GeoblockingWie sich Valve verzockt hat

Jahrelang hat der Spiele-Publisher Valve seine Kund:innen mit Hilfe von Geoblocking daran gehindert, Produkte im Ausland günstiger einzukaufen. Das hat zunächst die EU-Kommission und nun das Gericht der Europäischen Union als Verletzung von EU-Recht gewertet.

Steam-Logo auf einem Controller
Das US-Unternehmen Valve hat Nutzer:innen bestimmter Länder unrechtmäßig ausgesperrt. CC-BY-NC-ND 2.0 Simon Hurrell

„In diesem Land nicht verfügbar“ – das bekamen Nutzer*innen in der Vergangenheit beim Besuch der Spieleplattform Steam des Unternehmens Valve zu sehen, wenn sie Spiele im Internet günstiger kaufen wollten. Diese sind billiger in etlichen Ländern, selbst wenn sie dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören.

Dass dieses Vorgehen rechtswidrig ist, hat das Gericht der Europäischen Union (EuG) gestern bestätigt. Am Mittwoch wies das Gericht eine Klage des US-Konzerns gegen eine kartellrechtliche Geldbuße in Höhe von 1,6 Millionen Euro zurück. Die Strafe hatte die EU-Kommission vor rund zwei Jahren gegen das US-Unternehmen verhängt.

Streit wegen Geoblocking

Valve hatte in der Vergangenheit sogenanntes Geoblocking gezielt eingesetzt. Damit wollte das Unternehmen verhindern, dass Kund*innen im Ausland günstiger Spiele einkaufen können. Geoblocking soll sicherstellen, dass Nutzer*innen einer bestimmten geographischen Region nur ausgewählte Inhalte zu sehen bekommen. YouTube nutzt Geoblocking etwa dazu, um lokal unterschiedliche Urheberschutzrechte zu wahren.

Allerdings ist Geoblocking seit 2018 innerhalb der EU weitgehend untersagt. Händler aus der EU müssen seitdem überall in der EU zu gleichen Konditionen Zugang zu Waren und Dienstleistungen gewähren, unabhängig davon, in welchen Mitgliedsland der Union die entsprechende Internetseite aufgerufen wird.

Dies hatten Valve und fünf weitere Spiele-Publisher jedoch ignoriert, was schließlich zur kartellrechtlichen Strafe im Jahr 2021 führte. Die EU-Kommission begründete dies mit Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht, zudem habe Valve nicht mit der Kommission zusammengearbeitet. Valve und die Spiele-Publisher hatten das Geoblocking in Absprache untereinander auf der Steam-Plattform betrieben.

Valve bestreitet die Vorwürfe und betonte gegenüber dem Online-Magazin Eurogamer, sie hätten das Geoblocking für Spieleverkäufe auf Steam im Jahr 2015 eingestellt – bevor dies verboten wurde und die Kommission im Jahr 2017 Untersuchungen gegen das Unternehmen einleitete. Auf bestimmte Regionen begrenzt seien lediglich gewisse Aktivierungsschlüssel gewesen, um damit etwa Lizenzauflagen zu erfüllen. Außerdem habe Valve mit der EU-Kommission kooperiert. Eurogamer zufolge werde das Unternehmen gegen das Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) berufen.

Gericht weist Klage des Unternehmens ab

Die 2021 eingereichte Klage des IT-Unternehmens, den Beschluss der EU-Kommission für nichtig zu erklären, hat der Gerichtshof gestern abgewiesen. Er bestätigte die Sicht der damaligen Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager, dass Valve sich mit fünf anderen Spiele-Publishern – andai, Capcom, Focus Home, Koch Media und ZeniMax – mündlich abgesprochen hatte.

Ziel der Vereinbarung sei es gewesen, Geoblocking zu nutzen, um die jeweils eigenen Gewinne zu erhöhen. Insgesamt ging es um rund 100 PC-Videospiele-Titel unterschiedlicher Genres. Zusammengerechnet beläuft sich die Geldbuße für alle verurteilten Unternehmen auf 7,8 Millionen Euro.

