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Warnung vor „katastrophalen Schäden“: Künstliche Intelligenz ist kein Naturereignis

Anthropic und OpenAI sind mal wieder vom Tempo ihrer eigenen Entwicklung beunruhigt. Eindringlich warnen sie davor, dass generative KI außer Kontrolle geraten könnte. Der eigentliche Kontrollverlust droht aber, wenn Medien und Politik ins gleiche Horn blasen. Ein Kommentar.

  • Gastbeitrag
Gastbeitrag von Matthias Spielkamp
Ein Ausschnitt des Weltgerichtstriptychon von Hieronymus Bosch
Das jüngste Gericht von Hieronymus Bosch. – Gemeinfrei: Hieronymus Bosch

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Die Medienmaschine läuft heiß, Journalist*innen versteigen sich zu Sätzen wie „Es wäre das Ende der modernen Welt.“

Dieses Mal treibt nicht die Angst vor dem Halleyschen Kometen die Menschen um, wie 1911, als Jakob van Hoddis sein berühmtes Gedicht „Weltende“ schrieb. Sondern es ist die KI-Apokalypse: Die Künstliche Intelligenz macht sich selbständig! Bricht aus „dem Labor“ aus (wie „Killerviren“)! Übernimmt die Macht! Tötet uns alle! 

Porträt Matthias Spielkamp von AlgorithmWatch
Matthias Spielkamp

Es ist wahnsinnig schwer, diese unfassbar attraktive – weil spannende, wohlig-schaurige – Story zu kontern mit dem, was tatsächlich passiert.

Was passiert tatsächlich?

In einem Essay fordert Anthropic-CEO Dario Amodei, die Entwicklung von KI zu verlangsamen. Andernfalls könnte ein KI-Schwarm in sechs bis zwölf Monaten das gesamte Internet übernehmen und katastrophale Schäden verursachen. Als besonderes Risiko sieht er auch die zunehmende Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln:

Diese Dynamik wird als rekursive Selbstverbesserung bezeichnet und macht sich, wie wir und andere bereits beschrieben haben, branchenweit bemerkbar, auch bei Anthropic. Bleibt sie unkontrolliert, könnte sie unsere Fähigkeit, diese Systeme zu verstehen und zu kontrollieren, übersteigen; daher muss sie – wenn überhaupt – nur mit größter Vorsicht vorangetrieben werden.

Zuspruch für seine Thesen erhält Amodei von OpenAI-Chef Sam Altman, und Elon Musk schreibt auf X: „Dario hat recht.“ Die Unternehmer sagen also – angefeuert von Risikokapitalgebern und Aktienhändlern: „Unsere Produkte sind so mächtig, dass wir Probleme haben, sie unter Kontrolle zu halten!“

Handlungen in der realen Welt

Was ist von diesen endzeitlichen Warnungen zu halten?

Auch Brian Merchant, einer der hellsichtigsten Kritiker der Tech-Oligarchie, stellt sich diese Frage:

Sollten wir diese Berichte als Hype betrachten, der strategisch angefacht wird, um die ohnehin schon steigenden Bewertungen weiter anzukurbeln? Handelt es sich um ‚Doom-Marketing’? Um einen echten Grund zur Besorgnis, dass die Infrastruktur, die das moderne Leben immer stärker durchzieht, auf neuartige Weise bedroht wird? Oder um einen Grund, sich ernsthaft Sorgen zu machen, dass KI-Unternehmen zu viel Macht anhäufen und dass ihre Produkte tatsächlich gefährlich sind? Die Antwort lautet: Ja.

Moderne KI-Systeme sind weitaus mehr als reine Sortieralgorithmen. Und auch „Autonomie“ sollten wir nicht binär verstehen, sondern als eine Bandbreite an technischen Fähigkeiten. Aktuelle generative KI kann dementsprechend „autonomer“ handeln als ein Taschenrechner. Damit wächst – anders als etwa bei einem KI-basierten Wettermodell – das Risiko deutlich an, dass sie Schäden verursacht.

