CFAA

  • : Techdirt Podcast: Computer Fraud and Abuse Act
    Techdirt Podcast: Computer Fraud and Abuse Act

    Wir berichteten bereits über die Probleme mit dem Computer Fraud and Abuse Act (CFAA), beispielsweise in den Fällen von David Nosal oder Aaron Swartz. Im neuen Techdirt Podcast spricht Mike Masnick mit Dennis Yang und Hersh Reddy über den CFAA und wie ein besseres Gesetz gegen Hacking aussehen könnte.

    If you’re a Techdirt regular, you probably know that there are some serious problems with the Computer Fraud and Abuse Act. Drafted in 1986 with extremely broad language, the CFAA has grown into an easily abused law that lets prosecutors go after people for minor activities that don’t meet any reasonable definition of hacking or computer fraud. This week, we discuss the utter mess that our hacking laws have become, and look into ways they might be fixed.

    28. Oktober 2015
  • : Britischer Student kämpft gegen Auslieferung an die USA
    Britischer Student kämpft gegen Auslieferung an die USA

    Der britische Student Lauri Love soll unter dem US-amerikanischen Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) verurteilt werden, die USA fordern seine Auslieferung. Love soll von Oktober 2012 bis August 2013 die Seiten diverser Behörden wie der NASA, des Energieministeriums und des FBI infiltriert und geheime Daten daraus veröffentlicht haben. Gegenüber Bethany Horne von The Guardian sagten Love und seine Anwältin Karen Todner, dass sie, statt zu versuchen die Anschuldigungen gegen ihn zu entkräftigen, gegen die rechtlichen Formalitäten bezüglich der Auslieferung argumentieren werden.

    „First, there are jurisdiction and venue issues, which is covered by what’s called the ‚forum bar’. That is, investigations and prosecutions should occur in the country where offences are committed, especially if the requested person is not a citizen of the requesting country.“ Love has never set foot in the United States. He claims the US Department of Justice should not have charged him before the British National Crime Agency (NCA) because it is considered a breach of ‚etiquette’ for one country’s legal system to ’step on the toes’ of another’s.

    Das stärkste Argument gegen eine Auslieferung an die USA sei nach Todner die psychische Verfassung von Love. Er habe seit langem psychische Probleme, einen Aufenthalt in einem US-Gefängnis, weit weg von seiner Familie, könne er nicht verkraften. Michael Ratner, Anwalt am Center for Constitutional Rights in New York, weist auf die inhumanen Haftbedingungen von Barrett Brown und Jeremy Hammond hin, die ebenfalls unter dem CFAA verurteilt worden sind:

    I am afraid that if Lauri Love is extradited to the US, he will end up like Barrett Brown and Jeremy Hammond, who are serving time for Anonymous-related convictions and are being subjected to stays in solitary whenever they attempt to speak out against their conditions – punishments that are designed to break their spirits and institutionalize their personalities.

    14. Oktober 2015 10
  • : Journalist Matthew Keys für Beihilfe zu 40-minütigem Anonymous-Hack verurteilt
    CC-BY-NC 2.0 by <a href="https://www.flickr.com/photos/23913339@N02/8682576631/">Johnus</a>
    Journalist Matthew Keys für Beihilfe zu 40-minütigem Anonymous-Hack verurteilt

    Der Reuters-Journalist Matthew Keys ist am Mittwoch, den 7. Oktober, unter dem Computer Fraud & Abuse Act (CFAA) verurteilt worden. Die Jury in Sacramento sprach ihn in allen drei Anklagepunkten für schuldig: Verschwörung zur Schädigung eines geschützten Computersystems, Übertragung bösartigen Codes und versuchte Übertragung bösartigen Codes. Die Höchststrafe beträgt 25 Jahre, Keys stehen wohl etwa fünf Jahre bevor.

    Der Journalist soll 2010 in einem Anonymous-Chatroom die Zugangsdaten für die Webseite der Los Angeles Times veröffentlicht und dazu aufgerufen haben, dort Schaden anzurichten. Auf der Seite wurden daraufhin in einem Artikel Überschrift, Teaser und Autor ausgetauscht, nach 40 Minuten konnten die Seitenbetreiber den Schaden beheben – in diesen 40 Minuten soll jedoch ein Schaden von knapp einer Million Dollar entstanden sein. Gegenüber Sarah Jeong sagte Keys nach dem Verfahren:

    The government wanted to send a clear message that if you want to cover a group they don’t agree with, and you’re not complicit with them [the government], they will target you.

    Die Anschuldigungen gründen sich auf Aussagen des LulzSec-Hackers Sabu, der als Informant für das FBI tätig war. Keys hatte die Vorwürfe in einer Vernehmung durch die Polizei zugegeben, versuchte dies aber später zurückzunehmen da er zum Zeitpunkt der Vernehmung Antidepressiva genommen habe und daher nicht ‚bei Sinnen’ gewesen sei. 2014 entschied eine Richterin jedoch, dass die Medikamente keine Auswirkung auf Keys Urteilsvermögen hatten.

