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Twitters Antwort zu Zensurvorwürfen

Als ich mich wunderte, warum denn Wikileaks nicht Trending Topic bei Twitter ist, war ich nicht allein. Die Antwort, die ich heute von Twitter-Mitarbeiter Matt Graves erhielt, ging an 18 weitere Empfänger. Einige Blogposts zum Thema hatte ich verlinkt. Die offizielle Antwort auf meine Anfrage lautet: Thanks for your inquiry about Twitter and #wikileaks –…

  • Linus Neumann

Als ich mich wunderte, warum denn Wikileaks nicht Trending Topic bei Twitter ist, war ich nicht allein. Die Antwort, die ich heute von Twitter-Mitarbeiter Matt Graves erhielt, ging an 18 weitere Empfänger. Einige Blogposts zum Thema hatte ich verlinkt. Die offizielle Antwort auf meine Anfrage lautet:

Thanks for your inquiry about Twitter and #wikileaks – I’ve enclosed a statement below:

Twitter is not censoring #wikileaks, #cablegate or other related terms from the Trends list of trending topics.

Our Trends list is designed to help people discover the ‘most breaking’ breaking news from across the world, in real-time. The list is generated by an algorithm that identifies topics that are being talked about more right now than they were previously.

There’s a number of factors that may come into play when seemingly popular terms don’t make the Trends list. Sometimes topics that are popular don’t break into the Trends list because the current velocity of conversation (volume of Tweets at a given moment) isn’t greater than in previous hours and days. Sometimes topics that are genuinely popular simply aren’t widespread enough to make the list of top Trends. And, on occasion, topics just aren’t as popular as people believe.


matt graves
communications director | twitter
follow me: http://www.twitter.com/mgrooves
mgraves@twitter.com

Mehr dazu gibt es auch hier

Über die Autor:innen

  • Linus Neumann

    Dipl.-Psych. Linus Neumann war seit 2010 mehrere Jahre Mitglied der Netzpolitik-Redaktion und ist einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs. Zusammen mit Tim Pritlove macht er den wöchentlichen Podcast Logbuch:Netzpolitik. Er arbeitet in Berlin bei einem Unternehmen im Bereich der IT-Sicherheit. Ab und an twittert er ein bisschen Unsinn. Per E-Mail erreicht man ihn hier.


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14 Kommentare zu „Twitters Antwort zu Zensurvorwürfen“


  1. Also ich weiß ja nicht, was die anderen Anwesenden denken, aber von mir aus können die sich den „Algorythmus“ klemmen und einfach die Sachen anzeigen, über die geschrieben wird. Alles andere macht einfach keinen Sinn.


  2. zweifellos

    ,

    Es gibt jetzt eine offizielle Antwort, _das_ ist richtig.

    ;)


  3. Oh. Wir haben da einen Algorithmus. Der funktioniert so toll.

    Er bewertet eines der wichtigsten und am meisten erwähnten Themen, nicht als „relevant“ genug für die Trending Topics an. Genial.


  4. Sebastian

    ,

    Ich kann den Zynismus hier nicht verstehen – ich finde es zu 100% schlüssig was Twitter da macht und glaube ihnen.
    Würden die Trending Topics immer nur die meistdiskutierten Themen anzeigen, wäre da permanent nur iPhone und das Wetter drin. Es macht Sinn einen Algo zu haben, der auf neue Dinge spezialisiert ist.
    Natürlich weiß ich nicht, wie der Algo genau funktioniert und in wie weit er verbessert werden könnte, aber die Anschuldigungen an Twitter halte ich für überzogen.


  5. Soso, das soll also das Ergebnis von deren Algorithmus sein. Ganz einfacher Test, ob der Algorithmus so konzipiert ist, wie die Benutzer es erwarten würden: #wikileaks wird heiß diskutiert, folglich funktioniert der Algorithmus, wenn #wikileaks trending topic ist. Ist das nicht der Fall, dann ist der Algorithmus nicht der Richtige oder nicht richtig implementiert.

    Wenn da gerade alles so läuft wie gewollt, dann ist auch diese selektive Topic-Auswahl aka Zensur voll beabsichtigt. Twitter.com hat nicht die Definitions-Hoheit über den Begriff „Angesagtes Thema“, um ihn nach eigenem Ermessen umzudefinieren.


  6. @Mithos: Nein. Genauso funktioniert ein sinnvoller „trending topics“-Algorithmus eben nicht.

    Ob Twitter eingegriffen hat, werden wohl nicht erfahren, die Antwort ist in sich aber plausibel.


  7. […] assange will sich mit polizei treffen (n‑tv) maulwurf im vorgarten, schwelbrand im haus (faz) twitters antwort zu zensurvorwürfen (netzpolitik) haftbefehl gegen assange liegt bei scotland yard […]


  8. […] netzpolitik.org: “Als ich mich wunderte, warum denn Wikileaks nicht Trending Topic bei Twitter ist, war ich nic… […]


  9. Solange der Rankingalgorithmus nicht geleakt wird oder Open Source wird, kann man die „Erklärung“ in der Pfeife rauchen. Wer gerade dabei ist, bitte auch gleich den Google-Rankingalgorithmus veröffentlichen. Holen wir uns das Web zurück! Dazu gehören auch unzensierte, nachvollziehbare, Suchergebnisse.


  10. Gallseife

    ,

    > Dazu gehören auch unzensierte, nachvollziehbare, Suchergebnisse

    @zara: damit bringst Du mal die imho wichtigste „Forderung“ schön auf den Punkt. Wen juckt schon, was Konzerne, Banken und Regierungen sagen.

    Ach so ja, bislang noch fast alle. Ups, mein Fehler.


  11. Ja – ein schöner Telepolisartikel über Twitter und Suchalgorithmen:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33796/1.html


  12. Es gibt sowieso praktischere Möglichkeiten um über solche Themen informiert zu bleiben:

    http://www.netmoo.de

    Einfach „wikileaks“ eingeben, 2 Sekunden warten, et voila. Die Frage ist nur, wer das alles lesen soll ;)


  13. […] Twitter laut wurden, weil #Wikileaks wider Erwarten nicht in den Trending Topics war, wofür eine zumindest nachvollziehbare Erklärung gegeben wurde, dürfte die Debatte nun – zu Recht – wieder […]


  14. […] hier den Originalbeitrag weiterlesen: 15 – Twitters Antwort zu Zensurvorwürfen […]

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