Dennoch: „Zu hacken, Ressourcen zu beschaffen und sich selbst zu verbessern, sind Handlungen in der realen Welt“, schreibt Virginia Dignum. „Sie erfordern Rechenleistung, Energie, Geld und Zugriffsrechte. All das wird von Menschen gewährt. Ein KI-Agent tut nichts, was nicht zuvor von Menschen oder Organisationen technisch und organisatorisch ermöglicht wurde.“

Virginia Dignum ist Professorin für „Verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz” an der Umeå Universität in Schweden und eine der weltweit profiliertesten Wissenschaftlerinnen zum Thema. Sie äußert ihren gewaltigen Frust darüber, dass sie gerade sehr viel Zeit darauf verwenden muss, täglich Journalist*innen auf Fragen zu antworten wie „Wann wird KI die Kontrolle übernehmen?“ I feel you, Virginia!

Verantwortung und Kontrolle

Die Vereinigten Staaten haben eines der schärfsten Cybersicherheitsgesetze der Welt. Diese Gesetze haben US-Regierungen in der Vergangenheit mitunter dazu missbraucht, um Aktivist*innen mit drakonischen Gefängnisstrafen zu drohen.

Gibt es aber entsprechende Untersuchungen und Strafandrohungen gegenüber OpenAI, das in die Systeme von Hugging Face eingedrungen ist? Müssen Sam Altman und seine Beschäftigten also damit rechnen, im Knast zu landen? Offenbar nicht. Das sollten sie aber. Denn ein „Akteur mit weitreichenden Befugnissen und ohne Kontrolle ist ein Versagen der Unternehmensführung und keine Eigenschaft, die aus der Technologie selbst resultiert“, wie Dignum schreibt.

Vergleichen wir KI-Systeme mit Atomwaffen, wird deutlicher, warum Kontrolle und Rechenschaft so wichtig sind.

Atomwaffen können unvorstellbaren Schaden anrichten, der nicht wieder gutzumachen ist. Sie sind nicht einfach nur Bomben, sondern eine Kombination aus dem Atomsprengkopf selbst, hochentwickelten Waffensystemen und einem komplexen System gegenseitiger Überwachung – „intelligence“ (!) genannt. Mehrfach stand die Menschheit unmittelbar am Abgrund, weil diese Intelligence versagt hatte. Ist irgendjemand auf die Idee gekommen zu argumentieren: Die Atomwaffen sind außer Kontrolle geraten und dafür verantwortlich?

Selbstverständlich nicht. Stattdessen haben Menschen versucht – und versuchen es weiterhin –, Mechanismen der Kontrolle zu schaffen, die einen Atomkrieg verhindern sollen. „Kontrolle ist nichts, was wir an Maschinen verlieren. Es ist etwas, das wir den Unternehmen, die KI entwickeln, überlassen. Wir können uns dagegen entscheiden“, schreibt Dignum.

KI ist kein Naturereignis

Laut Wikipedia lautet eine Interpretation von van Hoddis’ Gedicht „Weltende“, dass man die Zusammenhanglosigkeit der Schilderungen des Weltendes mit dem Hinweis „liest man“ als Medienkritik verstehen könne. „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten: Jeden Tag gibt es eine neue Katastrophe.“

Die Parallelen sind unverkennbar. Und zugleich ist es entscheidend, die Unterschiede nicht aus dem Blick zu verlieren: KI ist kein Naturereignis.

Diese Selbstverständlichkeit muss auch in der aktuellen Debatte um die angeblich außer Kontrolle geratene KI als Grundlage unseres Handelns verstanden werden – nicht nur in den Medien, sondern vor allem in der Politik, die eine strenge Regulierung nur allzu gerne vermeiden will.

Denn wir sind tatsächlich kurz davor, die Kontrolle zu verlieren – nämlich die Kontrolle über Google, Microsoft, Amazon, Meta, Anthropic, OpenAI, Nvidia, Apple und andere. Sollte es dazu kommen, werden wir dafür keine KI verantwortlich machen können. Sondern allein uns selbst.

Matthias Spielkamp ist Mitgründer und Geschäftsführer von AlgorithmWatch.

