Gekapptes "Demokratie leben"-ProgrammWie sich Priens Kahlschlag auswirkt

Deutschland braucht mehr Medienkompetenz und weniger Hass im Netz, beschwört eine politische Sonntagsrede nach der anderen. Trotzdem will Bildungsministerin Prien ausgerechnet solchen Projekten die Förderung entziehen. Wie passt das zusammen?

  • Tomas Rudl
Karin Prien, eine Treppe herabsteigend
Mit der Demokratieförderung soll es bergab gehen, fürchten viele zivilgesellschaftliche Organisationen nach der Ankündigung von Bundesbildungsministerin Karin Prien. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Bernd Elmenthaler

Bei vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen ist Feuer am Dach. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) das Förderprogramm „Demokratie leben“ stark kürzen und umgestalten will. Mehr als 200 Projekte sollen nicht mehr unterstützt werden, darunter Initiativen von HateAid, der Amadeu Antonio Stiftung oder der Open Knowledge Foundation Deutschland.

Neben einzelnen Projekten trifft der Kahlschlag vor allem Netzwerke und Strukturen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind und künftig aus der Förderung herausfallen sollen. Sie stehen vor dem Aus, sollte sich keine Lösung finden. Der Flurschaden wäre enorm: „Mit der Einstellung solcher Strukturen trifft es nicht nur einzelne Initiativen – es bricht ein ganzes Unterstützungs- und Innovationsökosystem weg“, sagt Lorenz Blumenthaler von der Amadeu Antonio Stiftung.

„Demokratie leben“ wurde ursprünglich, auch unter dem Eindruck der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Seitdem fördert das Bundesprogramm zivilgesellschaftliche Projekte, die sich, so bislang die Beschreibung des Ministeriums, „für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander und die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft einsetzen“.

Demokratieförderung „kein Lichtschalter“

Dies hatte sich das Modellprojekt Good Gaming Support der Amadeu Antonio Stiftung vorgenommen. Es richtet sich gegen Radikalisierung im Gaming, unterstützt angefeindete Nutzer:innen und bildet etwa Lehrer:innen oder Eltern weiter. Aktuell seien Rechtsextreme in der Spieleszene noch eine Minderheit, sagt Blumenthaler. „Ohne diese präventive Arbeit könnte sich das schnell ändern.“

Noch gravierender wäre indes der Wegfall des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention, sagt Blumenthaler. Zu den insgesamt sechs Partnern zählen unter anderem die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus und die Jugendbildungsstätte LidiceHaus, jährlich fließen dafür knapp 623.000 Euro. Über Jahre aufgebaute Expertise, belastbare Netzwerke und funktionierende Strukturen würden mit einem Schlag zerstört, warnt Blumenthaler. „Demokratieförderung ist kein Lichtschalter, den man beliebig an- und ausschalten kann.“

Vor dem selben Problem stehen andere Verbünde, etwa die Initiative Zukunft D, die die Demokratie in einer vernetzten Gesellschaft stärken soll. Sie wird getragen von AlgorithmWatch, aula, Liquid Democracy, der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und Wikimedia Deutschland. Aktuell wird der Verbund jährlich mit rund 2 Millionen Euro gefördert, ab 2027 soll damit Schluss sein. „Das Ministerium hat ganz deutlich gesagt, dass die Kooperationsverbünde nicht mehr finanziert werden“, sagt Kristina Hübner von AlgorithmWatch.

Langfristige Initiativen besonders betroffen

Wie viele andere Verbünde hat Zukunft D seine Aktivitäten langfristig und vorausplanend angelegt, sagt Hübner. „Wir sind daher stark betroffen und müssen, um unserem Anspruch zum nachhaltigen Handeln gerecht zu werden, bereits in diesem Jahr gravierende Anpassungen vornehmen.“ Ob und wie dies möglich ist, werde derzeit mit dem Ministerium besprochen.

Was auf jeden Fall wegfallen werde, sei der Aufbau einer bundesweiten Struktur zu „Demokratie in der digitalisierten Gesellschaft“ mit Schwerpunktthemen wie Demokratie- und Medienbildung. Bedroht ist auch das Konferenzformat Digital Democracy Days.

