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Auf den PunktSie schreiben sich die Regeln selbst.

  • Markus Reuter

Liebe Leser:innen,

im Rahmen des AI Acts werden nun in der EU die Normen erarbeitet. Das Corporate Europe Observatory hat sich angeschaut, wie das abläuft und festgestellt, dass Unternehmen und Big Tech den Prozess und die Ergebnisse dominieren. Die Regeln des AI Acts werden über die Normierung ausgehöhlt, so die Feststellung der Recherche.

In Großbritannien will die Labour-Regierung unterdessen das Land zum KI-Weltmarktführer machen und spricht von „unbegrenzten Potentialen“. Auch hier wird die Industrie massiv eingebunden – entgegen der früheren Positionen der Labour-Partei, die in der Opposition noch auf eine starke Regulierung vor allem hochriskanter KI-Anwendungen gedrängt hatte.

Herzliche Grüße – ganz ohne künstliche Intelligenz

Markus

Unsere Artikel des Tages

StudieBig Tech schreibt sich die KI-Standards selbst

Ursprünglich war der AI Act dazu gedacht, die Grundrechte aller EU-Bürger:innen zu schützen. Nun wird er von Unternehmen ausgehöhlt, sagt die Forschungsgruppe Corporate Europe Observatory. Denn die Unternehmen bestimmen die Normen für KI-Systeme in Gremien massiv mit.

Britische Regierung„KI in die Venen der Nation“

Die britische Labour-Regierung plant einen drastischen Umbau des öffentlichen Sektors. Ein Aktionsplan soll sogenannte Künstliche Intelligenz priorisieren und die Insel zum KI-Weltmarktführer machen – mit tatkräftiger Einbindung der Industrie.

DegitalisierungAlles gleichzeitig

Digitalisierungslösungen im Gesundheitsbereich sind entscheidende Technologien für eine moderne Gesundheitsversorgung. Sie unterstützen Forschende, Krankheiten besser und schneller zu verstehen und zu behandeln. Gleichzeitig werden im Gesundheitsbereich die sensibelsten personenbezogenen Daten verarbeitet.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von LinkedIn vom 13. 01. 2025

Der bisherige Meta-Chef für Bürgerrechte, Roy Austin, nimmt seinen Hut. Der Schritt folgt auf die Ankündigung des Unternehmens, künftig mehr Hassrede und Desinformation auf seinen Diensten zuzulassen.

Ticker-News von epd vom 13. 01. 2025

Die neue EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen hat gegenüber Elon Musk angekündigt, seine Aktivitäten genau zu beobachten. Es geht um die Frage, ob bestimmte Inhalte auf X besondere Sichtbarkeit und Verbreitung bekommen.

Ticker-News von BBC vom 13. 01. 2025

Weil seine Festplatte mit Zugang zu Bitcoins angeblich versehentlich im Müll landete, versucht ein Brite seit Jahren die Erlaubnis zu bekommen, eine Müllhalde nach dem Datenspeicher zu durchsuchen. Er blitzte nun erneut ab.

Ticker-News von tagesschau vom 13. 01. 2025

Die NATO will Unterwasserkabel in der Ostsee besser schützen. Schweden beteiligt sich mit drei Kriegsschiffen und einem Überwachungsflugzeug an der Aktion. Zuletzt waren Kommunikations- und Stromleitungen beschädigt worden. Es besteht der Verdacht auf Sabotage.

Ticker-News von heise online vom 13. 01. 2025

Die mäßig populäre BundID soll künftig zur DeutschlandID werden. Bürger:innen sollen darüber dann zusätzlich mit Behörden kommunizieren können. Bislang lassen sich mit einem BundID-Nutzerkonto einige Verwaltungsvorgänge digital erledigen.

Ticker-News von The Guardian vom 13. 01. 2025

Aktivist:innen in Großbritannien haben den Kampf gegen sexualisierte Deepfakes in die eigenen Hände genommen. Sie unterstützen Betroffene und fordern die Regierung auf, bessere Schutzvorkehrungen gegen die gefälschten Bilder zu treffen.

Ticker-News von BBC vom 13. 01. 2025

Nicht nur Meta katzbuckelt vor dem gesellschaftlichen Rollback in den USA. Auch andere wie Amazon stellen sich vorauseilend auf die neuen politischen Verhältnisse ein. Die Onlinehandelsplattform hat angekündigt, etwa Diversitätsprogramme einzustellen.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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