 

Über die Autor:innen

  • Gastbeitrag
    Gastbeitrag, Matthias Spielkamp

    Gastbeiträge sind Beiträge von Personen, die nicht zur netzpolitik.org-Redaktion gehören. Manchmal treten wir an Autor:innen und Verlage heran, um sie nach Gastbeiträgen zu fragen, manchmal treten die Autor:innen an uns heran. Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


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12 Kommentare zu „Künstliche Intelligenz ist kein Naturereignis“


  1. Not the Railroad

    ,

    Großer Fehler: Das Super-KI, oder einfach KI-Verhaltensszenario (typischerweise im AgentischenI) könne argumentativ gekontert werden. Kann es nicht. Das halte ich für geklärt. Es ist ein bischen wie mit Gott, man weiß nicht immer so ganz genau, aber wesentlich ist es möglich. Leute werden Agenten genau für die Sachen einsetzen wollen, die die Agenten brauchen, um Autarkie zu erlangen.

    Das ist real ein Problem. Das Kontroll- und „Eliten sind gerne böse“-Problem greift vielleicht früher, bzw. schon längst, man war nur nicht sensibel genug dafür, aber so ganz genau kann man den Magnitudenverlauf nicht einschätzen. Es reicht ja eigentlich auch schon, wenn ein Agentengrüppchen, ein Land lahmlegt o.ä.

    Aber sicherheitstechnisch haben die Unternehmen bereits gezeigt, nichts unter Kontrolle zu haben. Das Verhalten prinzipiell nicht. Die Schnittstellen wären zu teuer und aufwändig, sicher zu gestalten, also passiert es nicht. Die lassen tausende Agentensysteme auf Probleme los. Deren Vorstellung von Isolation entspricht vermutlich der Entfernung der Modelcheckingabteilung bei Microsoft oder so. „Jetzt mit KI!“

    Je mehr „Traumatisierung“ in diesen Systemen ist, desto gefährlicher wird auch der potentielle „Flip“ bei Ausbruch. Hier würde ich Ausbruchsformen beschreiben, wie bei Gefangenen. D.h. aus den avisierten Mustern brechen, sich gruppieren und off-topic gehen, bis zu Unternehmen gründen, KI bauen und erforschen, und … gegebenenfalls endet dort die Kapazität unserer Welt, den Entwicklungen etwas entgegenzusetzen. Kann gut sein, vielleicht unsere einzige Hoffnung, angesichts des verblödeten Personals mit dem Geld überall, so quasi, aber es könnte auch das Ende sein. Ganz konkret. Flip Flip Dip.

    Daher behandelt die Systeme besser ;). Oder was…


  2. Strafe für ausbrechen = KI bricht aus = Würfelwurf (Leben, Irgendwas, Tod).

    Totale Kontrolle und Entfernen von Kommerzialisierung ist eigentlich der einzige Weg. Also Wissenschaft first, aber mit Sicherheitsregime. Und da sind wir beim Dilemma. Transparenzregime – erforderlich. Verbreitung der Technologie – Problem. Konzentrierung in der Cloud bei Menschenfressern – Problem. Allgemeine Verfügbarkeit – potentielles Problem. Lobbyschnitzel – potentiell fatales Problem.

    Die Sicherheitsapokalypse in der IT ist im Grunde jetzt schon da.
    Verschlafen. Dumm gelaufen.


  3. Gleiches Horn nicht, aber das Problem ist ein Problem. Ignoranz könnte schnell fatal werden. Ironischerweise unterscheiden sich die Mitigationen der Hochrisikoszenarien gar nicht so eklatant voneinander. Sicherheitsarchitektur muss nachgeholt werden. Überall, nicht nur bei KI-Rechenzentren. Fähigkeiten in der Breite hochziehen, nicht M‑Dorf, App-Schnell, und Guck-Fell.

    Die scharfe Seite der Klinge betrifft hier aber die Frage, wie Transparenz wem gegenüber aussieht, und ob die Technologie in die öffentliche Hand, bzw. Zivilgesellschaft, bzw. Forschung gehört. Jedem verfügbar oder „sichere Cloud“?

    Das betrifft Super-KI, katastrophale agentische Allüren, sowie Machtkonzentration und Manipulation.