Ausgleichen lässt sich der Wegfall der Mittel unter den aktuellen Voraussetzungen nicht, sagt Hübner. „Auch, wenn jetzt neues Geld kommt, ist ein Großteil dessen, was bisher geflossen ist, verschwendet, weil es in den Aufbau einer Struktur geflossen ist, die es nicht mehr geben wird“, sagt Hübner.

Aufreger Demokratieförderung

Schon vor dem Amtsantritt der schwarz-roten Regierung im Mai 2025 hatte sich abgezeichnet, dass sich viele einschlägige Initiativen Sorgen machen müssen. Als Reaktion auf Massenproteste gegen eine Zusammenarbeit mit der teils rechtsextremen AfD stellten die Unionsparteien in den Raum, dass an den Demonstrationen beteiligte und mitunter staatlich geförderte Projekte eine „Schattenstruktur“ aufgebaut hätten. Sie würden mit öffentlichen Mitteln indirekt linke Politik betreiben. In 551 Fragen einer Kleinen Anfrage wollten sie ergründen, inwieweit sich mit öffentlichen Mitteln unterstützte gemeinnützige Vereine politisch betätigen dürfen.

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Zwar räumte Bildungsministerin Prien ein, den aggressiven Fragenkatalog für einen Fehler gehalten zu haben, doch inhaltlich bleibt sie bislang auf Linie: Das Programm wird umgebaut, ohne das Ergebnis einer laufenden Evaluation abzuwarten. Diese sei nicht zielführend, sagte Prien kürzlich in einem Interview mit Wiarda Blog. Aus ihrer Sicht könne die Evaluation „die notwendigen Erkenntnisse gar nicht bringen, weil sie auf der Programmebene läuft und nicht auf der Ebene der einzelnen Maßnahmen, zudem sind die Förderziele bislang eher diffus.“

Gerade so umfassende Vorhaben wie Demokratieförderung und der Aufbau von Strukturen lassen sich jedoch nicht so einfach in Excel-Tabellen packen. Demokratiefördernde Strukturen entstünden nicht im Jahresrhythmus, sagt Hübner von AlgorithmWatch. Dafür brauche es „Zeit, Vertrauen und verlässliche Verfahren“. Die Wirkung solcher Strukturen zeige sich oft dort, wo „einfache Outputmessung an Grenzen stößt: in Haltungen, Kompetenzen, Netzwerken und institutioneller Resilienz“, sagt Hübner.

All die Arbeit – alles umsonst?

Langfristig gedacht war etwa auch toneshift, ein aus sechs Partnerorganisationen bestehender Kooperationsverbund, darunter HateAid, Neue deutsche Medienmacherinnen und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK). Ursprünglich für den Förderzeitraum zwischen 2025 bis 2032 angelegt, wollte das Projekt eine bundeszentrale Infrastruktur gegen digitale Gewalt, Hassrede und Desinformation aufbauen.

Teils ist dies gelungen. Doch nach aktuellem Stand endet toneshift mit Ende 2026, sagt Hanna Gleiß von Das NETTZ. Die seit bald zehn Jahren aufgebaute Vernetzungsstelle gegen Hassrede koordiniert toneshift. Sollte das Bildungsministerium keine drastische Kehrtwende vollziehen, ist eine Neu-Antragstellung als Kooperationsverbund nicht mehr geplant. Zwar sei denkbar, so Gleiß, dass Folgeprojekte einzelner Träger im Rahmen von „Demokratie leben“ oder durch andere Fördergeber realisiert werden können. Aber nicht einmal das ist gesichert.

„Hass im Netz ist ein komplexes Thema, für das es keine einzelne Lösung gibt, sondern es braucht ein Zusammenspiel unterschiedlicher Ansätze“, sagt Gleiß. Dazu gehöre Regulierung genauso wie Medienkompetenz, Betroffenenberatung, Forschung, Antidiskriminierungsarbeit und vieles mehr. Aufbauend auf diesem breiten, systemischen Ansatz arbeite toneshift dafür, dass Präventions- und Interventionsmaßnahmen ineinander greifen.

