Einen langen und sehr interessanten Artikel über kulturelle Zensur am Beispiel von Computerspielen und anderen Werken bietet Telepolis: „Warum mit den „Killerspielen“ auch Werte verteidigt werden.“
Die Debatte um so genannte „Killerspiele“ auf Computern und Spielkonsolen und die Forderungen nach einem Verbot jener haben zu verhärteten Fronten zwischen Spielegegnern in etablierten Medien, Politik und konservativen Forscherkreisen einerseits und Spielern und Unterhaltungsindustrie andererseits geführt. Dazwischen steht eine Gruppe von Normalbürgern wie auch gesellschaftlichen Entscheidungsträgern, welche in dem vermeintlich banalen Thema keinen Diskussionswert erkennen können und sich deshalb zu dem Thema eher ausweichend äußern. Doch die ethischen Fragen um die „Killerspiele“ und ihr Verbot gehen weiter, als es die reine Spielediskussion vermuten lässt, und auch weiter, als es mancher Spieler vermutet, der sich zunächst nur gegen die Wegnahme seines Lieblingsvergnügens wehrt. Geht es hier wirklich nur um ein perverses Freizeitvergnügen und die Frage, wie weit man es tolerieren oder ab wann man es verbieten sollte? Oder sind hier nicht doch elementare bürgerliche Werte in diesem Staat betroffen?