    Edward Snowden wies gestern auf die Unverhältnismäßigkeit der voraussichtlichen Strafe hin, Sarah Jeong schrieb dass die Anklage nicht einmal beweisen konnte, dass in den relevanten 40 Minuten überhaupt ein Leser die Änderungen gesehen hat. Der Fall Keys befeuert zudem die Kritik am Computer Fraud and Abuse Act, aufgrund dessen auch gegen Aaron Swartz ermittelt wurde. David Segal von Demand Progress hält eine Höchststrafe von einem Vierteljahrhundert für völlig unabgebracht:

    It’s idiomatic that the punishment is supposed to fit the crime, yet the Computer Fraud and Abuse Act’s penalty scheme remains divorced from the severities of the behaviors it’s been wielded against. Today’s conviction of Matthew Keys is yet more evidence that this needs to be fixed. With much bluster, the Department of Justice has pointed to the absurd statutory maximal penalty for somebody in Keys’s shoes: 25 years for enabling a harm that entailed changing the words on a website for all of an hour. So we are witness to yet another abuse of a law that’s used to police online behavior even though it was written in 1986 — years before the World Wide Web was invented.

    Das Urteil soll am 20. Januar 2016 verkündet werden, Keys Anwalt kündigte bereits an in Berufung gehen zu wollen.

    Update, 14. Oktober:

    Mike Masnick von Techdirt hat sich nochmal detaillierter mit dem behaupteten Schaden von mehr als 900.000 Dollar beschäftigt. Die Tribune Media Company, deren Tochtergesellschaft die betroffene Los Angeles Times ist, habe den Schaden anfangs mit nur 3.500 Dollar beziffert. Damit der CFAA angewendet werden kann, ist ein Schaden von mindestens 5.000 Dollar notwendig. Die finalen Summen variieren dann etwas – drei Mails kosten da auch mal 6.000 Dollar. Zudem wurden auch Punkte verrechnet, die nichts mit der vorgeworfenen Tat zu tun haben, etwa Mailverkehr mit Keys nachdem dieser nicht mehr für die Tribune Company arbeitete.

    Again, assuming Keys actually did all these things, it would make him something of an immature jerk. But it still seems like a huge stretch to turn that into nearly a million dollars in damages, directly due to a CFAA violation. Either way, it’s yet another reminder that when the DOJ decides it wants to take you down, it can find almost anything to use against you.

    9. Oktober 2015 7
  • : Aaron’s Law: Reform des Computer Fraud and Abuse Acts
    Aaron’s Law: Reform des Computer Fraud and Abuse Acts

    Der Netzaktivist Aaron Swartz hat sich Anfang des Jahres das Leben genommen. Seit 2011 wurde gegen ihn unter dem Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) mit dem Vorwurf ermittelt, Millionen öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Publikationen, die sich hinter einer JSTOR Paywall befanden, unrechtmäßig aus dem MIT-Netzwerk heruntergeladen zu haben. JSTOR verzichtete darauf, Anklage zu erheben, doch aufgrund des CFAA konnte die Staatsanwaltschaft den Fall weiter verfolgen. Swartz drohten bis zu 35 Jahre Haft und der finanzielle Ruin.

    David Nosal wurde Ende April in sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen, darunter Diebstahl von Betriebsgeheimnissen und Hacking – obwohl er sich nie selbst in einem Computer gehackt hat. Nosal hatte ehemalige Kollegen überredet, teilweise auch durch Zahlungen, ihm Informationen und Kundendaten aus der Datenbank des Unternehmens zu beschaffen, in dem er zuvor gearbeitet hatte. Obwohl es diese Mitarbeiter waren, die physisch auf die Datenbank zugriffen, wurde David Nosal angeklagt gegen den CFAA verstoßen zu haben. Das Urteil soll später in diesem Jahr verkündet werden.

    Der CFAA wurde 1984 verabschiedet, um es der Regierung zu erleichtern, Menschen die sich in Computer hacken um Daten zu stehlen oder die Funktionalität eines Computersystem stören oder zerstören, zu verurteilen.

    The act makes it a federal offense if one “knowingly and with intent to defraud, accesses a protected computer without authorization, or exceeds authorized access, and by means of such conduct furthers the intended fraud and obtains anything of value, unless the object of the fraud and the thing obtained consists only of the use of the computer and the value of such use is not more than $5,000 in any 1‑year period.” Prison penalties are up to 5 years per violation.

    21. Juni 2013 3
  • : David Nosal schuldig gesprochen unter „Computer Fraud and Abuse Act“
    David Nosal schuldig gesprochen unter „Computer Fraud and Abuse Act“

    David Nosal wurde gestern in sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen, darunter Diebstahl von Betriebsgeheimnissen und Hacking – obwohl er sich nie selbst in einem Computer gehackt hat. Das Urteil soll später in diesem Jahr verkündet werden. Nosal wollte ein Unternehmen gründen, das zu dem, bei dem er vorher gearbeitet hat, konkurriert. Er überredete ehemalige Kollegen, teilweise auch durch Zahlungen, dazu, ihm Informationen und Kundendaten aus der Datenbank zu beschaffen. Obwohl es diese Mitarbeiter waren, die physisch auf die Datenbank zugriffen, wurde David Nosal angeklagt gegen den Computer Fraud and Abuse Act CFAA verstoßen zu haben. Der CFAA wurde 1984 verabschiedet, um es der Regierung zu erleichtern, Menschen die sich in Computer hacken um Daten zu stehlen oder die Funktionalität eines Computersystem stören oder zerstören, zu verurteilen.

    The act makes it a federal offense if one “knowingly and with intent to defraud, accesses a protected computer without authorization, or exceeds authorized access, and by means of such conduct furthers the intended fraud and obtains anything of value, unless the object of the fraud and the thing obtained consists only of the use of the computer and the value of such use is not more than $5,000 in any 1‑year period.” Prison penalties are up to 5 years per violation.

    25. April 2013