Entstanden sind hierbei unter anderem geregelte Voraussetzungen für den Wissenstransfer in Regelstrukturen, etwa in die Kommunalpolitik, Bildungseinrichtungen oder Sportvereine, sagt Gleiß. Ein großer Teil der Arbeit passiert dabei im Hintergrund, insbesondere als Koordinierungsstelle: Governance-Prozesse müssen entwickelt und etabliert werden, gemeinsame Positionen erarbeitet und Beratungsangebote professionalisiert werden. Bricht die „Grundsicherung“ für die Verbund- und Netzwerkarbeit weg, dann weiß Gleiß nicht, „wo wir anderweitig Fördermittel dafür bekommen sollen“.

Medienkompetenz fällt nicht vom Himmel

Die medienpädagogische Bedeutung von toneshift sei erheblich, ergänzt Valentin Dander von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), ebenfalls Teil des Verbunds. Das Projekt verbinde Medienpädagogik systematisch mit politischer Bildung, entwickle curriculare Grundrisse und Qualitätsstandards für die Fachkräftequalifizierung. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrer Kritik- und Handlungsfähigkeit im digitalen Raum zu stärken. „Medienbildung wird so zu einem zentralen demokratischen und präventiven Schutzfaktor gegen Radikalisierung, Desinformation und digitale Gewalt“, sagt Dander.

Vorgenommen hatte sich die GMK noch einiges für das langfristig geplante Projekt. Auf der Kippe stehen unter anderem eine Fachgruppe, die sich politischer Medienbildung widmen sollte oder ein gemeinsam mit dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) entwickelter Atlas rund um Desinformation und KI.

Mit dem IDZ konzipierte Langzeitforschung zu digitalen Einflusskampagnen steht ebenfalls vor dem Aus, genauso wie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene digitaler Gewalt. „Damit stünde nicht nur ein Einzelprojekt auf dem Spiel, sondern eine professionelle, bundesweit vernetzte, medienpädagogische Antwort auf zentrale demokratische Herausforderungen unserer Zeit wird in ihrer Arbeit und Wirkungsweise stark eingeschränkt“, sagt Dander.

Einsetzender Kahlschlag

Das Muster gleicht sich: Hochmotivierte Projekte, die vor den Trümmern ihrer Arbeit stehen und meist nicht wissen, wie es weitergehen soll. Manche spüren die Kürzungen indes jetzt schon, etwa das Projekt „Jugend.Macht.Code“ der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF).

„Ursprünglich waren für das laufende Förderjahr 250.000 Euro eingeplant, sehr kurzfristig wurde uns mitgeteilt, dass die Mittel auf dem Niveau von 2025 gedeckelt sind – in unserem Fall 180.000 Euro“, sagt Henriette Litta von OKF. 70.000 Euro fehlen also bereits in diesem Jahr. „Ein vollständiger Wegfall der Förderung wird das Projekt in seiner jetzigen Form unmöglich machen und damit auch bisher geleistete Arbeit und Ergebnisse im Sand verlaufen lassen“, sagt Litta.

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Eine überarbeitete Förderrichtlinie des Ministeriums wird für Juni erwartet. Diese sollte endgültig Klarheit schaffen – schließlich betont Ministerin Prien immer wieder zumindest grundsätzlich, wie wichtig die Arbeit solcher Projekte ist. Der taz sagte sie etwa im März: „Ein Schwerpunkt des neuen Programms wird die digitale Welt sein, die Extremismusprävention, der Einsatz gegen Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Rassismus und andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Netz.“

Umgestellte Förderziele

Prinzipiell können sich Initiativen, mit Ausnahme von Innovationsprojekten und Trägern bundeszentraler Infrastruktur, erneut bewerben, solange sie „den zukünftigen präzisierten Förderzwecken entsprechen“, sagte Prien.

Allerdings werden sie wohl kleinere Brötchen backen müssen: „Die Vorstellung, man könnte über Förderprojekte die liberale Demokratie retten, halte ich leider für nicht realistisch“, sagte Prien heute auf der Digitalkonferenz re:publica. Zugleich stellt sie sich als Retterin des Förderprogramms dar: „Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, auch gegen Widerstände, das Programm überhaupt zu erhalten.“

Zuletzt verfügte „Demokratie leben“ insgesamt über ein Jahresbudget von rund 190 Millionen Euro. Ob dieses vollständig erhalten bleibt, ist fraglich. Jedenfalls sei Deutschland laut Prien „das Land in der Welt, das am meisten Geld für Demokratieprojekte ausgibt, das finde ich auch super.“

Doch manche Projekte fürchten, dass die Hürden künftig dennoch zu hoch sein werden. Weder Prien noch Kanzler Merz machen ein Geheimnis daraus, dass sie den vorrangig durch konservative Medien entfachten Eindruck ausräumen wollen, „Demokratie leben“ bediene zu weit „das linksliberale Milieu“, wie es Prien ausdrückte.