Verweise auf das Urheberrecht ließ das Gericht nicht gelten. Dieses sei dazu gedacht, Inhalte gegen Lizenzzahlungen kommerziell zu verwerten. Es garantiere jedoch nicht, eine „höchstmögliche Vergütung“ zu verlangen oder künstliche Preisunterschiede zwischen abgeschotteten nationalen Märkten zu errichten, wie die Pressemitteilung des Gerichts ausführt:

Das in Rede stehende Geoblocking verfolgte [..] nicht das Ziel, die Urheberrechte der Verleger der PC-Videospiele zu schützen, sondern diente dazu, Paralleleinfuhren dieser Videospiele zu unterbinden und das hohe Niveau der von den Verlegern erhobenen Lizenzgebühren und darüber hinaus der von Valve erzielten Margen zu schützen.

Verlierer Valve

Ohnehin dürfte das Geoblocking – jenseits der rechtlichen Dimension – wenig Erfolg gehabt haben. Derartige Blockaden lassen sich beispielsweise mit Hilfe eines Virtual Private Network (VPN) relativ leicht umgehen. VPNs verschleiern den tatsächlichen Standort von Nutzer*innen.

Auf diese Weise kaufen zahlreiche Nutzer*innen Spiele online im Ausland – nicht nur weil diese dort günstiger sind, sondern auch wenn Spiele hierzulande als jugendgefährdend indiziert sind. Steam untersagt dieses Vorgehen offiziell in seinen Richtlinien. Als Folge sperrt oder löscht der Anbieter betroffene Konten, allerdings nur dann, wenn ihm der Verstoß gegen die eigenen Richtlinien auffällt.

Nach dem Gerichtsprozess steht Valve nun als großer Verlierer dar. Die Geldbuße in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro dürfte das milliardenschwere Unternehmen zwar nur verhältnismäßig wenig schmerzen. Doch hat es sich dazu entschieden, seine Preise in der gesamten Eurozone auf die Euro-Währung umstellen und damit vielerorts zu erhöhen. Die Folge: Die Spieler*innen könnten künftig nicht mehr etwa nach Polen ausweichen, um günstiger einzukaufen, sondern nach Großbritannien, Südamerika oder in die Türkei, wo die Spiele noch günstiger angeboten werden.

28 Ergänzungen

  1. „Ohnehin dürfte das Geoblocking – jenseits der rechtlichen Dimension – wenig Erfolg gehabt haben. Derartige Blockaden lassen sich beispielsweise mit Hilfe eines Virtual Private Network (VPN) relativ leicht umgehen. VPNs verschleiern den tatsächlichen Standort von Nutzer*innen.“

    Genau das funktioniert bei Steam ja gerade nicht. Valve hat die Umgehung von Geoblocking (und „Preisflucht“) mittels VPN schon vor Jahren ausgehebelt, indem die Shopregion nicht nur an die IP-Adresse, sondern auch ans Zahlungsmittel gebunden wird, und sich nur durch Verwendung eines landestypischen Zahlungsmittels umstellen lässt.

    Was hier etwas untergeht: Das zwingt einem nicht nur die Preise seines aktuellen Landes auf, sondern macht auch die Umgehung von Zensur unmöglich. In Deutschland etwa werden Erotik-Titel generell aus dem Steam-Store gefiltert, weil Valve der behördlichen Aufforderung, eine Altersverifikation einzubauen, nicht nachkommen will, und die Behörden ohne „pornografische Inhalte“ keinen Druck machen, obwohl die Pflicht eigentlich für alle Titel ohne Jugendfreigabe besteht. Diese Sperre lässt sich auch mit VPN nicht umgehen, solange die Shopregion auf Deutschland gestellt ist (s. o.). Valve verwehrt hier also deutscher Kundschaft den Zugang zu Spielen, die in anderen EU-Staaten verfügbar sind – ebenfalls ein Verstoß gegen EU-Recht.

    Man sollte bei der Preisdiskussion nicht vergessen, dass Valve seinen EU-Sitz in Luxemburg hat. Die Spieler will Valve rechtswidrig dran hindern, Spiele dort zu kaufen, wo die Preise am günstigsten sind, und selbst versteuert es seine Einnahmen dort, wo die Steuern am günstigsten sind…

    1. > „Man sollte bei der Preisdiskussion nicht vergessen, dass Valve seinen EU-Sitz in Luxemburg hat. Die Spieler will Valve rechtswidrig dran hindern, Spiele dort zu kaufen, wo die Preise am günstigsten sind, und selbst versteuert es seine Einnahmen dort, wo die Steuern am günstigsten sind…“

      Die Vorteile der EU und der Globalisierung sind ja auch ausschließlich für reiche Konzerne gedacht und nicht für den Pöbel. Die rückständige „Fair-Use“-Policy mit den 4 Monaten beim EU-Roaming ist ein schönes Beispiel dafür.

