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Wahlcomputerpannen in Brandenburg

Nicht nur in Bayern und in Österreich wurde heute gewählt, sondern auch in den brandenburgischen Kommunen. Der CCC war mal wieder mit Wahlcomputerbeobachtern dabei. Frank Rieger hat sehr schön lakonisch begründet, warum die Leute da mitgemacht haben: Da ja in den ländlichen Gegenden die Nachrichten immer etwas länger brauchen, haben 10 Gemeinden noch nicht mitbekommen,…

  • Ralf Bendrath

Nicht nur in Bayern und in Österreich wurde heute gewählt, sondern auch in den brandenburgischen Kommunen. Der CCC war mal wieder mit Wahlcomputerbeobachtern dabei. Frank Rieger hat sehr schön lakonisch begründet, warum die Leute da mitgemacht haben:

Da ja in den ländlichen Gegenden die Nachrichten immer etwas länger brauchen, haben 10 Gemeinden noch nicht mitbekommen, daß Wahlcomputer mitlerweile out sind. Vielleicht die letzte Gelegenheit, sich NEDAPs nochmal in der freien Wildbahn anzusehen. Die Wahlbeobachtung läuft und dieses mal volle Kanne 2.0: kurze Updates gibt es auf Twitter und ausführlichere Berichte als Suppe .

Ein paar kurze Eindrücke aus den Berichten:

Die Siegel an der Elektronikeinheit sind die alten Papierfetzchen, angebracht 2004. Es gibt kein PTB-Siegel.

Der Klassiker: Waehler kurz vor der Stimmabgabe mit Blick auf die Bedieneinheit des Wahlcomputers: „Koennen Sie da sehen, was ich waehle?“

Seriennummernabweichung auf der Baugleichheitserklärung ist ein schwerer Wahlfehler.

Die beiden Schlüssel für den Wahlcomputer waren mind. einmal in der Hand nur einer Person.

Und so weiter.

Für die Wahl in Hessen Anfang des Jahres hat der CCC wegen diverser schwerer Mängel mit den Wahlcomputern vor ein paar Tagen eine Wahlprüfungsbeschwerde eingereicht. Als Lesetipp sei hier auch nochmal das Gutachten des CCC für das Bundesverfassungsgericht erwähnt.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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