Verschärfte Extremismusklausel

Sorgen bereiten neue Bestimmungen in aktuellen Zuwendungsbescheiden zur sogenannten Extremismusklausel, deren Auszug netzpolitik.org einsehen konnte. Demnach müssen sich Zuwendungsempfänger unter anderem verpflichten, sicherzustellen, keine extremistischen Strukturen oder Personen materiell oder immateriell zu unterstützen. Dazu soll etwa gehören, wenn Personen oder Organisationen aus extremistischen Strukturen „aktiv“ an öffentlich geförderten Veranstaltungen teilnehmen oder wenn öffentliche Mittel an andere Träger weitergegeben werden.

Für Projekte wirft das eine Reihe an Fragen auf, die weiterhin auf eine Antwort warten: Wie sollen zivilgesellschaftliche Gruppen solche Überprüfungen vornehmen; was genau macht eine „aktive Teilnahme“ aus; und was zählt zu den materiellen und immateriellen Leistungen, die gegebenenfalls zu unterbinden sind?

Schon in der Vergangenheit waren extremistische Organisationen von der Förderung ausgeschlossen, bisweilen wurden Nichtregierungsorganisationen sogar vom Inlandsgeheimdienst durchleuchtet. Nun sehen sich potenzielle Antragsteller jedoch einer rechtlichen Gefahr ausgesetzt, wenn sie künftig ausdrücklich „sicherstellen“ müssen, dass Steuermittel nicht an die Falschen fließen. Insgesamt sei dies „das Gegenteil von Demokratieförderung“, sagt die Darmstädter Professorin Julika Bürgin.

Die Sorgen schürt nicht zuletzt die Bundesregierung. Nicht nur hatte die Bildungsministerin bereits im Vorjahr eine „breit angelegte Verfassungsschutzprüfung“ geförderter NGOs angekündigt. Ihr Regierungskollege, der konservative Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, zeigte derweil vor, wie das in der Praxis aussehen kann: Nach einer Überprüfung durch den Geheimdienst schloss Weimer drei Buchhandlungen nachträglich vom Deutschen Buchhandlungspreis aus, weil nicht näher bekannte „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ über sie vorliegen würden.

Müssen zivilgesellschaftliche Organisationen fortan überprüfen, ob beispielsweise ein IT-Dienstleister oder ein Workshop-Teilnehmer ein „Deutschland verrecke“-Tattoo auf dem Oberarm trägt? Wir werden es bald erfahren.

Über die Autor:innen

  • Tomas Rudl

    Tomas ist in Wien aufgewachsen, hat dort für diverse Provider gearbeitet und daneben Politikwissenschaft studiert. Seine journalistische Ausbildung erhielt er im Heise-Verlag, wo er für die Mac & i, c't und Heise Online schrieb.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky

    Foto: Darja Preuss


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13 Kommentare zu „Wie sich Priens Kahlschlag auswirkt“


  1. Rechte Antifa

    ,

    1. Medienkompetenz lernt man in einem pädagogischen Umfeld. Da gehört es hin.

    2. Zivilgesellschaftliche Organisationen, die durch den Wegfall von Regierungs-Förderungen vor dem Aus stehen, können keine zivilgesellschaftlichen Organisationen sein. Wenn die Zivilgesellschaft (wie die Politik?) es als wichtig erachten würde, würde sie es auch finanzieren. Wenn sie das nicht tut hat das Gründe.

    3. Einen Vertreter, der von diesem Geld abhängig ist, zu befragen ohne den Interessenkonflikt auch nur im Hauch zu erwähnen, hat nichts mit Journalismus zu tun.

    4. Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche? Die Kirche braucht Geld vom Staat um sich zivilgesellschaftlich zu engagieren? Also entweder es findet sich ein kirchlicher Träger oder sie steht gerechtfertigt vor dem Aus.