      1. > Die Vorteile der EU und der Globalisierung sind ja auch ausschließlich für reiche Konzerne gedacht und nicht für den Pöbel.

        Die EU als Institution hat es zugelassen, dass ein Regularien-Labyrinth entstand, das höchst profitabel ist für jene, die Schlupflöcher finden und bewirtschaften können. Wer Gesetze und Verordnungen hacken(!) kann, was die meisten (Pöbel [Anm. abwertend; warum sich selbst abwerten?]) nicht können, raubt legal Geld, das für andere Zwecke vorgesehen ist, z.B. Infrastruktur, Soziales). Aber auch Regierungen von Mitgliedsstaaten der EU (z.B. Ungarn, etc.) sehen diese als „Trog“ an, an dem es sich reichlich zu bedienen gilt.

        Ich würde es als Desinformation werten, wenn behauptet wird, „die Vorteile der EU und der Globalisierung sind ja auch ausschließlich für reiche Konzerne gedacht.“ Das Wort „ausschließlich“ ist entlarvend. Nein, die EU wurde dafür nicht „gedacht“, aber ja, in diesem Bereich wird sie kräftig ausgebeutet und geschädigt. Und ja, mittlerweile gibt es reichlich Akteure , die es in die EU-Institutionen geschafft haben, und die EU von innen her aushöhlen.

        Ans Licht gekommene Korruption sind vergleichsweise „Peanuts“ zu dem Schaden der durch das Hacken legaler Schlupflöcher entsteht. Vermutlich werden solche Schlupflöcher während des Gesetzgebungsverfahrens auch gezielt implantiert, durch (hackende) Firmen wie KPMG und andere.

        1. > (Pöbel [Anm. abwertend; warum sich selbst abwerten?])

          Ich werte mich nicht selber ab, sondern meinte damit alles unterhalb einer Einkommens- bzw. Vermögensschwelle, die sich nicht näher quantifizieren lässt. Also *der* Großteil der Bevölkerung, der kein großes (geschweige denn multinationales) Unternehmen sein Eigen nennt.

          > raubt legal Geld, das für andere Zwecke vorgesehen ist, z.B. Infrastruktur, Soziales).

          Darum bevorzuge ich anstelle des neoliberal umgedeuteten Begriffs „Leistungsträger“ auch „Leistungswegträger“. Im Sinne von „Menschen, die die Ergebnisse der Leistungen Anderer in Steueroasen wegtragen“.

          > Ich würde es als Desinformation werten, wenn behauptet wird, „die Vorteile der EU und der Globalisierung sind ja auch ausschließlich für reiche Konzerne gedacht.“ Das Wort „ausschließlich“ ist entlarvend. Nein, die EU wurde dafür nicht „gedacht“, aber ja, in diesem Bereich wird sie kräftig ausgebeutet und geschädigt.

          Es ist auch nicht als „Desinformation“ gedacht, sondern meine polemische Beschreibung von Dingen, die einem auffallen könnten, wenn man näher hinschauen würde.

          > Ans Licht gekommene Korruption sind vergleichsweise „Peanuts“ zu dem Schaden der durch das Hacken legaler Schlupflöcher entsteht. Vermutlich werden solche Schlupflöcher während des Gesetzgebungsverfahrens auch gezielt implantiert, durch (hackende) Firmen wie KPMG und andere.

          Beides zusammengenommen ist der Termitenbefall in der Bausubstanz der EU. Oder meinetwegen auch gerne der Steinlausbefall, falls jemand unbedingt Loriot bemühen möchte.

          1. Zunächst Danke für die nicht ganz unsympathische Antwort. Und dennoch:

            > > (Pöbel [Anm. abwertend; warum sich selbst abwerten?])
            > Ich werte mich nicht selber ab, sondern meinte damit alles unterhalb einer Einkommens- bzw. Vermögensschwelle, die sich nicht näher quantifizieren lässt. Also *der* Großteil der Bevölkerung, der kein großes (geschweige denn multinationales) Unternehmen sein Eigen nennt.