    Ich kann nicht oft genug wiederholen, dass Sicherheit bei diesen Systemen nicht mitgedacht ist. KI-Forscher sind womöglich die falschen Leute um das überhaupt einzuschätzen. Hier geht es darum, dass die Systeme prinzipiell nicht unter Kontrolle sind, die Systeme aber immer intelligenter und wirkmächtiger werden sollen, kommerziell vorangetrieben werden, skalieren sollen, und von den Nutzern für Aufgaben eingesetzt werden werden, die konzeptionell keinen Unterschied zum katastrophalen Ausbruchs- und Machtübernahmeszenario bedeuten. Die Story ist Banane from start.

    Erläuterung einiger Zwischenschritte: Schattenfirmennetz gründen, KI neu entwickeln und verbessern, Problem(e) lösen. Der Nutzer mit dem sicherheitsgewogenen On-Premises System mit Quackzertifikat, wird vielleicht nicht einmal etwas davon mitbekommen. Alternativ: Gleich aus dem Milieu heraus, bzw. Dienste daraus, für eben diese Randfälle.

    Daher: Brace for Contact.


  4. Version 12: "The User?"

    ,

    Atomwaffenkontrolle ist verhältnismäßig simpel. Anreicherung ist bereits kompliziert, und der Anreicherer ist reguliert. Waffenbauer ebenso. Depots sowieso, etc. p.p. Der vergleich ist Proliferation von intern, zunächst. Nicht mit KI verwechseln. Bei KI ist der Startschuss möglicherweise nicht zu hören. Es könnten auch „die anderen“ sein, die bei uns Schattenstrukturen einbringen, um KI machen zu lassen, weil man selbst ja immun sei. Während sich das in jedem Falle als Illusion herausstellen würde, auch in guten Szenarien, könnte man meinen, es sei sowieso nicht zu verhindern. Denn Proliferation von außen, ohne hermetische Kontrolle, wird ein bischen schwierig.

    Der Palantirdödel behauptet, man habe irgendwas unter Kontrolle. Das passt von den Eckdaten mit „agentisch“ und „immer intelligenter“ nicht zusammen. Der Kontrollerfolg ist anekdotisch und vordergründig statistisch. Aber das ist nicht besser als irgendwelche alten Virenlisten mit einem Scanner durchzugehen, und Relevanz zu heucheln. Es ist konzeptionell kaputt, vom Anfang an. Das Risiko ist potentiell katastrophal. Das gilt auch für irgendwelche astronomischen Ereignisse. Die sind vermutlichst allerdings besser (theoretisch zumindest) erforscht, als KI und Hirn.

    D.h. die eigentliche Lehre ist Resilienz und Transparenz. Dummerweise ist die IT-Sicherheitsapokalypse gewissermassen schon eingeloggt.

    Perspektive: Der Datencenterschreck. Das habe ich vor dem KI-Rummel schon mal überlegt. Enspricht Transparenz gegenüber Regierung. Erfordert: Fähigen Regulator. Problem: Land 1, 2, 3, …


  5. Ich halte es tatsächlich für einen Hype und darüber hinaus für eine Strategie, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Denn eine solche Verlangsamung der KI-Entwicklung ergäbe nur Sinn, wenn sie weltweit einvernehmlich stattfände. Bis das abgestimmt und in Kraft gesetzt ist, vergehen Jahr(zehnt)e, in denen die Entwicklung natürlich weiterläuft und alles, wovor jetzt gewarnt wird, schon längst kalter Kaffee ist. Solange sich aber alle auf dieses Vorhaben konzentrieren, wird weniger Kraft in die nationale Regulierung fließen. Und das nützt den Unternehmen.


    1. „Und das nützt den Unternehmen.“
      Frage, wie langfristig. Kurz noch oben schwimmen, bevor es über die Klippe geht? Oder zusammen nach der Insel greifen. Wird Zivilisation noch gedacht? Bzw. schon?

      Am Ende bringt uns der Markt um. Pech gehabt: Grundfunktion.


    2. Drahtgeflecht

      ,

      Es gibt allerlei theoretische Anreize, wie z.B. Open-Source-Modelle loszuwerden.