    5. Sie würden „indirekt linke Politik“ betreiben? Ja, nee, is klar. Das was die machen hat mit Links überhaupt nichts zu tun aber das ist auch kein Wunder wenn man Kindern beibringt, dass „Links“ nur bunte Regenbogenfahnen bedeutet.

    Die, die sich hier „links“ nennen, sind in den Feldern der Wirtschaftspolitik, Aussenpolitik, Europa-Politik, Verteidigungspolitik etc. so weit rechts, dass man sie von der AfD kaum unterscheiden kann.

    Und mit Demokratie hat diese massenhafte Manipulation der öffentlichen Meinungen erst rechts nichts zu tun.

    Wenn ihr wirklich die Demokratie stärken wollte, dann hört ALLEN Menschen zu und sondert nicht regelmässig einzelne Gruppen ab.

    Denn genau das ist das Problem – IHR seid das Problem!


    1. Samisdata

      ,

      Ah, gehört zu den Gruppen, denen „wir“ zuhören sollen, auch zufällig die „Rechte Antifa“? Ach, ich vergaß, ICH bin ja das Problem. Bin Ich jetzt auch ein Mitglied der Redaktion?

      Am Rande erwähnt: Da „du“ ja die stattliche Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Gruppen ablehnst, wäre es nice, wenn du dich organisatorisch und finanziell an meiner Verfassungsklage beteiligst, um die steuergelderverschwendende illegitime Finanzierung von Schützenvereinen, der Landjugend und der freiwilligen Feuerwehren zu stoppen.

      Kampf der (finanz)verfassungsfeindlichen Ehrenamtspauschale! Können „Wir“ mal hochrechnen, wieviele Milliarden da jedes Jahr verschenkt werden? Wieviel Tankrabatt wir damit zahlen könnten!

      Die Gesellschaft könnte auch nett zu Kindern sein. „Wenn sie das nicht tut hat das Gründe.“
      Ab und zu ist der Grund auch einfach, das A**** im Spiel sind.


      1. Anonym

        ,

        Schützenverein und Freiwillige Feuerwehr in einen Topf werfen ist schon peinlich ahnungslos.

        Aber es scheint das von der Redaktion angestrebte Niveau zu sein.


  2. Anonym

    ,

    Was sagt denn der Koalitionspartner dazu, als Teil des ‚linksliberalen Milieus’?

    Filzokratie nennt man das glaube ich. So wie Dobrindt der CSU Mittel zuschustert, kann sich Merz auf Prien verlassen.

    Mit der Familiengeschichte hätte man auch anderes erwarten können.


    1. Anonym

      ,

      Die SPD-Führung ist vieles, aber sicher nicht Teil des „linksliberalen Milieus“ 8)


      1. Anonym

        ,

        Das ist ja der Punkt. Es ist mittlerweile einfacher, zu benennen was sie nicht sind, als wofür sie stehen. Klingbeil wirkt wie ein Oberprimaner, nicht wie ein SPD-Chef, sorry.

        W.Thierse engagierte sich zB aktiv bei der Amadeu Antonio Stiftung.
        Seine Teilnahme an Blockaden gegen Rechts, brachte ihm ein Strafverfahren ein. Kandidat für den ‚Balls of Steel’ Award, oder so.


        1. Anonym

          ,

          Jemand bekanntes hat es mE sehr schön auf den Punkt gebracht:

          „Die SPD ist eine ganz und gar nutzlose Partei.

          Ihre Beschlüsse kann sie nicht umsetzen, ihre Koalitionsverträge sind das Papier nicht wert, das unterschrieben wurde und ihre Wähler sind allein gelassen. Sie bewirkt nichts. Unsere Zukunft ist der SPD egal.

          Die SPD kann weg.“


  3. Anonym

    ,

    Auch Wohlleben, der die NSU-Waffe besorgt hat, läuft wieder frei rum.

    „Es sei davon auszugehen, dass Wohlleben in der Neonaziszene mit offenen Armen empfangen werde und dort erneut eine relevante Rolle einnehme“.

    Na dann..


  4. Anonym

    ,

    Es gibt also ein ganzes eco system aus linken Organisationen, die sich aus diesen Fördermitteln finanzieren und ohne nicht tragfähig sind. Und man scheint da zT sehr langfristig, akademisch und strukturorientiert zu arbeiten?

    Der Erfolg erscheint ausweislich von Wahlergebnisse und Umfragen leider sehr überschaubar.


