzwerke“ meine ich, dass ein Set von technologischen Konditionen Individuen und Gruppen zu einer größeren praktischen Kapazität und Autorität verholfen hat. Und das alles in einer Informationsumgebung, die wir als ökonomische Aktoren und noch wichtiger, als politische und soziale Wesen einnehmen. Ich habe mein Buch unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, um mit dem Grad, bis zu dem sich die akademische Presse von der traditionellen Presse zu einer genuinen Plattform für Konversation und Ausbildung wandeln kann, zu experimentieren. Es ist nicht nur als einfacher Download erhältlich, sondern in einem Wiki, damit Leser Anmerkungen machen können, Kommentare abgeben oder die Untersuchungen auf den neusten Stand bringen.
Netzpolitik: Wie beurteilen Sie die Free Software innerhalb der digitalen Revolution?
Yochai Benkler: Freie Software hat auf einer größeren Ebene das erste beobachtbare wie effektive Beispiel für das Phänomen der Peer-Produktion geliefert. Wenn jemand im Jahr 2001 gefragt hätte: ‚Was würde passieren, wenn man im Internet tausend kleine Artikel-Teile hochlädt und jedem zur Verfügung stellt, ohne dass er sich einloggen müsste oder angeben, wieso er das tut?‚ Fünf Jahre später haben wir mit Wikipedia eine Enzyklopädie, die vielleicht nicht die beste ist, aber eine plausible Konkurrenz zur Encyclopaedia Britannica darstellt. Die kommerziellen Anbieter hätten dich damals für verrückt gehalten.
Durch ihre Traditionen bei der Software-Entwicklung von vor den 80ern und wegen ihrer messbaren Produktivität hat die Freie Software ein überaus starke Existenzberechtigung bewiesen. Außerdem hat sie gleich ein Idiom oder eine Metapher geliefert, damit die Leute das ganze Phänomen verstehen können, das sich so sehr von der industriellen, kapitalistischen Produktionsweise unterscheidet. Gleichzeitig unterscheidet es sich aber auch ganz und gar vom Kommunismus. Denn dieser ist, ebenso wie der industrielle Kapitalismus, ein Produkt der industriellen Ökonomie. In der Informationsökonomie der Netzwerke sind die Produktionsmittel jedoch nicht eine große Firma, die der Partei gehört, sondern der Computer, das Videotelefon oder eine Kamera, die jedem gehört. Dann spricht man nicht von einer Form des Kollektivismus, sondern von einer Form der individuellen Freiheit. Es gibt nämlich eine neue Form der Ausdifferenzierung, auf verschiedene Arten Information zu schaffen und auszutauschen. Das charakterisiert die Informationsökonomie der Netzwerke. Für diese neue Umgebung ist sie die zentrale Nutzerschnittstelle zwischen Markt und Nicht-Markt, zwischen Individuum und Kollaborative.
Netzpolitik: Kann man die Entwicklung Freier Software mit der Schaffung von Kulturgütern vergleichen?
Yochai Benkler: Verschiedene kulturelle Formen haben verschiedene Charakteristiken. Mehr oder weniger werden sie bestimmten Strukturen unterworfen, um sie für Leute in ihrer Freizeit fassbar zu machen. Und das ohne Bezahlung. Bei Musik zum Beispiel macht es die Kohärenz eines Stückes ziemlich schwierig, dass es von einer großen Gruppe produziert werden kann, wo jeder einen kleinen Beitrag zuliefert. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wie Künstler von ihrer Kunst leben können. Ich denke auch, dass wir weniger das Auftauchen einer neuen Starkultur erleben werden. Bei Filmen sieht es anders aus: Man sollte Film nicht als Hollywood-Blockbuster, sondern als visuelle, stimulierende kulturelle Narrative verstehen. Dann sehen wir das schon bei den Massive Multiplayer Online Games, die eine Plattform werden, indem sie genau das tun. Bei YouTube ist am Ende das Output nicht eine kohärente, hochqualitative Hollywood-Narrative, sondern ein Pastiche. Die kulturellen Formen werden sich ändern müssen. Aber haben wir die Bücher für das Fernsehen aufgegeben, oder Zeitungen für das Radio?
Coming soon: Im zweiten Teil des Interviews nächste Woche erklärt Yochai Benkler, was vernetzte kollaborative Prozesse für politische Prozesse und Teilhabe bedeuten können.
Hier gibt es das ganze Interview als MP3 in englischer Sprache.
