Business Software Alliance

  • : BSA-Piraterie-Studie: Leerstelle freie Software
    BSA-Piraterie-Studie: Leerstelle freie Software

    Die Business Software Alliance (BSA) zählt zu den finanzstärksten und umtriebigsten Lobby-Verbänden im Urheberrechtsbereich. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist der Kampf gegen Softwarepiraterie. Auf der deutschen Homepage werden derzeit beispielsweise Mitarbeiter/innen mittels Video aufgefordert, das eigene Unternehmen wegen des Einsatzes illegaler Software unter einer gebührenfreien Nummer zu verpfeifen. (Dass das ein Kündigungsgrund sein kann, wird nicht dazugesagt.)

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    Notorisch sind auch die zahlreichen „Studien“, die von der BSA in Auftrag gegeben werden, um vermeintliche volkswirtschaftliche Schäden von Softwarepiraterie zu belegen. In der deutschen Presseerklärung zur jüngsten Studie „Competitive Advantage: The Economic Impact of Properly Licensed Software“ heißt es beispielsweise: Die „Deutsche Volkswirtschaft profitiert viermal mehr von lizenzierter Software als von Raubkopieren“ weil „[f]ür jeden Euro, der in korrekt lizenzierte Software investiert wird, die Wirtschaft in Deutschland um 55 Euro [wächst], verglichen mit 19 Euro für unlizenzierte Software.“ Für ärmere Länder werden noch höhere Zahlen kalkuliert, wonach die Investition von 1 Dollar in eine Microsoft-Lizenz zu 437 Dollar zusätzlichem BIP führen würde.

    Die gewählten Berechnungsmethoden sind jedoch, trotz Kooperation mit der renommierten INSEAD Business School, haarsträubend. Glynn Moody hat das in einem Blogeintrag detailliert herausgearbeitet und kommt zu dem Schluss (meine Übersetzung):

    29. Mai 2013 3
  • : Globale Piraterie-Studie: Zahlen und Schlussfolgerungen der Software-Industrie leider nicht ernst zu nehmen
    Globale Piraterie-Studie: Zahlen und Schlussfolgerungen der Software-Industrie leider nicht ernst zu nehmen

    Der Interessenverband Business Software Alliance hat eine neue Ausgabe seiner jährlichen globale Piraterie-Studie veröffentlicht. Die Ergebnisse sollen begründen, dass das Urheberrecht verschärft und strenger durchgesetzt werden muss. Doch die Methodik ist zweifelhaft und hält wissenschaftlichen Kriterien nicht stand.

    Seit 2003 gibt die Business Software Alliance (BSA), ein Lobby-Verband der Software-Anbieter, die Global Software Piracy Study heraus. Mit im Boot sind das „Marktforschungs- und Beratungsunternehmen“ International Data Corporation (IDC) sowie das Marktforschungsunternehmen Ipsos. Letzte Woche wurde die diesjährige Ausgabe veröffentlicht.

    Keine wissenschaftlichen Kriterien

    Dazu haben wir einige Rückfragen gestellt. Als erstes wollten wir natürlich die Studie selbst haben. Auf der Webseite ist zwar neben einer vier-seitigen Kurzversion auch ein Dokument verlinkt, dass sich Studie nennt. Das sind aber auch nur 20 Seiten, und wenn man Klappentext, Inhaltsverzeichnis, Executive Summary und Co. abzieht, bleiben nur sieben Seiten Inhalt übrig. Die globale Studie, die 182 Datentypen in 116 Staaten untersucht, kann das nicht sein. Leider hat man uns auf wiederholte Nachfragen keine weiteren Daten liefern können, lediglich einen Fragebogen haben wir erhalten.

    23. Mai 2012 20