            Das möchte ich nicht hören wollen, von Angesicht zu Angesicht. Wie abgehoben muss man sich fühlen, um
            a) diese Perspektive einzunehmen (herablassen von oben nach unten),
            b) diesen Sprachgebrauch unreflektiert zu übernehmen,
            c) sich selbst aber von der Abwertung ausnehmen, anderen aber zuschreiben.

  2. Auf Steam werden auch Pornospiele verkauft und auch welche, die unter §184c/b fallen.

    Sobald Steam unter das DSA fällt kann die gesamte Plattform deswegen gesperrt werden, da es nur ein Land braucht.

    Deutschland ist aktuell das einzige Land, wo alle R18 Spiele verboten sind. Spiele ab 18 mit brutaler Verstümmelung geht aber noch klar :)

    1. Verboten sind sie nicht, nur eine Altersverifikation ist erforderlich und wird von den Behörden eingefordert. Diese Funktion aus dem IT-Baukasten will das milliardenschwere Valve aber nicht implementieren, denn die Pflicht zur Alterskontrolle besteht rechtlich gesehen bei allen Titeln ohne Jugendfreigabe (siehe auch Amazon mit seinem Spezialversand dafür), also auch bei „Call of Duty“, „CS:GO“ und Co., und das sind die Titel, wo Valve die wirklichen Umsatzeinbußen zu befürchten hätte, wenn es die nicht mehr an Minderjährige verkaufen könnte. Lieber filtert es daher alle Erotik-Titel aus dem deutschen Store und hofft, dass die selbsternannten „Jugendschützer“ mit ihrem puritanischen Tunnelblick auf pornografische Inhalte beim Rest nicht genauer hinschauen.

      Es sind nicht die Behörden, welche die Entfernung aller Erotik-Titel aus dem deutschen Steam-Store beschlossen haben und die User daran hindern, das Geoblocking per VPN zu umgehen. Es ist Valve, der ach so kundenfreundliche „Good Guy“ unter den Videospielfirmen, der von PC-Gamern aus Gründen, die ich mir nicht erklären kann, immer noch wie ein Gott verehrt wird.

      1. Nein, es gibt auf Steam genug Spiele, wo Charaktere zu finden sind die wie Jugendliche/Kinder aussehen, weil sie z. B. Schuluniformen tragen u. entsprechend gebaut sind.

        Das kriegste selbst mit Altersverifikation nicht auf Steam verkauft. Ist aber gut so, denn in all den anderen Ländern werden deswegen tagtäglich Kinder missbraucht /s. Bergisch Gladbach ist nicht in Deutschland passiert sssssh.

        1. Anonymous: „Ist aber gut so, denn in all den anderen Ländern werden deswegen tagtäglich Kinder missbraucht “

          „Deswegen“ in dem Sinne, dass Charaktere in Spielen, die wie Kinder aussehen, am Missbrauch Schuld sein sollen?

          Wenn so gemeint: Gibt es für diese Behauptung zitierfähige Belege und beweisende Studien?

        2. @Jedi

          Das war ironisch gemeint. Wer ernsthaft glaubt das unrealistische Comicfiguren einen Menschen zum Missbrauch verleitet kann ignoriert werden.

          Zumal das Gleiche dann für vergleichbare Inhalte gelten müsste und den Weltuntergang bedeuteten würde. Frei zugängliche Pornografie hat zu weniger Sexualstraftaten geführt.

          1. > Frei zugängliche Pornografie hat zu weniger Sexualstraftaten geführt.

            Behaupten kann man viel, ohne wissenschaftliche Quellen zu zitieren.

          2. Ironie war nicht gleich erkennbar, daher:

            Ich bin derselben Meinung. Wo Sexualität nicht auf individuellem Weg (und dazu gehören auch Pornos) ausgelebt werden kann oder darf (vgl. kirchliche Sexualmoral, religiöse Vorschriften und Verbote etc.), wird dem Ausweichen auf „Ersatzobjekte“ bzw. Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

            Diverse, den meisten bekannte Skandale haben es in der Vergangenheit gezeigt.

          3. @Jedi Ritter

            Stimme dir zu. Solche Meinungen werden aber durch totschweigen und der Angst als „Pädofreund“ stigmatisiert zu werden, kein Raum gegeben.

