Wie Mozilla in einem (kurzzeitig unerreichbaren) Blogeintrag bekannt gegeben hat, wird bereits ab Dezember 2014 die in ihrem Open-Source-Browser Firefox voreingestellte Suchmaschine nicht mehr Google sondern Yahoo sein. Diese Entscheidung ist für Mozilla deshalb von Bedeutung, weil der größte Anteil des Budgets der gemeinnützigen Mozilla Foundation (und damit auch der Mozilla Corporation) aus Zahlungen für diese Voreinstellung einer Suchmaschine resultieren. In Russland und China bleiben mit Yandex und Baidu die dort jeweils dominanten Suchmaschinen voreingestellt.
Bereits vor drei Jahren war der Entscheidung ein Bietergefecht zwischen Google und Microsofts Suchmaschine Bing vorausgegangen, bei dem letztlich Google den Zuschlag erhalten hatte.
Der Wechsel zu Yahoo ist nicht zuletzt deshalb brisant, weil Google mit seinem konkurrierenden Browser Chrome inzwischen höhere Marktanteile als Mozilla mit Firefox erzielt und seine Suchseite auch für Umstiegswerbung genutzt hat. Die Partnerschaft mit Yahoo kann deshalb auch zu einem aggressiveren Wettbewerb der beiden Open-Source-basierten Browser führen. Einen Vorgeschmack darauf liefert bereits der aktuelle Blogeintrag, wo es unter anderem heißt:
Under this partnership, Yahoo will also support Do Not Track (DNT) in Firefox.
Ein klarer Versuch, sich mittels stärkerer Zurückhaltung beim Datensammeln von Google Chrome abzuheben. Ganz allgemein zeigt sich, wie wichtig der erst durch Firefox überhaupt wiederbelebte Wettbewerb im Browsermarkt ist.
[Update, 20.11., 08:10 Uhr]
Wie mir gerade per Mail von Seiten von Mozilla mitgeteilt wurde, wird Europa und damit Deutschland von dieser Änderung nicht betroffen sein. Die Klarstellung von Seiten Mozillas im Wortlaut:
In most countries, including Germany, Firefox users will not see a change. In the US, Yahoo will become the default search, Baidu in China and Yandex in Russia.