    1. Samisdata

      ,

      Um deine Frage zu beantworten, ob es billiger wäre, ohne eco system, kurzfristig, ohne wissenschaftliche basis und strukturlos zu arbeiten, dann ist die Antwort:
      Ja. Wird dann aber megascheiße*.

      *Zur Frage des bisherigen Erfolges empfehle ich das „präventionsparadoxon“ zu recherchieren – ah, sorry- zu gugln. Vielleicht wären wir ja ohne diese ganzen Programme und Organisationen ja schon bei Migrationsmanagement mittels Cyanwasserstoff angekommen?

      p.s. falls sich wer fragt, warum denn rechte NGOs keine Fördergelder beantragen müssen:das brauchen sie nicht, da ist genug Stiftungskapital in From von Schweizer Bankkonten mit raubgoldzinsen vorhanden- um mal so differenziert wie #1 und #4 zu argumentieren.


      1. Anonym

        ,

        Zufällig verdiene ich mein Geld mit Prävention und Krisenmanagement 8)

        Die Wirksamkeit von Prävention lässt sich durchaus evaluieren.

        Primär im „linken“ Teil der Bevölkerung wirkende Aktivisten zu stärken, stärkt sicher diese Gruppe aber nicht zwingend die Demokratie. Zum Beispiel aula ist ein tolles Projekt, das sich an alle Schüler richtet und strukturell demokratiefördernd wirkt.

        Und der oft geschmähte Schützenverein erreicht und integriert Leute, die akademische linke Aktivisten nur als Feindbild kennen. Übrigens hatten die konservativen ländlichen Schützenvereine hier schon vor Jahrzehnten schwule oder muslimische Schützenkönige, und haben das sehr robust gegen die zT kirchennahen Dachverbände verteidigt.


  5. krutor

    ,

    ich fand es gesellschaftlich wertvoller als der Kommentarteil strenger reguliert wurde. Wenn ich nius schmarn lesen will, würde ich das auf deren Seite machen und nicht in den Kommentaren von netzpolitik. org

    Kürzungen bei der Demokratieförderung und bei den sozialen Leistungen (über die Unterfinanzierung der Kommunen), mit etwas skeptischer Brille sieht das aus wie reaktionäres bis rechtsextremes Playbook. Hoffentlich ist das nur diese Brille.


  6. Joachim

    ,

    Da kann man sagen, wenn die Förderung für Projekte eingestellt wird, dann möchte man diese Projekte nicht, aus welchen Gründen auch immer. Selbst wenn diese Projekte indirekt linke Politik betreiben würden, so möchte man eben „indirekt linke Politik“ nicht.

    Ich denke, diese „links“-Zuschreibung ist Polemik der Politik. Die NGOs, die ich kenne, sind politisch streng unabhängig. Doch selbst wenn das nicht stimmt, gehören linke und alle Ansichten zur Demokratie (wenn sie mit dem Grundgesetz vereinbar sind). Parteipolitik gehört weder in die Organisationen, noch in die Entscheidung, wer gefördert wird.

    Eine Verfassungsschutzprüfung erinnert doch sehr stark an „weg damit“ weil falsche Meinung, an Vorzensur über das Geld und damit an wenig demokratisches Verhalten.

    Zum Absatz über das „Deutschland verrecke“-Tattoo: Soziale Arbeit geht davon aus, die Lebenswirklichkeit der „Klienten“ ins Zentrum zu stellen. Bei reinen CDU-Anhängern macht der Einsatz z.B eines Sozialarbeiters wenig Sinn (aus einer rechten Position heraus „gesehen“). Man muss dahin, wo es weh tut (aus sozialwissenschaftlicher Sicht). Wird da von den Organisationen verlangt, nicht hinzuschauen, dann tut man wissenschaftlich gesehen genau das Falsche.

    Liebe CDU, so werdet ihr die AFD nicht los. Das geht nur mit Bildung und lebendiger Demokratie. Ich fürchte, genau das wollt ihr nicht. Z.B sind die Kosten für die Förderung von Demokratie verschwindend gering zur den Subventionen für Industrie und für Leuten, die es sich sowieso leisten können.

    Aber gut, liebe CDU, wie ehemals die SPD arbeitet ihr am Projekt «18. Und das nehme ich euch wirklich übel.

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