            Auch sind sie nicht für Kinderschutzorganisationen hilfreich. Denn selbst ein fiktiver Umgang mit der Sexualität wirkt entstigmatisierend und verharmlosend auf solche Orgs.
            Wir sind mittlerweile so weit das KiPo mit dem Akt des Missbrauchs gleichgesetzt wird. Das spiegelt sich mittlerweile auch im Strafrecht wieder.
            Kindesmissbrauch ist ein Synonym geworden, obwohl niemand den Konsumenten von Mordvideos als Mörder bezeichnen würde.

      2. Ja und das mit Recht! Valve ist eine sehr erfolgreiche, Kunden- und Mitarbeiter freundliche Firma, die nicht so wie andere Firmen nur auf Profit aus ist! Daher wird sie von den Usern zu Recht geliebt.

        Dieses Steam Bashing nervt wirklich! Eine Verurteilung bedeutet noch lange nicht, dass die EU im Recht ist!

        Die EU hat schon genug Bockmist angestellt, vom verbieten von krummen Bananen und nicht perfekt ausehendem Obst und die Vernichtung dessen bis zum Zwang des Konsumenten nur mehr LED’s zu verwenden, bevor diese überhaupt technisch in der Lage waren, ein gutes Licht abzugeben. Von den Korruptionsskandalen ganz zu schweigen!

        Das „Geoblocking“ hat einen wichtigen Hintergrund!

        Wie soll sich denn jemand in Ungarn mit einem Gehalt von 600 Euro monatlich ein Spiel um 70 oder 80 Euro leisten können?

        In Österreich z.B. haben die Leute ein 3 x höheres Einkommen. Daher sind auch die Preise für Spiegel höher, genau so wie Lebensmittel, Miete, usw.!

        Wenn jetzt in Österreich das jemand ausnützt und z.B. die Spiele viel günstiger in Ungarn kauft, kommen ja die Publisher um Ihr Geld! Andersherum könnten die User in Ungarn sich teurere Spiele nicht leisten.

        Zudem hat Valve ja schon mitgeteilt, dass sie das Geoblocking für Spieleverkäufe auf Steam im Jahr 2015 eingestellt haben – bevor dies verboten wurde und die Kommission im Jahr 2017 Untersuchungen gegen das Unternehmen einleitete.

          1. „Vielleicht sollte die Firma ihr Geld lieber für sinnvollere Dinge als Kunstrasen ausgeben“
            Woran machen Sie das fest? Inwiefern stehen irgendwelche Ausgaben in Frage?

    2. Wenn du damit Hentai-Spiele meinst, dann liegst du falsch.
      Auch wenn das in den USA teilweise so gehandhabt wird, sind gezeichnete Figuren, die erkennbar nicht real sind, keine Personen, daher fallen diese auch nicht unter 184.
      Mal völlig davon abgesehen, dass diese teilweise sehr unrealistisch und zweifelsfrei erkennbar als nicht real erkennbar sind.
      Oder meinst du damit etwas anderes? Wenn ja, hast du sicherlich ein paar Beispiele

  3. Hmm, ich kann Valve bzw. die Publisher schon auch verstehen, warum sie die Preise in anderen Märkten variieren.
    Jetzt wird leider bestimmt alles auf „westliche“ Preise angepasst, und die Nutzer in wirtschaftlich schwächeren Regionen können sich die Spiele nicht mehr leisten.

    Das wäre ein Wunder wenn die Kosten nicht auf die Nutzer abgewälzt werden

    1. Ich kapiere nicht so ganz, warum Steam die Preise setzen sollte. Das müssten doch eigentlich die Publisher machen, oder nicht?

      Beispiel: Rabatt für Schweiz = -15% mehr o.ä.

      Sonst gibt’s morgen eine seite steam.ch, mit exklusivem Angebot für die Schweiz, weil auch viele Publisher das so wollen?

      Ich verstehe die Sache nicht so ganz – ist hier nur die Methode für eine allgemeine Seite illegal, oder kommt es dann wie im Steuerrecht, dass das dann gar nicht mehr geht? Dann sollte ich schon mal eine Spieleplattform in der Schweiz anbringen, oder nicht?

  4. > Hmm, ich kann Valve bzw. die Publisher schon auch verstehen, warum sie die Preise in anderen Märkten variieren.

