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Russland: Sibirisches Lager wegen unlizenzierter Software auf Schulrechnern?

In Russland soll wohl gegen einen Lehrer wegen unlizenzierter Microsoft-Software auf Schulrechnern ein Exempel statuiert werden. Das kommt in die Welt-Öffentlichkeit, weil Michail Gorbatschow einen offenen Brief an Bill Gates deswegen geschrieben hat. Schweizer Fernsehen: Gorbatschow bittet Bill Gates um Gnade. «Einem Lehrer, der sein Leben der Erziehung von Kindern gewidmet hat und der ein…

  • Markus Beckedahl

In Russland soll wohl gegen einen Lehrer wegen unlizenzierter Microsoft-Software auf Schulrechnern ein Exempel statuiert werden. Das kommt in die Welt-Öffentlichkeit, weil Michail Gorbatschow einen offenen Brief an Bill Gates deswegen geschrieben hat.

Schweizer Fernsehen: Gorbatschow bittet Bill Gates um Gnade.

«Einem Lehrer, der sein Leben der Erziehung von Kindern gewidmet hat und der ein kleines Gehalt bekommt, das man noch nicht einmal mit dem Gehalt eines normalen Angestellten Ihrer Firma vergleichen kann, droht die Internierung in einem sibirischen Gefangenenlager», heisst es in dem Brief, der auf der Internetseite von Gorbatschows Stiftung veröffentlicht wurde.

BBC: Gorbachev wades into piracy row.

Microsoft accuses the teacher of knowingly using pirated Windows software in the school and causing the company losses put at 266,000 roubles ($10,000; £5,000). Mr Ponosov says he is innocent, that the software had been pre-installed and he did not know it was unlicensed when he obtained the computers. At his news conference on 1 February, President Putin said investigators should „go after the distributors, not the users“. „It’s ridiculous to just arrest a chap for using computers,“ he said.

FTD: Gorbatschow bittet um Gnade für Software-Klau

Ponossow ist der Leiter einer Schule, auf deren Computern der Anklage zufolge nicht lizenzierte Programme von Microsoft installiert waren. Im Fall des Schulleiters wurde ein Strafverfahren wegen Verletzung von Urheber-und Nachbarrechten eingeleitet. Der Schaden für Microsoft belaufe sich auf 266 000 Rubel, teilte díe Staatsanwaltschaft mit. Das sind knapp 8000 Euro. Der Schulleiter erkennt seine Schuld nicht an. Auf Antrag des Angeklagten wird das Gericht den Fall erneut verhandeln.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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