Liebe Leser:innen,
knapp 10 Euro für eine Pokémon-Mini-Tin-Box ist viel. Aber nicht so viel, dass dafür das Fahndungsbild eines „Pokémon-Karten-Diebs“ in der Online-Boulevardpresse landen sollte. Von derartigen Fahndungsaufrufen bei geringfügigen Delikten war im Jahr 2025 jedoch auffällig viel zu lesen. Obwohl die rechtlichen Hürden hoch sind, werden sie von der Polizei und Staatsanwaltschaft nicht immer beachtet.
Im Grundrechte-Report 2026 klärt Athena Möller darüber auf, dass die Regeln für die Öffentlichkeitsfahndung aus einer Zeit vor den großen sozialen Medien stammen. Bevor einmal ins Netz gestellte Bilder nie wieder verschwinden konnten. Auch die Gesichter von zu Unrecht Verdächtigten bleiben dort, statt in den Altpapier-Container zu wandern. Die Reformvorschläge liegen auf dem Tisch, doch bisher bleibt das Parlament untätig.
Pfingstliche Grüße
Denis

Schreibe eine Ergänzung!