Peter Bihr hatte auch noch die Gelegenheit, Yochai Benkler morgens früh zu interviewen und hat das Interview in kleinen Teilen auf Youtube gepackt: 1, 2, 3, 4
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: Interview mit Hal R. Varian
: Interview mit Hal R. Varian Golem hat auf der Wizards of OS 4 ein Interview mit Professor PhD Hal R. Varian gemacht, der Ökonom an der Universität Berkely ist und im Bereich Informationsökonomie als einer der bekanntesten Köpfe weltweit zählt. Ich war von seiner Keynote auf der WOS4 eher enttäuscht und hatte mir mehr erwartet. Er hat mal vor zehn Jahren das Buch „Information rules“ geschrieben, was wohl ein Bestseller war. Im Rahmen seiner Keynote stellte er dann eigentlich nur sich vor und wie toll er einige Sachen vor zehn Jahren vorhergesehen hat. Und was er eigentlich vorgesehen hätte, aber irgendwie doch nicht in das Buch geschrieben hat. Naja. Da hatte ich mir doch eher etwas Ausblick in die Zukunft versprochen, als einen Blick zurück auf zehn Jahre Internetentwicklung samt Unmengen Eigenlob. Aber in dem Interview bei Golem gibt es mehr Aussagen von ihm und es ist interessanter als seine Keynote war: Interview: Das Urheberrechtssystem ist skandalös ineffizient.
Golem.de: Betrachten wir einen anderen Aspekt des Urheberrechts: Tauschbörsen und Filesharing. Die Inhalte-Industrie auf der einen Seite spricht in diesem Zusammenhang von Piraten, die Musik stehlen, während Tauschbörsen-Nutzer oft argumentieren, es werde niemandem etwas weggenommen, die Werke, die sie sich per Filesharing beschaffen, hätten sie ohnehin nicht gekauft. Gibt es aus ökonomischer Sicht einen Unterschied zwischen geistigem und physischem Eigentum?
Varian: Nun, geistiges Eigentum ist immer ein Kompromiss, denn wie Sie richtig anmerken: Einmal erstellt sind die direkten ökonomischen Kosten der Reproduktion praktisch null. Manche Werken bedürfen aber einiger Anreize, damit sie überhaupt entstehen. Wie man aber weiß, erhalten die eigentlichen Urheber oft nicht sehr viel für die Schaffung ihrer Werke, ihre Motivation hat nicht primär etwas mit ökonomischen Anreizen zu tun. Aber ein großer Teil der Infrastruktur, also derer, die Urhebern die Tür zu den Märkten öffnen, wollen in der Regel finanziell vergütet werden. Meiner Meinung nach bedarf es daher geistiger Eigentumsrechte, nur das aktuelle System ist zu extrem in dieser Hinsicht. Schaut man in die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, findet man in Bezug auf geistiges Eigentum dort die Formulierung „für eine begrenzte Zeit“. Die Frage ist nun, was ist mit einer „begrenzten Zeit“ in diesem Zusammenhang gemeint? Ich denke, die Antwort ist ganz einfach: 14 Jahre. Dies war damals die vorgesehene urheberrechtliche Schutzfrist. Ich glaube nicht, dass damit 95, 75 oder auch 28 Jahre gemeint sind.
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: WOS4-Recordings
: WOS4-Recordings -
: Netzpolitik-Podcast mit Georg Greve von der FSFE
: Netzpolitik-Podcast mit Georg Greve von der FSFE
Ein weiteres Interview habe ich auf der WOS4 mit Georg Greve, dem Präsidenten der Free Software Foundation Europe gemacht. (Wikipedia | Sein Blog „Freedom Bits“). In dem Interview geht es um Freie Software, warum Software eine (junge) Kulturtechnik ist, wie man sich für Freie Software politisch und gesellschaftlich einsetzen kann, und vieles mehr.Hier ist das Interview als MP3 (25 MB / 26 Minuten), eine befreite OGG-Version wird es auch noch geben.
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: Wos4 – Medienspiegel
: Wos4 – Medienspiegel Hier ist mal ein kleiner Medienüberblick über die Wizards of OS 4.
Viele Bilder finden sich bei Flickr mit dem Tag „WOS4“.
Eine Blog-Übersicht findet man bei Technoratig und bei Google Blogsearch.
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: Frei zum Download: Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität
: Frei zum Download: Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität Die deutsche Übersetzung des letzten Werkes von Lawrence Lessig („Free Culture“), „Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität“, ist jetzt vom Münchener Verlag OpenSourcePress unter eine Creative Commons Lizenz gestellt worden. Dies ermöglicht jetzt bequeme Zitate, ohne aus dem Buch abschreiben zu müssen. Allerdings empfehle ich trotzdem den Kauf des Buches – es lohnt sich.
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: Heute Nacht im ZDF: Big Google
: Heute Nacht im ZDF: Big Google Heute Nacht gibts im ZDF-nachtstudio eine kulturelle Gesprächsrunde mit Volker Panzer zum Thema: Big Google – die geheime Macht der Suchmaschinen
Google ist in Deutschland sicherlich die bekannteste Suchmaschine. Jeder, der ein Mal „gegoogelt“ hat, wird es bei der nächsten Suche wieder tun. Aber was für Spuren hinterlassen wir dabei im World Wide Web? Und wem nutzen diese Daten wenn überhaupt?
