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Al-Dschasira wird zehn

Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira wird heute zehn Jahre alt. Aus diesem Grund hat der Deutschlandfunk den Medienwissenschaftler Oliver Hahn dazu befragt: „Nachrichtenrevolution in der arabischen Welt“. Oliver Hahn: Also als Al-Dschasira vor zehn Jahren eingeführt wurde, war das sozusagen eine Art Revolution, eine journalistische Revolution, eine Nachrichtenrevolution in der arabischen Welt, weil man bis dato…

  • Markus Beckedahl

Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira wird heute zehn Jahre alt. Aus diesem Grund hat der Deutschlandfunk den Medienwissenschaftler Oliver Hahn dazu befragt: „Nachrichtenrevolution in der arabischen Welt“.

Oliver Hahn: Also als Al-Dschasira vor zehn Jahren eingeführt wurde, war das sozusagen eine Art Revolution, eine journalistische Revolution, eine Nachrichtenrevolution in der arabischen Welt, weil man bis dato eigentlich nur Staatsfernsehen kannte. Staatsfernsehen zu 100 Prozent gelenkt von den jeweiligen Regierungen und Machthabern hatte den Zuschauern auch nicht mehr zu bieten als Protokollnachrichten, Verlautbarungsjournalismus, gleichsam welcher Emir hat welchem Scheich wann und wo die Hand geschüttelt, also kein Journalismus, kein Nachrichtenverständnis nach unserem westlichen Verständnis, und als Al-Dschasira eben vor zehn Jahren eingeführt wurde, wurden sozusagen westliche Nachrichtenstandards auch in der arabischen Welt eingeführt, denn die meisten Redakteurinnen und Redakteure der ersten Stunde von Al-Dschasira kamen ja von dem damaligen arabischen Fernsehdienst der BBC in London, waren also beruflich im Westen ausgebildet, sozialisiert, und sind dann sozusagen mit ihrem arabischen Background, mit ihrem arabischen kulturellen Hintergrund nach Doha in Qatar gegangen, um da den ersten relativ politisch unabhängigen Sender der arabischen Welt aufzubauen.

Das Interview gibt es auch als acht Minuten langes MP3.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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