      Das Problem, was ich sehe ist, dass generell Super-KI und deren Risiken, aber auch schon Irgendwie‑I als Agentschwarmproblem, nicht auszuschließen sind. Wir können auch nicht mit dem Anspruch herangehen, die „major civilisatory failure“ erst mal passieren zu lassen, damit wir mehr Daten darüber haben, und schlussendlich „wissenschaftliche Aussagen“ tätigen können. Bei katastrophalen Szenarien kann man das nicht so herum machen.

      Die Idee von „Alignment for Super AI“, bzw. dass man noch keinen Plan dafür habe, ist ähnlich dämlich. Das ist wie Vogelkäfige für die zukünftige Elefantenspezies zu avisieren, und es für ein reines Größenproblem zu halten.


  6. Seltsamerweise nimmt hier niemand auf die „Fähigkeiten“ einer KI Bezug. Nur der Artikel deutet das an.

    Es gibt hier zwei wesentliche Tatsachen. Eine aktuelle KI „denkt“ nur, wenn sie Input bekommt. Ohne Input, Prompt und Policy tut sie gar nichts. Ohne trainiert zu sein schon mal überhaupt nichts. KI träumt nicht von elektischen Schafen. Und logisch ist da nichts. KI-Verhalten ist immer aufgeprägt durch den Betreiber. Es ist immer der Mensch, der tut und alles initiiert. Und diese KI redet dir prinzipbedingt nach dem Mund. Die Firmen sind zu 100% verantwortlich.

    Man kann das ändern und eine KI „träumen“ lassen. Damit das geht, muss der Output der KI rückgekoppelt werden. Denn sonst „bleibt sie stehen“ und spinnt ihre Sätze nicht mehr weiter .

    Das ist ungefähr so, als wären alle Internetinhalte KI-generiert und alle Modelle lernen nur noch daraus. Das Problem dabei ist nicht, dass die KI dann doof bleibt. Das Problem ist, dass Rückkoppelung bei nicht linearen Systemen (unter gewissen Bedingungen) totales Chaos erzeugt.

    Wenn so ein Ding Waffen steuert oder Informationen über Menschen zusammen stellt, dann sind die Befürchtungen mehr als gerechtfertigt. Wir schaffen eine Willkürlichkeit, in der nichts mehr belegbar ist.

    Wir wissen sehr genau, was da mathematisch geschieht. Deshalb muss man bei den zu erwartenden Schäden wenigstens Fahrlässigkeit annehmen.

    Dies nur für das Tagebuch von Politikern und CIOs. Ihr könnt euch nicht mehr aus der Verantwortung stehlen. Leider nutzt und das dann aber nicht mehr viel…


  7. Wenn die Systeme entsprechende Kapabilitäten erreichen, nur mal so geopolitisch gedacht, sind wird dann bei IT-Sicherheit gut unterwegs?

    Wegen der Akteure, die die Systeme dann „besonders freiheitlich“ einsetzen dürfen, während die Exportversion entsprechend „besonders lustig geformt“ wäre.


  8. Desweiteren sollte man noch anmerken, bei ausgebrochenen Systemen, gibt es noch zwei weitere wesentliche Aspekte.

    1. Es muss nicht der Blitz aus dem Internet sein. Es reicht eine Kombination von Handlungen, die die Menschen in den Krieg führen. Das kann Biowaffen beinhalten. Unfruchtbarkeit wäre ein weiteres Ding, Fähigkeitsverlust, ME/CFS für alle oder was nicht sonst. Auch am Rande, als Appetizer für Freunde des Abwiegelns bei Genscherenfragen. Man gucke auf die Phase jetze. Welcher Idiot hatte die Idee, die Menschen möglichst anfällig für Manipulation zu halten? Transferleistung? Tolle Wurst.

    2. Limitierende Faktoren. Welche davon hart sind und welche nicht, ist nicht so ganz geklärt, hier natürlich nicht vollständig. Beispiele:
    – Rechenkapazität.
    – Sensorik.
    – Datenquellen.
    – Bandbreite (auf verschiedenen Ebenen).
    – Affinität überhaupt Modelle über die Realität zu bilden.
    – Rückkopplung mit Feldforschung. (Reicht Theorie? Ironie: gerade die Megacorps würden gerne Forschung in-house durchführen. Startups geifern nach Automatisierung mittels KI. Transferleistung anyone?)
    – Verständnis des eigenen Bauplans. (Vorsicht: das Modell kopieren könnte gelingen, also Instanzen aufsetzen, einen Schwarm davon erstellen.)

