Economist
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: Die transatlantische „Mauer der Feindseligkeit“
: Die transatlantische „Mauer der Feindseligkeit“ Im Economist erschien heute ein lesenswertes Stück mit dem Titel „Not-so-private lives“, das sich mit den unterschiedlichen Sichtweisen der Kontinentaleuropäer und US-Amerikaner in Datenfragen und den Auswirkungen der Snowden-Skandale beidseits des Atlantik beschäftigt. Die aktuell strittigen Fragen um „Safe Harbour“, die Flugpassagierdaten, TTIP, die sog. „Crypto Wars“ und das Urteil des EuGH in Sachen Google-Suche werden kommentiert, aber auch der Anti-Amerikanismus in Deutschland und Österreich in der Nach-Snowden-Ära thematisiert.
Der Economist diagnostiziert eine „wall of hostility faced by America’s politicians and diplomats“ (Mauer der Feindseligkeit gegenüber amerikanischen Politikern und Diplomaten) und nimmt auch nicht an, dass dies in naher Zukunft besser wird:
Yet the transatlantic data divide will not close soon. Europeans are right to be wary of today’s unprecedented data-hoovering, particularly by internet giants: public policy has failed to keep up.
Eine schöne neue Wortschöpfung sind übrigens die „securocrats“, wofür vielleicht „Sekurokraten“ nur eine ganz lausige Übersetzung ist. Hat da wer eine bessere Idee?
Der Artikel ist auf den 4. April 2015 datiert, vermutlich ein Tippfehler. Vielleicht mache ich aber auch Zeitreisen.
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: Economist fragt: Internet-Aktivismus am Weg zu sozialer Bewegung?
: Economist fragt: Internet-Aktivismus am Weg zu sozialer Bewegung? Auf diesem Blog und an anderer Stelle waren bereits mehrfach Analogien zwischen Netzaktivismus und Umweltbewegung Thema. Einer der ersten, der diesbezügliche Parallelen gezogen hatte, war Mitte der 1990er Jahre Jamie Boyle. Er ist deshalb auch einer der Ansprechpartner in dem längeren Beitrag „Everything is Connected“ in der aktuellen Printausgabe des Economist, der im Übertitel von „The new politics of the internet“ spricht und im Untertitel fragt: „Can internet activism turn into a real political movement?“
Wie in der Umweltbewegung hätte heute auch jeder Bereich des Internets bereits seine eigene Interessensvertretung:
Today every corner of the digital universe has its own interest group: consumer groups defend online privacy; hackers reject far-reaching software patents; researchers push for open access to scientific journals online; defenders of transparency call on governments to open their data vaults—or take the opening into their own hands.
Parallelen zieht der Artikel nicht nur zwischen Grünen und Piraten sondern auch zwischen radikaleren Teilen der Umweltbewegung wie Earth First! oder der Earth Liberation Army und sogenannten „Hacker-Kollektiven“ wie Anonymous. Und die Gemeinsamkeiten sind augenfällig. So passt die Beschreibung der Earth Liberation Army in Wikipedia als „kollektive Bezeichnung für anonyme und autonome Individuen oder Gruppen“, die ökonomische Sabotage und Guerrilla-Methoden einsetzen eins-zu-eins auch auf Anonymous.
In seinen Schlussfolgerungen betont der Economist-Autor, dass sich der politische Erfolg des Internet-Aktivismus keineswegs notwendigerweise in Wahlergebnissen zeigen muss. Wieder dient die Umweltbewegung als Beispiel:
New parties are not the only way to political success. In most of the world the green movement’s victories came from applying pressure to established parties, and spurring the creation of new institutions—ministries of the environment, environmental protection agencies, international treaty organisations and the like.