    Hmm, woran würdest du merken, dass dein Verständnis ein Irrtum ist?

    1. Warum Irrtum, abgesehen vom Sinn des „Irrtums im Verständnis“.

      Es gibt sehr gute Gründe dafür, verschiedene Preise zu nehmen. Vermutlich fragmentiert eine erzwungene Anpassung das dann die Nutzerschaft auf mehrere Shops wie „Steam Vietnam“. Erreichen tut man also keinen anderen Preis.
      Es bleibt alles ein Dorf im Neuland…

    2. Wechselkurse, Einkommen, Kaufkraft?
      Es wäre in Land X dann so teuer, dass da wenig Leute kaufen. Den niedrigeren Preis leistet man sich da aber nur wegen der Gesamtmasse, inkl. Normalpreisländer.

      Kann man für/gegen argumentieren, ist aber nicht so trivial. Wer in EU verkauft kann sonst international nicht mehr mithalten.

      1. Ja und das Nationalstaaten-„Paradoxon“ könnte man noch bringen.
        Gleiche Preise für alle?
        X Mio Euronen für internationales Entwicklerteam. Firma aus PL soll also halben durchschnittlichen Gesamtpreis nehmen wie Firma aus USA? Oder nur polnische Entwickler? Oder Maximalpreise für alle, also keine Verkaufszahlen, am Besten nur in Polen… oder, oder , oder…

        [Polen ist nur als generische Beisiel für das nächste Land im Uhrzeigersinn gedacht.]

  5. Bezüglich VPN ist das immer so eine Sache, wenn es um accountgebundene Inhalte geht. Klar kann man sich ein Account im Ausland anlegen und so tun, als wäre man Grieche oder sonst wer, aber wenn man dann doch ein Angebot noch aus Spanien oder Großbritannien nutzen möchte, muss man direkt einen neuen Account anlegen. Und hier wird es blöd.

    Wer will schon 3 Accounts nutzen und sich jedes mal in einen neuen Account einloggen um ein Spiel spielen zu können? Wer will alle 3 Accounts mit den Freunden teilen um zusammenspielen zu können oder die Chatfunktionen nutzen zu können? Besonders für die Freunde wird es toll, wenn dann 5 Freunde zusammen 10-20 Accounts besitzen, die alle in der Freundesliste sind.

    Nur weil VPN theoretisch möglich ist heißt es nicht, dass sich der Aufwand lohnt. Da kaufen die Leute lieber ein Spiel weniger. Denn was man auch nicht vergessen darf: die meisten Steamspiele sind DRM-gebunden (darüber könnte man auch ganze Artikel schreiben bezüglich Nutzerrechte und Datenschutz) und können ohne Steamaccount gar nicht gespielt werden (selbst Einzelspieler-Spiele). Das Problem ist also deutlich größer als bei einer gegeoblockten Webseite.

    1. Völlig korrekt. Ganz früher hätte man sich das Spiel per Key woanders kaufen können, heute ist selbst die Aktivierung geo-geblockt.
      Vor einigen Jahren hat mir ein Freund aus dem UK die id Software Serie (Quake 1 bis 3, Return to Castle Wolfenstein, Doom, Commander Keen, etc etc, incl DLCs/Addons) auf seinem Account gekauft und als Geschenk mir übersandt.
      Seitdem habe ich diese in meiner Bibliothek. Ist recht witzig, wenn ich auf Quake 2 klicke, und auf „Store Page“, bekomme ich die o.g. Fehlermeldung vom Artikel.
      Return to Castle Wolfenstein ist entsprechend natürlich.. „heikel“, aber seit einigen Jahren auf meinem Account und regulär nutzbar, inkl. der „richtigen“ Texturen.

  6. @Jedi

    Menschen mit solchen Interessen haben es im Leben unnötig schwer, das stimmt. In England wurde ein Soldat verhaftet der sich als erster freiwillig gemeldet hat der Ukraine im Kampf zu unterstützen. Er hatte bereits ukrainische Soldaten trainiert etc.

    Die Behörden stellten dann Cartoon-Pornos bei ihm sicher und jetzt ist er für 5 Jahre im Sexualstrafregister. Das ist so traurig das es schon wieder lustig ist.

    https://www.thenorthernecho.co.uk/news/23338776.ex-soldier-caught-obscene-child-cartoon-collection-workington/

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