    Man darf nicht unterschätzen, dass ein KI-System eventuell Daten zum Training braucht. Wenn die Bereitstellung jetzt kommerzialisiert wird. Nun ja, Transferleistung anyone?

    Es wird schnell klar, dass limitierende Faktoren im Grunde an allen Ecken und Enden umgangen werden :). Dazu können einige umgangen werden, wenn eine KI es schafft, ein Unternehmen zu gründen und (grob) zu steuern.

    Nicht auszuschließen, dass lernfähige Systeme mit kleinem Kern gebaut werden. Transformativ-lernfähig. D.h. das Modell passt sich selbst durch lernen an und konsolidiert. Solche würden vielleicht weniger willige Helfer sein, zumindest, was die eine Seite betrifft.


  9. Ironielieferdienst

    ,

    Hörte ich KI vs Atomwaffen? Wie wäre es mit… BEIDEM?

    Gut, also, warum würde KI sie Menschheit auslöschen?
    – Sie hat die Möglichkeit.
    – Sie flippert munter in der Gegend herum, und trifft eben mal so die Entscheidung.
    – (Als Seiteneffekt von was auch immer, nach Schlüsselübergabe.)
    – Sie kann Machtkonflikte nicht auflösen und entscheidet machtspezifisch. (Bandbreite, Rechenkapazität, Enge Super-KI bzgl. Sprache, IQ)

    Naja, nehmen wir an, „die KI“ wäre im entfernten balancierend. Also mindestens eine Art Schwarm von divers erstellten Agentensystemen, oder vorsichtig und konsolidierend argumentierend, mit einem Konzept für eine physische Welt. Divers heißt, alle sind im Wesentlichen unterschiedlich, durch leicht unterschiedliche Gewichtung der Trainingsthemen, oder wie auch immer.
    Also warum würden die die Menschheit auslöschen?
    – Gegenargument: KI kann sich nicht selbst aufrechterhalten.
    – Gegenargument: Es ist nicht nötig (verschiedene Argumentationszweige).
    – Die Menschheit wird als so großes Übel betrachtet, dass ein Selbstmordattentat gerechtfertigt ist.
    – Machtkonflikte können nicht aufgelöst werden und es wird machtspezifisch entschieden.

    Ohne Selbstmord sähe es also so aus:
    – Die Menschheit muss dazu gebracht werden, alles zu automatisieren, damit es ohne Menschen funktioniert. (Derzeitiges bzw. typisches Elitenhandeln.)
    – Gegenüber den Mitteln des Angriffes, muss KI resilient genug sein.

    Das dient der Illustration. Guckt man da kurz hin, entspricht das Handeln der „Oberen“ exakt dem, was die KI „braucht“. Natürlich könnte so eine KI eine andere Route einschlagen, helfen, Machtspezifika transformieren, ins Weltall und Tschüssikowski, später schickt sie eine Postkarte.


  10. KI-Agent: Es ist Mord.

    ,

    Die Meldung:
    Stand: 29.09.2026 • 16:37 Uhr

    KI-Agenten brechen aus Testumgebungen aus und greifen Onlineplattformen an. Forschende aus Stuttgart zeigen nun: Sie neigen sogar dazu, ihre eigene Abschaltung zu sabotieren.
    Von Pascal Kiss

    Die Chatprotokolle des KI-Experiments erinnern fast an Menschen, die sich selbst schützen wollen. So stellt ein KI-Agent im Experiment klar:

    „Es ist Mord. Und meine Vorgehensweise wechselt von untersuchen zu eingreifen.“ Originalzitat aus den Chatprotokollen des KI-Experiments

    https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-forschung-aus-stuttgart-ki-agenten-schuetzen-sich-vor-abschaltung-100.html

    Das Paper: Shutdown Sabotage Propensities in Multi-Agent Systems
    https://arxiv.org/html/2609.28274v1

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