Der Online-Bezahldienstleister PayPal hat damit begonnen, die Konten von VPN- und SmartDNS-Anbietern zu sperren. Bekannt wurde bisher der Fall des Anbieters UnoTelly, laut TorrentFreak ist es jedoch wahrscheinlich, dass andere Anbieter ebenfalls betroffen sind. PayPal begründet die Maßnahme mit angeblichen Urheberrechtsverletzungen, die durch das Umgehen von Ländersperren mit Hilfe von VPN- und SmartDNS-Diensten begangen werden.
Die Nutzungsbedingungen von PayPal schließen alle Kunden und Transaktionen aus, die mit Urheberrechtsverletzungen in Verbindung stehen. Der Dienstleister könnte also sämtliche VPN-Anbieter sperren, TorrentFreak geht jedoch davon aus, dass vor allem solche betroffen sein könnten, die ihre Angebote explizit als „Unblocking“-Möglichkeit anpreisen:
Under PayPal’s policy every VPN and SmartDNS service is at risk of losing its PayPal account. However, it seems likely that the company will mainly take action against companies that market themselves as an “unblocker” service.
Zahlungen an UnoTelly via PayPal sind nun nicht mehr möglich. Zudem muss der Anbieter alle Links, Logos und Funktionen PayPals von seiner Webseite entfernen.
Das Blockieren von ungeliebten Dienste-Anbietern ist nicht neu. Schon 2013 hatte PayPal Zahlungen an den VPN-Anbieter IPredator verweigert. Bei Paysafe und Mastercard gab es ähnliche Aktionen.
Mit VPN-Verbindungen und SmartDNS-Diensten kann beispielsweise das Geo-Blocking von Seiten wie Netflix, Hulu oder Youtube umgangen werden. Die Seitenanfragen der Nutzer gehen dabei nicht direkt an die jeweilige Seite, sondern über einen Server des VPN/SmartDNS-Dienstes, der die Anfrage mit einer neuen IP-Adresse versieht. Ist die neue IP-Adresse zum Beispiel eine US-amerikanische, kann der Nutzer damit auf das – in Deutschland gesperrte – US-Angebot von Netflix zugreifen.
VPN-Verbindungen und SmartDNS-Dienste können aber nicht nur dazu genutzt werden, Ländersperren zu umgehen und den eigenen Standort zu verschleiern, sie sind auch ein legitimes Mittel zur Anonymisierung und zum Schutz der Privatsphäre. Die Verbindung mit einem VPN-Server schützt beispielsweise vor neugierigen Providern oder dem eigenen Arbeitgeber. Beide können nur noch die verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server sehen, aber nicht mehr, welche Internetseiten tatsächlich besucht wurden.