Gäste:
Stefan Keuchel
Sybille Krämer
Kathrin Passig
Wolfgang Sander-Beuermann
Hendrik SpeckDie Sendung läuft um 0:50 Uhr. Kann die vielleicht jemand mitschneiden?
[via]
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: Netzpolitik-Podcast mit Rishab Aiyer Ghosh
: Netzpolitik-Podcast mit Rishab Aiyer Ghosh Hier ist ein weiteres Interview von der Wizards of OS 4, diesmal mit Rishab Aiyer Ghosh von der United Nations University in Maastricht. Dort forscht er im Rahmen des FLOSS-Projects über Freier Software und hat in diesem Rahmen mehrere grössere Studien durchgeführt. Rishab treffe ich öfters auf Veranstaltungen und das Interview hatte ich schon länger geplant. Insofern bin ich froh, dass es endlich geklappt hat und daraus ein ca. 40 Minuten langes Gespräch (MP3) geworden ist.
In dem Interview geht es um die Auswirkungen und Chancen von Freier Software auf Entwicklung, Politik und Verwaltungen, die Motivation von Entwicklern, über die Access to Knowledge-Bewegung, Open Access Journals und die „Cooking Pots“. Letzteres hat er genauer in seiner WOS4-Keynote vorgestellt.
Später gibt es noch ein befreites Ogg.
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: Libération: Geistiges Eigentum ist „Fehler des Kapitalismus“
: Libération: Geistiges Eigentum ist „Fehler des Kapitalismus“ Abteilung News von gestern, aber immer aktuell: diesmal aus der Libération: „Le libre accès au savoir tient du bien public mondial“.
In seinem neuen Buch „Making Globalization Work“, schreibt der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz über die Folgen der Globalisierung. Im Interview mit Christian Losson erklärt Stiglitz, warum geistige Urherberrechte „zu den schlimmsten Fehlern des Kapitalismus gehören. Weil es eine Frage von Leben und Tod ist, wie man das beispielsweise am Kampf gegen billige Generika sieht. Mensch oder Patent? Der ursprüngliche Fehler ist, dass man den Wirtschaftsministern und den multinationalen Konzernen 1994 die Ausformulierung der Vereinbarung um die Rechte auf geistiges Eigentum überlassen hat. Das geistige Eigentum ist zwar auf die Wirtschaft abgestimmt, aber nicht auf die Umwelt und auch nicht auf die Arbeitsbedingungen… Der freie Zugang zum Wissen – wie das die Erschaffer offener Strukturen wie Linux oder Mozilla erkannt haben – trägt bei zum öffentlichen Wohl! Er ist eine moralische Verpflichtung.“
Kennt jemand das Buch genauer?
[via]
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: Access to Knowledge in a Network Society
: Access to Knowledge in a Network Society Karsten Gerloff hat seine Masterthesis zum Thema „Access to Knowledge in a Network Society“ fertiggestellt und unter einer CC-Lizenz verfügbar gemacht. Herzlichen Glückwunsch (Jetzt möchte ich aber auch eine Offline-Version davon erhlaten).
Hier ist der Abstract:
As the network has become the dominant organising pattern of society, knowledge has taken centre stage in the economy. Having access to knowledge determines who can participate in this informational economy, and on what terms. But knowledge is different from physical goods: it is nonrival and non-exclusive. It is also the input of its own production process: Knowledge builds upon knowledge. A key player in the international system of the regulation of knowledge is the World Intellectual Property Organisation (WIPO). Its approach presently relies mainly on intellectual monopoly powers (often called „intellectual property“). Other models, such as commons-based peer production, are usually not considered.
After providing an overview over recent work in the field, this thesis examines how access to knowledge is regulated, and what conflicts are caused by this regulation. The debate on a development agenda for WIPO offers a vantage point from which to describe the tensions that exist in the international framework for the regulation of knowledge.
Looking at the first year of the WIPO debate, it becomes clear that there are two major lines of conflict. One is between developing and developed countries, which often have different understandings of the purpose of IMPs. As a consequence, they prefer different solutions to the problems at hand: while developed countries are looking to create a global system of regulation with uniformly strict standards for intellectual monopolies, developing countries require room for experimentation. The second line of conflict is between rightsholders and the users of knowledge. Rightsholders generally would like to tighten standards, while user groups highlight the importance of access.
Besides a reform of WIPO, experimentation is needed to find viable and sustainable strategies for governing knowledge. The project of a treaty on access to knowledge provides ideas and offers an opportunity for debate on the way ahead.
Hier gibts ein 600KB PDF und hier ein 400KB grosses Latex-File.